{"id":263,"date":"2007-05-02T11:00:44","date_gmt":"2007-05-02T09:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=263"},"modified":"2007-05-02T11:00:44","modified_gmt":"2007-05-02T09:00:44","slug":"1-mai-alternativprogramm-ein-tag-in-der-niederlausitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=263","title":{"rendered":"1. Mai &#8211; Alternativprogramm &#8211; Ein Tag in der Niederlausitz"},"content":{"rendered":"<p>Man tr\u00e4gt in Calau das Velo aus dem Zug und folgt dem Radweg nach Ogrosen. Durch feinst duftende Kiefernw\u00e4lder geht es \u00fcber Altnau und Gahlen nach Ogrosen&#8230;<\/p>\n<p><img><\/p>\n<p>Dort wird unbedingt ein Abstecher ins <a href=\"http:\/\/www.gut-ogrosen.de\/\">Gut Ogrosen <\/a> empfohlen. Dort setzt man sich vor den Gutsladen in die pralle Sonne, um ein \u00e4u\u00dferst labendes Bier einzunehmen, w\u00e4hrend Ziegen und Schafe um einen herumm\u00e4hen und -h\u00e4hen. Nun hat man Betriebstemperatur, h\u00e4lt sich von der Ausfahrt des Gutshofs aus rechts und folgt der L52 bis ins \u00d6rtchen Casel. Zur rechten immer wieder Schilder &#8222;Betreten verboten &#8211; Lebensgefahr&#8220; &#8211; denn hier regierte zu DDR-Zeiten der Braunkohletagebau, der eine Wunde unfassbarer Gr\u00f6\u00dfe in die Landschaft geschlagen hat. Geheimnisvoll gluckerende Rohre liegen entlang der Stra\u00dfe, kommen aus dem Nichts und f\u00fchren ins Nichts. In Casel rechts die Greifenhainer Stra\u00dfe entlang in Richtung G\u00f6ritz. In G\u00f6ritz wiederum verschnaufen und durchatmen, denn nun beginnt eine ziemlich ekelhafte Steigung, die sich aber lohnt, denn sie f\u00fchrt bis zu einer Stelle, von der aus man das gesamte, ehemalige Tagebaugebiet betrachten kann.<\/p>\n<p><img><\/p>\n<p>Ein Krater, wie von einem gigantischen Meteoriten geschaffen, mit Kratersee, Stein, Schotter, Sand, und all dies in einer unbeschreiblichen Einsamkeit. Kein Mensch. Nirgendwo. Nun abw\u00e4rts &#8211; hui &#8211; hinab! 15% Gef\u00e4lle, immer den Schildern Richtung Pritzen folgen. In Pritzen wiederum keinesfalls den Radwegschildern folgen, sondern einfach geradeaus fahren, bis es nicht mehr weiter geht. Dort steht ein Schild &#8222;Altd\u00f6bern links&#8220;. Und genau diesen Weg nimmt man, er ist in keiner Landkarte eingezeichnet und f\u00fchrt einmal komplett um dieses Tagebaugebiet herum, aus n\u00e4chster N\u00e4he, man k\u00f6nnte sich jederzeit steile Abh\u00e4nge herunterkullern lassen, in den Kratersee plumpsen und nie wieder gefunden werden. Hier gibt es keinen Handyempfang, keinen Menschen, kein Tier, nur Sand, Wasser, Steine, mysteri\u00f6se Pumpanlagen, gluckernde Rohre und eine atemberaubende Portion Einsamkeit. Ich bin mehrmals beinahe umgekehrt, weil es gruselig war und ich nicht wusste, ob der Weg nach zwei Stunden Fahrt nicht einfach endet, aber ich kann beruhigen, er f\u00fchrt bis zu einer Stichstra\u00dfe, die einen nach Altd\u00f6bern f\u00fchrt, was hier gleichbedeutend mit Zivilisiation ist. In Altd\u00f6bern folgt man der Beschilderung nach Muckwar, f\u00e4hrt beinahe vollautomatisch in eine Gastwirtschaft hinein (Verwechslung ausgeschlossen, es gibt nur eine), wo der Wirt auch Montags um 15 Uhr den Herd anwirft, um ein astreines Schnitzel in Altbiersauce nebst frischem Spargel und Kartoffeln zuzubereiten. Danach gibt&#8217;s weder Caf\u00e9 Latte noch Macchiato, sondern einen herzigen, Niederlausitzer &#8222;Kaffe&#8220; mit 1a) B\u00fcchsenmilch.<\/p>\n<p><img><\/p>\n<p>Von Muckwar aus geht die L53\/L52 direkt zur\u00fcck nach Calau &#8211; durch Kleinst- und Miniaturortschaften, die nach DDR aussehen, aber nach einer sch\u00f6nen DDR, nach einer landwirtschaftlichen, bodenst\u00e4ndigen, unber\u00fchrten DDR &#8211; und nicht nach der kaputten Glatzen-Ex-DDR Brandenburgs. Selbst die garstigen Kastenlampen wirken hier beinah friedlich.<\/p>\n<p><img><\/p>\n<p>All dies ist eine Tour, die locker an einem Tag gefahren werden kann und lange in einem nachhallt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man tr\u00e4gt in Calau das Velo aus dem Zug und folgt dem Radweg nach Ogrosen. Durch feinst duftende Kiefernw\u00e4lder geht es \u00fcber Altnau und Gahlen nach Ogrosen&#8230; Dort wird unbedingt ein Abstecher ins Gut Ogrosen empfohlen. 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