Die Entdeckung Europas

Liebe Freunde dieses Blogs,

heute gibt es eine Mitteilung in eigener Sache. Nach drei Jahren als Korrespondent in Brüssel war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen über die Höhen und Tiefen der Europäischen Union, wie ich sie erlebt habe.

So nicht, Europa! lautet der Titel des Buches, das soeben erschienen ist.

Die drei großen Fehler der EU, die ich darin nachzeichne, lauten:

1. Die EU regelt Kleines zu groß und Großes zu klein
2. Die EU regelt Weiches zu hart und Hartes zu weich
3. Die EU bewegt sich oben zu schnell und unten zu langsam

Vor allem aber wäre Europa nicht Europa, wenn es nicht seine Schwarmintelligenz nutzen würde. In diesem Sinne möchte ich allen Usern dieses Blogs danken, dass sie in den vergangenen Jahren mit ihrer Kritik, ihren Korrekturen und Anregungen dazu beigetragen, dieses Buch mit-entstehen zu lassen.

Selbstredend, dass trotzdem nicht jeder Leser mit meiner Analyse einverstanden sein wird. Aber, um aus dem Schlusskapitel zu zitieren:

„Selbst die europafreundlichsten unter ihnen werden erkennen, dass es, sobald es um handfeste Interessen geht, nicht mehr ausreicht, die EU als größtes und erfolgreichstes Friedensprojekt aller Zeiten zu preisen und den Rest einer Brüsseler Bürokratenherrschaft zu überlassen. Sie werden vielmehr feststellen, dass die EU keineswegs nur Gutes tut.

Andererseits werden die Euroskeptiker merken, dass sie Europa öfter und dringender brauchen, als sie bislang glaubten. Sie werden feststellen, dass der Nationalstaat vielleicht noch immer die beste Karosserie für Demokratie ist – aber eben nicht mehr immer das beste Werkzeug für die großen Räder einer verzahnten Welt.

Wenn das passiert, wenn Hartes hart behandelt wird, wenn das Große vom Kleinen getrennt und groß gespielt wird, und wenn die Bürger das Gefühl bekommen, bei all dem etwas mitzureden zu haben, kann daraus die Entdeckung Europas werden.“

In diesem Sinne freue mich, auch und gerade in diesem Forum, auf eine gewohnt kritische Bilanz-Debatte.

Der Ring ist eröffnet.