{"id":1069,"date":"2010-09-30T17:26:39","date_gmt":"2010-09-30T15:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/?p=1069"},"modified":"2010-09-30T17:26:39","modified_gmt":"2010-09-30T15:26:39","slug":"geert-wilders-retter-des-abendlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/2010\/09\/30\/geert-wilders-retter-des-abendlands_1069","title":{"rendered":"Geert Wilders, Retter des Abendlands"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der niederl\u00e4ndische Populist sieht sich als geistiges Oberhaupt einer globalen Allianz gegen den Islam. Am Wochenende tritt er in Berlin auf. Ein Reisebericht<\/strong><\/p>\n<p><em>Berlin\/New York\/Rotterdam<\/em><\/p>\n<p>Den Ort, an dem Geert Wilders in Berlin auftritt, wollen seine Gastgeber lieber nicht preisgeben. Nur gut 500 Interessenten, die sich f\u00fcr den Auftritt des niederl\u00e4ndischen Islamkritikers am 2. Oktober zuvor \u00fcbers Internet beworben haben, sollen ihn erfahren. \u201eViele werden wahrscheinlich gar nicht kommen k\u00f6nnen\u201c, bedauert Ren\u00e9 Stadtkewitz. Sicherheitsgr\u00fcnde, sagt er, muss man verstehen. Wilders, stets umgeben von Leibw\u00e4chtern, will einen Vortrag auf Deutsch halten und seinen Film \u201eFitna\u201c vorf\u00fchren, einen blutigen Extremistenschocker, der direkte Verbindungen zwischen Koran-Suren und Terrorismus herstellt. Unter anderem deswegen steht Wilders in Holland wegen Anstachelung zum Hass vor Gericht. Unter anderem deswegen ist seine Partij voor de Vrijheid (PVV) bei den Wahlen im Juni aber auch mit 24 von 150 Sitzen zur drittst\u00e4rksten Kraft im Haager Parlament aufgestiegen. Nach langen Verhandlungen haben Rechtsliberale und Christdemokraten diese Woche beschlossen, ihre Regierung von Wilders dulden zu lassen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Ren\u00e9 Stadtkewitz sitzt, in Schlips und Kragen, vor einer Teestube am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Gerade hat eine holl\u00e4ndische Filmcrew Aufnahmen von ihm im Kopftuch-Kietz geschossen. Der Mann wirkt siegesgewiss f\u00fcr einen, dessen politische Karriere vor wenigen Tagen beendet erschien. Am 7. September schloss die Berliner CDU den Stadtverordneten aus Pankow aus ihrer Fraktion aus. Landeschef Frank Henkel hatte ihn aufgefordert, die Einladung an Wilders zur\u00fcckzuziehen. Stadtkewitz weigerte sich und rief stattdessen seine eigene Partei aus. sagte er dort in Anspielung auf Thilo Sarrazin. Deshalb m\u00fcsse nicht nur die Einladung an Wilders bestehen bleiben. Deshalb m\u00fcsse auch eine neue Partei her. \u201eDie Freiheit\u201c haben Stadtekewitz und seine Mitstreiter, ein ebenfalls ehemaliger CDU-Politiker und ein Ex-Mitglied der Piratenpartei, sie getauft. Freiheit, weil sie es leid sind, \u201etatenlos mitanzusehen, wie einige durchs Land gejagt werden, nur weil sie den Finger in die Wunde legen.\u201c Der \u201eAnsturm\u201c, den er und seine Mitstreiter seither erleben, sei kaum zu bew\u00e4ltigen, sagt Stadtkewitz.<\/p>\n<p>Hat das Ph\u00e4nomen Wilders also auch anderswo Erfolgschancen? Wird Islamkritik so schick, dass sie mit eigenen Parteien in die b\u00fcrgerliche Mitte einbrechen kann? Entsteht gar in Deutschland der erste Ableger einer sich internationalisierenden, entgrenzenden Partij voor de Frijheid?