{"id":2220,"date":"2015-08-28T06:00:50","date_gmt":"2015-08-28T04:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=2220"},"modified":"2015-09-14T09:22:32","modified_gmt":"2015-09-14T07:22:32","slug":"sylt-ruegen-geltinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2015\/08\/28\/sylt-ruegen-geltinger\/","title":{"rendered":"Die Saugpumpen schl\u00fcrfen wie Seeungeheuer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sylt und R\u00fcgen locken den Urlauber genauso wie den K\u00fcnstler. Aber mitunter liegen Inseltraum und Frustrationsraum auch sehr nah beieinander.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2255\" aria-describedby=\"caption-attachment-2255\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2015\/08\/sylt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2255 size-full\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2015\/08\/sylt.jpg\" alt=\"Sylt: Die Saugpumpen schl\u00fcrfen wie Seeungeheuer\" width=\"580\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2015\/08\/sylt.jpg 580w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2015\/08\/sylt-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2255\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Patrik Stollarz\/AFP\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wenn Inseln \u00fcberhaupt jemandem geh\u00f6ren, dann dem Meer, den Fischern und den K\u00fcnstlern. Mag das Schaffen Letzterer noch so anders sein, etwas vereint beide: die Unbehaustheit, in der sie einen gro\u00dfen Teil ihres Lebens verbringen. Sind die einen auf offener See t\u00e4glich den Launen der Natur ausgesetzt \u2013 Unwettern, der fortw\u00e4hrenden Umw\u00e4lzung des Meeresgrunds und dem nie g\u00e4nzlich ergr\u00fcndeten Geheimnis der Fischz\u00fcge \u2013, wissen die anderen oft nicht, was der n\u00e4chste Tag, die n\u00e4chste Stunde ihrer Arbeit bringen.<!--more--><\/p>\n<p>Was f\u00fcr den K\u00fcnstler die &#8222;Inspiration&#8220; ist \u2013 ein ideales Zusammenspiel von Innenraum und Au\u00dfenwelt, Idee und Wirklichkeit \u2013, beschert dem Fischer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort einen guten Fang. Er muss das Meer kennen wie kein anderer und sich gleichzeitig auf seinen Instinkt verlassen k\u00f6nnen, \u00e4hnlich wie der K\u00fcnstler, der sich bei seinem Vorhaben auf unbekanntes oder gef\u00e4hrliches Terrain wagt. Auf den richtigen Moment kommt es an, von Kairos geschenkte Zeit. In der mythologischen Ikonographie hat der Gott des g\u00fcnstigen Augenblicks gefl\u00fcgelte Fersen und eine Balkenwaage in der Hand; die eine Schale sinkt unterm Fingerzeig der Gottheit, die um die Fl\u00fcchtigkeit des Gl\u00fccks wei\u00df, bereits ab.<\/p>\n<p>Die Insel ist f\u00fcr den Fischer und den K\u00fcnstler Flucht- und Ausgangspunkt zugleich, ein Ort, der ein Zuhause bietet und Identit\u00e4t stiftet \u2013 nach der Arbeit mit einer unkalkulierbaren, sich st\u00e4ndig verformenden Materie kehren beide auf sie zur\u00fcck \u2013 der Fischer zu seiner Familie, der K\u00fcnstler zu sich selbst. &#8222;Wir lieben Inseln, weil sie die einzige geografische Formation sind, die unserer Isolation und Individualit\u00e4t entspricht&#8220;, schreibt der <a href=\"http:\/\/www.gksh.net\/de\/arbeiten\/raum-klangkomposition-auswahl\/i-land\/\">Klangk\u00fcnstler Gerriet K. Sharma<\/a>. Inseln, die realen wie die immateriellen, sind das Reich von Kairos