{"id":960,"date":"2010-03-03T17:48:04","date_gmt":"2010-03-03T16:48:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/?p=960"},"modified":"2010-03-08T16:45:08","modified_gmt":"2010-03-08T15:45:08","slug":"haubitzen-statt-bambis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/2010\/03\/03\/haubitzen-statt-bambis_960","title":{"rendered":"Haubitzen statt Bambis"},"content":{"rendered":"<p><strong>In der Bundeswehr tobt ein Kampf der Generationen. So geht es nicht weiter mit den deutschen Streitkr\u00e4ften, r\u00e4umt das Verteidigungsministerium ein<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Ein Report<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWKundus03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-967\" title=\"BWKundus0\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWKundus03.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"337\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Besucherfoyer des Verteidigungsministeriums in Berlin steht ein goldenes Rehlein. Es ist ein Bambi, verliehen an die Bundeswehr in der Preiskategorie \u201eEngagement\u201c. Vor seiner Vitrine h\u00e4lt der Offizier aus der Abteilung \u00d6ffentlichkeitsarbeit gerne an, wenn er Touristengruppen durch den Bendlerblock f\u00fchrt. \u201eWir wurden damit ausgezeichnet f\u00fcr den Einsatz nach dem Tsunami 2005 in Indonesien\u201c, erkl\u00e4rt der freundliche Uniformierte. Wenn dann die Leute ihre K\u00f6pfe n\u00e4her ranr\u00fccken an das funkelnde Tierchen, f\u00fcgt er hinzu: \u201eEs ist nur etwas scheu, deswegen steht\u2019s hinter Glas.\u201c<\/p>\n<p>Gleich neben dem Bambi f\u00fchren zwei Fl\u00fcgelt\u00fcren in den Pressebriefing-Raum des Hauses. Hierher kann der Verteidigungsminister jederzeit die Hauptstadtjournalisten zusammentrommeln. \u201eMeist\u201c, sagt der Besucheroffizier mit pl\u00f6tzlich betretenem Gesicht, \u201epassiert das eher aus traurigem Anlass.\u201c Wenn deutsche Soldaten sterben und sterben lassen, eben. Kundus war so ein Fall. Da wollte das Bambi vorm Eingang so gar nicht mehr bambihaft gucken.<\/p>\n<p>Die Bundeswehr im Jahr 20 nach der Wiedervereinigung. Ideell h\u00e4ngen die deutschen Streitkr\u00e4fte noch am Wunschbild einer Armee, die nur aus den Kasernen ausr\u00fcckt, wenn das Gute lockt. Reell steht sie im Krieg.<\/p>\n<p>Seit 1990 ist der Personalbestand der bundesdeutschen Streitkr\u00e4fte trotz der Verschmelzung mit der Nationalen Volksarmee der Ex-DDR von 500 000 auf 240 000 abgeschmolzen, und mit der Schlankheitskur sind sie beweglicher geworden. Es ist eine Wandlung, welche die Armeen benachbarter Nachbarstaaten, vor allem in Osteuropa, ebenfalls durchmachen.<\/p>\n<p>Doch die Bundeswehr unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von allen anderen vergleichbaren Armeen, die dem Gefrierzustand des Kalten Krieges entwachsen. Ihre entscheidenden Lernerfahrungen sammelt sie nicht <em>aufgrund<\/em> politischer Entscheidungen, sondern <em>trotz<\/em> ihnen. In ihrer Fortentwicklung ist sie heute unten weiter als oben, sowohl psychologisch wie philosophisch. 15 Jahre Auslandseins\u00e4tze haben eine Generation von Offizieren hervorgebracht, deren Erfahrungswelt bisher kaum Entsprechung auf der Berliner Ministeretage fand.