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China will eigenes Hollywood bauen

 

Chinas reichster Mann Wang Jianlin hatte schon immer ein Faible für Hollywood. Anfang 2012 kaufte er für zwei Milliarden Euro erst AMC Entertainment, die immerhin zweitgrößte Kinokette der USA. Vor wenigen Wochen erwarb er für 830 Millionen Euro den britischen Luxusjachten-Hersteller Sunseeker, bekannt für seine Motorboote in James-Bond-Filmen. Und jetzt will er sein eigenes Hollywood bauen – in China.

Für umgerechnet sechs Milliarden Euro will Wang in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao das größte Film- und Fernsehstudio der Welt errichten. Oriental Movie Metropolis soll der Komplex heißen. Auf dem 3,8 Millionen Quadratmeter großem Gelände plant er mit seinem Immobilienkonzern Dalian Wanda Gruppe nicht nur das weltweit einzige Unterwasserstudio, sondern auch ein Filmmuseum, einen Vergnügungspark, Hotels und ein Filmtheater mit mehr als 4.000 Sitzen. Erst vergangene Woche hat Wang Jianlin mit der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jährlich den Oscar vergibt, eine Vereinbarung zur Förderung des jährlichen Internationalen Filmfestivals in Qingdao abgeschlossen. Ab 2016 soll es zu Asiens wichtigstem Filmfest werden. Im Gegenzug spendete die Wanda-Gruppe dem Museum der Akademie 20 Millionen Dollar.

Dass es Wang ernst ist mit seinem chinesischen Hollywood, zeigt das Staraufgebot zur Grundsteinlegung: Leonardo Di Caprio reiste ebenso nach Qingdao wie John Travolta. Die Hafenstadt, die derzeit auch noch den weltgrößten Tiefseehafen plant, hat enge Beziehungen zu Deutschland, sie stand vor hundert Jahren für mehr als ein Jahrzehnt unter Hoheit des deutschen Kaisers. Hier hat Chinas inzwischen bekannteste Brauerei Tsingtao ihren Sitz. Die Altstadt könnte auch im Südharz stehen. Heute gehört die Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität in China.

Wang Jianlin, laut Hurun-Report mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Euro der wohlhabendste Chinese, führt eines der profitabelsten Immobilienunternehmen Chinas. Gleich 28 Fünfsterne-Hotels, 40 Kaufhäuser und 45 Karaoke-Zentren besitzt er allein in der Volksrepublik. Jetzt will er die Dalian Wanda Gruppe zum weltgrößten Unterhaltungskonzern machen. Gerade dem chinesischen Filmmarkt werden goldene Jahre vorausgesagt. Schon heute ist er nach den USA der zweitgrößte der Welt und soll, glaubt man der Unternehmensberatung Ernst & Young, jedes Jahr um 17 Prozent wachsen. Dann könnte China im Jahr 2020 die USA als weltgrößen Film- und Entertainmentmarkt abgelöst haben.

3 Kommentare

  1.   paulo

    einmal mehr wird china der welt vorleben, dass alles moeglich ist, wenn man will.

  2.   zimbo

    ja genau china zeigt uns was möglich ist. das ding ist doch ne totgeburt


  3. super, dann müssen wir bald nur noch nach china! besseres kino, mehr stars, günstigere filme? was dagegen spricht wird hier ganz gut zusammengefasst: http://interculturecapital.de/20-anzeichen-dass-man-schon-zu-lange-in-china-ist

 

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