{"id":1479,"date":"2012-12-12T14:00:34","date_gmt":"2012-12-12T13:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/?p=1479"},"modified":"2012-12-12T14:00:34","modified_gmt":"2012-12-12T13:00:34","slug":"buchertipp-das-lese-ich-was-lesen-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/2012\/12\/12\/buchertipp-das-lese-ich-was-lesen-sie\/","title":{"rendered":"B\u00fcchertipp: Das lese ich, was lesen Sie?"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_1483\" aria-describedby=\"caption-attachment-1483\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1483\" title=\"Style: &quot;Agfa&quot;\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/brompton-360x540.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/brompton-360x540.jpg 360w, https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/brompton-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1483\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Cycle Style, Horst A. Friedrichs, Prestel Verlag<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die Auswahl ist gro\u00df: Der B\u00fcchermarkt versorgt Radfahrer mit einer Vielzahl an Ratgebern, Biographien, Reiseberichten und Romanen. Das erleichtert den Geschenkekauf f\u00fcr Weihnachten. Die unten beschriebenen B\u00fccher haben mir in den vergangenen Monaten besonders gut gefallen. Wie hei\u00dfen Ihre Favoriten und was macht sie zu diesen?<!--more--><br \/>\n<strong><br \/>\nVom Gl\u00fcck auf zwei R\u00e4dern<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;La petite reine&#8220;, kleine K\u00f6nigin, so nennen laut Robert Penn viele Franzosen ihr Fahrrad. Penn ist Brite, Journalist und Radfahrer. Seinen Alltag bestreitet er mit dem Fahrrad, genauer gesagt, mit f\u00fcnf R\u00e4dern. Dann fand er, es sei Zeit f\u00fcr seine <em>petite reine<\/em>.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1500\" aria-describedby=\"caption-attachment-1500\" style=\"width: 120px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-1500 \" title=\"Penn\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/Penn.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1500\" class=\"wp-caption-text\"> \u00a9 Tolkemitt Verlag<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Ein Rad, das ihn\u00a0\u2013 wie er sagt \u2013 in den kommenden Jahrzehnten begleiten sollte. Es sollte das beste Rad sein, das er sich leisten konnte, ein Rad, mit dem er alt werden wollte. Das konnte f\u00fcr ihn keins von der Stange sein. Im Gegenteil: Penn trieb den Begriff <em>custom-made<\/em> auf die Spitze. Er setze sein Traumrad nicht nur aus den nach seinem Befinden besten Komponenten der Welt zusammen, er holte sie auch selbst ab: den Rahmen in England, die Laufr\u00e4der in Kalifornien, den Lenkkopf in Portland, das Getriebe in Vicenza, den Lenker in Mailand und im deutschen Korbach die Reifen. Von dieser Reise, der Liebe zum Radfahren, von Komponenten und Geschichten rund ums Rad erz\u00e4hlt <em>Vom Gl\u00fcck auf zwei R\u00e4dern<\/em>.\u00a0 Manchmal wird Penn dabei etwas pathetisch. Velophile Leser verzeihen ihm das. Denn welcher Radfahrer tr\u00e4umt nicht davon, mit seinem Lieblingsrahmenbauer einmal fachsimpeln zu d\u00fcrfen?<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"0\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/qo2EodFXJPg\" width=\"420\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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F\u00fcnf Wochen lang, bei -40 bis -20\u00b0C, \u00fcber 1.000 Kilometer weit.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1501\" aria-describedby=\"caption-attachment-1501\" style=\"width: 120px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-1501  \" title=\"baikal\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/baikal.