<\/p>\n<p><strong>Ein H\u00e4ndler in Sachen Legitimit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Genau das hat Geert Wilders im Sinn. Der blondierte Hitzkopf will H\u00f6heres bewirken mit seiner Prominenz. Einem Reporter der Zeitung \u201eDe Telegraaf\u201c gab der 46j\u00e4hrige im Juli zu verstehen, dass er sich als spirituelles Oberhaupt einer Koalition betrachtet, die weit \u00fcber die Niederlande hinaus geht. Ende November, wenn das Gerichtsverfahren gegen ihn beendet sei, k\u00fcndigte er an, wolle er eine \u201eGeert Wilders Freiheits-Allianz\u201c ins Leben rufen. Er wolle sich dabei zun\u00e4chst auf f\u00fcnf L\u00e4nder konzentrieren, die Vereinigten Staaten, Kanada, Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Deutschland. \u201eAlle diese L\u00e4nder will ich in den kommenden Monaten besuchen und Reden halten.\u201c<\/p>\n<p>Dort wird er das sagen, womit er in Holland schon gesellschaftsf\u00e4hig geworden ist. Dass der Koran ebenso verboten werden m\u00fcsse wie Hitlers \u201eMein Kampf\u201c. Dass es keinen Unterschied gebe zwischen Islam und Islamismus, weil der Islam eine umfassende Gesellschaftsordnung predige. Um die Islamisierung des Westens zu stoppen, m\u00fcsse nun \u201emehr auf internationaler Ebene passieren.\u201c Nach seinem festen Tritt in Holland muss Wilders nach horizontaler Anerkennung nicht lange suchen. Allzu gerne lehnen sich Anti-Islamisten aus aller Welt an die Lichtfigur an. In den Niederlanden war Wilders ein \u201eH\u00e4ndler in Sachen Angst\u201c, wie der Schriftsteller Geert Mak es formuliert. Jetzt, nach der W\u00e4hlerweihe, wird er jenseits von Polderland ein H\u00e4ndler der Legitimit\u00e4t.\u00a0<\/p>\n<p>Wie wirkungsvoll er seinen Helden-Status strahlen l\u00e4sst, lie\u00df sich am 11. September in New York besichtigen. Hier, am Ground Zero, startete Wilders seine F\u00fcnf-L\u00e4nder-Tournee. Fast ein Jahrzehnt nach den Anschl\u00e4gen auf Amerika versammelten sie sich am Park Place im Manhattan; die Ungeduldigen, die Unverstandenen, die Zornigen und die politischen Inkorrekten, die w\u00e4hnen, den Mut zur Wahrheit besitzen und als Einzige die Schicksalsfrage unserer Zeit auszusprechen. \u201eTea Party Patriots\u201c, Feuerwehrleute, Irakkriegsveteranen, Zionisten, selbsternannte Freidenker und britische Rechtsradikale \u2013 all jene, die im Gegensatz zum politischen Establishment und den verhassten Mainstream-Medien glauben, nichts als die Wahrheit zu sagen.<\/p>\n<p>Ihre Wahrheit lautet, dass es, Schluss mit dem Appeasement!, sehr wohl einen Zusammenhang gibt zwischen dem Islam und der Verachtung der westlichen Lebensweise. Eben weil der Islam, so sehen sie, keine Religion wie jede andere ist, sondern weil er eine Ideologie mit sich herumschleift. \u201eWeil der Koran voll von Anstachelung zur Gewalt ist\u201c, so Wilders, fielen die Twin Towers, werden Frauen verst\u00fcmmelt, m\u00fcssen Mohammed-Karikaturisten um ihr Leben f\u00fcrchten und gibt es diese furchtbaren Probleme mit Migrantengangs in Europas Gro\u00dfst\u00e4dten. Ganz einfach.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wilders for President!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSo weit d\u00fcrfen wir es bei uns nicht kommen lassen\u201c, findet Bob Schmidt. Der 56 Jahre alte New Yorker hat sich mit seinem Schild \u201eWilders for President!\u201c in die erste Reihe vor dem Rednerpult gedr\u00e4ngt. \u201eDie meisten hier kennen Wilders nicht\u201c, sagt Schmidt, \u201eaber sie werden ihn kennen lernen.