{"id":4256,"date":"2016-09-11T06:00:55","date_gmt":"2016-09-11T04:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=4256"},"modified":"2016-09-09T15:53:06","modified_gmt":"2016-09-09T13:53:06","slug":"bibliotheken-abschied-digitalisierung-de-velasco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2016\/09\/11\/bibliotheken-abschied-digitalisierung-de-velasco\/","title":{"rendered":"Schuld ist nicht die Digitalisierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>In Bibliotheken ging man fr\u00fcher \u00e4hnlich wie in die Kirche. Heute sind diese Orte der Besinnung verschwunden oder zu l\u00e4rmenden B\u00fccherhallen geworden. Ein Abschiedsbrief<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_4265\" aria-describedby=\"caption-attachment-4265\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-4265\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2016\/09\/freitext-bibliothek-1024x576.jpg\" alt=\"\u00a9 Dean Mouhtaropoulos\/Getty Images\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/09\/freitext-bibliothek-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/09\/freitext-bibliothek-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2016\/09\/freitext-bibliothek-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4265\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Dean Mouhtaropoulos\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die Bibliothek ist, schon seit ich denken kann, immer ein zentraler Ort in meinem Leben gewesen. Lange Zeit glaubte ich, dass die Bibliothek f\u00fcr mich vielleicht das ist, was f\u00fcr meine spanische Gro\u00dfmutter fr\u00fcher die Kirche war. Genau wie meine Gro\u00dfmutter ging ich mindestens einmal die Woche hin, schm\u00f6kerte, st\u00f6berte und fand \u2013 wenn es mir einmal nicht so gut ging \u2013 in der Stille und dem vertrauten Geruch von altem oder druckfrischem Papier h\u00e4ufig Trost.<!--more--><\/p>\n<p>Schon seit einigen Jahren gehe ich nicht mehr regelm\u00e4\u00dfig in die Bibliothek. Am Anfang dachte ich, das h\u00e4tte nur mir zu tun bzw. mit dem Internet und den digitalen Medien, dabei habe ich nicht einmal einen Kindle-Reader. Ich dachte, es h\u00e4tte damit zu tun, dass ich mir jetzt mehr B\u00fccher kaufe als fr\u00fcher, wo ich noch Sch\u00fclerin und Studentin war oder vielleicht \u2013 und das war meine schlimmste Bef\u00fcrchtung \u2013 damit, dass ich jetzt &#8222;erwachsen&#8220; bin und &#8222;f\u00fcr sowas keine Zeit mehr&#8220; habe, so wie man halt wird als richtiger Erwachsener: Man hat f\u00fcr nichts mehr Zeit und ist st\u00e4ndig m\u00fcde, wegen des Jobs und der Kinder, dabei habe ich weder einen richtigen Job noch ein richtiges Kind (ein Hund gilt nicht, oder?). Inzwischen bin ich anderer Meinung. Es ist nicht meine Schuld, dass ich kaum noch in die Bibliothek gehe \u2013 zumindest nicht nur. Mit der Bibliothek und mir ist es wie mit jeder anderen gescheiterten Beziehung: Am Ende sind immer beide daran schuld.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df noch genau, wann meine Beziehung zur Bibliothek anfing zu kriseln. Ich arbeitete damals als studentische Hilfskraft in der Institutsbibliothek Europ\u00e4ische Ethnologie der HU Berlin. Unser Institut war gerade erst vom Schiffbauerdamm in ein mond\u00e4nes Geb\u00e4ude an der Mohrenstra\u00dfe umgezogen. Wir Studierenden hassten das Geb\u00e4ude nicht zuletzt wegen seines kolonialrassistischen Stra\u00dfennamens, der bis heute trotz zahlreicher Anl\u00e4ufe etlicher Initiativen nicht ge\u00e4ndert worden ist. In der neuen Bibliothek hatte man die einzelnen Etagen durch Metallstegb\u00f6den getrennt, was dazu f\u00fchrte, dass man allen Studierenden unter den Rock schauen konnte. Fast t\u00e4glich gab es Beschwerden. Ich nahm sie hinter meinem Tresen entgegen und wurde angewiesen, die Studierenden damit zu vertr\u00f6sten, dass die Institutsbibliothek in kurzer Zeit eh schlie\u00dfen w\u00fcrde, da dann ein Dutzend Institutsbibliotheken der HU Berlin \u2013 unter anderem unsere \u2013 ins Grimmzentrum z\u00f6gen.