<\/p>\n<p>Es sind diejenigen M\u00e4nner und Frauen aus dem 37 000k\u00f6pfigen Offizierskorps, die oft das Wort \u201eIdealismus\u201c benutzen, wenn sie begr\u00fcnden, warum sie zu Berufssoldaten geworden sind. Ihre Wut w\u00e4chst.\u00a0Auf der anderen Seite steht eine Generation von Wehrbeamten, die sich an die eine Vergangenheit klammern, in der die Bundeswehr ein Leben in heimischer Gartenzaunidylle verhie\u00df. In weiten Teilen der Truppe herrscht eine Stimmung wie im Dampfkochtopf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWKundus1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-969\" title=\"BWKundus1\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWKundus1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"337\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0\u201eWas wir in den vergangenen Jahren im Ministerium erlebt haben, war fortgesetzte Wirklichkeitsverweigerung\u201c, sagt ein erfahrener Bundeswehrmann in einer ruhigen Minute in Kabul.<\/p>\n<p>\u201eAlles, was der Minister von sich gegeben hat, war doch ausgerichtet auf die deutsche \u00f6ffentliche Meinung\u201c, sagt einer im Nato-Hauptquartier in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p>\u201eEs war\u201c, sagt ein ranghoher Milit\u00e4r in Berlin, \u201eim Kabinett nicht opportun, die Dinge auszusprechen. Wir haben uns jahrelang etwas vorgemacht.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0\u201eAusschlie\u00dflich terroristische Taliban\u201c sagte Franz-Josef Jung, seien bei dem Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan am 4. September 2009 ums Leben gekommen.<\/p>\n<p>Der Bombardierungsbefehl des Oberst Klein war nicht nur die t\u00f6dlichste Order, den je ein Soldat in der Geschichte der Bundeswehr gegeben hat. Er k\u00f6nnte sich auch als Wendepunkt bundesdeutscher Verteidigungspolitik erweisen. Was bei Kundus geschah, darin stimmen viele Offiziere \u00fcberein, kam dem der H\u00f6hepunkt einer klassischen Tr\u00e4g\u00f6die gleich. Je krampfhafter das Verteidigungsministerium in den Jahren zuvor an dem Versuch festhielt, die Bundeswehr aus der Brutalit\u00e4t des Krieges herauszuhalten, desto unentrinnlicher versank sie darin.<\/p>\n<p>Wird Kundus tats\u00e4chlich zu einen\u00a0Wendepunkt in der deutschen Verteidigungspolitik? F\u00fchrt die Katastrophe dazu, dass die Ministeretage im Bendlerblock sich ehrlich macht \u00fcber die Kosten und Folgen, die Auslandseins\u00e4tze gegen Islamisten mit sich bringen?<\/p>\n<p>Die Bilanz der bisherigen Verdr\u00e4ngungsleistung jedenfalls ist eindrucksvoll.<\/p>\n<p>\u25cf 2006 kamen mehrere Bundeswehrsoldaten in Afghanistan durch Anschl\u00e4ge ums Leben. Verteidigungsminister Jung befahl daraufhin, dass die Truppe sich nur noch in gesch\u00fctzten Fahrzeugen durchs Land bewegen d\u00fcrfe. \u201eDas war die sicherste Methode, uns von der Bev\u00f6lkerung zu entfremden\u201c, sagt ein Praktiker des Einsatzes. \u201eGenau das Gegenteil w\u00e4re n\u00f6tig gewesen, um die Taliban zu bek\u00e4mpfen. Wir h\u00e4tten ran gehen m\u00fcssen an die Leute.