{"id":3334,"date":"2016-03-19T06:00:35","date_gmt":"2016-03-19T05:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=3334"},"modified":"2016-03-18T12:05:51","modified_gmt":"2016-03-18T11:05:51","slug":"rechtsradikalismus-riss-schley","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/","title":{"rendered":"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor Jahren glaubten wir, den Rechtsradikalismus \u00fcberwunden zu haben. Nun m\u00fcssen wir den Riss erkennen, der unser Land durchzieht. Er k\u00f6nnte nicht bedrohlicher sein.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_3341\" aria-describedby=\"caption-attachment-3341\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3341\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2016\/03\/freitextmuetze-1024x682.jpg\" alt=\"\u00a9 Tobias Schwarz\/Getty Images\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/03\/freitextmuetze-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/03\/freitextmuetze-620x413.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/03\/freitextmuetze.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3341\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Tobias Schwarz\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Ein Haarriss ist eine potenziell wachsende statische Materialschw\u00e4che. Besonders gef\u00e4hrlich sind solche Risse, wenn sie sich unbemerkt vergr\u00f6\u00dfern, um dann in einer pl\u00f6tzlichen Kettenreaktion zu eruptiven \u00f6rtlichen Absprengungen und Stabilit\u00e4tsversagen zu f\u00fchren. Diese k\u00f6nnen in der Folge t\u00f6dlich sein.<\/em><\/p>\n<p>Immer wieder frage ich mich, wann das begonnen hat, wann wir es haben einrei\u00dfen lassen; und warum es mich so unruhig macht, keinen Anfang zu finden, nicht zu wissen, ob und wann sich da irgendwo ein einzelner Haarriss in uns gebildet und unerbittlich weitergeschoben, immer tiefer gebohrt hat \u2013 bis nun t\u00e4glich etwas von diesem Land absprengt. Bis Politiker fordern d\u00fcrfen, mitten in Europa auf hundeelende Familien zu schie\u00dfen. Und es damit zweistellig in die L\u00e4nderparlamente schaffen, und zu Anne Will ins Studio. Bis Menschen sich im Netz ganz offen gegenseitig ins Gas w\u00fcnschen. Oder johlend und klatschend dabeistehen, wenn Notunterk\u00fcnfte in Flammen aufgehen.<!--more--><\/p>\n<p>Wahrscheinlich gibt es gar keinen Anfang. Der Haarriss ist einfach irgendwann da oder war es in Latenz schon immer. In den neunziger Jahren, meiner Jugend, brannten &#8222;Asylantenheime&#8220;, Ausl\u00e4nder wurden durch die Stra\u00dfen gejagt, Pogromstimmung in Hoyerswerda, Rostock, M\u00f6lln. Die Parteien der rechten Anpeitscher hie\u00dfen DVU oder Die Republikaner, und wir bildeten Lichterketten auf den Stra\u00dfen, schauten im Religionsunterricht den verbotenen Film <em>Beruf: Neonazi<\/em>, hielten Nachtwachen in den Evangelischen Jugendr\u00e4umen ab und tanzten zu <em>Schrei nach Liebe <\/em>von den \u00c4rzten.<\/p>\n<p>Ich will das nicht nostalgisch einf\u00e4rben, und gut m\u00f6glich, dass ich einem privathistorischen Fehlschluss aufsitze, wenn ich zur\u00fcckschaue und vergleiche. Auch gibt es genug soziologische Studien, die aufzeigen, wie sich der rechte Extremismus entwickelt hat, wie aus Springerstiefeln brave Halblederschuhe &#8218;besorgter B\u00fcrger&#8216; wurden und welche Kontinuit\u00e4ten dahinter stecken; das muss ich hier nicht wiederholen. Aber doch scheint mir heute etwas fundamental anders zu sein, zumindest f\u00fchlt es sich immer mehr so an: dieser Eindruck einer tiefen, un\u00fcberwindbaren Spaltung, die sich l\u00e4ngst nicht mehr nur grob durchs Land zieht, sondern auch durch die politischen Lager, die einzelnen Gemeinden, die Bekanntenkreise, die Familien, ja sogar durch die eigenen Gedanken.