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1501\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Books on Demand<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Sehr anschaulich schildern sie in ihrem Buch <em>Schwarzes Eis &#8211; Mit Mountainbikes auf dem Baikalsee<\/em> ihre Erlebnisse. Wie etwa ihre erste Nacht auf dem Eis, in der sie kaum schlafen, weil die Knack- und Rei\u00dfger\u00e4usche des meterdicken Eises sie wach halten &#8222;Manchmal h\u00f6ren wir das Knacken eines Risses von weitem uns n\u00e4hern und f\u00f6rmlich unter uns dahin jagen. Zuerst ist es nur ein leichtes Knirschger\u00e4usch, das etwas an zwei aneinander reibende Glasscheiben erinnert &#8230; Pl\u00f6tzlich wird das Ger\u00e4usch so laut, dass es den Anschein hat, als \u00f6ffne sich genau unter uns die \u00fcber einen Meter dicke Eisplatte. Ein Ger\u00e4usch wie das explodierende Knallen eines Peitschenschlags.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben, das passt zu der Geschichte. Der Leser f\u00fchlt sich als stiller Begleiter der Reisenden, gew\u00f6hnt sich mit den beiden Fahrern an die eisigen Temperaturen, erlebt mit ihnen das m\u00fchsame Schieben der R\u00e4der, wenn sich Eisschollen auft\u00fcrmen und taucht mit ihnen ein in die Stille der Landschaft. Es ist ein sehr klares Buch, mit vielen n\u00fctzlichen Tipps f\u00fcr Radreisende, die in kalten Regionen unterwegs sind. Und es zeigt, dass moderne Abenteuer penible Planung voraussetzen, monatelange Vorbereitung und eine ausgefeilte Logistik.<em><\/em><\/p>\n<p><em>Andreas von He\u00dfberg und Waltraud Schulze: Schwarzes Eis &#8211; Mit Mountainbikes auf dem Baikalsee, Books on Demand 2012, 19,95 Euro<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Cycle Style<\/strong><\/p>\n<p>Das Fahrrad ist f\u00fcr viele Menschen ein erweitertes Lifestyle-Element, speziell in den Metropolen. Besonders eindrucksvoll illustrieren das die Fotos in dem Bildband von Horst A. Friedrichs. Der Fotograf lebt seit Jahren in London. Im Fr\u00fchjahr wurde sein Bildband <em>Cycle Style<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Seine Portr\u00e4ts repr\u00e4sentieren sicherlich nicht die Radfahrer der Hauptstadt. Eher vermitteln sie eine Idee von der Londoner Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Stilen, ihrem Hang zum Extrovertierten und zur Perfektion.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1482\" aria-describedby=\"caption-attachment-1482\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1482\" title=\"HF2614.tif\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/rose-360x540.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/rose-360x540.jpg 360w, https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/rose-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1482\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Cycle Style, Horst A. Friedrichs, Prestel Verlag<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>F\u00fcr Friedrichs&#8216; Protagonisten gibt es keinen Zufall und auch kein Vielleicht. Weder beim Outfit noch beim Rad. Beides ergibt eine Einheit. Das Fahrradschloss in der Hosentasche ist ebenso absichtlich zur Schau gestellt, wie die Armbanduhr und das Tattoo, dass auf dem Oberarm der Bikerin so sch\u00f6n strahlt. Der Bildband zeigt sie alle: Die Bike-Polo-Spieler, die Brompton- wie die Pashley-Fahrer, Tweedrun-Teilnehmer und viele andere Vintage-Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Das Buch kommt bis auf das Vorwort ohne Text aus. Und das ist auch gut so. Denn niemand will wirklich wissen, in welchem B\u00fcro die Frau mit dem Rosentattoo auf dem Arm arbeitet oder was den Brompton-Fahrer umtreibt. Die Fotos sind fl\u00fcchtige Momente \u2013 jedes f\u00fcr sich ein kurzer perfekter Augenblick.