\u201c<\/p>\n<p>\u25cf 2007 legte eine Gruppe Generale um den der ehemaligen Oberbefehlshaber der Afghanistan-Schutztruppe Isaf, Norbert van Heyst, im Bendlerblock einen Bilanz \u00fcber die Auslandseins\u00e4tze vor. Die Bundeswehr, so ihr Fazit, leide unter einem Mangel an koh\u00e4renter F\u00fchrung, fehlender strategischer Planung, bizarrer B\u00fcrokratie und politisch motivierter Kontrollwut des Berliner Ministeriums. Um die Eins\u00e4tze effizient f\u00fchren zu k\u00f6nnen, sei \u00bbeine in der Hierarchie des BMVg h\u00f6her angesiedelte Operationsabteilung\u00ab zu bilden. Statt die Vorschl\u00e4ge diskutieren zu lassen, wurde der Bericht als geheim eingestuft und weggeschlossen.<\/p>\n<p>\u25cf 2008 forderten Kommandeure in Afghanistan \u201eandere Wirkmittel\u201c an, unter anderem Bodenstreitkr\u00e4fte, Kampfhubschrauber vom Typ Tiger und die Panzerhaubitze 2000. Diese moderne Kanone k\u00f6nnte Raketenbeschuss aus den Bergen in die Feldlager mit zielgenauem Feuer erwidern. \u201eDieses Ger\u00e4t h\u00e4tte schon vor dem ersten Schuss abschreckende Wirkung auf die Taliban gehabt\u201c, sagt ein Mitte drei\u00dfig j\u00e4hriger Hauptmann, der in Kundus eingesetzt war. Andere Nationen, unter anderen die Franzosen, nutzen die deutsche Entwicklung. Allein, den Deutschen wurde die Haubitze nicht geliefert. Der Grund daf\u00fcr sei gewesen, sagt einer, dessen Hauptjob im Vorbringen entsprechender Anliegen bestand, \u201edass man keine falschen Signal nach Deutschland hinein senden wollte.\u201c<\/p>\n<p>\u25cf 2009 hielt Schwarz-Gelb im Koalitionsvertrag gegen jede milit\u00e4rische Vernunft an der Wehrpflicht fest. In der Praxis ist der (von 2011 an auf sechs Monate reduzierte) Zwangsdienst l\u00e4ngst mehr zur Last als zum Gewinn geworden. Die Ausbildung der Wehrpflichtigen bindet wertvolle Ressourcen \u2013 und erzeugt 50 000 Rekruten, die im Ausland nicht zu gebrauchen sind. \u201eEine Armee von 160 000 bis 180 000 Berufs- und Zeitsoldaten w\u00fcrde weniger kosten als die gegenw\u00e4rtige, zugleich aber einsatzf\u00e4higer sein\u201c, rechnete die regierungsnahe Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im Januar 2010 vor.<\/p>\n<p>Die Gefahren und Lasten, die mit dieser Beharrungspolitik verbunden sind, tragen die Soldaten jeden Tag in den Eins\u00e4tzen. Warum eigentlich regt sich in der Truppe keine Rebellion? \u201eWir sind ein Offiziercorps von Mitl\u00e4ufern\u201c, sagt ein Oberstleutnant, der seit langem frustriert ist vom tr\u00e4gen, b\u00fcrokratischen Apparat der Streitkr\u00e4fte. Defizite w\u00fcrden nicht nach oben geleitet, weil jeder Angst habe, f\u00fcr die M\u00e4ngel selbst verantwortlicht gemacht zu werden. Auf den G\u00e4ngen von Kasernen und im Ministerium w\u00fcrden kritische Gespr\u00e4che abgebrochen, sobald ein Vorgesetzter den Weg kreuze, best\u00e4tigen selbst ranghohe F\u00fchrungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>\u201eDas schweigsame Folgen aus den 30er und 40er Jahren macht sich heute wieder breit\u201c, urteilt ein Offizier harsch. Gerade wegen der Transformation habe sich in der Truppe eine verh\u00e4ngnisvolle \u201eGefallsucht\u201c breitgemacht \u2013 denn Einheiten, die Probleme zugeben, m\u00fcssten Angst haben, die n\u00e4chsten zu sein, die aufgel\u00f6st w\u00fcrden. Es herrsche eine Stimmung, sagt der Karriere-Offizier, wie im Baumarkt: \u201eGeht nicht gibt\u2019s nicht.