{"id":2874,"date":"2015-02-16T09:35:43","date_gmt":"2015-02-16T08:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/china\/?p=2874"},"modified":"2015-02-16T10:30:47","modified_gmt":"2015-02-16T09:30:47","slug":"china-foerdert-urlaub-nordkorea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/china\/2015\/02\/16\/china-foerdert-urlaub-nordkorea\/","title":{"rendered":"China f\u00f6rdert Urlaub in Nordkorea"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Februar ist in China Hauptreisezeit. Zum traditionellen Fr\u00fchlingsfest nutzen viele zu Wohlstand gekommene Chinesen die freien Wochen, um sich in die Sonne Thailands zu legen. Oder sie fliegen auf Einkaufstour nach Europa oder in die USA. Doch Flugtickets sind seit Wochen rar oder \u00fcberteuert. Chinesische Reiseb\u00fcros und auch die Reiseteile der gro\u00dfen Zeitungen werben daher seit einiger Zeit f\u00fcr ein besonders &#8222;idyllisches Land&#8220;: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-02\/nordkorea-fs\">Nordkorea.<\/a><\/span><!--more--><\/p>\n<p>So sehr sich die letzte stalinistische Diktatur auch politisch und wirtschaftlich vom Rest der Welt abgeschottet hat, zumindest in einem Sektor will Nordkoreas F\u00fchrung das Land \u00f6ffnen: im Tourismus. Der seit zwei Jahren amtierende Machthaber Kim Jong Un hat das Ziel ausgegeben, 100.000 Besucher aus dem Ausland nach Nordkorea zu locken<span style=\"color: #000000;\"> \u2013 vor allem aus China. <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000010575613\/Abgeschottetes-Nordkorea-Publikumsmagnet-auf-Berner-Ferienmesse\">Aber auch dem Rest der Welt will Nordkorea sich als Feriendomizil anbieten.<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zumindest Peking kommt dem Bruderstaat entgegen. <\/span>Im ersten Halbjahr 2014 haben nach Angaben von Chinas staatlicher Tourismusbeh\u00f6rde bereits rund 30.000 Touristen die Grenze von China nach Nordkorea \u00fcberquert. Dieses Jahr sollen es im gleichen Zeitraum doppelt so viele werden.<\/p>\n<p>China versucht, das Grenzgebiet zu Nordkorea und Russland mit einer i<span style=\"color: #000000;\">nternationalen Tourismuszone attraktiver zu machen. Besucher sollen k\u00fcnftig ohne Visum Zugang zu dem Dreil\u00e4ndereck erhalten und dort auch zollfrei einkaufen k\u00f6nnen, berichtet<\/span> die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Regierungsvertreter. Der Gouverneur von Chinas nord\u00f6stlicher Provinz Jilin werde noch in diesem Jahr einen entsprechenden Entwurf f\u00fcr das Reisegebiet am Fluss Tumen entwerfen, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Langfristig soll die Tourismuszone auch von S\u00fcdkorea, Japan und der Mongolei per Auto, Bahn oder Flugzeug erreichbar sein. Der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von der nordchinesischen Provinzhaupstadt Shenyang bis zur Grenzstadt Hunchun ist quasi schon fertiggestellt. Sie soll irgendwann auch das 130\u00a0Kilometer entfernte Wladiwostok anbinden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aber auch Nordkorea ist kr\u00e4ftig am Investieren. Seit vergangenem Herbst bauen Tausende Soldaten an einem neuen Flughafen, wie auf Filmaufnahmen zu sehen ist, die das Staatsfernsehen des Landes regelm\u00e4\u00dfig ausstrahlt. Wie bei Gro\u00dfvorhaben in dem Land \u00fcblich, sind sie in einheitlicher olivfarbener Uniform gekleidet und verrichten sogar die Arbeiten weitgehend synchron. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Riesige Schilder weisen sie darauf hin, ihre Aufgaben in &#8222;Korea-Geschwindigkeit&#8220; auszu\u00fcben. Aus Lautsprechern dr\u00f6hnt dazu patriotische Musik. Der neue Flughafen soll nach nur einem Jahr Bauzeit bereits in diesem Sommer er\u00f6ffnen.<\/span><\/p>\n<p>Air China fliegt als derzeit einzige internationale Fluggesellschaft Pj\u00f6ngjangs alten Flughafen an. Aeroflot und China Southern Airlines hatten 2008 ihre Verbindungen mangels Auslastung eingestellt. Zumindest die chinesische Airline erw\u00e4gt, die Verbindung wieder aufzunehmen.<\/p>\n<p>Individualtourismus will Nordkoreas F\u00fchrung allerdings auch k\u00fcnftig nicht zulassen. Wer eigenh\u00e4ndig Pj\u00f6ngjang erkunden will, braucht eine spezielle Genehmigung der staatlichen Tourismusbeh\u00f6rde und wird dann auf Schritt und Tritt von einem extra zugewiesenen Fremdenf\u00fchrer begleitet. &#8222;Zur eigenen Sicherheit&#8220;, hei\u00dft es zur Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Die chinesischen Reiseanbieter machen derweil kr\u00e4ftig Werbung: <span style=\"color: #000000;\">Eine &#8222;Reise in die Vergangenheit&#8220; verspricht etwa ein Pekinger Anbieter f\u00fcr eine Pauschalreise. Zwar steht auf dem Programm auch die Besichtigung der alten K\u00f6nigspal\u00e4ste in\u00a0Kaes\u014fng und des nahe gelegenen Diamantgebirges mit seinen vielen smaragdgr\u00fcnen Bergseen. Auch ein Besuch im Geburtshaus des Staatsgr\u00fcnders und &#8222;ewigen F\u00fchrers&#8220; Kim Il Sung oder eine Fahrt mit &#8222;Einheimischen in der tiefsten U-Bahn der Welt&#8220; ist vorgesehen. Doch die Sehensw\u00fcrdigkeiten st\u00fcnden f\u00fcr die meisten chinesischen Mitreisenden nicht im Vordergrund, schreibt ein Reporter der <em>China Daily<\/em> in einem Reisebericht. <\/span>Viel mehr gen\u00f6ssen sie die Stille und die menschenleeren Stra\u00dfen \u2013 und st\u00fcnden auf die Nostalgie. Vieles am Stadtbild von Pj\u00f6ngjang erinnerte auch den Reporter an Peking vor 30 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Februar ist in China Hauptreisezeit. Zum traditionellen Fr\u00fchlingsfest nutzen viele zu Wohlstand gekommene Chinesen die freien Wochen, um sich in die Sonne Thailands zu legen. Oder sie fliegen auf Einkaufstour nach Europa oder in die USA. Doch Flugtickets sind seit Wochen rar oder \u00fcberteuert. 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