<\/p>\n<p><strong>Verschwundene B\u00fccher<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des provokanten Metallbodens war unsere Institutsbibliothek immer noch ein Ort, der gern besucht wurde. Es war still, man hatte eine*n Ansprechpartner*in, falls man etwas nicht auf Anhieb fand und selbst die Professor*innen kamen regelm\u00e4\u00dfig zu uns herunter und st\u00f6berten im Neuerscheinungsregal. Es waren kaum B\u00fccher verstellt, man fand alles schnell, obwohl wir in dieser Zeit viel zu tun hatten. F\u00fcr den Umzug ins Grimm-Zentrum mussten alle unsere B\u00fccher in die Regensburger Verbundsklassifikation aufgenommen werden, das hei\u00dft, wir Hilfskr\u00e4fte signierten in jeder freien Minute um. Von relativ kurzen Signaturen signierten wir auf die ewig langen RVK-Signaturen um: aus Dq64 wurde LB14032B515-69.<\/p>\n<p>Mit dem Umzug \u00e4nderte sich alles. Ich beendete mein Studium, arbeitete nicht mehr als studentische Hilfskraft und suchte die Bibliothek wieder ausschlie\u00dflich als Leserin auf. Die Begeisterung \u00fcber das Grimm-Zentrum war am Anfang gro\u00df. Auch ich liebte es in den ersten Monaten nach seiner Er\u00f6ffnung. Der riesige Lesesaal, die flexiblen \u00d6ffnungszeiten, doch deuteten sich schon bald Probleme an, die inzwischen alle gro\u00dfen Uni-Bibliotheken Deutschlands beherrschen. Es wurde immer voller. Es gab nicht gen\u00fcgend Schlie\u00dff\u00e4cher, aber vor allem gab es kaum noch Personal, von Neuerscheinungsregalen oder kompetenter Beratung gar nicht zu sprechen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Studierende, die heutzutage in wesentlich k\u00fcrzerer Zeit einen Studienabschluss erwerben m\u00fcssen, ist das eine Katastrophe. F\u00fcr mich, die zwar noch in Ruhe ihren Magisterabschlus machen konnte, ist es zumindest \u00e4rgerlich, und es st\u00f6rt meine Beziehung zu Bibliotheken allgemein. Einige seiner anf\u00e4nglichen Probleme hat das Grimm-Zentrum wieder in den Griff bekommen, doch die langen RVK-Signaturen, die nach und nach von fast allen Bibliotheken in Deutschland und z.T. auch vom Ausland \u00fcbernommen worden sind, scheinen zu lang f\u00fcr das menschliche Gehirn zu sein, denn immer mehr B\u00fccher sind verstellt, \u2013 sprich, stehen nicht dort, wo sie stehen sollten. Dies erscheint umso grotesker, wenn man sich den Imagefilm der RVK-Mediathek anschaut: Eine junge Frau wartet am gedeckten Tisch auf ihren Freund, der viel zu sp\u00e4t zum Date kommt und sich damit entschuldigt, dass er ein bestimmtes Buch in der Bibliothek nicht finden konnte. Sie haut ihm eine runter, mit der Begr\u00fcndung, dass man mit den RVK-Signaturen alle B\u00fccher sofort f\u00e4nde, und das diese Ausrede deswegen gelogen sein muss. Die Wahrheit ist eine andere: Es ist sehr wahrscheinlich, dass man ein Buch mit RVK-Signatur nicht findet, weil viele verstellt sind.<\/p>\n<p><strong>Das Gesicht des ersten Bibliothekars<\/strong><\/p>\n<p>Zum Verweilen laden Bibliotheken schon lange nicht mehr ein. Wenn man heute in eine wissenschaftliche Bibliothek geht, dann nicht, um zu st\u00f6bern oder zu schauen, mit welchen Themen sich die neueste Forschung besch\u00e4ftigt, nicht um sich inspirieren zu lasen, um B\u00fccher in die Hand zu nehmen, sie wieder wegzustellen oder mit ihnen zu verweilen. Nun mag man argumentieren, dass wissenschaftliche Bibliotheken schon immer mit gro\u00dfen Magazinbest\u00e4nden gearbeitet haben, und es ja auch noch die \u00f6ffentlichen Bibliotheken gibt. Ich bin bis vor einigen Jahren regelm\u00e4\u00dfig in die Helen-Nathan-Bibliothek in Neuk\u00f6lln gegangen. Ich habe diese Bibliothek immer geliebt. Die Auswahl war riesig, es gab eine tolle Kinder- und Jugendbibliothek, man konnte wunderbar durch die Regale st\u00f6bern, und nicht nur jede Menge B\u00fccher, sondern auch H\u00f6rb\u00fccher, DVDs, CDs und sogar Musiknoten ausleihen. Der Wandel in der Helene-Nathan-Bibliothek begann schleichend. Zuerst fiel mir auf, dass es immer lauter wurde. Immer \u00f6fter tobten schreiende, nur in Strumpfhosen bekleidete Kleinkinder am Eingang herum, whatsappende Teenager l\u00e4rmten, Rollatorschieber*innen palaverten. Die Mitarbeiter*innen versuchten einzugreifen, konnten sich aber immer weniger durchsetzen. Schlie\u00dflich wurde der obere Teil der Bibliothek zum Ruheteil deklariert, w\u00e4hrend unten \u2013 inzwischen von den Mitarbeiter*innen toleriert \u2013 Stimmung herrschte wie auf einem Bahnhof.