Gegenspieler Chronos, des Gottes der Zeit, der mit Sichel und Stundenglas in der Hand \u00fcber ihre Bewohner wacht. Es sind dem Untergang geweihte oder bereits versunkene Orte der Utopien, Verk\u00f6rperungen von Atlantis, auf Sand gebaut und getragen von der Brandung, dem Mythos und den wegbrechenden Fundamenten des Archaischen \u2013 Orte der Entt\u00e4uschung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner <em>Odyssee<\/em> scheitert Odysseus auf den meisten Inseln, die er ansteuert. Ern\u00fcchtert durch Mord und Tod, Gefangenschaft, Verf\u00fchrung und Intrige kehrt er am Ende als armer Mann nach Hause zur\u00fcck \u2013 und findet seine Frau im Kreise schmarotzender Freier, die seinen Besitz aufzehren. &#8222;L\u00e4nger ziemt es sich nicht (&#8230;) ferne zu irren\/Da du alle dein Gut, und so \u00fcberm\u00fctige M\u00e4nner\/in dem Palaste verlie\u00dfest; damit sie nicht alles verzehren\/Deine Habe sich teilend, und fruchtlos ende die Reise!&#8220;<\/p>\n<p>Es ist ein Grundbed\u00fcrfnis des Menschen, Inseln aufzusuchen. F\u00fcr den Historiker und Autor Thurston Clarke scheint &#8222;eine Insel, die nicht einen Besuch wert sei, (&#8230;) unvorstellbar&#8220;. Doch der Reichtum einer Insel besteht nicht aus ihren St\u00e4dten und der touristischen Infrastruktur, die von den Besucherstr\u00f6men erschaffen wird. Was Inseln zu Sehnsuchtsorten macht, sind die Erz\u00e4hlungen und Fiktionen, die dort entstanden sind oder auf sie verweisen, \u00fcber das Meer hinaus auf einen unscharfen Streif am Horizont, wo sich die Tr\u00e4ume niederschlagen. Man muss eine Anstrengung auf sich nehmen, um eine Insel zu erreichen, und der Weg dorthin ist nicht immer ungef\u00e4hrlich; die wirklichen Inseln \u2013 den Robinson-Strand, die Zyklopen-K\u00fcste des menschenfressenden Riesen Polyphem, Neverland, die Insel, wo die Kinder nie erwachsen werden \u2013, sie alle findet man nur, wenn man Fantasie riskiert und auf der Reise zu einem gr\u00f6\u00dferen und weiteren Horizont Sicherheiten \u00fcber Bord wirft. Erst dann taucht das isolierte St\u00fcck Land im Meer auf \u2013 blass und flimmernd am Horizont wie eine Fata Morgana. Allein aufgrund ihrer Abgeschiedenheit vom Festland mit seinen konsistenten Systemen kann die Insel so durchl\u00e4ssig und von Visionen durchwirkt erscheinen. Es ist ihre extreme Begrenztheit, die unsere Wahrnehmung zwingt, sich aufzuf\u00e4chern, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, gedankliche Br\u00fccken zu schlagen, Verbindungen zu schaffen. Inseln sind Verdichtungen von Illusionen und deren Nichterf\u00fcllung im Spiegel der aufgel\u00f6sten und elementaren Weite von Himmel und Meer, Wasser und Luft, und nur in der Verbindung der festen Landmasse mit der amorphen Unendlichkeit der Ideen entsteht dar\u00fcber Dichtung und Kunst.<\/p>\n<p><strong>Sylt, ein k\u00fcnstliches Paradies<\/strong><\/p>\n<p>Die Dichotomie zwischen Inseltraum und Frustrationsraum ist auch auf Deutschlands meistbesuchter Ferieninsel zu sp\u00fcren: Sylt. Schon beim Sand f\u00e4ngt es an, des Strandurlaubers liebstem Element. Deutschlands l\u00e4ngster Sandstrand, die 40 Kilometer lange Westk\u00fcste von Sylt, ist ein k\u00fcnstliches Paradies. Ein ganzer Fuhrpark von Baggern, Planierraupen und M\u00fcllschluckern arbeitet zum Ende des Winters an der Illusion vom feink\u00f6rnigen wei\u00dfen Gold, das im Sommer Tausende Touristen