{"id":1608,"date":"2015-05-28T10:29:59","date_gmt":"2015-05-28T08:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=1608"},"modified":"2015-05-28T12:12:15","modified_gmt":"2015-05-28T10:12:15","slug":"koeln-stadtarchiv-einsturz-geltinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2015\/05\/28\/koeln-stadtarchiv-einsturz-geltinger\/","title":{"rendered":"Der Riss im Urvertrauen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nirgendwo f\u00fchlen wir uns so sicher wie in unseren eigenen vier W\u00e4nden. Was, wenn diese Sicherheit por\u00f6s wird? In K\u00f6ln ist der Alptraum des St\u00fcrzens immerzu pr\u00e4sent.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_1707\" aria-describedby=\"caption-attachment-1707\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2015\/05\/koeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1707 size-full\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2015\/05\/koeln.jpg\" alt=\"Der Alptraum \u2013 ein Sturz\" width=\"580\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2015\/05\/koeln.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2015\/05\/koeln-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1707\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Vladimir Rys\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Es ist eines jener L\u00f6cher, die sich sonst nur in Alptr\u00e4umen auftun. Eben noch gehe ich \u00fcber eine Stra\u00dfe, \u00f6ffne in meiner Wohnung eine T\u00fcr, sitze schreibend an meinem Tisch, denn nur beim Schreiben, wenn ein Wort das n\u00e4chste ergibt, st\u00fcrze ich \u00e4hnlich unvermittelt von einer Welt in die andere wie in einem Traum. Pl\u00f6tzlich rei\u00dft unter meinen F\u00fc\u00dfen der Boden auf. Die Stra\u00dfe versinkt in einem Krater, hinter der T\u00fcr rutscht das Zimmer in die Tiefe, der gerade begonnene Satz bricht ab und markiert mit dem Wort, das ich nicht mehr vollenden werde, den Zeitpunkt meines Verstummens.<\/p>\n<p>Der freie Fall ist vielleicht deshalb oft H\u00f6he- und Endpunkt eines Alptraums, weil er den totalen Verlust der Kontrolle bedeutet \u2013 \u00fcber den K\u00f6rper und die Umwelt, \u00fcber die Sprache und \u00fcber sich selbst. Wenn es einem Menschen den Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegzieht, meinen wir mit diesem Sprachbild meist seinen durch einen unvermittelten Bruch in seinem Leben ausgel\u00f6sten Sturz in eine pers\u00f6nliche Krise, den j\u00e4hen Einbruch des Unwahrscheinlichen in das allt\u00e4gliche, mehr oder weniger sicher gew\u00e4hnte Leben. Eine durch h\u00f6here Gewalt ausgel\u00f6ste Katastrophe, der pl\u00f6tzliche Verlust eines geliebten Menschen, die eigene Wohnung, die man von einer Minute auf die andere verlassen muss. <!--more-->Das Unwahrscheinliche aber ist das dunkle Herz jedes Alptraums, aus ihm heraus verzweigen sich die Angsttunnel. Ein schwarzes Loch tut sich auf. Die Astronomie bezeichnet mit dem Begriff ein charakteristisches Raumgebiet, das eine solch hohe Gravitation aufweist, dass Materie nur hineinfallen, nicht aber wieder hinausgelangen kann. Auch elektromagnetische Wellen werden absorbiert \u2013 das Lebenslicht eines Menschen, der in ein schwarzes Loch f\u00e4llt, flackert, verd\u00e4mmert, erlischt. Der Nachthimmel, der in den Anrufungen derer, die dem Universum ihr Leben anvertrauen, die Tr\u00e4ume besch\u00fctzen soll, \u00f6ffnet sich zum Schlund. Doch selten st\u00fcrzt ein Mensch, den ein schwarzes Loch verschluckt, tats\u00e4chlich von einer Sekunde auf die andere in den Tod, und am Ende des freien Falls in meinem Alptraum steht meist das Erwachen, der t\u00f6dliche Aufprall ist zugleich die R\u00fcckkehr ins Leben.