<\/p>\n<p>Als ich vor ein paar Jahren aus Neuk\u00f6lln wegzog, war mir die Lust auf den w\u00f6chentlichen Bibliotheksbesuch bereits vergangen. In der Mittelpunktbibliothek in Sch\u00f6neberg bin ich nie richtig angekommen. Die Gesichter der Mitarbeiter*innen sind mir fremd \u2013 nie w\u00fcrde ich sie auf der Stra\u00dfe wieder erkennen, dabei kann ich mir Gesichter besonders gut merken. An das Gesicht meines ersten Bibliothekars kann ich mich bis heute erinnern, an die dicke Warze auf seinem pockennarbigen Kinn, und die Mitarbeiter*innen aus meiner Schulbibliothek kenne ich noch heute mit Namen. Viele meiner Freund*innen finden das albern oder zumindest kauzig. Wenn ich versuche mit meinen Freund*innen \u00fcber mein Verlustgef\u00fchl zu sprechen, dann werde ich meistens nicht ernst genommen, und auch ich selber hinterfrage dieses Gef\u00fchl. Ist es vielleicht das erste Zeichen des Alterns, diese Sehnsucht nach Dingen, die im Begriff sind zu vergehen? Ist das vielleicht der erste Schritt zum allseits aus gutem Grund verhassten &#8222;Fr\u00fcher war alles besser&#8220;-Credo, mit dem die Eltern einen als Kind schon genervt haben?<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich. Wom\u00f6glich aber auch nicht. Die \u00f6ffentlichen Bibliotheken sind genau wie die wissenschaftlichen Bibliotheken \u00fcberall in Deutschland Rationalisierungsprozessen zum Opfer gefallen. Die Zusammenlegung und B\u00fcndelung von Best\u00e4nden in immer gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ude und Verbundsklassifikationen ist auch im Management der \u00f6ffentlichen Bibliotheken ein Mittel geworden, um Zeit und Kosten zu sparen. So plant der Berliner Senat schon lange den Bau einer neuen Zentral- und Landesbibliothek. Was zun\u00e4chst als sinnvolles Projekt erscheint, entpuppt sich aber bei genauerem Hinschauen, \u00e4hnlich wie der Bau des Grimm-Zentrums, als R\u00fcckschritt. Auch hier soll durch ein neues Geb\u00e4ude die B\u00fcndelung von Best\u00e4nden und die B\u00fcndelung dieser Best\u00e4nde in gr\u00f6\u00dfere Verbundklassifikationen vorangetrieben werden. Langfristig amortisieren sich die Baukosten durch den Abbau von Personal und individuellen Systematiken \u2013 sprich: das, was eine Bibliothek ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Obdachlose mit Buch in der Hand<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Treffpunkte des Austausches, Orte der Begegnung&#8220; \u2013 so, hei\u00dft es auf der Website der Zentralbibliothek Berlin, sollen Bibliotheken heute sein. Habe ich irgendwas falsch verstanden? Ich will in der Bibliothek niemandem begegnen. Ich will mich auch nicht austauschen, wenn ich in die Bibliothek gehe. Ich will mich an einen stillen Ort begeben, an dem jemand sich ein kluges System ausgedacht hat, in dem B\u00fccher und andere Medien geordnet beieinander stehen. Konsequenterweise spricht der Vorstand der Zentralbibliothek Berlin von Bibliotheken als &#8222;<em>Information Stores<\/em>&#8222;, aber Medien, egal ob B\u00fccher oder TV-Serien, sind nicht einfach nur Informationen, und eine Bibliothek ist auch kein <em>Store<\/em>, das hei\u00dft weder ein Lager noch ein Laden. Eine Bibliothek, die ihre Best\u00e4nde nicht einmal mehr selbst ausw\u00e4hlt und einkauft, sondern solche T\u00e4tigkeiten auslagert, so wie es der Vorstand und Managementdirektor der ZLB Volker Heller in Zukunft betreiben will, ist keine Bibliothek mehr. Doch dies scheint genau das zu sein, was Entscheidungstr\u00e4ger*innen aus den \u00f6ffentlichen Bibliotheken machen wollen \u2013 einen verk\u00fcmmerten toten Arm, der nur noch als Handlanger des Internets dient. Die Bibliothek der Zukunft &#8222;kann bei der Informationsbeschaffung anleiten: Wie finde ich im Internet eine relevante Information, die mir Google nicht geliefert hat?