{"id":2131,"date":"2013-03-11T10:27:47","date_gmt":"2013-03-11T09:27:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/?p=2131"},"modified":"2013-03-11T10:27:47","modified_gmt":"2013-03-11T09:27:47","slug":"barcelona-by-bike-entspannt-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/2013\/03\/11\/barcelona-by-bike-entspannt-unterwegs\/","title":{"rendered":"Barcelona by bike &#8211; entspannt unterwegs"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_2145\" aria-describedby=\"caption-attachment-2145\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-2145 \" alt=\"\u00a9 Reidl\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3020198.jpg\" width=\"540\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3020198.jpg 640w, https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3020198-540x405.jpg 540w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2145\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Reidl<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Der Radweg hat etwas Erhabenes. Auf dem eben asphaltierten Streifen rollt man leicht bergab, geradewegs auf den Arc de Triomf zu, die kleine Schwester des Triumphbogens in Paris. Mit R\u00fcckenwind f\u00e4hrt es sich fast von allein.<\/p>\n<p>Wir radeln die Passeig de Sant Joan hinunter. Eine der Hauptstra\u00dfen in Barcelona, die, w\u00fcrde man sie lassen, schnurstracks ins Mittelmeer f\u00fchrte. Eine sch\u00f6ne Route, die unser Stadtf\u00fchrer f\u00fcr uns gew\u00e4hlt hat. Mit einer Einschr\u00e4nkung: Wir m\u00fcssen fast an jeder Fahrradampel stoppen. Jetzt ist es bereits die dritte \u2013 und das nach wenigen hundert Metern. Wenn wir nicht st\u00e4ndig anhalten wollen, m\u00fcssen wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit eindeutig steigern. <!--more--><\/p>\n<p>Aber das verschieben wir auf morgen, wenn wir allein durch Barcelona radeln. Heute machen wir eine Stadtf\u00fchrung per Fahrrad. Die werden in Kataloniens Hauptstadt immer beliebter. Allerdings sind sie sehr vom Wetter abh\u00e4ngig &#8211; und das ist an diesem ersten M\u00e4rztag erstaunlich mies. Es st\u00fcrmt, au\u00dferdem ist Regen angek\u00fcndigt. Deshalb sitzt unser Stadtf\u00fchrer Marc in schwarzer Regenhose und -jacke auf seinem roten Fahrrad. Der Katalane arbeitet f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.biketoursbarcelona.com\/de\/\" target=\"_blank\">Bike Tours Barcelona<\/a>, eine von etwa 20 <a href=\"http:\/\/www.info-barcelona.com\/barcelona\/fahrrad-bike-mieten-ausleihen.php\" target=\"_blank\">Fahrradvermietungen<\/a>, die R\u00e4der f\u00fcr Touristen anbieten.<\/p>\n<p>Wer hier wohnt, braucht das nicht. Der kann viel g\u00fcnstiger eines der etwa 5.500 Bicing-Stadtr\u00e4der benutzen.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2146\" aria-describedby=\"caption-attachment-2146\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2146\" alt=\"\u00a9 Reidl\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3030254.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3030254.jpg 640w, https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3030254-540x405.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2146\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Reidl<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Barcelona macht es seinen Bewohnern leicht, aufs Rad zu steigen. Im Stadtzentrum soll sich alle 300 bis 400 Meter eine Bicing-Verleihstation befinden. Das glaube ich sofort. Wir haben unsere Wohnung im Viertel El Poble Sec kaum verlassen, als wir schon auf die erste Bicing-Station sto\u00dfen. Die Standortanzeige verweist auf f\u00fcnf weitere in der N\u00e4he. Das Netz aus 420 Stationen ist unglaublich dicht. Zum Vergleich: Hamburg hat mit 1,8 Millionen Menschen \u00e4hnlich viele Einwohner wie Barcelona (1,6 Millionen), aber nur 1.650 R\u00e4der an 123 Stationen.