Das Politik-Blog

Flügelkämpfe helfen den Piraten

Von 17. Dezember 2012 um 13:52 Uhr

Das einzig wirklich dämliche an der neu gegründeten Piraten-Untergruppe ist ihr Name: "Frankfurter Kollegium" – das klingt in seiner altdeutschen Gestelztheit wie eine Mischung aus Burschenschaft und Adorno-Fanclub.

Sonst aber gibt es gegen den Verein, der sich als sozialliberaler Flügel in der Partei versteht, wenig zu sagen. Die Piraten wollen eine Vollpartei sein, das haben sie auf ihrem jüngsten Parteitag eindrücklich gezeigt, und in einer solchen geht es nicht ohne Flügel. Es ist das Natürlichste in der Parteienwelt, dass ihre Mitglieder miteinander um den Kurs ringen – wenn sie groß genug sind und ihre Positionen entsprechend vielfältig. Was ist schlimm daran, wenn sie sich dafür organisieren?

Nun aber schlägt dem neu gegründeten Flügel Empörung aus der eigenen Partei entgegen. Unter anderem gibt es bereits ein kritisches "Watchblog" voller Verschwörungstheorien und mehrere Satire-Seiten, Twitter ist voll von wütenden Wortmeldungen. Das ist bestenfalls unterhaltsam, meist aber allzu reflexhaft und naiv. Denn diese Wut wird getragen von Piraten, für die es nur eine Maxime gibt: bloß nicht werden wie die anderen Parteien. Bloß keine „herkömmlichen“ Machtkämpfe und Grüppchenbildungen.

Dabei gibt es diese Kämpfe, die Grüppchen und Flügel auch bei den Piraten längst. Das zeigt jeder Parteitag und besonders beispielhaft der erbitterte Streit um das Bedingungslose Grundeinkommen. Diese Netzwerke organisieren Mehrheiten, bestimmen Debatten, ringen um Posten. Aber sie tun all das völlig im Verborgenen, weil es sie bei den ach so basisdemokratischen Piraten ja offiziell eigentlich nicht geben darf. Das ist das Gegenteil der Transparenz, die die Piraten im Brustton der Avantgarde von der Restgesellschaft einfordern.

Das „Kollegium“ ändert das. Sein Mitgründer, der stellvertretende Bundesvorsitzende Sebastian Nerz, hat deshalb völlig Recht, wenn er twittert: "Wir arbeiten damit – ganz bewusst – um Welten transparenter als große Teile der Netzwerke in der Partei."

Einige Piraten haben nun Angst, dass nun bald eine sozialliberale Elite die Partei beherrschen könnte. Schließlich sind viel namhafte Funktionäre aus Bundes- und Landesvorständen und von Wahllisten Mitglied im Kollegium. Doch anstatt zu jammern, sollten die Kritiker dem etwas entgegensetzen: Am besten gute Argumente und eigene Themen.

Noch entscheidet die Gesamtheit der (auf Parteitagen anwesenden) Mitglieder über Programm und Posten. Dort können die Piraten die Anträge des Kollegiums (hoffentlich aus inhaltlichen Gründen) ganz einfach durchfallen lassen und ihre Vorreiter aus den Ämtern wählen. Die Frankfurter Flügel-Gründung schadet der parteiinternen Demokratie nicht. Wenn sie aber dazu beitragen würde, das naiv-romantische Politikverständnis und Selbstbild vieler Piraten zurechtzurücken, hätte es sich schon gelohnt.

Kategorien: Allgemein, Piraten
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Stimmt alles

    LG Susanne

    • 17. Dezember 2012 um 14:26 Uhr
    • Susanne bischoff
  2. 2.

    Stimmt nichts

    LG Thorsten

    • 17. Dezember 2012 um 14:38 Uhr
    • Thorsten
  3. 3.

