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Landy schlägt zurück!

 

Sehr geehrter Herr Keßler,

ich habe eine Land Rover, Serie 3, Baujahr 1977, Benziner mit einem Zenith 361V-Vergaser (?) und 2,25 l Hubraum.
Die Laufleistung des Motors oder des Fahrzeug kenne ich nicht, aber es läuft für sein Alter recht ordentlich, verbraucht aber einbißchen Öl, vor allem nach dem Start, wenn der Motor noch kalt ist.
Es gibt nur ein Problem: Nach längerer Fahrt geht der Motor nur schlecht aus. Schalte ich die Zündung aus, so läuft der Motor einige Sekunden weiter, recht unwillig, bis er zum Stillstand kommt. Es sieht so aus, als ob das Gemisch im Motor von alleine zünden würde.
Liegt es an falschen Zündkerzen (Wärmeleitwert)? Oder an Ablagerungen in den Brennräumen des Motors? Oder „nur“ an falscher Motor- /Vergasereinstellung?
Was würden Sie als erstes tun? Ich möchte es selbst beheben und den Wagen nicht in eine Werkstatt abgeben, es ist schließlich ein Hobby.

Schöne Grüße
Gregor Grabski

Antwort vom Autopapst: 

Hallo Gregor,

Sie haben die Möglichen Ursachen für das „nachdieseln“ schon genannt, zwei weitere möchte ich noch hinzu fügen:Die falsche Kraftstoffqualität und ein defektes Leerlauf-Abschaltventil. Letzteres ist an den Zündstromkreis gekoppelt und schließt beim Ausschalten der Zündung den Spritnachschub ab. Prüfen kann man das am besten, wenn man bei eingeschalteter Zündung das Kabel am Abschaltventil abzieht und leicht an den Kontakt hält: Wenn es dann hörbar klackert, ist das Ventil in Ordnung.

Was tanken Sie denn? Der Lanrover braucht wenigstens Super, besser aber Super plus! Gerade ein alter Motor mit Ablagerungen im Brennraum ist auf hochklopffesten Kraftstoff angewiesen, auch wenn der sehr tuer ist. Ein Versuch mit Super plus wird sicher zu einer Besserung führen.

Kommen wir zu den weiteren möglichen Ursachen des Nachdieselns: Die Kerzen müßten die Bezeichnung W7 DC 0 tragen (wenn sie von Bosch sind; die Champions heißen N 79 Y, vergleichbares von Beru heißt 14-DU0 und NGK führt Landykerzen unter BP6-ES). Kerzen mit einem anderen Wärmewert könnten im Betrieb zu glühen beginnen und unverbrannte Kraftstoffreste im Brennraum auch ohne Zündfunken entzünden. Gleiches ist auch mit anderen „Glühquellen“ im Brennraum möglich, z. B. nachglühende Ablagerungen. Zum Schluß empfieht sich natürlich eine Überprüfung der Motoreinstellung, am einfachsten durch eine vorgezogene AU zu  bekommen. Das war´s eigentlich, jedenfalls theoretisch. Die Praxis müssen Sie jetzt übernehmen…..

Es grüßt DER AUTOPAPST