Das Politik-Blog

„Wenn Du bis morgen 12:00 Uhr nicht zurückgetreten bist, knallt es ganz gewaltig“

Von 7. Februar 2013 um 16:11 Uhr

Ja, uns Journalisten ermüdet der Streit bei den Piraten mittlerweile auch. Doch leider schafft die Partei es immer wieder, noch eine neue, dramatischere Eskalationsstufe im innerparteilichen Umgangston zu erklimmen. Und das sagt dann wiederum durchaus etwas über eine Partei aus, die in vier Landtagen sitzt und dieses Jahr in den Bundestag einziehen will. Deshalb wollen wir also auch das neueste Drama zumindest kurz dokumentieren.

Glaubt man Johannes Ponader, dem politischen Geschäftsführer der Piratenpartei, ist am gestrigen Mittwochabend folgendes passiert: Um 18 Uhr schickte Christopher Lauer, bekannter Pirat und Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus, eine bemerkenswerte SMS an ihn, Ponader:

“Lieber Johannes, wenn Du bis morgen 12:00 Uhr nicht zurückgetreten bist, knallt es ganz gewaltig. Ich seh mir nicht mehr länger schweigend und untätig an, wie Du meine Partei gegen die Wand fährst. Gruß, Christopher”

Wenn es diese Nachricht tatsächlich gab, ist sie eine unverhohlene Drohung. Ponader kam ihr offensichtlich nicht nach. Dafür postete er die vermeintliche SMS und die darauf folgende Kommunikation mit Lauer am heutigen Donnerstagmittag kurzerhand in einem Blog im Internet. Es endet mit Lauers Statement: “Alter, wie verstrahlt bist Du denn? Du merkst ja gar nichts mehr.”

Ponader schreibt dazu im Blog: “Ich bin mir bewusst, dass die Veröffentlichung einer ‘privaten’ SMS eigentlich einen Vertrauensbruch darstellt, aber von Vertrauen kann bei dem Inhalt wohl keine Rede mehr sein.” Den Eintrag verbreitete er über seinen Twitter-Account, dem über 10.000 Leute folgen.

Auf Anfrage von ZEIT ONLINE will Lauer die Echtheit der SMS weder bestätigen noch dementieren: “Ich kann Ihnen die Frage, ob ich diese SMS überhaupt geschrieben habe, nicht beantworten”, sagt er. Es gäbe zwei Möglichkeiten: “Entweder sie ist echt, dann ist es eine private Nachricht und hat in der Öffentlichkeit nichts verloren. Oder sie ist nicht echt und er hat sich das ausgedacht, dann ist es schon ein starkes Stück.” Er habe gar keine Zeit für Personaldebatten, sondern bemühe sich um eine inhaltliche Neuaufstellung für die Bundestagswahl.

Bei Twitter reagierten andere Piraten entnervt auf das neuerliche Skandälchen. “Möchte Euch alle auf den stillen Stuhl verbannen. Bis zur #btw13. Mindestens.” schreibt die Wirtschaftspolitikerin Laura Dornheim. Und der Pirat Jan Leutert twittert: „Treffen sich zwei Piraten mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Keine Pointe.“

Johannes Ponader selbst sagt zu Lauers Reaktion: “Das geht am Thema vorbei. Wenn jemand einen Rücktritt fordern will, soll er das auch öffentlich machen.” Er habe die SMS veröffentlicht, “weil wir so die Chance auf Knall, Versöhnung und dann Neuanfang haben”. Es gehe ihm “nicht um eine Personaldebatte, sondern um eine Debatte über den innerparteilichen Umgangsstil”. Mit Lauer selbst habe er seit der SMS keinen Kontakt mehr gehabt.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Der Schwarm ist definitiv transparent und kreativ.
    Aber ist er auch produktiv?

    • 7. Februar 2013 um 18:02 Uhr
    • Hoplon
  2. 2.

    Kann dieser Ponader mal bitte zurücktreten. Tut so, als würde er eine völlig neue Art der Politik einführen wollen, benutzt dann aber schön herkömmlich konservativ die Medien, um echte oder vermeintliche Feinde zu attackieren. Da muss ich mich Schlömer wohl anschließen: Such dir einen Job.

    • 7. Februar 2013 um 18:02 Uhr
    • eklipz
  3. 3.

    Schlecht recherchierter Artikel. Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich der “Blog” als Eintagsfliege mit nur diesem einen Eintrag. Egal, ob echt oder nicht. Aber das ist irgendwie seltsam.

    • 7. Februar 2013 um 18:10 Uhr
    • H. Ort
  4. 4.

    So langsam entsteht der Eindruck, dass Johannes Ponader jede Gelegenheit nutzt die Partei in ein schlechtes Licht zu rücken. Wenn die SMS mit ihren 217 Zeichen, echt ist hat er es geschafft jemanden so zu reizen, dass er seine Beherrschung verlor. Falls er sich die Nachricht ausdachte ist das Ziel auch erreicht: der Partrei schaden, Piraten nerven, den Ruf weiter ruinieren.

    Auf Twitter heute gab es weiter “ich trete aus” Nachrichten zu lesen. Johannes Ponaders Wirkung besteht nur noch darin die Pairatenpartei zu zerlegen. Sie wird heute als zerstritten, unmöglich und aggresiv wahrgenommen. Unterhalb dieser Streitblase liegen die weiterhin wichtigen Ziele: Bürgerrechte, Gereichtigkeit, Vernunft und frischer Wind in der Politik. Wer Herrn Ponader und auch jene, die er mit seiner Art aufscheucht ignorier,t sieht die wahre Partei. Um diese geht es im September 2013 bei der Wahl!

  5. 5.

    Oh mann – Piraten.

    Löst Euch doch endlich auf! Ihr seid unerträglich. Ihr seid geschmacklos. Ihr seid Intriganten. Ihr seid Autisten.

    Ihr seid KEINE POLITIKER.

    Also – schleicht Euch vom Hof und lasst die Erwachsenen den Saustall aufräumen!

  6. 6.

    Es ist wirklich verblüffend, ein einzelner Mann – Ponader – hat den Erfolg der Piraten in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit umgelenkt hat. Herr Ponader war absolut vorhersehbar ungeeignet für eine führende Position innerhalb einer Partei. Einen stolzen Berufshartzer in Badelatschen, der lieber um Spenden bettelt als gegen Entgelt Arbeiten zu gehen; man muss sich fragen, was die Piraten sich dabei eigentlich gedacht haben.

  7. 7.

    @ Zeit: Irgendwas stimmt mit der Kommentarfunktion in diesem Thread nicht. Keine Überschriften, keine Empfehlungen, keine Auflistung in der Historie etc.

  8. 8.

    Wer ist eigentlich “Johannes Ponader”?

    Generell haben die Piraten kluge Köpfe, die Entwicklungen auch gestalten und beeinflussen können. Aber nicht mit der schwachsinnigen Ideologie, die sich die Piraten auf die Fahne geschrieben haben.
    Wenn Menschen daran teilhaben, kann so etwas nicht klappen. Wenn Sie es merken und sich in das politische Geschäft einordnen, können Sie Dinge verändern. Wenn nicht, werden Sie als Lachnummer untergehen.

    • 7. Februar 2013 um 18:28 Uhr
    • Quas
  9. Kommentar zum Thema

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