<\/p>\n<p>Klar, auch Anfang der Neunziger haben wir die &#8222;andere Seite&#8220; restlos abgelehnt \u2013 aber es gab diese andere Seite eben noch als solche, und wir gingen gewisserma\u00dfen mit ihr um, zumindest innerlich und vielleicht gerade weil sie f\u00fcr uns letztlich abstrakt blieb. Die rechten Glatzen, die Ausschreitungen, das kannte man als Sch\u00fcler in einer oberbayerischen Gemeinde ja fast nur aus den Nachrichten. Wir waren \u00fcberzeugt, in der Mehrheit zu sein, die St\u00e4rkeren zu sein und deshalb den Rechten und Rassisten nicht mit gleicher M\u00fcnze antworten zu m\u00fcssen. Wir wollten ihnen widerstehen, indem wir sie aushielten, aussa\u00dfen, austanzten.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an einen Aktionsabend im Jugendzentrum, an dem ich stundenlang auf einen harmlosen Nachbarsjungen einredete, der stolz vorgab, neuerdings mit den Neonazis zu sympathisieren. (Er sparte auf eine Bomberjacke.) So lange und mit jedem Bier leidenschaftlicher bearbeitete ich ihn, bis er irgendwann entnervt abwinkte und sagte, ach, schei\u00df drauf, die Dinger sind eh viel zu teuer. Auf dem Heimweg trat ich mit dem Triumphgef\u00fchl in die Pedale, das gesamte Problem des Rechtsradikalismus im Alleingang gel\u00f6st zu haben. So funktionierte es, so konnten wir sie knacken.<\/p>\n<p>Naiv vielleicht, aber andererseits hatte es zum Ende der Neunziger hin tats\u00e4chlich den Anschein, als h\u00e4tten wir Erfolg damit gehabt, als w\u00e4re die rechte Hetze implodiert. Nat\u00fcrlich, theoretisch wusste man, dass der Rechtsextremismus irgendwo weiter brodelte, aber eben doch offenbar auf so niedriger Flamme, dass er beherrschbar erschien. Heute wissen wir, dass das Wunschdenken war \u2013 und eines, das ma\u00dfgeblich dazu beitrug, dass etwa der NSU ein Jahrzehnt lang v\u00f6llig unbehelligt morden konnte. Aber das \u00e4ndert nicht zwangsl\u00e4ufig etwas daran, dass es einen, so m\u00f6chte ich glauben, sehr breiten Konsens \u00fcber den positiven Wert einer freien, offenen Gesellschaft gab. Er mag sich an etlichen Stellen auf d\u00fcnnem Eis bewegt haben, unter dem Abgr\u00fcnde dr\u00e4uten, aber er hielt, er wirkte im Ganzen stabil. Das ist nicht wenig.<\/p>\n<p>Heute h\u00f6rt man manchmal, dass dieser Konsens eben nur Schein gewesen sei und dass er als solcher \u00fcberhaupt erst dazu beigetragen habe, dass nun der ganze braune, jahrelang gestaute Schlamm umso druckvoller nach oben treibe. Und es doch letztlich gut sei, wenn nun alles auf den Tisch k\u00e4me \u2013 nur dann k\u00f6nne man ihn auch wieder sauber machen. Ich bin da skeptisch, sowohl was die Staudrucktheorie angeht, als auch unsere M\u00f6glichkeiten, die einmal entfesselten Ressentiments wieder einzud\u00e4mmen. Zu sehr f\u00fcrchte ich das Moment der Eskalation, die unbeherrschbare Dynamik einer Masse, die sich daran berauscht, angebliche Tabus niederzutrampeln.<\/p>\n<p>Ich glaube eher, dass die Menschen ethische Regularien brauchen, um die Gewaltaffekte in sich auszuwiegen. Das Problem waren ja nie die sogenannten Tabus. (Tats\u00e4chlich gab es sie nicht; daf\u00fcr standen durchweg zu viele \u2013 randl\u00e4ufige, aber durchaus vernehmliche \u2013 Kan\u00e4le f\u00fcr Xenophobien jeglicher Lautst\u00e4rke zur Verf\u00fcgung.) Das Problem ist vielmehr jener Moment, an dem sie von einer kritischen Masse nicht mehr als soziale Konventionen verinnerlicht sind; als ethische Vereinbarungen, die nicht etwa heimt\u00fcckisch ges\u00e4t werden und fortan wuchern, sondern ihre regulierende Funktion aus dem Wunsch einer Gesellschaft nach sozialem Frieden heraus entwickeln und legitimieren. Sie wirken nicht aggressiv, sondern absorbierend. In der Soziologie spricht man dabei manchmal von einer heilsamen Latenzzeit, in der \u00fcberkommene Haltungen noch eine Weile niedrigschwellig wabern d\u00fcrfen, um so unter dem sozialen Einfluss einer sich weiterentwickelnden Gesellschaft langsam zu verk\u00fcmmern. Wie eine Flamme, der allm\u00e4hlich der Sauerstoff entzogen wird und die irgendwann, recht friedlich, erlischt. Oder, wenn schon nicht das, so doch von der Demokratie in Schach gehalten wird, wie ja auch unser K\u00f6rper jeden Tag kleine Schutzw\u00e4lle um jene