    Stimmt alles

    LG
    Michael

    • 17. Dezember 2012 um 15:06 Uhr
    • Michael
  4. 4.

    schade, du hast es nicht verstanden obwohl du bei der Namensanalyse auf der richtigen Fährte warst. Das Kollegium ist kein Flügel, es ist ein Klüngelverein, eine Parallelstruktur. Seine Inhalte sind beliebig. Schon mal gemerkt dass die Mitglieder ausnahmslos (ehemalige) Funktionäre und Listenkandidaten sind? Oh, Verschwörungstheorie! Aber warum sollte da nichts dran sein? Du glaubst Nerz, Körner & Co wollen nur das beste für die Partei? Da bist du wohl mit dem Klammerbeutel gepudert.

    • 17. Dezember 2012 um 15:08 Uhr
    • teiler
  5. 5.

    Es läuft etwas falsch bei den Piraten. Das weiss der Wähler, der immer seltener auf die Frage nach dem Piraten mit „ja“ antwortet, das wissen die Piraten – zumindest die, die ein Gespür für Realität haben.
    Die Umfragen sind im Keller, Hannover weit weg, jede positive Berichterstattung in der Presse ferne Vergangenheit.
    Statt dessen fordern Piraten Zensur (zumindest für das, was sie als „rechts‘ definieren), man trifft sich zum gemeinsamen Stammtisch mit der MLPD und kreischt „die Piratenpartei ist eine linke Partei“.
    Verwundert reiben jene, die seit Jahren an Infoständen erzählten wie wichtig Bürgerfreiheiten seien verwundert die Augen. Es gibt zwei Möglichkeiten: man schaut dem Treiben (Bedeutungsverlust und Metamorphose zum Kommunismus) tatenlos zu. Oder man rückt eine Verantwortungsvolle Politik wieder in den Fokus. Das tut das „Frankfurter Kollegium“. So wollen, dass die Piraten wieder werden wie sie mal waren. Das ist in gewisser Weise Konservativ, mehr aber auch nicht.

  6. 6.

    Die Fakten sind da, es ist nur die Frage ob man sie auch sehen will. Man muss sich nur die Liste der Gründungsmitglieder ansehen um zu erkennen dass es um Machterhalt statt um Inhalte geht. Fast ausschließlich aktuelle und ehemalige Funktionäre. Die sich gegen die ständige Mitgliederversammlung wehren. Verschwörungstheorie!

    • 17. Dezember 2012 um 15:32 Uhr
    • teiler
  7. 7.

    Als Mitglied kann ich ganz simpel sagen, dass der Vorwurf von Teiler nicht stimmt. Warum?

    a) ich bin (Gründungs-)Mitglied im Frankfurter Kollegium und habe auch an der Vorbereitung mitgearbeitet
    b) ich bin weder Funktionär, noch ehemaliger Funktionär, noch Listenkandidat, noch Direktkandidat der Piratenpartei, sondern ganz einfach ein Basismitglied.

    Um meine Meinung wiederzugeben:
    Ich habe mich aus mehreren Gründen entschieden, Mitglied im Frankfurter Kollegium zu werden:
    – Obwohl ich davon ausgehe, dass sozialliberale Positionen weiterhin eine Mehrheit innerhalb der Piratenpartei haben, treten diese immer weiter in den Hintergrund. Das hat verschiedene Gründe, mMn unter Anderem die Tatsache, dass andere Flügel (die existieren, auch wenn sie es nicht so bezeichnen) recht lautstarke Mitglieder (Vorstände, Abgeordnete, …) haben.
    – Die „Kommunikationskultur“ innerhalb der Piratenpartei steht nicht zum Besten. Das zu leugnen zeugt entweder von bewusstem Lügen oder dem Verschließen der Augen vor der Wahrheit. Gerade in einer Partei, die sich die Teilhabe ALLER auf die Fahnen geschrieben hat, ist das traurig. Es kann nicht sein, dass Menschen nur mitarbeiten können, wenn sie bereit sind, sich Shitstorms und Verleumdungen auszusetzen. Aus diesem Grund gibt es im Kollegium einen Verhaltenskodex, der letztendlich nichts anderes als Grundregeln eines ordentlichen Miteinanders aufzeigt.
    – Die beiden ersten Punkte sorgen leider dafür, dass viele engagierte Mitglieder der Partei den Rücken kehrten und immer noch kehren. Das Kollegium soll für diese Mitglieder ein Zeichen sein, dass sie trotz der Lautstärke anderer Flügel NICHT alleine sind. Die Massen an positiven Rückmeldungen (leider eben genau aus Angst oft nicht öffentlich) zeigen mir, dass das schon jetzt funktioniert. Auch die große Zahl an Unterzeichnern des Manifests und die Masse an Mitgliedsanträgen zeigen deutlich auf, dass der Weg wohl nicht so falsch ist.