auf das schmale Land zwischen stillem Watt und tosender Brandung lockt. Die Saugschiffe des K\u00fcstenschutzes fahren vor Sylt auf und ab, steuern backbord und \u00f6ffnen ihren Rumpf gleich einer \u00fcbergro\u00dfen Muschel. Vom Strand aus gesehen wirken sie pittoresk \u2013 Kinder heben die K\u00f6pfe aus ihren Sandburgen und zeigen mit dem Finger auf das Schiff \u2013 man mag es, so schemenhaft in der sonnenspiegelnden, windgeriffelten Weite, f\u00fcr einen Fischkutter halten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich aber pumpen die Schiffe vom Meeresgrund gro\u00dfe Mengen Sand in ihre st\u00e4hlernen Leiber. Wer beim Baden untertaucht, h\u00f6rt das ferne Sch\u00fcrfen der Saugpumpen, ein fremdartiges, subkutanes Ger\u00e4usch aus dem Innern des Meeres wie vom Maul eines Seeungeheuers, das sich langsam an die K\u00fcste heranfrisst. \u00dcber Rohrsysteme wird der so gewonnene Sand auf den Strand geschwemmt und umverteilt. Ohne diese aufwendigen und kostspieligen Ma\u00dfnahmen w\u00e4re Sylts Strand l\u00e4ngst vom &#8222;Blanken Hans&#8220; verschlungen worden, wie die Friesen die Sturmfluten nennen, die vor allem im Winter die K\u00fcsten heimsuchen, ganze Halligen unter Wasser setzen und so manches Eiland aus ihren w\u00fctenden Gischten nicht mehr haben auftauchen lassen.<\/p>\n<p>&#8222;Nordsee ist Mordsee&#8220;, das gefl\u00fcgelte Wort geht auf den norddeutschen Dichter Detlev von Liliencron zur\u00fcck, der in seiner Ballade <em>Trutz, Blanke Hans<\/em>, 1882 die Rungholtsage verarbeitet. Darin wird Rungholt als reiche, aber gottlose und in lasterhaftem Luxus lebende Stadt beschrieben, ein friesisches Sodom, das in einer Sturmflut versank. Tats\u00e4chlich war das historische Rungholt ein gut schiffbarer und florierender Handelshafen auf der ehemaligen Insel Strand, dessen Reichtum nach dem wirtschaftlichen Untergang in immer schillernderen Darstellungen \u00fcberliefert wurde. In diesen Legenden wird Rungholt \u00e4hnlich wie die alttestamentarische Stadt im Mittelmeerraum vom Zorn Gottes vernichtet. Arch\u00e4ologische Funde im Watt best\u00e4tigen die einstige Existenz Rungholts, und die Dichtung konserviert die versunkene Stadt als Mythos. In Liliencrons Ballade ist der z\u00fcrnende Gott der Nordsee ein Seeungeheuer, das vor den K\u00fcsten Englands auf dem Meeresgrund haust und mit seinen Kiemen die Gezeiten verursacht: &#8222;Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen\/ und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.&#8220; Manchmal aber holt es richtig Luft &#8230;<\/p>\n<p>Liliencrons romantische Ballade liest sich wie eine Allegorie auf das moderne Sylt. Deutschlands teuerste Stra\u00dfe, der Hoboken-Weg, liegt in Kampen, der Hochburg der &#8222;Reichen und Sch\u00f6nen&#8220;, vielmehr Halbreichen und Halbsch\u00f6nen, denn wer wirklich Geld und Gesicht hat, baut sein Haus nicht in der N\u00e4he des prominenten Badestrands am Roten Kliff, sondern an anderen, blaueren und w\u00e4rmeren Meeren. Kampen, der Nobelort mit Herm\u00e8s-Boutique in Friesenkate, ist eine Rotklinker- und Reetdachh\u00f6lle, wo ein Haus wie das andere aussieht, der gleichgeschaltete Traum vom individuellen Zweitleben auf der Insel, getr\u00e4umt und realisiert von Deutschlands unterer Oberschicht, die f\u00fcr ein paar Wochen im Jahr den inneren Spie\u00dfer in BMW und Porsche zum L\u00fcften an den Strand karrt \u2013 