\u201c Schmidt hat Wilders Karriere \u00fcber das Internet verfolgt, und er ist beeindruckt von dem Mann, den keine Morddrohung schreckt. Er dreht sein Plakat herum. Auf die R\u00fcckseite hat er geschrieben, was wohl die meisten der Versammelten f\u00fcr sich in Anspruch nehmen: \u201eDas Wort Rassist zieht nicht mehr!\u201c<\/p>\n<p>Dieser 11. September 2010 also war der Startschuss, um ein bisher vor allem virtuelle Netz der Islamkritiker in die Echt-Welt zu ziehen. Eingeladen nach New York hatte Wilders eine Web-Sammelbewegung namens SIOA, Stop Islamization of America. Ihre Homepage ist gut vernetzt ist mit SIOE (Stop Islamization of Europe), welche ihrerseits \u00fcbersichtlich verlinkt auf die Seiten von Stop Islamization of Deutschland, \u00d6sterreich, Frankreich, Schweden, Belgien und der F\u00e4r\u00f6er-Inseln. Es gibt sie \u00fcberall, die Wilderisten.<\/p>\n<p>Ihre bisherige Haupterrungenschaft ist es, eine regelrechte Sub\u00f6ffentlichkeit zum traditionellen Mediendiskurs geschaffen zu haben. In Deutschland etwa ist es vor allem die Plattform \u201ePolitically Incorrect\u201c des ehemaligen Sportlehrers Stefan Herre, die Nachrichten, Filme und Termine \u201egegen die Islamisierung Europas\u201c b\u00fcndelt. Die Gesamtzahl der Seitenaufrufe liegt laut Eigenz\u00e4hlung bei knapp 108 Millionen, etwa 75 000 User tummeln sich demnach jeden Tag auf der Seite, die sich selbst als \u201egr\u00f6\u00dften Blog Europas\u201c bezeichnet. Mitte Juli empfing Geert Wilders Herre zusammen mit Ren\u00e9 Stadtekewitz in seinem B\u00fcro in Den Haag.\u00a0 \u201eWilders unterstrich in dem Gespr\u00e4ch die Bedeutung Deutschlands f\u00fcr die <em>Geert Wilders Allianz f\u00fcr die Freiheit<\/em>\u201c, berichtete \u201ePolitically Incorrect\u201c nach dem Besuch. Jetzt also Berlin.<\/p>\n<p>\u00a0\u201eDas Thema Internationalisierung haben wir noch gar nicht im Blick\u201c, wiegelt Ren\u00e9 Stadtkewitz ab. \u201eUnd wir werden auch bestimmt nicht mit Geert-Wilders-Fanschals dastehen, wenn er spricht. Wir wollen mit ihm reden. Kritisch reden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eine neue Avantgarde der Aufkl\u00e4rung?<\/strong><\/p>\n<p>Man muss den Anspruch dieser neuen Bewegung, recht eigentlich eine Avantgarde der Aufkl\u00e4rung zu sein, ernst nehmen, wenn man sie durchdringen und ihr begegnen will. Sie mitsamt den Le Pens und Haiders dieser Welt als Rechts-Populisten abzuhaken, greift zu kurz. Nat\u00fcrlich zieht der Schlachtruf \u201eIslam = B\u00f6ses\u201c, siehe die Sarrazin-Debatte, Dumpfheit und Ressentiment an. Aber Wilders und Stadtkewitz versichern, Rassisten weder zu sein noch sie in ihrer Bewegung zu dulden. \u201eWir sind keine Freunde jener Parteien und Politiker quer durch Europa, die mit uns Kontakt aufnehmen wollen\u201c, beteuert Wilders.<\/p>\n<p>Das mag aufrichtig gemeint sein, aber es bleibt ein bestenfalls naiver Anspruch, angesichts des ganz eigenen Extremismus, den diese neue Internationale produziert. Vielleicht nennt man ihn besten einen Absolutismus des Verdachts. Die Wilderisten verurteilen den Islam in der Tat v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, von welcher Rasse er \u2013 um in ihrem Bilde zu bleiben \u2013 Besitz ergriffen hat. Sie halten nicht den Menschen f\u00fcr unver\u00e4nderlich, sondern eine angeblich im Mittelalter zur\u00fcckgebliebene Weltanschauung. Sie werfen dem New Yorker Moscheegr\u00fcnder seinen Glauben genauso vor wie dem indonesischen Imam und dem t\u00fcrkischen Gem\u00fcseh\u00e4ndler. Sie w\u00fcrden, kurzum, am liebsten eine Religion einstampfen, der weltweit etwa 1,5 Milliarden Menschen angeh\u00f6ren \u2013 und in der durchaus gerade ein Kampf der Reformer gegen die Traditionalisten tobt. Aber Modernisierungsm\u00f6glichkeiten passen nicht ins Weltbild der Islamgegner. Die F\u00e4higkeit zur Selbstkritik sprechen sie dem Islam schlicht ab. Sie betrachten ihn eher als ansteckende Krankheit.