&#8220; ist nur eine der vielen alarmierenden Aussagen, die Vorstandsvorsitzender Heller trifft.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind auch und insbesondere Bibliotheken durch die Digitalisierung einem Ver\u00e4nderungsprozess unterlegen und sollten sich diesen Ver\u00e4nderungen aktiv stellen. Dass Bibliotheken unter dieser vermeintlichen Pr\u00e4misse jedoch zu l\u00e4rmenden B\u00fccherlagern verkommen, die keine Kontrolle mehr \u00fcber individuelle Best\u00e4nde und Systematiken haben, ist grundlegend falsch und hat mit Anpassung an die Zukunft nichts zu tun. Gerade die Systematik, d. h. die Art und Weise, wie Medien in einer Bibliothek zusammengestellt werden, welche Daten mir eine Datenbank in einer Bibliothek zu einem bestimmten Thema ausspuckt, bereiten das Wissen auf eine Art und Weise auf, die nicht nur einem digitalen Algorithmus entspringt, sondern von jemandem kommt, der denkt und f\u00fchlt, der Vorlieben und Abneigungen hat, und gerade das sch\u00e4tze ich an einer Bibliothek.<\/p>\n<p>Gegen diesen Gleichmach- und Rationalisierungstrend, der Bibliotheken in ganz Deutschland betrifft, regt sich immer wieder Unmut, sowohl seitens der Leser*innnen als auch von engagierten Mitarbeiter*innen. Zu Recht, denn Bibliotheken gehen alle was an. Es sind \u00f6ffentliche Orte, die f\u00fcr alle Bewohner*innen einer Stadt, egal ob arm oder reich, da sind \u2013 genau wie Krankenh\u00e4user oder Kirchen. In Europa vergisst man das vielleicht oft, aber um zu beobachten, dass Bibliotheken mehr sind als <em>Information Stores<\/em>, dass sie auch viel mehr sind als eine Ansammlung von B\u00fcchern und Filmen, die jemand mit Leidenschaft ausgesucht und einsortiert hat, sollte man einmal die New York Public Library auf der 5th Avenue oder die San Francisco Public Library besuchen. Sobald die Tage k\u00fcrzer und k\u00e4lter werden, w\u00e4rmen sich dort w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten viele Obdachlose, mit billigem Kaffee \u2013 und einem Buch in der Hand.<\/p>\n<p>Vor einiger Zeit habe ich erfahren, dass die in meiner alten Schule integrierte Stadtteilbibliothek geschlossen wurde. Als mein alter Deutschlehrer mir davon berichtete, hatte er Tr\u00e4nen in den Augen. Ich musste an die Bibliothekarin Frau Klein denken, daran, wie nett sie war, ich musste an das Sch\u00fclerpraktikum denken, das ich dort absolvierte, weil ich mich nicht rechtzeitig um etwas anderes gek\u00fcmmert hatte, an die vielen Stunden, die ich dort verbrachte, wenn ich mal wieder aus dem Unterricht geflogen war, wie ich bis zum Gong auf den kratzigen Sesseln <em>Schl\u00fcmpfe<\/em>-Comics las. Sogar \u00fcbernachtet habe ich einmal dort, w\u00e4hrend der ersten Bonner Lesenacht, die mein Deutschlehrer f\u00fcr unseren Jahrgang organisierte. Wir durften in der Bibliothek nichts essen, aber Jana, die junge Auszubildende, brachte uns heimlich Gummib\u00e4rchen und Kn\u00e4ckebrot an unsere Schlafs\u00e4cke. Ich gab Jana am n\u00e4chsten Tag mein Poesiealbum. Sie war in ihrem letzten Ausbildungsmonat und w\u00fcrde bald an die Stadtteilbibliothek in Bad Godesberg versetzt werden. &#8222;Du wirst mir fehlen! Ich hoffe du erinnerst dich gern an mich \u2013 Jana aus der Bibliothek&#8220;, schrieb sie in mein Poesiealbum. Ja, ich erinnere mich gern und ja: Sie wird mir fehlen, die alte Schulbibliothek, genau wie all die anderen im sterben liegenden Bibliotheken.<\/p>\n<p>_________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Aufgrund der gro\u00dfen Nachfrage gibt es einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Bibliotheken ging man fr\u00fcher \u00e4hnlich wie in die Kirche. Heute sind diese Orte der Besinnung verschwunden oder zu l\u00e4rmenden B\u00fccherhallen geworden. 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