schlechten Zellen legt, die er nicht heilen oder aufl\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Einfacher gesagt: Wenn Pegida oder AfD heroisch verk\u00fcnden, sie spr\u00e4chen doch nur endlich aus, was &#8222;das Volk&#8220; denke und bis jetzt nicht gesagt werden durfte, ist das eine recht d\u00fcmmliche, wenn auch wirkungsvolle Verdrehung; denn vielmehr wurden ihre hetzerischen Parolen ja deshalb lange nicht lautbar, weil es eben <em>keine <\/em>kritische Masse gab, die sie f\u00fcr angemessen hielt. Weil die gesellschaftliche Selbstregulierung funktionierte, die nun von der Rechten agitativ mit einem negativen Vorzeichen versehen wird, um den eigenen Opfermythos zu n\u00e4hren und so Affekte zu sch\u00fcren. Oder noch einfacher: Lange schien es gesellschaftlich einfach klar zu sein, was nicht o.k. war. Das kann man jetzt Tabu nennen oder auch sonstwie. Aber es war eine Errungenschaft. Es war nicht wenig. Wann ist das eingerissen? Wann ging das los?<\/p>\n<p>Die Rechtsradikalen aus meiner Jugend und ihre politischen Armleuchter (Leute wie Franz Sch\u00f6nhuber), das waren meist l\u00e4cherliche Typen, Deppen halt, und so peinlich, so unm\u00f6glich in Haltung und Habitus, dass der Riss, der uns von ihnen trennte, letztlich nur sie selbst ausgrenzte und wie weit entfernt in einem unsichtbaren Niemandsland verlief.<\/p>\n<p>Heute ist das anders, heute tut er sich direkt vor unseren F\u00fc\u00dfen auf. Selbst gute Bekannte, die ich als offene, liberale Menschen kenne, kauen pl\u00f6tzlich beim Nachtisch rechten Gedankenbrei wie der, den sie als solchen emp\u00f6rt von sich weisen w\u00fcrden, aber jetzt hier an diesem Tisch schon deshalb f\u00fcr legitimiert halten, weil er aus ihren offenen, liberalen M\u00fcndern kommt, in dem sie dabei noch gen\u00fcsslich nach den letzten Resten Schrimprisotto pulen. &#8222;Ich sag mal so &#8230; und irgendwann ist auch mal gut \u2026 schlie\u00dflich keine Weltwohlfahrt &#8230; ticken halt einfach anders \u2026 Sicherheit muss vorgehen &#8230; \u00c4ngste der Menschen sollten doch&#8220; \u2013 und je mehr ich auffahre und den offenen, liberalen Freunden ebenso oft aufgew\u00e4rmten Brei entgegensetze, desto mehr f\u00fchle ich mich in Verlegenheit gebracht von ihrem br\u00e4sigen Armeverschr\u00e4nken, und ich frage mich, warum die Seite, von der ich doch immer so, so, so sicher wusste oder wissen wollte, dass sie die richtige ist, stets so viel besser argumentieren muss, um sich gegen die Affektmaschinerie der anderen zu behaupten, und ich denke daran, wie ich damals im Jugendzentrum den Nachbarsjungen bekehrt zu haben glaubte mit nichts als Bier und Beharrlichkeit, und frage mich, was sich seither so ver\u00e4ndert hat, dass mir am Ende nichts anderes mehr einf\u00e4llt, als die T\u00fcr hinter den offenen, liberalen Bekannten zuzuschlagen und meine Freundin anzufahren: &#8222;Die laden wir aber nie wieder ein!&#8220;<\/p>\n<p>Zu den Dingen, die sich ver\u00e4ndert haben, geh\u00f6rt auch das Verschwinden der Scham. Unter der Dumpfheit der Skins meinte ich fr\u00fcher oft eine verkappte Scham wahrzunehmen, die dann von trotzigem, umso lauterem Gebr\u00fcll beherrscht werden musste, weil sie keinen anderen Ausgang fand; entsprechend viele vermummten sich in der \u00d6ffentlichkeit, auch die Aussteigerquoten waren relativ hoch. Heute sch\u00e4mt sich niemand mehr. Wann hat das begonnen? Die Frage ist m\u00fc\u00dfig, denn alles entwickelt sich, nichts kommt aus dem Nichts, die angeblich pl\u00f6tzliche &#8222;Fl\u00fcchtlingswelle&#8220; nicht und auch nicht der Fremdenhass von Pegida, Bj\u00f6rn H\u00f6cke oder anderen. Aber das Bed\u00fcrfnis nach einem bestimmbaren Anfangspunkt bleibt trotzdem. Vielleicht muss man ihn also einfach subjektiv setzen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, es gab diesen Moment, in dem ich zum ersten Mal das Gef\u00fchl eines gef\u00e4hrlichen Dammbruchs hatte. Das war noch vor Pegida, im Sommer 2014, als sich auf den Stra\u00dfen antisemitische Kundgebungen h\u00e4uften und in Berlin Parolen skandiert wurden wie: &#8222;Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und k\u00e4mpf allein!