<\/p>\n<p><strong>Die Religion verachten ohne die Gl\u00e4ubigen zu verachten?<\/strong><\/p>\n<p>In einem Interview mit dem australischen Nachrichtensender SBS sagte Geert Wilders, er lehne Immigration aus s\u00e4mtlichen muslimischen L\u00e4ndern ab, also aus allen Staaten, die mehrheitlich von Muslimen bewohnt seien.<\/p>\n<p>R\u00fcckfrage des Moderators: Auch die von Christen aus dem Libanon oder Juden aus \u00c4gypten?<\/p>\n<p>Antwort Wilders: Auch die, denn die Fakten bewiesen nun einmal, dass dort, wo die islamische Kultur dominiere, die Freiheit unterentwickelt sei. \u201eDer Islam\u201c, doziert Wilders, \u201eist eine gewaltt\u00e4tige Ideologie wie der Kommunismus und der Faschismus. Deswegen sollten wir ihn auch so behandeln. Sonst wird er uns eines Tages auffressen.\u201c<\/p>\n<p>Die Religion zu verachten ohne die Gl\u00e4ubigen zu verachten, das soll gehen? Aber nat\u00fcrlich, antwortet Ren\u00e9 Stadtkewitz. Schlie\u00dflich gebe es doch auch Muslime, die den Islam f\u00fcr seine \u201eideologischen Kompetenten\u201c kritisierten. Die meisten der Leute, die ihn kontaktieren, um Landesverb\u00e4nde in Baden-W\u00fcrttemberg, Schleswig-Holstein oder NRW zu gr\u00fcnden, seien CDU-Anh\u00e4nger, berichtet er. \u201eEs sind aber auch viele SPDler dabei, und eine Menge von der FDP. Das sollen alles Rechtsradikale sein?\u201c<\/p>\n<p>Aber was f\u00fcr eine Politik will \u201eDie Freiheit\u201c denn entwickeln? Eine neue Einwanderungspolitik, so viel ist zu erfahren, stellt sich der Gr\u00fcnder vor, wohl auch ein Burka-Verbot \u2013 aber worum es ihm eigentlich gehe, sagt Stadtkewitz, sei die Frage: \u201eWollen wir in 20, 30 Jahren immer noch dieselben Debatten \u00fcber Integration f\u00fchren, weil wir uns weiter in die Taschen l\u00fcgen, oder m\u00fcssen wir jetzt nicht endlich einmal etwas dagegen unternehmen, dass der Islam von Fanatikern dominiert wird?\u201c Eben diese Entwicklung, erz\u00e4hlt Stadtkewitz, habe er bei vielen Gespr\u00e4chen ausgemacht, die er in den Teestuben von Moabit, Neuk\u00f6lln und Kreuzberg gesucht habe. \u201eGerade die j\u00fcngeren Migranten waren kaum zu Gespr\u00e4chen bereit, sie waren einfach nur aggressiv. F\u00fcr viele Jugendliche ist es ein Nationalit\u00e4tenersatz, Moslem zu sein. Das kommt vom Einfluss falscher Imame. Unsere Gesellschaft ist anscheinend zu dumm, das zu erkennen.\u201c<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wie soll man sich denn als liberale Muslima Geh\u00f6r verschaffen?