<\/p>\n<p><em>Horst A. Friedrichs: Cycle Style, Prestel Verlag 2012, 24,95 Euro<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Albina und das Fahrrad<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt wenig Fahrradromane. <em>Albina und das Fahrrad<\/em> ist so einer, etwas betagt, daf\u00fcr nicht minder humorvoll und eine Liebeserkl\u00e4rung ans Radfahren. Dabei beginnt die Geschichte etwas beh\u00e4big. Aber sp\u00e4testens nach 30 Seiten legt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Dann begleitet man die junge Amerikanerin und Rennrad-Novizin Albina mit ihrem deutlich \u00e4lteren Mentor und dessen Freunden auf diverse Ausfahrten durch die franz\u00f6sische Bergwelt. Der Humorist und Drehbuchautor Jacques Faizant hat das Buch 1968 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1494\" aria-describedby=\"caption-attachment-1494\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1494\" title=\"662\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/662.gif\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"162\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1494\" class=\"wp-caption-text\"> \u00a9 Covadonga Verlag<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Faizant, selbst leidenschaftlicher Radfahrer, kannte die Marotten seiner Spezies sehr genau und spie\u00dft sie freundlich in seinem Buch auf. Ebenso verf\u00e4hrt er mit den Velo-Phoben \u2013 von denen es damals wohl mehr gab als heute. Sie be\u00e4ugten misstrauisch die M\u00e4nner auf ihren schmalen Reifen und wussten nicht so recht mit ihnen umzugehen. Hoteliers gaben den Radreisenden ihre schlechtesten Zimmer, Polizisten ma\u00dfregelten die Rennradler f\u00fcrs Freih\u00e4ndig fahren und Werkstattbesitzer wollten R\u00e4der ohne Motor nicht reparieren. Zwischen vielen kleinen Episoden lernt Albina pedalieren, mehr noch, sie mausert sich zum ebenb\u00fcrtigen Mitglied der Truppe. <em>Albina und das Fahrrad<\/em> ist eine Liebeserkl\u00e4rung ans Radfahren, an pedalierende Frauen und die Sch\u00f6nheit der Sprache.<\/p>\n<p>J<em>acques Faizant: Albina und das Fahrrad, Aus dem Franz\u00f6sischen von Una Pfau, Covadonga Verlag, 2011, 12,80 Euro<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\nL\u00f6tzsch\u00a0 &#8211; Der lange Weg eines Jahrhunderttalents<\/strong><\/p>\n<p>Schlicht und eindringlich schildert Philipp K\u00f6ster in der Biographie <em>L\u00f6tzsch\u00a0 &#8211; Der lange Weg eines Jahrhunderttalents<\/em> die Geschichte des jungen DDR-Sportlers. Weil sein Cousin in den Westen floh, wurde Wolfgang L\u00f6tzsch als junger Fahrer kurz vor den Olympischen Spielen 1972 in M\u00fcnchen aus dem Kader der DDR-Nationalmannschaft aussortiert. Er sollte nicht mehr fahren, vergessen werden, bevor er richtig bekannt war. Aber L\u00f6tzsch lie\u00df sich nicht &#8222;ausdelegieren&#8220;. Er wollte Radfahren und das so gut, dass die Funktion\u00e4re nicht an ihm vorbeikamen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1495\" aria-describedby=\"caption-attachment-1495\" style=\"width: 112px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1495\" title=\"723\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2012\/12\/723.gif\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"159\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1495\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Covadonga Verlag<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>\u00dcber mentale St\u00e4rke sprach damals noch niemand. Aber L\u00f6tzsch vereinte mentale St\u00e4rke und ein immenses Talent. H\u00e4tten sie ihn gelassen, h\u00e4tte er f\u00fcr die DDR mit Sicherheit viele Siege eingefahren. Aber solange er sich weigerte, in die Stasi einzutreten, bekam er keine Fahrerlaubnis. Dennoch war er kein politischer Mensch. Er wollte Radfahren und gewinnen. Das tat er. Obwohl er auf bedeutend schlechterem Material unterwegs war, br\u00fcskierte er die F\u00fchrungsriege und lie\u00df seine ehemaligen Sportkollegen aus dem Nationalkader bei Rennen hinter sich. Das Buch ist kein literarisches Meisterwerk, aber eine sehr empfehlenswerte Lekt\u00fcre nicht nur f\u00fcr Sportler.<\/p>\n<p><em>Philipp K\u00f6ster: L\u00f6tzsch &#8211; Der lange Weg eines Jahrhunderttalents, erweiterte Neuauflage, Covadonga Verlag 2012, 19,80 Euro<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswahl ist gro\u00df: Der B\u00fcchermarkt versorgt Radfahrer mit einer Vielzahl an Ratgebern, Biographien, Reiseberichten und Romanen. Das erleichtert den Geschenkekauf f\u00fcr Weihnachten. Die unten beschriebenen B\u00fccher haben mir in den vergangenen Monaten besonders gut gefallen. 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