&#8220; Eine starke Gegenreaktion blieb zwar nicht aus; trotzdem glaube ich heute, dass wir uns von dieser Grenz\u00fcberschreitung nicht mehr erholt haben. Dass da etwas ins Rutschen geriet.<\/p>\n<p>Auch diese Eruption hatte nat\u00fcrlich eine Vorgeschichte, ein eigenes Kontinuum. Die Schriftstellerin Lena Gorelik hat das untersucht \u2013 und aufgezeigt, wie der Antisemitismus nicht zuletzt \u00fcber die Kan\u00e4le von Popul\u00e4r- und Hochkultur seit Jahren st\u00fcckchenweise vom privaten in den \u00f6ffentlichen Raum vordringt.<\/p>\n<p>Dennoch war etwas anders nach den Berliner Ereignissen, etwas hatte sich verschoben. Als brauchte man nun endg\u00fcltig nicht mehr die Nische des ber\u00fchmten Stammtischs oder die indirekte, kulturell gefederte Form des Rapsongs oder der Karikatur. Man konnte unter dem Schutz ausreichend vieler Gleichgesinnter seinen Hass jetzt offen auf der Stra\u00dfe abladen \u2013 oder dort \u00fcberhaupt erst in sich entdecken, sich anstecken, mitrei\u00dfen lassen. Pl\u00f6tzlich war es ganz einfach, pl\u00f6tzlich schien es irgendwie okay zu sein. Jene unsichtbare d\u00fcnne Risslinie zu \u00fcberschreiten, macht aber einen riesigen Unterschied. Auf diese Selbsterm\u00e4chtigung verbaler, sp\u00e4ter auch physischer Gewalt lie\u00df sich aufbauen. Pegida und AfD waren da nur der n\u00e4chste Schritt.<\/p>\n<p>Dass da auch in mir etwas einriss, habe ich lange nicht sehen wollen. Wahrscheinlich konnte ein Teil von mir einfach nicht lassen von dem Triumphgef\u00fchl damals auf dem Fahrrad, auf dem Heimweg vom Jugendzentrum. So ging ich zu den gro\u00dfen Gegendemonstrationen, als Pegida immer penetranter marschierte, und zusammen mit vielen anderen Autoren tat ich, was eben die meisten Menschen um uns herum auf ihre je eigene Weise probierten: Wir suchten nach Wegen produktiven Engagements, unterst\u00fctzten Hilfsprojekte, schrieben Texte gegen Hass und Rassismus, stellten sie ins Netz, trafen uns mit Gefl\u00fcchteten, protokollierten ihre Geschichten. Sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten wir ein Buch, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit, veranstalteten damit Lesungen und Diskussionsabende.<\/p>\n<p>Das war und ist alles sinnvoll, keine Frage. Auch muss ich jetzt hier nicht noch mal \u00fcber die langsame, aber umso nachhaltigere Wirkung kleinteiligen Engagements referieren und dar\u00fcber, dass zu einem allm\u00e4hlichen gesellschaftlichen Bewusstseinsprozess auch und gerade die Schreibenden ihren Anteil beitragen m\u00fcssen. Denn Fremdheit ist eine sch\u00f6pferische Kraft, f\u00fcr die Gesellschaft, aber auch in der Literatur. Sie lebt von der Ambivalenz, von Reibung und Widerspr\u00fcchlichkeit.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gilt das alles noch. Aber vielleicht will ich es auch deshalb nicht noch einmal breittreten, weil ich es einfach selbst nicht mehr recht h\u00f6ren kann. Und genau das beunruhigt mich so; dass ich meinen eigenen Worten nicht mehr richtig traue; dass ich, obwohl ich Alarmismus eigentlich ablehne, weil er fast immer kontraproduktiv ist, den Eindruck einer schleichenden Eskalation nicht loswerde und mich im n\u00e4chsten Moment schon wieder frage, ob ich damit nicht l\u00e4ngst selbst jenem Furor aufsitze, den ich an den Rechten und &#8218;Besorgten&#8216; so verachte.<\/p>\n<p>Noch vor ein paar Monaten schrieb ich im Vorwort zu dem Buch <em>Fremd<\/em>, &#8222;die reine Konfrontation, das Sich-gegenseitig-runterschreien-oder-anschweigen (&#8230;) \u2013 droht das nicht, allzu leicht in Verkn\u00f6cherungen zu f\u00fchren? Es muss doch zumindest noch einen weiteren Weg geben&#8220;. Ich meinte einen zugewandteren, diskursiveren Weg und berief mich sogar noch auf Jean Am\u00e9ry und seine <em>Ressentiments<\/em>, die er bei aller Wut stets auch als Angebot zu einem zornigen Gespr\u00e4ch mit der anderen Seite, den verkappten Nazis, verstand. &#8222;So ist das Ressentiment nicht zuletzt auch eine Verbindung zur Mitwelt, in der der Feind wieder zum Mitmenschen wird, und sei dies auch nur in einer utopischen Hoffnung.