{"id":357,"date":"2008-06-12T10:13:58","date_gmt":"2008-06-12T08:13:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=357"},"modified":"2008-06-12T10:13:58","modified_gmt":"2008-06-12T08:13:58","slug":"empfehlung-san-nicci-der-perfekte-italiener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=357","title":{"rendered":"Empfehlung: San Nicci &#8211; der perfekte Italiener"},"content":{"rendered":"<p>Gerade bei italienischen Restaurants hat man oft drei Extreme: a) die unglaublich netten und pers\u00f6nlichen Kiez-Italiener, in denen jeder bebrillte Gast mit &#8222;Dottore&#8220; angesprochen wird, bei denen das Essen aber eher durchschnittlich ist. b) die Pseudo-Italiener, die in ihren Hallen einen dumpf-achselh\u00f6hligen Geruch haben, auch gerne von Spaniern, Franzosen, Deutschen oder Arabern betrieben werden, ganzj\u00e4hrig Rabattsaison haben, Pizza mit vierfach K\u00e4se f\u00fcr 3 Euro anbieten und nur auf maximalen Durchsatz aus sind und c) die wirklich guten Italiener mit hervorragender K\u00fcche, in denen man aber h\u00e4ufig etwas blasiert bedient wird.<\/p>\n<p>Das San Nicci geh\u00f6rt in die Kategorie d). Es ist schlicht und einfach perfekt. Ein wundersch\u00f6ner Raum mit einer klassischen, riesigen Bar. Hervorragende Akustik, man kann sich bestens mit seinen Tischgenossen unterhalten und hat doch das Gef\u00fchl, Teil einer gr\u00f6\u00dferen Menge zu sein. Dezente, gut h\u00f6rbare, aber nie st\u00f6rende Musik. Au\u00dferordentlich bem\u00fchtes, lockeres, freundliches Personal, das auch Erstg\u00e4ste wie alte Bekannte begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Auf dem eingedeckten Tisch stehen kleine Sch\u00e4lchen mit bestem Oliven\u00f6l. Daneben eine Pfefferm\u00fchle und ein Reagenzglas mit Meersalzkristallen. Man salzt und pfeffert das \u00d6l und tunkt das hochfrisch gebackene Brot hinein, w\u00e4hrend man die Speisekarte studiert, die klug zusammengesetzt ist aus klassischen und modernen Variationen der italienischen K\u00fcche. Wir probierten als Vorspeise ein klassisches Vitello Tonnato, ein Tatar vom Biokalbsfilet mit Parmesant\u00f6rtchen und Tomatencanneloni und einen Salat von gr\u00fcnem und wei\u00dfem Spargel mit Granatapfel und Radicchio. Jede Speise ein Gedicht, perfekt abgeschmeckt, hochfrisch, sch\u00f6n pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Weiter!<\/p>\n<p>Als Hauptgang ein Kalbskotelett mit knusprigem Salbei. Optisch und geschmacklich pr\u00e4sentiert wie ein Rindersteak. Saftig, m\u00fcrb, gut. Die Kalbs-Saltimbocca waren grandios, mit einer w\u00fcrzigen Salbei-Note. Das M\u00fcritzlamm mit Flageolette-Bohnen und Knusperkartoffeln saftig mit rosa Kern. Allen Speisen gemeinsam ist eine au\u00dferordentlich saubere Abstimmung, Frische und auf-den-Punkt-Garung. Hierzu sei auch angemerkt, dass das Personal noch w\u00e4hrend der Vorspeise fragte, ob es danach sofort mit der Hauptspeise weitergehen solle oder ob wir eine Pause w\u00fcnschten.<\/p>\n<p>Das Essen klang aus mit T\u00f6rtchen von Ricotta und Waldmeister und einem lauwamen Schokoladenkuchen auf Orangenragout. Auch hier: wun-der-bar.<\/p>\n<p>Die Weine zum Essen waren perfekt temperiert und der Rotwein dekantiert. Auch hier alles zum Besten. Und zu guter Letzt gab es sogar &#8211; was man eigentlich nur vom Kiez-Italiener kennt &#8211; einen Limoncello auf Kosten des Hauses.<\/p>\n<p>Selten so angenehm und leichf\u00fc\u00dfig, trotzdem aber hochwertig und s\u00e4ttigend gegessen. Toll!<\/p>\n<p><strong><br \/>\nSan Nicci<br \/>\nFriedrichstr. 101<br \/>\n10117 Berlin<br \/>\nMo-So 10-24 Uhr<br \/>\nwww.san-nicci.de<br \/>\n(030) 306454980.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade bei italienischen Restaurants hat man oft drei Extreme: a) die unglaublich netten und pers\u00f6nlichen Kiez-Italiener, in denen jeder bebrillte Gast mit &#8222;Dottore&#8220; angesprochen wird, bei denen das Essen aber eher durchschnittlich ist. b) die Pseudo-Italiener, die in ihren Hallen einen dumpf-achselh\u00f6hligen Geruch haben, auch gerne von Spaniern, Franzosen, Deutschen oder Arabern betrieben werden, ganzj\u00e4hrig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[147],"tags":[],"class_list":["post-357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-restaurant-tipps"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Empfehlung: San Nicci - der perfekte Italiener - Berlin-Journal<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/berlinjournal\/?p=357\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Empfehlung: San Nicci - der perfekte Italiener - Berlin-Journal\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Gerade bei italienischen Restaurants hat man oft drei Extreme: a) die unglaublich netten und pers\u00f6nlichen Kiez-Italiener, in denen jeder bebrillte Gast mit &#8222;Dottore&#8220; 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