<\/p>\n<p><strong>Staub und Sirenengeheul<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Khalil und Kevin, die beiden jungen M\u00e4nner, die beim Einsturz des K\u00f6lner Stadtarchivs am 3. M\u00e4rz 2009 ums Leben kamen, gab es diesen Aufprall nicht. Um 13 Uhr 58 neigt sich der Magazintrakt des Geb\u00e4udes nach vorn. Durch einen pl\u00f6tzlichen Wassereinbruch in der benachbarten U-Bahn-Baugrube der geplanten Nord-S\u00fcd-Bahn wird der Grund des Stadtarchivs untersp\u00fclt. Das Geb\u00e4ude sackt in den Krater, der dem Archiv den Boden entzieht. Es rei\u00dft das n\u00f6rdlich angrenzende Wohnhaus mit sich und begr\u00e4bt Khalil und Kevin, die in ihren Wohnungen vielleicht gerade von einem Zimmer ins andere gegangen sind, an ihrem Schreibtisch gearbeitet oder einfach getr\u00e4umt haben, unter Tr\u00fcmmern und Schutt. Am Haus, das sich s\u00fcdlich anschlie\u00dft, brechen die Au\u00dfenwand und gro\u00dfe Teile der Wohnbereiche weg, binnen weniger Sekunden klaffen im Zuhause der Bewohner, in ihrem Leben riesige L\u00f6cher. Staub und Sirenengeheul dringen herein, Blicke, die Stadt.<\/p>\n<p>An kaum einem anderen Ort bewegt sich ein Mensch so sicher und voller Vertrauen in die Stabilit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t seines Umfelds wie in seinem eigenen Zuhause. Gleichzeitig sind meine G\u00e4nge nirgends so ungesch\u00fctzt und angreifbar wie in meiner Wohnung \u2013 in Gedanken versunken, einem Tagtraum nachh\u00e4ngend oder mit den Augen in einem Buch gehe ich von Zimmer zu Zimmer, schlampig gekleidet oder ungeduscht, manchmal sogar nackt, wissend, dass niemand mich sieht und der Boden mich tr\u00e4gt. Nirgends \u00fcberdenke ich meinen n\u00e4chsten Schritt so wenig wie auf dem Weg vom Z\u00e4hneputzen ins Bett, bei der Arbeit am Schreibtisch \u00fcberlasse ich mich der Selbstvergessenheit und dem unaufhaltsamen Fortschreiten der Zeit, im unverbr\u00fcchlichen Glauben daran, dass ein Wort das n\u00e4chste ergibt, der Satz, der sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht, nicht abrei\u00dft. Meine Worte sind der Kitt f\u00fcr die Spalten und Risse, die meine Wahrnehmung der Welt durchziehen, oder ist es die Welt, die best\u00e4ndig L\u00f6cher in mein Denken und F\u00fchlen sprengt, jedes Wort ein Grund, der nur notd\u00fcrftig tr\u00e4gt. Wird es in seiner Verwundbarkeit von der Wirklichkeit unterminiert, verbogen und schlie\u00dflich zerbrochen, breitet sich das schwarze Loch in Sekundenschnelle aus, wie in jenem Alptraum des freien Falls, den ich nirgendwo sonst so geborgen tr\u00e4ume wie in meinen eigenen vier W\u00e4nden. Im blinden Glauben, dass die Mauern mich von den Abgr\u00fcnden des Unwahrscheinlichen abschirmen, vertraue ich mein Leben zwischen Schreibtisch und Bett der Stadt an, in der ich lebe, lege mein Schicksal in die H\u00e4nde ihrer B\u00fcrgermeister, Stadtplaner und Architekten und hoffe, dass sie mir auf diesen wenigen Quadratmetern, in meinem pers\u00f6nlichsten und intimsten Lebensraum, nicht den Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegziehen.<\/p>\n<p><strong>Leidenschaftlicher Anspruch auf Wahrheit<\/strong><\/p>\n<p>Die Setzrisse, die im Dezember 2008 ohne die n\u00f6tigen Folgema\u00dfnahmen am Archivgeb\u00e4ude festgestellt wurden, l\u00e4ngst haben sie auch die Worte befallen \u2013 von den Verwerfungen der Spekulationen, Schuldzuweisungen und Polemiken sind sie por\u00f6s geworden, doppelb\u00f6dig, hohl. Am Bauzaun, der die Einsturzgrube absichert, hat die Initiative ArchivKomplex, ein Zusammenschluss von K\u00fcnstlern, Architekten, Autoren und engagierten B\u00fcrgern, 24 Tafeln angebracht, die das Drama des 3. M\u00e4rz 2009 von den ersten Rissen im Fundament \u00fcber den Einsturz bis zur heutigen Suche nach den Ursachen erz\u00e4hlen, ein Ringen um Beweise, Zahlen und Fakten, die den Verursacher der Katastrophe in die Verantwortung nehmen k\u00f6nnten, damit der tr\u00fcbe, von Algen und Schlingpflanzen wie von Opheliahaar durchwaberte T\u00fcmpel der Traurigkeit, der sich auf dem Grund des Kraters gebildet hat, nicht irgendwann umkippt zu einem Sumpf des Vergessens. Einige Meter vom Bauzaun entfernt h\u00e4ngen weitere vier Tafeln, auf denen die K\u00f6lner Verkehrsbetriebe den Einsturz und seine Folgen dokumentieren.<\/p>\n<p>Obwohl beide Darstellungen objektiv die gleichen Tatsachen, Zahlen und Daten verhandeln, sp\u00fcre ich beim Lesen die Diskrepanz in der Sprache, leichte Verschiebungen im Wortlaut, mehr f\u00fchl- als h\u00f6rbar, ein subkutanes Knirschen, aus dem der Riss entsteht \u2013 hier die Ohnmacht und Wut der B\u00fcrger und die Sensibilit\u00e4t der K\u00fcnstler mit ihrem leidenschaftlichen Anspruch auf Wahrheit, dort der konziliante und bereits leicht historisierende Ton eines st\u00e4dtischen Betriebs, der mit seinen beauftragten Baufirmen schwer an den Folgen zu tragen haben k\u00f6nnte, sollte die Wahrheit, f\u00fcr deren Erforschung extra ein sogenanntes Besichtigungsbauwerk f\u00fcr Experten und Gutachter in die Baugrube eingelassen wurde, einmal aus dem Schlamm geborgen und zum Belastungsmaterial werden.<\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Stadtanzeiger indes fl\u00fcchtet sich bei der Berichterstattung \u00fcber das verh\u00e4ngnisvolle Loch, das sich bei den U-Bahn-Bauarbeiten in der Schlitzwand aufgetan und den Einsturz des Stadtarchivs verursacht haben soll, in den neutralen Konjunktiv, der sich alle M\u00f6glichkeiten offen h\u00e4lt: <em>Sollte sich das bewahrheiten, k\u00f6nnte dies ein weiterer Hinweis sein, dass hier die Hauptursache f\u00fcr das Ungl\u00fcck zu finden ist. <\/em> Die Wahrscheinlichkeitsform ist ein Weg, sprachliche Macht \u00fcber das Unvorstellbare zu erlangen, das die Worte, je mehr sich beim Graben nach dem entscheidenden Riss anh\u00e4ufen, um so gef\u00e4hrlicher aush\u00f6hlt.<\/p>\n<p><strong>Geistesgegenw\u00e4rtiger Haustechniker<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem Tod von Khalil und Kevin, f\u00fcr die die Stadt K\u00f6ln zu jedem Jahrestag der Katastrophe immerhin zwei Blumenkr\u00e4nze an der Ungl\u00fccksstelle niederlegt \u2013 rote Gerbera und wei\u00dfe Margeriten in den Farben des K\u00f6lner Wappens \u2013 , geht dieser Riss durch die Grundfeste eines Urvertrauens, auf dem nicht nur mein Selbstverst\u00e4ndnis als K\u00f6lner B\u00fcrger und mein Alltag als Schriftsteller baut, sondern jedes Lebensgeb\u00e4ude mehr oder weniger sicher steht \u2013 oder stehen sollte; kein Mensch kann dauerhaft mit der alptraumhaften Vorstellung leben, dass sich jeden Moment der Boden unter seinen F\u00fc\u00dfen auftut.