Massentourismus der Luxusklasse. &#8222;Kampen ist wie Kudamm und K\u00f6, nur mit zerzauster Frisur&#8220;, wirbt eine Fluggesellschaft, die Direktfl\u00fcge aus Deutschlands Gro\u00dfst\u00e4dten auf die Insel anbietet. Kehren die neuen Kampener, Wind und Weite in Haar und Herz, wieder nach Berlin und D\u00fcsseldorf zur\u00fcck, werden vor den verrammelten H\u00e4usern die Buchsbaumhecken und Rollrasen von einem G\u00e4rtnerheer nach Schema F zur\u00fcckgeschnitten \u2013 kosteng\u00fcnstig und pflegeleicht, denn die &#8222;reichen Fremden&#8220; sind, wie ein Sylter Dachdecker zu berichten wei\u00df, an den richtigen Stellen &#8222;knausrig&#8220;. Das Reet, mit dem nach strengen Bauauflagen die D\u00e4cher aller Neubauten in Kampen gedeckt werden m\u00fcssen, stammt aus Ungarn und der T\u00fcrkei. Schilfschnitter gibt es auf Sylt l\u00e4ngst keine mehr, abseits der Naturschutzgebiete auch kaum mehr Schilf.<\/p>\n<p>Die Kolonialisierung der Insel durch die Macht und das Geld der sand- und sansibars\u00fcchtigen Gro\u00dfb\u00fcrger, die korrupte Immobilienspekulation, die einen Exodus der Sylter aus ihren ehemaligen H\u00e4usern auf das Festland zur Folge hat, von wo aus die Insulaner nun mit der chronisch \u00fcberf\u00fcllten Nordostseebahn t\u00e4glich \u00fcber den Hindenburgdamm pendeln, um die Touristen zu bedienen und Klobrillen in Kampen zu putzen; die Schlie\u00dfung von Schulen und Kinderg\u00e4rten aufgrund fehlenden Nachwuchses; die Wohnungsnot f\u00fcr Einheimische, Saisonarbeiter, die wie Tagel\u00f6hnertrupps in ranzigen Wohnw\u00e4gen und windschiefen Zelten hausen, die \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen und Str\u00e4nde; all das, subsummiert unter dem allgemeinen Verlust des &#8222;Inselgef\u00fchls&#8220;, ist ein in den Medien vieldiskutiertes deutsches Drama, ein Jammerthema, wie es die B\u00fcrger dieses Landes, die wohlhabenden wie die armen, lieben.<\/p>\n<p>Lokalpolitiker st\u00f6hnen im Spagat zwischen den Verlockungen des Kapitals und dem in Demonstrationen bekundeten Leid der Insulaner. Von ihrer Insel verdr\u00e4ngte Sylter gr\u00fcnden Solidarit\u00e4tskampagnen auf Facebook mit dem pathetischen Aufruf &#8222;Rettet die Sylter&#8220;, als seien sie genauso vom Aussterben bedroht wie die Seehunde auf den Sandb\u00e4nken im Watt, denen es, was Wohnraum, Population und Nahrungsangebot angeht, mittlerweile wieder besser geht als so manchen Sylter Familien, die das Angebot der &#8222;Sylter Tafel&#8220; in Anspruch nehmen m\u00fcssen. Und selbst die neuen Herrscher der Insel im Klinkerpalast m\u00e4keln beim Frizzante, dass Sylt nicht mehr das sei, was es einmal war.<\/p>\n<p>Aber was war die Insel denn, als der Strandhafer noch ungest\u00f6rt wucherte und es in List, dem Touristenort im Norden, so still war, dass man die Wanderd\u00fcnen bei ihrem unaufhaltsamen Vorsto\u00df ins Inselinnere kriechen h\u00f6ren konnte? Nur ein tempor\u00e4res Paradies vielleicht, eine Imagination vom besseren und anderen Ort, der, wird er in Besitz genommen und verkauft, zum Unort werden muss, weil Traum und Wirklichkeit sich genauso wenig vertragen wie der Walfang, von dem Sylt einst lebte, mit Golfen am Budersand vor der Kulisse des Hafens von H\u00f6rnum, wo statt der Kutter jetzt die Dreikabiner im Wasser d\u00fcmpeln. Auch <em>Robinson Crusoe<\/em> ist, abseits der Palmenromantik, eine Geschichte von Inbesitznahme, Macht und Unterwerfung.