<\/p>\n<p>&#8222;Radfahren wird seit f\u00fcnf Jahren immer beliebter&#8220;, sagt Marc. Fr\u00fcher seien nur wenige Stadtbewohner per Velo unterwegs gewesen. Aber seit die Radrouten kontinuierlich ausgebaut werden, radeln immer mehr Einheimische durch die Stadt. Am 1. M\u00e4rz waren es, trotz des Wetters, an einer zentralen Touristenroute um die Mittagszeit rund 370. Normalerweise sind es an einem durchschnittlichen Tag um die 3.000, insgesamt im Jahr etwa 175.000.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2132\" aria-describedby=\"caption-attachment-2132\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2132\" alt=\"Eine Radfahrer-Z\u00e4hlstation in Barcelonas Zentrum \u00a9 Reidl\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3010038_2.jpg\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3010038_2.jpg 480w, https:\/\/blog.zeit.de\/fahrrad\/files\/2013\/03\/P3010038_2-405x540.jpg 405w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2132\" class=\"wp-caption-text\">Die Anzeige der Radfahrer-Z\u00e4hlstation in Barcelonas Zentrum zeigt an oberster Stelle die Anzahl der Radfahrer, die diesen Platz an diesem\u00a0 Tag bereits passiert haben (ciclistes avui). Darunter steht die Uhrzeit. Ganz unten erkennt man vage die Zahl der Radfahrer, die in diesem Jahr bereits an dieser Stelle vorbeigeradelt sind.\u00a0 Die Messung erfolgt \u00fcber eine Induktionsschleife im Boden. \u00a9 Reidl<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Dank Marc erfahren wir einiges \u00fcber die Gepflogenheiten in der Stadt. Auf dem Fahrrad zu telefonieren oder w\u00e4hrend des Pedelierens Musik per Kopfh\u00f6rer zu h\u00f6ren, wird teuer. Ihn hat das schon einmal 200 Euro gekostet. Dagegen sind die Polizisten sehr entspannt, wenn Radfahrer B\u00fcrgersteige benutzen. Eigentlich soll man, wie Marc sagt, drei Meter Abstand zu Fu\u00dfg\u00e4ngern einhalten, aber das ist kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich bilde das Schlusslicht unserer Vierergruppe. Die etwa einen Meter breite Radspur wirkt zwar relativ schmal, aber die Lage in der Mitte der Fahrbahn und der Gr\u00fcnstreifen als Trennlinie zum Autoverkehr lassen den Radfahrer dennoch sehr sicher f\u00fchlen. Die Radspur endet allerdings teilweise unvermittelt. Dann radelt man von der Fahrradspur in der Fahrbahnmitte mit den Fu\u00dfg\u00e4ngern zur n\u00e4chsten Ampel und teilt sich fahrend oder schiebend den B\u00fcrgersteig bis zur n\u00e4chsten Radspur.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich langsam \u00fcber den B\u00fcrgersteig den anderen hinterher rolle, warte ich geradezu darauf, von den Fu\u00dfg\u00e4ngern angemault zu werden. Verstehen k\u00f6nnte ich es. Was habe ich mit einem Fahrrad auf diesem schmalen Fu\u00dfweg zu suchen \u2013 au\u00dfer dass ich meine Gruppe nicht verlieren will. Als mir zwei Polizisten entgegen kommen, will ich instinktiv aus dem Sattel springen. V\u00f6llig unn\u00f6tig. Die beiden l\u00e4cheln sogar.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt sind die Katalanen sehr entspannt, wenn man an ihnen vorbeif\u00e4hrt, um zum n\u00e4chsten Radweg zu gelangen. Dieses Einvernehmen, dass einer auf den anderen achtet, w\u00fcrde vielen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dtern gut zu Gesicht stehen. Allerdings frage ich mich, wie das in Barcelona im Sommer aussieht, wenn mehr Menschen mit R\u00e4dern unterwegs sind.<\/p>\n<p>Drei Stunden fahren wir per Rad durch die Altstadt, machen eine Stippvisite zum Strand, fahren von dort zur ber\u00fchmten Kirche Sagrada Fam\u00edlia und machen einige Abstecher durch diverse Parks. Anschlie\u00dfend bin ich beeindruckt, wie diese dicht besiedelte Stadt daran arbeitet, ihren Radfahrern Platz im Stadtzentrum zu schaffen. Der insgesamt sehr positive Eindruck relativiert sich allerdings etwas am n\u00e4chsten Tag \u2013 als wir allein auf zwei E-Bikes die Stadt erkunden.<\/p>\n<p><em>\u00a0Andrea Reidl wird in drei Teilen \u00fcber Fahrradl\u00e4den und Radfahren in Barcelona berichten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Radweg hat etwas Erhabenes. Auf dem eben asphaltierten Streifen rollt man leicht bergab, geradewegs auf den Arc de Triomf zu, die kleine Schwester des Triumphbogens in Paris. 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