<\/p>\n<p>Seit jedoch die Mitarbeiter und Besucher des Stadtarchivs am 3. M\u00e4rz 2009 genau diesen Alptraum nur \u00fcberlebt haben, weil ein geistesgegenw\u00e4rtiger Haustechniker und eine Lesesaalaufsichtskraft gerade noch rechtzeitig die Risse an der Geb\u00e4udefuge zwischen Archivmagazin und B\u00fcrotrakt entdeckten und verd\u00e4chtige Ger\u00e4usche vernahmen, <em>Ger\u00e4usche, die ich in meinem Leben noch nie geh\u00f6rt habe und hoffentlich nie wieder h\u00f6ren werde, <\/em>wie mir neulich beim Zigarettenkauf die Besitzerin des Kiosks auf der Severinstra\u00dfe erz\u00e4hlte, die an jenem Tag von dem unwahrscheinlichsten aller Alltagsger\u00e4usche aus ihrem Laden getrieben wurde, nach drau\u00dfen rannte und inmitten von Staub, Splittern und Schreien vor einem Abgrund stand \u2013<\/p>\n<p>Seit ich wei\u00df, dass meine t\u00e4glichen Wege durch die Stadt \u00fcber unw\u00e4gbaren Boden f\u00fchren, vielleicht nicht faktisch, denn K\u00f6lns Stra\u00dfen, zwar durchl\u00f6chert von weiteren U-Bahn-Gruben, Sch\u00e4chten f\u00fcr Kanalarbeiten und anderen von Absperrgittern schlampig gesicherten Kl\u00fcften, tragen jeden meiner Schritte, allerdings auf einem Grund, den das kollektive Trauma, das die Bewohner der Severinstra\u00dfe erlitten, bis ins tiefste Innere ihrer Tr\u00e4ume ersch\u00fcttert hat, sodass ich meine G\u00e4nge kreuz und quer durch die Stadt nun auf Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen erledige, die am Rand meines Blickfelds, dort, wo die Wirklichkeit mit den \u00c4ngsten und dem Irrationalen verschwimmt, br\u00fcchig geworden sind von zahllosen Spalten und Schr\u00fcnden, aus denen der Untergrund glotzt \u2013<\/p>\n<p><strong>Zertr\u00fcmmerte Gesichter<\/strong><\/p>\n<p>Seit einige Meter von meiner Wohnung entfernt der Tunnel f\u00fcr eine U-Bahn gegraben wird, deren Notwendigkeit von den Kritikern stark angezweifelt wird, da die Bauarbeiten an der neuen Linie mit ihrem Ziel einer Zeitersparnis von nur acht Minuten auf dem Weg von der Endhaltestelle Marktstra\u00dfe im K\u00f6lner S\u00fcden zum Hauptbahnhof wichtige, verkehrs- und menschenreiche Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze wie den Heumarkt, die Severinstra\u00dfe, den Chlodwigplatz und die Bonner Stra\u00dfe unterw\u00fchlen, auch mehrere historische und \u2013 im Gegensatz zum K\u00f6lner Stadtarchiv \u2013 schon bei der Planung der U-Bahn von den Architekten als besonders sch\u00fctzenswert eingestufte Geb\u00e4ude wie das Rathaus und die Kirche St. Maria im Kapitol mit ihrer zweifl\u00fcgeligen romanischen Holzt\u00fcr aus dem 11. Jahrhundert, einer der kunsthistorisch bedeutendsten komplett erhaltenen Holzt\u00fcren, die sich aber nun, in diesem Alptraum, auf das tiefe Loch des neu er\u00f6ffneten U-Bahnhofs Heumarkt \u00f6ffnet, der mit seinen drei Ebenen aus Glas, Stein und Stahl einer unterirdischen Kathedrale gleicht, von deren blanken Spiegelw\u00e4nden die zertr\u00fcmmerten Gesichter von Khalil und Kevin zu mir heraufstarren \u2013<\/p>\n<p>Seit der 44 Meter hohe Turm der Kirche St. Johann-Baptist sich durch die Untertunnelung steiler als berechnet zur Severinstra\u00dfe