<\/p>\n<p>Aus der Inselphantasmagorie wird eine H\u00f6llenmaschine. Wer den Verhei\u00dfungen der Insel folgt und sich aufs Meer hinauswagt, findet manchmal nur einen Haufen Sand, einen kargen Felsen oder eben das Sylt unserer Tage, einen touristischen und kapitalistischen Hades wie der innerste H\u00f6llenkreis aus Dantes <em>G\u00f6ttlicher Kom\u00f6die<\/em>, wo die schlimmsten S\u00fcnden bestraft werden. Das moderne Rungholt, bev\u00f6lkert von den Geistern, die es rief, den Botoxfratzen, Rosahemdtr\u00e4gern und einer Handvoll schattenhafter Insulaner, ausgemergelt von Frust und Zukunftsangst. Ihre eigene Insel scheint ihnen verloren gegangen, jener Ort, der sie selbst im Innern sind, an dem sie geboren wurden und vielleicht auch sterben m\u00f6chten, denn ihre Insel, sie ist nicht mehr und nicht weniger als das Leben, das sie zwischen diesen beiden Punkten passiv erleiden oder aber gestalten und beackern, auf Chronos\u2019 sandigem Boden und manchmal ber\u00fchrt von Kairos\u2019 Schwingen \u2013 vielleicht der \u00fcber den Strand huschende Schatten einer Silberm\u00f6we? Sind die Sturmwolken abgezogen, ist der Himmel \u00fcber Sylt oft beunruhigend leer und hoch. Die alten wie die neuen Inselbewohner erwachen aus ihrem Traum und blinzeln amnestisch in die Weite \u00fcber der Brandung, die unabl\u00e4ssig gegen das Vergessen anerz\u00e4hlt. Drau\u00dfen atmet der Blanke Hans.<\/p>\n<p><em>Sie ziehen am Abend hinaus auf den Deich:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Wir trutzen dir, Blanker Hans, Nordseeteich!&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Und wie sie drohend die F\u00e4uste ballen,<\/em><\/p>\n<p><em>zieht leis aus dem Schlamm die Krake die Krallen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mahnmal des Scheiterns<\/strong><\/p>\n<p>Ist R\u00fcgen, die ungleich landreichere Schwesterinsel in der monster\u00e4rmeren Ostsee, eine Alternative f\u00fcr den deutschen Sehnsuchtsort? Die charakteristischen Kreidefelsen, die auf Caspar David Friedrichs Gem\u00e4lde von 1818 R\u00fcgen weltber\u00fchmt machten, sind abgebrochen. 2005 rutschten auch die Wissower Klinken ins Meer. Neben dem K\u00f6nigsstuhl war die zerkl\u00fcftete Felsgruppe R\u00fcgens meistfotografierte Sehensw\u00fcrdigkeit, nun existiert sie nur noch auf den Bildern und in der Erinnerung. Auch an den 600 Kilometern K\u00fcste der Ostseeinsel nagt der Zahn der Zeit, kratzt und schabt Chronos\u2019 Sichel. Die best\u00e4ndige Ver\u00e4nderung der Insel durch Meer und Mensch schafft neue Orte der Projektion, sie wachsen herauf aus den Tiefen der Ideale und Ideologien und sto\u00dfen auf Wirklichkeit; im Versuch, ihrer habhaft zu werden, entstehen nicht nur Abrieb und Verwitterung, sondern auch Perversion, Gr\u00f6\u00dfenwahn und verbrecherisches Gedankengut.<\/p>\n<p>An R\u00fcgens sch\u00f6nstem und l\u00e4ngstem Strand in der Prorer Wiek wurde im letzten Jahrhundert der Versuch unternommen, einen solchen Ort zu realisieren. &#8222;Kraft durch Freude&#8220; sollten die f\u00fcnf Kilometer langen Wohnblocks der nationalsozialistischen Ferienanlage Prora den deutschen Urlaubern bringen. Der Plan sah im Wochentakt wechselnde Einheiten zu je 20.000 Besuchern vor, vorzugsweise junge Paare aus der Arbeiterklasse, die f\u00fcr das Leben und den Krieg fit gemacht werden sollten. Proras Erholungszellen waren Brutst\u00e4tten