{"id":121,"date":"2006-02-15T10:14:10","date_gmt":"2006-02-15T08:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=121"},"modified":"2006-02-15T10:14:10","modified_gmt":"2006-02-15T08:14:10","slug":"berlinale-de-particulier-a-particulier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=121","title":{"rendered":"Berlinale: De particulier \u00e0 particulier"},"content":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein im wahrsten Sinne des Wortes phantastischer Film! Das Mittdrei\u00dfigerpaar Philippe und Marion aus Paris hat seine zwei Kinder zu den Gro\u00dfeltern gegeben und plant eine Reise nach Venedig. Doch auf einem Zubringerbahnhof f\u00e4llt ihnen die geheimnisvolle Tasche eines Syrers mit einem schwer leserlichen Namensschild (&#8222;Hotel Harabati?!&#8220;) in die H\u00e4nde, die voller Geld ist. Sie beschlie\u00dfen die Reise nicht zu unternehmen, erz\u00e4hlen aber allen Bekannten und Familienmitgliedern, sie h\u00e4tten die Reise doch gemacht. So weit, so linear.<\/p>\n<p>Doch dann bricht die Geschichte auseinander. Marion holt Fotos vom Entwickeln ab und stellt fest, dass unter ihre Aufnahmen auch Aufnahmen aus Venedig gemischt sind. Waren sie doch in Venedig? Zur gleichen Zeit glaubt Philippe \u00fcberall in der Stadt den geheimnisvollen Syrer zu sehen, dem die Tasche geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Es folgt eine schleichende Dekonstruktion der Protagonisten und eine Entfremdung beider voneinander, die daf\u00fcr sorgt, dass Marion sich mit den gemeinsamen Kindern zu Hause einigelt und Philippe sich mit einem j\u00fcdischen Operns\u00e4nger anfreundet. Doch pl\u00f6tzlich finden sie wieder zusammen &#8211; auf einem mysteri\u00f6sen Berg. Mehr m\u00f6chte ich nicht erz\u00e4hlen und mehr muss auch nicht erz\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Der Film ist ein tragisches und dabei oft ber\u00fcckend komisches Kaleidoskop, das in vielen Farben schimmert. An vielen Stellen br\u00f6ckeln die \u00dcberg\u00e4nge, wird vorher gezeigtes oder gesagtes revidiert, neu beleuchtet. Handelt es sich bei den Venedig-Fotos um eine schlichte Verwechslung? Schlie\u00dflich war der Fotoladen ziemlich unordentlich. Ebenso das gefundene Geld in der Tasche, es sieht zun\u00e4chst beeindruckend aus, entpuppt sich aber sp\u00e4ter als nahezu wertlos, da es sich um eine inflation\u00e4re W\u00e4hrung handelt. Oder die eingebettete Filmszene aus einer TV-Vorabendserie: Marion wird zun\u00e4chst gezeigt, als sie diese Szene nachvertont (sie ist Synchronsprecherin), was viel Komik hat. Sp\u00e4ter im Film &#8211; als das Paar vor\u00fcbergehend getrennt lebt &#8211; sieht Philippe ebendiese Szene beim abendlichen Herumzappen, h\u00f6rt die Stimme seiner Frau zu dem Gesicht einer amerikanischen C-Movie-Schauspielerin -und f\u00e4ngt an zu weinen.<\/p>\n<p>Gibt es eine Message? Nein, viele. Es wird gezeigt, dass es immer mehrere Wahrheiten gibt. Dass vieles im Leben mehrdeutig ist. Eindrucksvoll wird die Familie als Keimzelle sch\u00f6nster und grausamster Emotionen gezeigt. Es gibt unfassbar sch\u00f6ne, intime Szenen, als die Familie gegen die Au\u00dfenwelt zusammenr\u00fcckt. Es gibt die stetig als Basso Continuo mitlaufende Bedrohung durch den zunehmenden Terrorismus (ein vision\u00e4res Drehbuch, es entstand deutlich vor dem 11. September 2001). Es geht um das Geheimnis Beziehung und ihren stets m\u00f6glichen Wandel von Entfremdung zu tiefer Neubindung. Dieser Film hat mich sehr bewegt.<\/p>\n<p>Der Regisseur war anwesend, obwohl es sich um eine Wiederholung handelte &#8211; und obwohl es sein 40. Geburtstag war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein im wahrsten Sinne des Wortes phantastischer Film! Das Mittdrei\u00dfigerpaar Philippe und Marion aus Paris hat seine zwei Kinder zu den Gro\u00dfeltern gegeben und plant eine Reise nach Venedig. 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