neigte, was dem Menetekel, dem eine gro\u00dfr\u00e4umige Evakuierung folgte, in der Presse bald den Namen des &#8222;schiefen Turms von K\u00f6ln&#8220; verlieh, der mit einer speziellen St\u00fctzvorrichtung vorm Abbruch bewahrt werden musste und der Welt das wohl einmalige Bild eines mit einem Eisengest\u00e4nge am eigenen als unersch\u00fctterlich geglaubten Gotteshaus festgeketteten Kirchturms lieferte, gefolgt von anderen K\u00f6lner Possen wie der des wackelnden, vielleicht auch vom Zorn Gottes \u00fcber die von wem auch immer zu verantwortende Pfuscherei im U-Bahn-Loch erzitternden K\u00f6lner Doms, aus dessen Fassade, zockelt die j\u00fcngst in Betrieb genommene Stadtbahn auf der F\u00fcnfhundert-Meter-Teilstrecke zwischen Hauptbahnhof und Heumarkt unter der Kathedrale hin und her, ganze Gesteinsbrocken brechen, sodass den K\u00f6lnern die Todesgefahr nun nicht nur von unten, sondern auch aus den luftigen und heiligen H\u00f6hen ihres meistgeliebten und im Karneval meistbesungenen Bauwerks droht, das mir und allen anderen \u00fcber die Domplatte torkelnden und vom n\u00e4chsten K\u00f6lsch tr\u00e4umenden Jecken mit gotischen Klinkern die Sch\u00e4del einschl\u00e4gt &#8212;<\/p>\n<p>Seit ich<\/p>\n<p>mein Haus nicht mehr<\/p>\n<p>verlasse ohne dass ein Unbehagen<\/p>\n<p>meinen Blick in die Tiefe zieht, steht \u00fcber jedem<\/p>\n<p>Schritt, den ich tue, jedem Traum, den ich<\/p>\n<p>tr\u00e4ume und jedem Wort, das ich<\/p>\n<p>schreibe, K\u00f6lns dunkler<\/p>\n<p>Stern.<\/p>\n<p>_________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? 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Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universit\u00e4t fu\u0308r Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule fu\u0308r Medien in K\u00f6ln. Sein Deb\u00fctroman \\\"Mensch Engel\\\" erschien 2008, 2013 ver\u00f6ffentlichte er seinen zweiten Roman \\\"Moor\\\" im Suhrkamp-Verlag. Gunther Geltinger erhielt zahlreiche Stipendien, 2013 wurde er mit dem F\u00f6rderpreis des Landes NRW f\u00fcr Literatur ausgezeichnet. 2015 wohnt und arbeitet er als Preistr\u00e4ger des Stipendiums des Internationalen K\u00fcnstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/gunther-geltinger\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Der Alptraum \u2013 ein Sturz","description":"Was, wenn die Sicherheit der eigenen vier W\u00e4nde por\u00f6s wird? 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Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universit\u00e4t fu\u0308r Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule fu\u0308r Medien in K\u00f6ln. Sein Deb\u00fctroman \"Mensch Engel\" erschien 2008, 2013 ver\u00f6ffentlichte er seinen zweiten Roman \"Moor\" im Suhrkamp-Verlag. Gunther Geltinger erhielt zahlreiche Stipendien, 2013 wurde er mit dem F\u00f6rderpreis des Landes NRW f\u00fcr Literatur ausgezeichnet. 2015 wohnt und arbeitet er als Preistr\u00e4ger des Stipendiums des Internationalen K\u00fcnstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/gunther-geltinger\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1029"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1608"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1716,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1608\/revisions\/1716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}