f\u00fcr den nationalsozialistischen Nachwuchs, die M\u00e4nner sollten zeugen, die Frauen empfangen, dazwischen durfte gebadet werden, im arischen Meer, dem majest\u00e4tischen, endlosen, das den deutschen Kleinb\u00fcrger, der drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter Mallorca f\u00fcr sich entdecken wird, in seinem Bewusstsein st\u00e4rken sollte, der erhabenen Rasse anzugeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Signifikant f\u00fcr die Hybris des Unterfangens ist die riesige Plattform, die Hitler wie einen steinernen Schild gegen den Angriff der Verg\u00e4nglichkeit ins Meer hinausbauen lie\u00df, ein brutaler Vorsto\u00df in die Natur, kriegerisch, vermessen. Der Platz, auf dem in Massenaufm\u00e4rschen die Neuank\u00f6mmlinge begr\u00fc\u00dft werden sollten, ist heute abgesackt und vom Kiefernwald \u00fcberwuchert, die Mauern sind eingefallen. In den windgesch\u00fctzten Sandkuhlen erledigen die Strandg\u00e4ste ihr dringendes Gesch\u00e4ft, etwas weiter hinten, im Schutz des Waldes, treffen sich, Ironie der Wandlung, die Schwulen zum schnellen Sex.<\/p>\n<p>Das Deutsche Reich, die Insel der Auserw\u00e4hlten, ging unter. Der &#8222;Koloss von Prora&#8220; blieb leer, nach Kriegsende versuchten die Sowjets einen Teil zu sprengen. Wie ein Mahnmal des Scheiterns einer Insel-Utopie, die den fragilen Streifen Land zwischen D\u00fcnen und Schilf, Ostsee und Kleinem Jasmunder Bodden in eine Festung f\u00fcr die Ewigkeit verwandeln wollte, ragt das Skelett der verkohlten Stahltr\u00e4ger und Mauerreste \u00fcber den Strand. Das n\u00e4chste diktatorische System nutzte die Blocks als Soldatenkasernen, dann, nach der Wende, begann zwischen Bund, Kommune und den Immobilienspekulanten der Streit um die Nutzung.<\/p>\n<p>Proras Geschichte fordert von den Investoren verantwortungsvolles Handeln. Die Initiative &#8222;Denk-MAL-Prora&#8220; hat im mittleren Geb\u00e4udetrakt ein Dokumentationszentrum eingerichtet, das die einstige Bedeutung der Anlage veranschaulicht und festschreibt \u2013 paradoxerweise eine tempor\u00e4re Institution, denn der Mietvertrag des Museums ist nicht gesichert. Er wird, abh\u00e4ngig von Gutwillen und Kulturbewusstsein des Besitzers, j\u00e4hrlich verl\u00e4ngert. Entscheiden sich die Verantwortlichen, Proras Geschichte zu vergessen, k\u00f6nnte auch dieser Block bald zum Urlaubstempel mit Luxuswohnungen umgestaltet werden. Nebenan bricht eine Berliner Baufirma unter dem Slogan &#8222;Neues Prora&#8220; mit Baggern und Betonfr\u00e4sen die historische Architektur auf. Denn f\u00fcr die neuen Besitzer, die bis zu 6.500 Euro pro Quadratmeter f\u00fcr eine &#8222;Sonnenwohnung mit Masterbad und Dschungelbrause&#8220; zahlen, sind die Fenster zu klein und die ehemaligen W\u00e4nde der zeugungsfreundlichen Wohnkojen zu eng. Die Jugendherberge, die 2011 ins Nebengeb\u00e4ude einzog, hatte da noch strengere Denkmalschutzauflagen zu befolgen. Die Fassade durfte nicht ver\u00e4ndert, Fenster nicht vergr\u00f6\u00dfert werden. Die Kinder, die nun im ehemaligen KDF-Bad ihre Sommerferien verbringen, erhalten, auf den schmalen Betten kauernd, vielleicht noch eine Ahnung von der Idee des deutschen Volksk\u00f6rpers.