    Am Wichtigsten ist mir folgendes:

    Was wir Piraten uns lange Zeit wünschten, war etwas ganz simples: Denk selbst.

    Um nicht mehr bitte ich alle Leser hier. Glaubt nicht Teiler oder anderen Kritikern, aber glaubt auch nicht mir oder anderen Sympathisanten oder Mitgliedern. Informiert euch, bildet euch eine eigene Meinung.

    Egal ob diese dann positiv oder negativ zum Frankfurter Kollegium (oder auch zur Piratenpartei) ausfällt.

    • 17. Dezember 2012 um 15:46 Uhr
    • Wolfgang
  8. 8.

    Lieber Parteifreund(?) Teiler,

    keine Ahnung, ob Du schon lange bei den Piraten bist, aber dass Du dem FK das Ziel der „Machterhaltung“ unterstellst, zeigt, dass Du von Vorstandsarbeit wenig Ahnung hast. Vorstandsarbeit beschränkt sich bei uns seit jeher auf Verwaltung und Außendarstellung. Da hat man keine „Macht“. Am Ende entscheidet ja doch die (auf den BPTs anwesende) Basis. Weiß ich, bin selbst Vorstand.

    Die Kritik an der sMV ist zudem ja sachlich zu begründen – es bleibt halt die Frage der Abwägung zwischen Nachvollziehbarkeit und Anonymität. Es gibt genügend Gründe für wie auch gegen eine Klarnamenspflicht. Und der „leere Stuhl“ hat ja mit #OnBPT einen Alternativvorschlag gemacht, der durchaus überdenkenswert wäre (http://bit.ly/X5QjvM). Einfach mal ansehen und drüber nachdenken.

    Viele Grüße und weiterhin auf gute Zusammenarbeit
    Krisch

    • 17. Dezember 2012 um 15:53 Uhr
    • @BlackBuccaneer
  9. 9.

    Ich sehe hier auch wirklich keine Gefahr für die Piratenpartei. Viele schreien hier und fürchten sich vor Spaltung. Dieses Kollegium macht auch niccht viel anderes wie eine AG. Wenn hier gute Anträge erarbeitet werden, wird der BPt wohl dafür stimmen, ansonsten nicht.
    Was soll hier außerdem geküngelt werden? Wenn sich jemand um ein Amt bzw. Mandat bemüht, entscheidet die Basis. Und wenn einer viele Fürsprecher hat, heißt das noch lange nicht, dass die Basis ihn wählt. Es liegt an der Basis kritisch nachzufragen und dann eine Entscheidung zu treffen. Das Kollegium tritt offen auf (sonst gäbe es wohl die ganze Diskussion nicht) und ich bin überzeugt, dass es in der Partei ganz andere Küngelzirkel gibt, die mMn nach viel gefährlicher sind, man denke nur an den BpT Bochum und die GO-Schlacht. Es wird behauptet, dass dies von Leuten organisiert wurde, die unbedingt die SMV wollen. Das halte ich für viele undemokratischer, unpiratiger und bedenklicher.

    Ich bin übrigens kein Mitglied des Kollegiums.

    • 17. Dezember 2012 um 17:16 Uhr
    • Gondrino
  10. 10.

    Was bedeutet denn für diesen Zusammenschluss „sozialliberal“. ich habe bis jetzt – trotz der bei den Piraten ja verbreiteten Transparenz – nichts gelesen zu den Zielen dieses Flügels.

    naja. Für mich sind die Piraten sowieso gestorben. Es funktioniert einfach nicht, wenn sich politische Strömungen wie „Linksliberal“ und „Wirtschaftsliberal“ unter dem Mäntelchen Bürgerrechte und Internet vereinen.

    Das sind völlig gegensätzliche Vorstellungen von Politik.

