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Wechselintervalle: Wann & Warum?

 

Hallo,
wir haben Anfang Oktober 2005 einen neuen VW-Polo gekauft.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass die Inspektionen jetzt 
alle 2 Jahre stattfinden werden und auch das entsprechende Motoröl 
zum Nachfüllen gekauft, welches für das zweijährige Wartungsintervall 
vorgeschrieben wird, aber die Warnmeldung „Inspektion“ kommt jetzt 
nach bereits gut eineinhalb Jahren und nach etwa 20 000 gefahrenen 
Kilometern – was mich doch schon etwas verwundert. Denn wir waren 
weder in der Wüste noch an anderen ungastlichen Orten, aber 
vielleicht mag das Auto ja nicht, dass es überwiegend (geschätzte 
75%) im Stadtverkehr gefahren wird.
Erstaunt hat mich beim Anruf in der Werkstatt, dass man mich fragte, 
ob denn gleich die Bremsflüssigkeit mit gewechselt werden solle – 
dies sei alle 2 Jahre an der Reihe. Diese Information war für mich 
neu, und bei unseren vorherigen Autos war ein so häufiger Wechsel der 
Bremsflüssigkeit nach meiner Erinnerung nicht vorgesehen.
Verschwimmt da etwas in meiner Erinnerung, oder aber haben sich die 
Wechselintervalle für Bremsflüssigkeiten verkürzt (und die für den 
Ölwechsel verlängert)? Sind die Anforderungen an die Bremsflüssigkeit 
gestiegen, ist die Qualität eine andere oder wo liegt die Ursache?
Sind so häufige Wechsel der Bremsflüssigkeit überhaupt nötig?

Schon mal vielen Dank für die Antwort
Klaus Glorian

Antwort vom AUTOPAPST:

 

Hallo Klaus, ich möchte mit der Bremsflüssigkeits-Frage anfangen: Ein Wechselintervall von 2 Jahren war eigentlich schon immer die Regel, jedenfalls so lange ich Auto fahre. Allerdings wird die Qualität der Bremsflüssigkeit (Wassergehalt!) nicht während der Hauptuntersuchung geprüft, es gibt also keine Vorschrift über den Zustand bzw. ein Wechselintervall. Natürlich verdient die Werkstatt damit Geld, andererseits läßt sich der Wassergehalt der Bremsflüssigkeit auch messen bzw. mit gut – geht noch – schlecht beurteilen. Fragen Sie danach, und lassen Sie die Brühe erst dann wechseln, wenn der Wassergehalt zu hoch ist (der maximale prozentuale Anteil von H2O in der Flüssigkeit, den man noch tolerieren kann, ist mir im Augenblick nicht gegenwärtig…).

Das mit dem Öl ist völlig o.k.! 20.000 km ist bei Ihrem Auto ein Anhaltswert, der über- aber auch unterschritten werden kann. Stadtverkehr ist nach heutiger Lehrmeinung so ziemlich der verschleißintensivste Betriebszustand für einen Verbrennungsmotor; da ist ein verkürztes Ölwechselintervall auch aus Sicht des Technikers nicht nur möglich, sondern sogar empfehlenswert. Also: Tun Sie Ihrem Polo etwas gutes und gönnen Sie ihm eine neue Ölfüllung!