&#8220;<\/p>\n<p>Die Hoffnung bleibt, und ich rede mir beherzt zu, dass nat\u00fcrlich auch der widerw\u00e4rtigste P\u00f6bler noch ein Mitmensch ist, selbst wenn schon der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident sagt, die Hetzer von Clausnitz und Bautzen seien &#8222;keine Menschen&#8220; mehr. Aber bei allem Willen, bei aller Ratio: Mit meinem Gef\u00fchl stimmt etwas nicht mehr richtig. Manchmal, wenn ich montags zuf\u00e4llig am Odeons- oder Marienplatz vorbeikomme, wo Pegida nun wieder verst\u00e4rkt &#8222;Mahnwachen&#8220; abh\u00e4lt, ertappe ich mich mit Schrecken bei dem Wunsch, vom Fahrrad zu steigen, ganz ruhig zu einem der Pegisten hinzugehen und ihm ansatzlos mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen \u2013 einfach weil er nach eineinhalb Jahren Diskussion hier immer noch steht und sein dummes, hundertmal widerlegtes Zeug herumpl\u00e4rrt und weil er deswegen nichts anderes ist als ein beschissenes rassistisches Arschloch.<\/p>\n<p>Einfach nur zuschlagen. Vielleicht auch sich selber eine einfangen. Alles w\u00e4re dann Schmerz und Klarheit.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, mir ist bewusst, dass das nur Affekte sind, kurze Entgleisungen, gegen die niemand gefeit ist. Andererseits: ist das nicht wenig. Der Riss ist jetzt auch in mir.<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen bin ich nachts schwei\u00dfgebadet aus dem Schlaf aufgeschreckt. Ich wei\u00df nicht mehr, was ich getr\u00e4umt hatte, aber ich wei\u00df, dass meine Furcht mit dem Erwachen nicht verschwand, sondern ich wie erstarrt verharrte und ohne zu atmen nach drau\u00dfen horchte, vollkommen sicher, dass sich von dort etwas mit gro\u00dfer Geschwindigkeit n\u00e4herte, vielleicht ein Angriff, vielleicht ein Sturm. Meine Freundin, die von meinem schnellen Hochschrecken neben mir aufgewacht war, fragte verschlafen &#8222;Was hast du, was ist denn da?&#8220;, und nach einem l\u00e4ngeren Moment, in dem ich weiter nur reglos in die Stille lauschte, fl\u00fcsterte ich: &#8222;Ich wei\u00df es nicht, aber ich glaube, es geht los.&#8220;<\/p>\n<p>_________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Aufgrund der gro\u00dfen Nachfrage gibt es jetzt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor Jahren glaubten wir, den Rechtsradikalismus \u00fcberwunden zu haben. Nun m\u00fcssen wir den Riss erkennen, der unser Land durchzieht. Er k\u00f6nnte nicht bedrohlicher sein. [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1046,"featured_media":3341,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-3334","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft-politik","category-schriftstellerleben"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Vor Jahren glaubten wir, den Rechtsradikalismus \u00fcberwunden zu haben. Nun m\u00fcssen wir den Riss erkennen, der unser Land durchzieht. Er k\u00f6nnte nicht bedrohlicher sein. [\u2026]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Freitext\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2016-03-19T05:00:35+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2016-03-18T11:05:51+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Fridolin Schley\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:image\" content=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2016\/03\/freitextmuetze.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Fridolin Schley\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"13\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/\",\"name\":\"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\"},\"datePublished\":\"2016-03-19T05:00:35+00:00\",\"dateModified\":\"2016-03-18T11:05:51+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/709f06358dbea5ae47f5ec610f8ac11b\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\",\"name\":\"Freitext\",\"description\":\"Feld f\u00fcr literarisches Denken\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/709f06358dbea5ae47f5ec610f8ac11b\",\"name\":\"Fridolin Schley\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a7e6ac306b943a4542d045138ef4a7f0a543ec0e9792f9230c8ec64842e282ee?