    Die Piraten müssen vorallem in diesem Bereich jetzt eine bundesweite Linie finden, die auch nicht von Flügeln gebrochen werden kann. Der Wähler MUSS wissen für was er (neben Bürgerrechten) stimmt.

  11. 11.

    „Es ist das Natürlichste der Parteienwelt: dass Gruppierungen entstehen. Bei den Piraten hat sich nun eine Untergruppe gebildet. Viele in der Partei empören sich darüber“

    Da brauche ich gar nicht weiterlesen, weil ich schon beim Lesen dieser diskreditierenden Einleitung weiß wohin die Reise geht.
    Vorurteilsbedienung alá Zeit.

    • 17. Dezember 2012 um 19:48 Uhr
    • war-hog
  12. 12.

    Ich frage mich ernsthaft: Was macht ein sozialliberaler „Flügel“ in einer sozialliberalen Partei?

    • 17. Dezember 2012 um 21:13 Uhr
    • 15thMD
  13. 13.

    Die Konzernpresse hat die rechten und konservativen Gruppierungen immer gehypet und hochgeschrieben. Auch hier ist und war nichts anderes zu erwarten.

    Die Grünen haben dadurch in 20 Jahren jede kritische und utopische Substanz verloren. Da geht es nicht mehr darum, wie wir uns die Gesellschaft in 25 Jahren vorstellen, sondern nur noch um die Distinktion selbstgerechter Akademiker. Eine CDU mit grünem Lack.

    Die Sozialdemokratie ist dadurch ebenfalls seit 20 Jahren tot, heute gibt es nur noch die SPD, also eine neoliberale Blockpartei, die die Politik gegen 80 Prozent der Bevölkerung nicht nur mitträgt, sondern befeuert. Personelle Substanz oder politische Prinzipien sind gar nicht mehr vorhanden, übrig sind nur noch chronische Apparatschiks und Wahlverlierer wie Gabriel, Steinbrück und Steinmeier.

    Bei den Piraten wird es ähnlich sein. Das „Frankfurter Kollegium“ darf ruhig was von Bürgerrechten säuseln, solange sie sich im neoliberalen Block einreiht und keine gesellschaftliche Alternative entsteht. Die Presse wird sie deshalb weiter hätscheln und tätscheln, dabei fallen dann vorzugsweise Vokabeln wie „realistisch“, „pragmatisch“ oder „professionell“.

    • 17. Dezember 2012 um 21:46 Uhr
    • Alex
  14. 14.

    Das ist leider Lob von der falschen Seite…

    • 17. Dezember 2012 um 21:49 Uhr
    • Amadeo
  15. 15.

    Für mich ganz klar als ehemaliger Neuling bei den Piraten erkennbar und so interpretiere ich das auch, dass die Gründer und Sympathisanten des Frankfurter Kollegiums nichts weiter sind als unfähige Piraten, die nur ihre selbstherrlichen Ziele verfolgen.
    Die arbeiten in den AG bestätigen das es keinen Verein braucht. Wer so einen Verein/Flügel gründet, hat nur eine Absicht: Unruhe zu stiften!
    Den eigenen EhrenKodex(PiratenWiki) dazu noch zu verraten!

    Das nahm ich nun zum Anlass den Piraten auch wie allen anderen Parteien den Rücken zu kehren. Meine Stimme bekommt ab jetzt KEINE Partei mehr.

    Und wer sich mit dem ganzen Politikgedöns nur mal ein paar Wochen auseinandersetzt, der merkt schnell das alles nur auf eins hinaus zielt, nämlich den Bürger so oder so zu belügen und zu veräppeln um an sein Geld zu kommen! Kein Wunder herrscht hier Politikverdrossenheit unter den Bürgern. Es ist frustrierend sich zu engagieren und im nach hinein durch solche Aktionen einer Gründung eines Vereins welcher den Sinn der Piratenpartei mit Füßen alleine durch sein bestehen tritt, vorgesetzt zu bekommen.

    Es hatte seinen Grund warum ich mich zu den Piraten hinzu gehörig fühlte, weil sie nicht so sind/waren wie andere Parteien.
    Wie will man sich jetzt da noch gegen interne außerordentliche Vereine wehren?

