{"id":25,"date":"2005-11-03T14:29:57","date_gmt":"2005-11-03T12:29:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=25"},"modified":"2005-11-03T14:29:57","modified_gmt":"2005-11-03T12:29:57","slug":"botox-to-go","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=25","title":{"rendered":"Botox to go"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, wie es in anderen St\u00e4dten aussieht, aber bei uns in Berlin treibt der to-go-Wahnsinn immer buntere Bl\u00fcten. Den Coffee to go finde ich ja noch ganz praktisch. Wenn man es morgens eilig hat und nicht mehr schafft, sich einen Espresso zu kochen und auch noch Milch aufzusch\u00e4umen. Oder wenn man den Filterkaffee im B\u00fcro nicht mehr ertragen kann.<br \/>\nIch habe ja auch grunds\u00e4tzlich gar nichts dagegen einzuwenden, dass man sich etwas im Vorbeigehen kaufen kann. Currywurst, D\u00f6ner und Co sind seit jeher zum Mitnehmen \u2013 und das ist auch gut so. Was ich nur nicht verstehe, ist, warum jetzt immer \u00fcberall ein \u201eto go\u201c draufgepappt wird. Dabei ist die Idee uralt. Die Verkaufsprofis gehen wohl davon aus, dass sich Waren und Dienstleistungen verkaufen wie warme Semmeln, wenn man sie nur mit einem Anglizismus versieht, durch den alte Kamellen brandneu und innovativ wirken sollen. Das hat zum Teil absurde Folgen.<br \/>\nNehmen wir zum Beispiel die Zeitung. Zeitungen kann man seit ihrer Erfindung im Vorbeigehen kaufen: beim Stra\u00dfenverk\u00e4ufer, am Kiosk oder aus der Zeitungsbox, dem \u201estummen Verk\u00e4ufer\u201c. Trotzdem wurde eine der neuen Kompakt-Zeitungen mit den Slogans \u201eEndlich \u2013 Zeitung to go!\u201c und \u201eerste Zeitung to go\u201c auf den Markt gebracht.<br \/>\nV\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig finde ich die \u201eCut and Go\u201c-Hinweise bei Friseuren. Nat\u00fcrlich gehe ich, nachdem mir die Haare geschnitten wurden. Was soll ich denn sonst machen? Was mit \u201eCut and Go\u201c eigentlich gemeint ist, ist ja, dass man nach dem Schnitt nicht mehr gef\u00f6hnt und frisiert wird \u2013 sondern es selbst machen muss. Wahrscheinlich schreiben die Friseure es deshalb auf Englisch, damit die Kunden nicht gleich merken, dass sie in einer Servicew\u00fcste gelandet sind. Man stelle sich vor, da st\u00fcnde \u201eSchneiden und Gehen\u201c. Klingt nicht so nett, oder?<br \/>\nLetztens kam ich in einer Seitenstra\u00dfe vom Ku\u2019damm, dem etwas angestaubten ehemaligen Zentrum West-Berlins, an einer gro\u00dfen Schaufensterfront vorbei. Ich geriet ins Stocken. Ich schaute zweimal hin \u2013 da stand doch wirklich in riesigen Lettern \u201eBotox to go\u201c auf der Ladenfront. Darunter: \u201eKommen Sie rein und lassen Sie sich behandeln!\u201c. Nein danke, dachte ich mir. Davon konnte mich auch die Beteuerung, dass es nur eine halbe Stunde dauern w\u00fcrde, nicht abbringen.<br \/>\nUnd selbst das eher bodenst\u00e4ndige Viertel Neuk\u00f6lln bleibt nicht vom to-go-Wahnsinn verschont. Neulich sah ich dort bei einem B\u00e4cker die Anpreisung: \u201eCoffee to go \u2013 jetzt auch zum Mitnehmen\u201c. Ich sag es ja, sie stiften nur Verwirrung, diese Anglizismen.<\/p>\n<p><em>Rana G\u00f6roglu<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, wie es in anderen St\u00e4dten aussieht, aber bei uns in Berlin treibt der to-go-Wahnsinn immer buntere Bl\u00fcten. Den Coffee to go finde ich ja noch ganz praktisch. Wenn man es morgens eilig hat und nicht mehr schafft, sich einen Espresso zu kochen und auch noch Milch aufzusch\u00e4umen. 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