\u201c<\/p>\n<p>In Afghanistan etwa m\u00fcssten die Soldaten heikelste Gefechtssituation ohne die erforderliche Ausr\u00fcstung bestehen, schildert ein Aussteiger. Marc Lindemann, 33, ein ehemaliger Nachrichtenoffizier, diente bis Ende 2009 im PRT Kundus. Eine Methode, die dort seit 2008 angewandt wird, um Taliban-Guerillas aufzusp\u00fcren, sei es, solange Patrouille durchs feindliche Gebiet zu fahren, bis der Gegner angreife. Allerdings, schreibt Lindemann in seinem gerade erschienen Buch \u201eUnter Beschuss\u201c (Econ 2010), verf\u00fcgten die Fahrzeuge des PRT Kundus \u201ebis heute weder \u00fcber eine Reaktivpanzerung, die einem gute Chancen einr\u00e4umt, den Treffer zu \u00fcberstehen, noch \u00fcber eine 30-Millimeter-Bordmaschinenkanone oder gar eine 120-Millimeter-Waffe, die wiederum die \u00dcberlebenschancen des Angreifers auf ein Minimum reduzieren. Unsere Soldaten m\u00fcssen diesen gef\u00e4hrlichen Auftrag mit ungeeigneten Dingos, Mungos und F\u00fcchsen durchf\u00fchren.\u201c In der Folge seien in den Monaten vor dem Luftangriff auf die Tanklaster vier Bundeswehrsoldaten bei solchen Patrouillenfahrten ums Leben gekommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWFeysabad1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-970\" title=\"BWFeysabad1\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWFeysabad1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"296\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch rechtlich sieht sich die Bundeswehr ungen\u00fcgend gepanzert f\u00fcr die raue Realit\u00e4t der Eins\u00e4tze. Laut der Einsatzregeln, die jeder Soldat auf einer Taschenkarte mit sich f\u00fchrt, darf erst geschossen werden, nachdem andere das Feuer er\u00f6ffnet haben. Zwar wurde die Taschenkarte im Sommer 2009 \u00fcberarbeitet \u2013 aber mehr als redaktionelle Ver\u00e4nderungen sind dabei nicht herausgekommen. Die Befugnisse der Bundeswehr bleiben noch immer hinter denen des Kapitels VII der UN-Charta (\u201eRobustes Mandat\u201c) zur\u00fcck, auf dessen Grundlage der Isaf-Einsatz legitimiert ist.<\/p>\n<p>Marc Lindemanns (dem\u00a0&#8222;Unter Beschuss&#8220;-Autor)\u00a0besonderer Zorn gilt dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan. Der Vier-Sterne-General sei es gewesen, \u201eder die immer h\u00e4ufiger aufkeimenden Forderungen nach st\u00e4rkeren Waffensystemen und Truppenaufstockungen abwiegelte und auf den ,zivilen Charakter\u2019 des Auftrags verwies.\u201c<\/p>\n<p>In der Tat, best\u00e4tigt ein ranghoher Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums auf diese Vorhaltung, sei ein \u201emilit\u00e4rischer Ratschlag, schweres Ger\u00e4t wie die Panzerhaubitze einzusetzen, bisher nicht erfolgt.\u201c<\/p>\n<p>Nach Kundus macht sich nun Ern\u00fcchterung breit im Bendlerbock. Die Fliegerbomben trafen auch den Faradayschen K\u00e4fig, der zum Schutz vor geladenen Nachrichten um das Ministerb\u00fcro herum errichtet worden war. \u201eEs war\u201c, sagt etwa r\u00fcckblickend ein ranghoher Ministeriumsvertreter, \u201evon Anfang an ein Webfehler, die Zahl der eingesetzten Soldaten in den einzelnen Regionen entlang parteipolitischer Schmerzgrenzen festgelegt zu haben statt entlang milit\u00e4rischer Erfordernisse.