    Der Bürger sieht es und denkt sich „Piraten machen wieder Blödsinn“, „Piraten braucht keiner, kennen nicht mal ihren Kurs!“, „Piraten klauen“ ect. und dann soll man für eine Landtagswahl argumentieren?

    Das Frankfurter Kollegium hat einfach nicht nach gedacht, auch wenn sie sagen sie haben es abgewägt den Verein jetzt zu gründen und öffentlich zu machen, als bis nach der Wahl in Niedersachsen zu warten, weil die Zeit zwischen der Landtagswahl und dem nächsten Bundesparteitag für Ausarbeitung von Anträgen zu kurz sei.
    Blödsinn!
    Eine Ausrede höchster Natur!

    Welche Diktatur herrscht in diesem Verein? Welches Geld regiert diesen Verein?
    Das sind die Fragen auf die man wohl niemals eine wirkliche Antwort erhalten wird!

    …das mal aus der Sicht eines Bürgers, der anfangen wollte sich endlich mal für Politik zu interessieren und endlich mal kritische Fragen zu den Parteien stellte und letztendlich scheiterte…

    MfG Lukai der dumme dumme Bürger

    • 17. Dezember 2012 um 22:02 Uhr
    • Lukai
  16. 16.

    „das klingt in seiner altdeutschen Gestelztheit wie eine Mischung aus Burschenschaft und Adorno-Fanclub.“

    Und was „altdeutsch“ ist ist nicht hipp ist nicht in also nicht toll ?
    Lieber altdeutsche Begrifflichkeit als noch irgendwas das sich „Think-Tank“ oder Stiftung xyz nennt….

    • 17. Dezember 2012 um 22:10 Uhr
    • Acaloth
  17. 17.

    Zweitstimme ?
    Lächerlich

    Was bringt Ihr ein, für einen Politikwechsel, in Deutschland. Nichts !.

    Die Piraten pflegen doch nur ihr eigenes Ego.
    Tretet doch lieber jetzt gleich in die FDP ein
    Oder besser noch: Holt Rösler. Der ist doch der beste Pirat.

  18. 18.

    Der „Piraten-Peak“ liegt anscheinend hinter uns, nicht vor uns. Die eigenartige Debattenkultur der Piraten hat nicht zu dauerhaften Erfolgen geführt. Von Außenstehenden, die sich z.B. politisch während der „Wende“ in Ostdeutschland engagiert hatten, höre ich zu den Piraten Stichworte wie „Kindergarten“. D.h. die Piraten in ihrer jetzigen Form werden von bodenständigen Menschen gar nicht als ernstzunehmende politische Kraft wahrgenommen.

    Der Begriff „Frankfurter Kollegium“ soll doch wohl für eine Profes-sionalisierung der Piraten stehen. Die wäre dringend notwendig, um nach dem ersten „Hype“ noch bestehen zu können.Eine ernstzunehmende politische Kraft muss auch dann bestehen können,wenn es in der Presse Gegenwind gibt.

    Der Themen wären genug. Angefangen mit der sogenannten „Energiewende“ zum Schaden aller Verbraucher. Weiter mit der Aushöhlung des Parlamen-tarismus, der entgegengesteuert werden muss. Hin zur Entmachtung des Einzelnen durch Brüssel und EU.

    Merkel, Rösler, Steinbrück, Wagenknecht und Trittin lassen viel Platz für Sozialliberale. Aber nur, wenn sie es verstehen, sich als Sozial-liberale gut zu organisieren. Wer meint, dass Zufallsmehrheiten schon Politik wären, der kann auf seiner spanischen Galeere ohne Beute nach Hause fahren.

  19. 19.

    Piraten? Basisdemokratische Männerbünde des frühen 18. Jh. die ihren Lebensunterhalt durch Raub bestritten?

    Unwählbar!

    • 18. Dezember 2012 um 00:20 Uhr
    • Roana
  20. 20.

    Nö!

    Steinbrück, Wagenknecht und Trittin, können Sie nicht, unter den gleichen Hut, der Frau Merkel; des Herren Rösler; des Herrn Seehofer…; eines Herren Aiwanger. (Falls bekannt)stecken.