<\/p>\n<p>Die neuen Nachbarn dagegen blicken von den gro\u00dfz\u00fcgigen Balkonen tr\u00e4umend aufs Meer. Am westlichen Horizont schimmern die Kreidefelsen im Dunst. Im Osten erheben sich die wei\u00dfen Strandvillen des Ostseebads Binz. Dort, in die erste Reihe an der Promenade, gleich neben dem Kurhaus und mit Blick auf die Seebr\u00fccke, hat sich ein Restaurant der Fisch-Fast-Food-Kette &#8222;Gosch Sylt&#8220; gedr\u00e4ngt. Mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit stammt das Dorschfilet nicht von den Fischern aus Sassnitz \u2013 in diesem Jahr haben nur 3 Jugendliche die Ausbildung in der Fischereiklasse der Berufsschule begonnen. Aber immerhin ist das Gericht hier noch zwei Euro g\u00fcnstiger als bei Gosch in List auf Sylt. &#8222;Nichts ist m\u00e4chtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist&#8220;, zitiert eine Werbebrosch\u00fcre der Investorengruppe &#8222;Neues Prora&#8220; den Romantiker Victor Hugo. Sozialer Wohnungsbau oder sogar ein Heim f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus verbrecherischen politischen Systemen sind in dieser Idee nicht vorgesehen.<\/p>\n<p><em>Rungholt ist reich und wird immer reicher,<\/em><\/p>\n<p><em>kein Korn mehr fa\u00dft selbst der gr\u00f6\u00dfeste Speicher.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie zur Bl\u00fctezeit im alten Rom<\/em><\/p>\n<p><em>Staut hier t\u00e4glich der Menschenstrom.<\/em><\/p>\n<p><em>Die S\u00e4nften tragen Syrer und Mohren,<\/em><\/p>\n<p><em>mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Insel lockt und verf\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Inseln sind aus der Zeit vor dem Menschen oder f\u00fcr die Zeit danach&#8220;, schreibt Gilles Deleuze.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4twinter, nach dem Trubel der Weihnachtsferien, wenn der Sylt-Shuttle die letzten Sportwagen mit Hamburger und Stuttgarter Kennzeichen zur\u00fcck ans Festland gebracht hat, herrscht auf der Insel die Stille des ersten oder letzten Tages. Dann versammeln sich die Sylter \u2013 die wenigen, die noch auf der Insel sind \u2013 an ihrem gro\u00dfen Strand, wo sie die Biike-Feuer entz\u00fcnden. &#8222;Petritag&#8220; hei\u00dft der 21. Februar, auf Sylt eine Art Nationalfeiertag; der weit aufs Meer hinausflackernde Schein der Feuer markiert das Ende des Winters. Im Mittelalter diente der friesische Brauch des Biikebrennens dazu, die b\u00f6sen Geister zu vertreiben und die neue Saat auf den Feldern zu sch\u00fctzen. Doch auf Sylt haben die Strandfeuer noch eine andere Bedeutung; einst z\u00fcndeten die Frauen sie zur Verabschiedung der Walf\u00e4nger an, die zum Ende des Winters wieder f\u00fcr mehrere Monate aufs Meer hinausfuhren. Das Feuer sollte ihnen noch lange Geleit geben, und die Legende reicht noch weiter: Die hell lodernden Lichter signalisierten den M\u00e4nnern an der nahen d\u00e4nischen K\u00fcste, dass die Sylter Frauen nun wieder allein in ihren H\u00e4usern waren und bereit f\u00fcr m\u00e4nnliche Unterst\u00fctzung jedweder Art.<\/p>\n<p>Die Insel, sie lockt und verf\u00fchrt seit jeher. Denn noch eine andere, in Vergessenheit geratene Geschichte scheint beim Biikebrennen auf dem dunklen Spiegel des Meeres auf: Jahrhundertelang versammelten sich die Sylter getreu der alten Losung &#8222;Frei ist der Strandgang, frei ist die Nacht!&#8220; bei Dunkelheit am Flutsaum, um ein Feuer zu entfachen. Das Licht lockte Handelsschiffe an, die vom Kurs abkamen, strandeten und von den Syltern geentert und gepl\u00fcndert wurden. Nicht selten brachten sie die Schiffsbr\u00fcchigen um \u2013 Sylts Geschichte, ein Kreislauf des Ausbeutens und Ausgebeutet-Werdens im unver\u00e4nderlichen Rhythmus der Gezeiten.