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a7e6ac306b943a4542d045138ef4a7f0a543ec0e9792f9230c8ec64842e282ee?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Fridolin Schley\"},\"description\":\"Fridolin Schley, 1976 geboren, studierte u. a. Germanistik, Philosophie und Politik in M\u00fcnchen und Berlin. Er promovierte \u00fcber W. G. Sebald. Seit 2001 ver\u00f6ffentlicht er Prosa und Essays, u.a. den Roman \\\"Verloren, mein Vater\\\" und die Erz\u00e4hlungen \\\"Wildes sch\u00f6nes Tier\\\". Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Tukan-Preis. 2015 gab er das Buch \\\"Fremd\\\" heraus, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit. Im M\u00e4rz 2016 erscheint seine Novelle \\\"Die Ungesichter\\\". Er lebt in M\u00fcnchen.\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/fridolin-schley\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext","og_description":"Vor Jahren glaubten wir, den Rechtsradikalismus \u00fcberwunden zu haben. Nun m\u00fcssen wir den Riss erkennen, der unser Land durchzieht. Er k\u00f6nnte nicht bedrohlicher sein. [\u2026]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/","og_site_name":"Freitext","article_published_time":"2016-03-19T05:00:35+00:00","article_modified_time":"2016-03-18T11:05:51+00:00","author":"Fridolin Schley","twitter_card":"summary_large_image","twitter_image":"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2016\/03\/freitextmuetze.jpg","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Fridolin Schley","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"13\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/","name":"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein - Freitext","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website"},"datePublished":"2016-03-19T05:00:35+00:00","dateModified":"2016-03-18T11:05:51+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/709f06358dbea5ae47f5ec610f8ac11b"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/03\/19\/rechtsradikalismus-riss-schley\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die Folgen k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/","name":"Freitext","description":"Feld f\u00fcr literarisches Denken","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/709f06358dbea5ae47f5ec610f8ac11b","name":"Fridolin Schley","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a7e6ac306b943a4542d045138ef4a7f0a543ec0e9792f9230c8ec64842e282ee?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a7e6ac306b943a4542d045138ef4a7f0a543ec0e9792f9230c8ec64842e282ee?s=96&d=mm&r=g","caption":"Fridolin Schley"},"description":"Fridolin Schley, 1976 geboren, studierte u. a. Germanistik, Philosophie und Politik in M\u00fcnchen und Berlin. Er promovierte \u00fcber W. G. Sebald. Seit 2001 ver\u00f6ffentlicht er Prosa und Essays, u.a. den Roman \"Verloren, mein Vater\" und die Erz\u00e4hlungen \"Wildes sch\u00f6nes Tier\". Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Tukan-Preis. 2015 gab er das Buch \"Fremd\" heraus, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit. Im M\u00e4rz 2016 erscheint seine Novelle \"Die Ungesichter\". Er lebt in M\u00fcnchen.","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/fridolin-schley\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/03\/freitextmuetze.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1046"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3334"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3603,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334\/revisions\/3603"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}