  21. 21.

    Meine Sicht der Sache: http://bit.ly/VMpThl

    • 18. Dezember 2012 um 01:22 Uhr
    • Adrian Scheffler
  22. 22.

    Hä?
    Ich blicks nicht.

    Ich bin ein mündiger Bürger, ich informiere mich und gehe gern zur Wahl.
    Die Piraten finde ich interessant.

    Aber die Reaktionen der „Piraten“ hier im Forum sind für mich völlig hermetisch.
    Jedesmal wenn’s ein Interview gibt mit einem der Piraten-Brainbugs, bekomme ich die Selbstdarstellung von irgendeinem Freak geliefert.
    Zugegeben, so werden die Interviews von den Journalisten auch geführt, aber trotzdem.

    Ich will mich nicht informieren „müssen“, ich will keine Artikel selbst aufstöbern oder irgendjemandem irgendwohin followen, bevor ich schlauer bin.

    Ihr seid doch jetzt eine Partei, also verhaltet euch wie eine.
    Viele sagen, die Piraten seien eine Erpressungspartei. Ich sage die Digitale Frage ist groß genug und das Liberale Vakuum ist da, um wirklich was zu reißen.

    Und jetzt ist es eure Aufgabe, PR und Öffentlichkeit für eure Positionen zu erzeugen, so dass ich von alleine auf eure Punchlines stoße.

    Ich fand das gut: „Sozialliberaler Flügel Frankfurter Kollegium“

    Aber dann kommen gleich wieder zig Mitglieder hier an und fliegen mit dem Rofl-Kopter durchs Bild.
    Stellt euch vor, jedes mal, wenn ein Artikel über Merkel kommt, meldeten sich 5 einfache CDU-Mitglieder zu Wort und belästigten die Leute mit unverständlichen Interna.

    Das ist keine Debattenkultur. Das ist Spackotum. Schade.

    • 18. Dezember 2012 um 01:28 Uhr
    • sajuz
  23. 23.

    PS, ihr Piraten…

    Der Wähler fühlt sich bei euch tatsächlich wie im Ubuntu-Support-Forum.
    wack.

    • 18. Dezember 2012 um 01:31 Uhr
    • sajuz
  24. 24.

    Die Partei ist obsolet.

  25. 25.

    Cool, die Piratenpartei ist in die Zeit-Online-Kommentarebene umgezogen.

  26. 26.

    Solange die Piraten ständig über ihre Fehler reden, werden sie das Vertrauen der Bürger nicht gewinnen.

    • 18. Dezember 2012 um 09:49 Uhr
    • Handelsbilanzdefizit
  27. 27.

    Noch ein Sozi-Flügel… Dabei wäre angesichts der Schwäche der FDP die Chance dafür eine neue, richtige liberale Patei. „Sozialliberal“ heißt am Ende wieder viel Umverteilung und anderes vermeintlich „Soziales“ und ein paar liberale Feigenblätter in der Sicherheitspolitik. Linkspartei mit Internetanschluss eben.

    • 18. Dezember 2012 um 10:01 Uhr
    • Nils Wilke
  28. 28.

    Dieser Polit-Blog will mir doch wieder nur eins sagen, Frankfurter Kollegium=gut, ihre Gegner=schlecht. Ich lass mir aber keine Meinung aufdrücken.
    Bin kein Piratenfan, sobald sie sich etabliert haben, werden sie eh wie die anderen (siehe die Grünen); jedoch dass man an der Partei kein gutes Haar lässt, dagegen aber eine fragwürdige Gruppierung, deren Ziele nicht ganz klar sind, lobt, ist schon mehr als verdächtig.

  29. 29.

    richtig muss es heißen: …tun die Piraten helfen

    • 18. Dezember 2012 um 12:42 Uhr
    • gerdi
  30. 30.

    Zitat: „Denn diese Wut wird getragen von Piraten, für die es nur eine Maxime gibt: bloß nicht werden wie die anderen Parteien. Bloß keine „herkömmlichen“ Machtkämpfe und Grüppchenbildungen“.