&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht ist sie nicht zu dumm, vielleicht pflegt sie einfach zu gern ein falsches Feindbild, und vielleicht ist es genau diese Lust, die viele Islamkritiker erhitzt, so wie es in ganz \u00e4hnlichen Milieus fr\u00fcher einmal der Anti-Kommunismus getan hat. Fatima Lamkharat glaubt, dass es so ist. Sie ist gl\u00e4ubige Muslima und Sozialarbeiterin in Rotterdam-Nord, einer Gegend, in der bis 90 Prozent der unter 24j\u00e4hrigen aus Migrantenfamilien stammen. Dort und in ihrem Nebenjob als Kommunalpolitikerin sp\u00fcrt die Sozialdemokratin die Wirkungen der \u201eanti-islamischen Welle\u201c, die Wilders ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Dabei stimmen ihre Erfahrungen zun\u00e4chst einmal mit denen von Stadtkewitz \u00fcberein. Gerade j\u00fcngere Muslime seien gepr\u00e4gt von radikalem religi\u00f6sem Gedankengut, das sie zum Teil aus den Moscheen, zum Teil aus dem Internet bez\u00f6gen. \u201eViele sind so engstirnig, dass sie mich fragen, ob es richtiger sei, mit wei\u00dfen oder mit schwarzen Socken zu beten. Und vielen sch\u00fctzen den Koran als Rechtfertigung f\u00fcr die Ungleichbehandlung von Frauen vor.\u201c Doch Lamkharat findet andere Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Flucht ins Anderssein. \u201eDas Gef\u00fchl, dazuzugeh\u00f6ren, ist einfach wichtig f\u00fcr die jungen Leute. Genau das verweigern ihnen Wilders und seine Anh\u00e4nger. Sie sto\u00dfen die Muslime immer wieder in genau die Ecke, aus der sie herauskommen wollen.\u201c<\/p>\n<p>Lamkharat selbst sei einmal von einem holl\u00e4ndischen Fernsehsender angerufen worden, erz\u00e4hlt sie. Es ging um einen Auftritt in einer Talkshow. \u201eAls der Redakteur mich fragte, ob ich ein Kopftuch trage und ich nein sagte, sagte er, sorry, aber dann k\u00f6nne er mich f\u00fcr die Runde nicht gebrauchen.\u201c Lamkharat zuckt mit den Schultern. \u201eWie soll man sich da Geh\u00f6r verschaffen als liberale Muslima?\u201c<\/p>\n<p><strong>&#8222;Raus! Raus! Raus!&#8220;, br\u00fcllt die Menge<\/strong><\/p>\n<p>In New York tritt Geert Wilders auf die Lastwagenb\u00fchne vorm Ground Zero. Er sieht vergn\u00fcgt aus, l\u00e4chelt, genie\u00dft den Moment, in dem die Kameras der Welt auf ihn gerichtet sind. \u201eNew York\u201c, sagt er, \u201eist auf holl\u00e4ndischer Toleranz gegr\u00fcndet\u201c, doch diese Toleranz gehe jetzt zu weit. \u201eDer Westen\u201c, sagt er unter Jubel der Menge und, \u201ehat niemals den Islam verletzt, bevor der Islam uns verletzt hat. Das muss aufh\u00f6ren!\u201c<\/p>\n<p>Wie furchtbar Recht der Aufwiegler mit diesem Satz hat, bekommt Wilders nicht mit. Kurz vor seinem Auftritt hat sich ein Moslem mit Strickkappe und Bart unter sein Publikum getraut. Er will, dass die Leute nicht \u00fcber, sondern mit dem Islam reden. Rufe dringen durchs Gew\u00fchl. \u201eRaus mit ihm! Raus mit ihm!\u201c Immer mehr stimmen ein. \u201eU-S-A, U-S-A\u201c, br\u00fcllen die Sprechch\u00f6re. Dann: \u201eRaus! Raus! Raus!\u201c Irgendwann gibt der junge Mann auf. Unter Hasstiraden und Fl\u00fcchen bahnt er sich seinen Weg hinaus in eine Seitenstra\u00dfe. Die Hand, in der er eben noch den Koran trug, hat er jetzt zur Faust gereckt. Dass in Berlin ein Aktionsb\u00fcndnis gegen Rechtspopulismus zur Wilders-Gegendemo aufgerufen hat, erscheint einem in solchen Momenten dann doch beruhigend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der niederl\u00e4ndische Populist sieht sich als geistiges Oberhaupt einer globalen Allianz gegen den Islam. Am Wochenende tritt er in Berlin auf. Ein Reisebericht Berlin\/New York\/Rotterdam Den Ort, an dem Geert Wilders in Berlin auftritt, wollen seine Gastgeber lieber nicht preisgeben. Nur gut 500 Interessenten, die sich f\u00fcr den Auftritt des niederl\u00e4ndischen Islamkritikers am 2. 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