\u201c<\/p>\n<p>Trotz all dieser Unzul\u00e4nglichkeiten sahen es bisher offenbar viele Verantwortliche als ihre Aufgabe an, nach oben heile Welt vorzuspielen. Im Verteidigungsministerium h\u00e4tten unter Franz-Josef Jung Referenten h\u00e4ufig nur solche Berichte geschrieben, von denen sie wussten, dass sie der Spitze des Hauses gefallen w\u00fcrden. Kritische Stimmen, wie etwa die des deutschen Generals Egon Ramms, dem Leiter des Operations-Hauptquartiers der Nato in Brunssum (mit ihm folgt ein Interview an dieser Stelle), wurden nach Darstellung von Insidern systematisch abgeblockt. \u201eJung hat sich nie wohl gef\u00fchlt in seinem Amt\u201c, sagt ein General, der Zugang hatte, \u201eer war \u00fcberfordert und verkrampft und hat schwierige Fragen von sich weg gehalten, weil sie die psychologischen Schwierigkeiten nur vergr\u00f6\u00dfert h\u00e4tten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch habe den Eindruck, viele F\u00fchrungskr\u00e4fte wollen \u00fcberhaupt nicht sehen, was in der Armee los ist\u201c, sagt ein junger Offizier im Generalstab, der daran denkt, seine Bundeswehr-Karriere an den Nagel zu h\u00e4ngen. \u201eIhnen geht es nur darum, nach oben gut auszusehen, um blo\u00df nicht Opfer der n\u00e4chsten Sparrunde zu werden.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWFeysabad2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-972\" title=\"BWFeysabad2\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/bittner-blog\/files\/2010\/03\/BWFeysabad2.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"296\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Hoffnung auf eine Wende verk\u00f6rpert f\u00fcr viele Bundeswehrangeh\u00f6rige Karl-Theodor zu Guttenberg. Mit ihm k\u00f6nnte ein Minister an der Stauffenberg-Stra\u00dfe eingezogen sein, der seine erste Aufgabe nicht in der Selbstverteidigung sieht. Biographisch und intellektuell geh\u00f6rt der 38j\u00e4hrige zur Generation der neuen Realisten. Nichts anderes als die Wahrheit \u00fcber den Krieg zu sagen, das hat er sich denn auch gleich nach seinem Amtsantritt vorgenommen.<\/p>\n<p>Guttenbergs Staatssekret\u00e4r Christian Schmidt r\u00e4umt gegen\u00fcber der <em>ZEIT<\/em>\u00a0ein, der \u201eGenerationen- und Mentalit\u00e4tsbruch\u201c sei noch nicht genug verarbeitet. \u201eVielleicht\u201c, sagt er, \u201ehaben wir uns dem notwendigen Dialog nicht stark genug gestellt.\u201c Es m\u00fcsse darauf geachtet werden, \u201edass sich die Mentalit\u00e4ten nicht zu stark auseinander entwickeln zwischen den j\u00fcngeren Offizieren, die im Einsatz sozialisiert wurden und den Dienstposteninhabern zuhause.\u201c<\/p>\n<p>Bleibt die Frage: Wie viel Wahrheit kann der neue Minister der deutschen \u00d6ffentlichkeit zumuten? <em>Wollen<\/em> die Deutschen eine Armee von K\u00e4mpfern? <em>Wollen<\/em> sie ein Verteidigungsministerium, das nicht mehr f\u00fcr jede Truppenverst\u00e4rkung den Bundestag anrufen muss? <em>Wollen<\/em> sie einen Generalstab? Einer aus der neuen Realisten-Riege im Bendlerbock glaubt ja: \u201eIch habe den Eindruck, die Bev\u00f6lkerung ist schon weiter als wir im politischen Berlin.\u201c<\/p>\n<p><em>Fotos: Szenen aus Kundus und Feysabad, (c) BMVg<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bundeswehr tobt ein Kampf der Generationen. So geht es nicht weiter mit den deutschen Streitkr\u00e4ften, r\u00e4umt das Verteidigungsministerium ein Ein Report Im Besucherfoyer des Verteidigungsministeriums in Berlin steht ein goldenes Rehlein. Es ist ein Bambi, verliehen an die Bundeswehr in der Preiskategorie \u201eEngagement\u201c. 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