<\/p>\n<p>Am Petritag waren die Sylter bisher meist unter sich. In den letzten Jahren aber mischen sich immer mehr Zweithausbesitzer und Sylt-Fans unter die Feierlichkeiten \u2013 f\u00fcr ihr ganz pers\u00f6nliches Insel-Gef\u00fchl auch im Winter. Sind es wom\u00f6glich die Seelen der einstigen Seefahrer, die nun kommen, um sich ihren Besitz und ihr Leben zur\u00fcckzuholen?<\/p>\n<p>Gemeinsam feiert man bei Bier, Gr\u00fcnkohl und klirrender K\u00e4lte. Die Nationalhymne Sylts <em>\u00dcs S\u00f6l\u2019ring L\u00f6n\u2019 \u2013 Unser Sylter Land, <\/em>die auf S\u00f6lring verfasst ist, der nordfriesischen Sprache, die auf Sylt nur noch wenige Alte sprechen, schallt dabei meist aus der Konserve. Sowohl die Nachfahren der Walf\u00e4nger als auch die &#8222;reichen Fremden&#8220; bewegen dazu ein wenig die Lippen, w\u00e4hrend weit drau\u00dfen im Meer der Blanke Hans gewaltige Wassermassen aus seinen Kiemen str\u00f6men l\u00e4sst.<\/p>\n<p><em>Ein einziger Schrei \u2013 die Stadt ist versunken, <\/em><\/p>\n<p><em>und Hunderttausende sind ertrunken. <\/em><\/p>\n<p><em>Wo gestern noch L\u00e4rm und lustiger Tisch,<\/em><\/p>\n<p><em>schwamm andern Tags der stumme Fisch.<\/em><\/p>\n<p><em>Heut bin ich \u00fcber Rungholt gefahren, <\/em><\/p>\n<p><em>die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.<\/em><\/p>\n<p><em>Trutz, Blanke Hans!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Im Jahr 2011 war ich &#8222;Inselschreiber&#8220; auf Sylt. W\u00e4hrend eines Sommer- und eines Wintermonats konnte ich die gegens\u00e4tzlichen Gesichter der Insel kennenlernen. &#8222;Inselschreiber Sylt&#8220; ist ein Literaturstipendium, das von der Stiftung <a href=\"http:\/\/www.syltfoundation.com\">&#8222;Sylt Foundation&#8220;<\/a> vergeben wird. Sie hat ihren Sitz in Rantum auf Sylt \u2013 umgeben vom Meer ist es ein Ort des Austauschs und der Kooperation internationaler K\u00fcnstler. Die Sylt Foundation engagiert sich mit F\u00f6rderprogrammen f\u00fcr Schriftsteller, bildende K\u00fcnstler und Musiker in S\u00fcdafrika, vergibt Residencies in Johannesburg, betreut Ausstellungen oder bringt in Kunstprojekten so unterschiedliche Inseln wie Sylt, die Philippinen und Indonesien einander n\u00e4her. &#8222;Das Fremde auszuhalten f\u00e4llt mir leicht, weil ich selbst \u00fcberall fremd bin&#8220;, erz\u00e4hlte mir Indra Wussow, die Gr\u00fcnderin der Stiftung, in einem Gespr\u00e4ch zur Vorbereitung auf diesen Text \u2013 und nennt damit den Grundgedanken der Stiftung, geografische und geistige Inseln miteinander zu verbinden und weltweit neue entstehen zu lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich danke Indra Wussow und der Sylt Foundation f\u00fcr die wertvollen Informationen, die zu diesem Text beigetragen haben, und f\u00fcr die Zeit, die ich als &#8222;Inselschreiber&#8220; auf Sylt verbringen durfte.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>_________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Aufgrund der gro\u00dfen Nachfrage gibt es jetzt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sylt und R\u00fcgen locken den Urlauber genauso wie den K\u00fcnstler. Aber mitunter liegen Inseltraum und Frustrationsraum auch sehr nah beieinander. 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