    Überall, wo es um wichtigste Entscheidungen und daran anknüpfende Handlungen geht, handelt es sich um die Macht. Deswegen wäre eine utopische „Partei ohne Machtkämpfe“ auch eine „Partei ohne jeglichen Meinungsunterschiede“ (spich absolutistisch und zu einförmig).

    Ich glaube, was die Piraten zuerst mit ihrer Haltung gemeint haben, war die Frage nach Solidarität und Einigkeit der eigenen Partei. Was sie aber (leider) möglicherweise übersehen haben, ist die Tatsache, dass viele Menschen nicht immer in ihren Positionen homogen sind. Man hat schon – im Rahmen einer Partei- um sich herum überwiegend Gleichsesinnte (wenn man in einer passenden Partei drin ist); diese Gleichgesinnten sind aber nicht immer automatisch „Gleichdenkenden“… (Man kann gleiche Probleme bewältigen wollen, aber mit Hilfe von unterschiedlichen Ansätzen vorgehen (und darüber lässt sich natürlich streiten)..

    Sofern sind Machtkämpfe nicht nur natürlich, sondern auch gesund: sie zeigen den anderen, wer tatsächlich das nötige Potenzial („einen langen Atem“) besitzt den bestmöglichen geistigen Leader zu werden. Alles anderes ist eine simplifizierte Welt, die nur aus Schaffe und Hasen bestehen würde und wo alle Löwen weg wären: es ist aber (realistisch betrachtet) unglaubhaft und wenig umsetzbar…

    Politik ist (auch wie Sport) in gewisser Weise offensiv; wichtig ist nur, dass diese Offensivität positiv (durch gute Argumente und neue Ideen) und mit gewissem parteiübergreifenden menschlichen Respekt gegenüber Andersdenkenden ausgetragen wird. Außerdem kann ein in einem System kontinuierlich herrschendes Gleichgewicht die Gefüge kaum in Bewegung bringen. Daher braucht man bestimmte Machtkämpfe, um eine erwünschte Weiterentwicklung zu erreichen.

    MfG

  31. 31.

    „Echte Flügel helfen die Piraten“
    Aber wer hift den Analphabeten in der Zeit online Redaktion??

    • 18. Dezember 2012 um 16:10 Uhr
    • Reinhard Kluge
  32. 32.

    Die Piraten brauchen wirklich Flügel – mit denen könnten sie dann im Parteiennirvana endlich den ihnen angestammten Platz wiederfinden.

  33. 33.

    Spott und Häme fehlen ja nicht in den letzten Tagen. Ich als Zensursula-Pirat (2009, 4-stellig) finde es traurig, wie wenig dieser lauten Minderheit noch innerparteiliche, echte Demokratie zählt.

    Es sind schon ein paar krasse Hetzer unterwegs auf Twitter. Die schlimmsten habe ich gestern weggeblockt — und empfehle das allen so zu halten. Dahinter steht aber bei Vielen die Angst, dass hier eine Institution wie auch immer “die Macht ergreift”.

    Zahlreiche verdeckte Flügel haben bereits die Macht ergriffen und gestalten Parteitage und Liquidfeedback-Entscheidungen in ihrem Sinn.

    Mit ein paar Worten — das Wortspiel um „National“ beim Inklusionsantrag, der vierfache Versuch die SMV durchzustimmen — wurde imho sehr deutlich gezeigt, was auf der innerparteilichen Antidemokraten-Agenda steht: ein Tool, in dem intransparent die Macht (= Fähigkeit, andere zu Entscheidungen zu zwingen) einer zeitreichen Klickelite quasi automatisch zudelegiert wird.

    Draußen wundern sich die Menschen nur noch, was aus „Klarmachen zum Ändern“ geworden ist.

    Wenn die Kollegiaten-Aufregung abgeebbt ist, und erste Arbeitsergebnisse vorliegen, wird sich zeigen, ob das Kollegium die neoliberalistische Ausgeburt des Bösen und Parteiuntergang der Piraten ist – oder nicht.

    http://kompass.im/2012/12/piratisieren-fur-erwachsene-das-kollegium/

    • 19. Dezember 2012 um 12:28 Uhr
    • StefanM
  34. Kommentar zum Thema

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