{"id":4949,"date":"2017-01-31T09:45:44","date_gmt":"2017-01-31T08:45:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=4949"},"modified":"2017-01-31T15:46:02","modified_gmt":"2017-01-31T14:46:02","slug":"fake-news-individualitaet-niemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/01\/31\/fake-news-individualitaet-niemann\/","title":{"rendered":"Du bist Fake-News"},"content":{"rendered":"<p><strong>Politik, die bewusst mit falschen Tatsachen argumentiert, bedroht die Existenz jedes Einzelnen von uns: Wir werden weggewischt wie eine Falschmeldung von gestern.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_4955\" aria-describedby=\"caption-attachment-4955\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-4955\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/01\/freitext-fake-news-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/01\/freitext-fake-news-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/01\/freitext-fake-news-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/01\/freitext-fake-news-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4955\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Annie Spratt\/unsplash.com (https:\/\/unsplash.com\/@anniespratt)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Um es vorweg zu sagen: Ich habe keine Erkl\u00e4rung parat f\u00fcr das, was mich \u2013 wie so viele andere Menschen auch \u2013 derzeit beinahe t\u00e4glich in Fassungslosigkeit st\u00fcrzt. Ich vertrete auch keine Meinung, die man <em>liken<\/em> oder <em>disliken<\/em> k\u00f6nnte. Kaum eine Nachrichtensendung, bei der mir nicht pl\u00f6tzlich das Realit\u00e4tsbild verrutscht und ich mich frage: Bin ich in irgendeiner dystopischen Kinofantasie gelandet? Was machen die da? Wie reden die? Was f\u00fcr eine Wirklichkeit wird da durch Worte und Bilder geschaffen? Wie konnte es so weit kommen?<!--more--><\/p>\n<p>Ich ahne es, aber kann es noch nicht fassen, das macht ja meine Fassungslosigkeit aus. Andererseits kreist mein Denken im Grunde st\u00e4ndig um das, was mich so fassungslos macht. Vielmehr es schwirrt. Es ist ein ganzer Schwarm von Gedanken, der aufgescheucht kreuz und quer in alle Richtungen stiebt und die Enge meines Kopfes ausf\u00fcllt, gegen die Begrenzungen des Sch\u00e4dels prallt und zur\u00fcckgeschleudert wird in den Tumult, der strenggenommen immer der Begleiter meines Lebens als Schriftsteller gewesen ist. Meines Lebens \u00fcberhaupt. Weil ich nie ganz fassen kann, was mich als Wirklichkeit umgibt, was mein Dasein auf der Achse fortschreitender Zeit und Ver\u00e4nderung beeinflusst und bestimmt und ausmacht. Weil mir nie eine fertige Sprache zur Verf\u00fcgung steht, die auszudr\u00fccken in der Lage ist, was gerade geschieht. Ich immer erst durch Nachdenken und Schreiben, durch Lesen, also durch Auseinandersetzung mit dem Nachdenken und Schreiben anderer, und \u2013 was \u00fcber das Denken hinausgeht \u2013 durch Erz\u00e4hlen, die M\u00f6glichkeitsform der Fiktion, mich \u2013 vielleicht, hoffentlich \u2013 Erkenntnissen und Erfahrungen formulierend ann\u00e4here, die das Wirkliche auf ihre hinter den Wort- und Bilderschleiern verborgenen Zusammenh\u00e4nge durchdringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Affekt- und Ideologiegeschosse<\/strong><\/p>\n<p>Doch gerade jetzt, in diesem Zustand einer Fassungslosigkeit, die den gewohnten Taumel meiner Weltwahrnehmung in einem so hohen Ma\u00df \u00fcberschreitet, dass mir die durch jahrzehntelange \u00dcbung vertrauten Prozesse der Sprachfindung f\u00fcrs erste nicht weiterzuhelfen scheinen, ist mir der Sprung ins Fiktionale f\u00fcrs erste verwehrt, ger\u00e4t mir selbst die Fiktion unter Verdacht. Als st\u00fcnde pl\u00f6tzlich das Geschichtenerz\u00e4hlen als Form, die offen bekannte Erfindung von Wirklichkeit als (um ein <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/17\/L-S-Benjamin-Biografie\">Walter-Benjamin<\/a>-Wort zu gebrauchen:) &#8222;Armatur&#8220; des Menschen gegen die Zumutungen einer vorget\u00e4uschten Realit\u00e4t zur Disposition. Als w\u00e4re die Fassungslosigkeit zu gro\u00df, um Sprache zu werden. Als k\u00f6nnte Literatur derzeit nur so tun, als w\u00e4re sie Literatur, nur erf\u00fcllen, was jemand anders, jedenfalls nicht sie selbst, beschlossen hat, dass sie zu sein habe, oder was jemand anders, nicht sie selbst, glaubt, dass wieder andere glauben, es sei Literatur. Als geh\u00f6rte die Behauptung ihrer Existenz ebenfalls schon ins Reich der Fake-News.<\/p>\n<p>Woher r\u00fchrt der Verdacht? Mein scheinbar abruptes, in Wahrheit schon l\u00e4ngere Zeit wachsendes und mittlerweile ausgewachsenes Misstrauen und Selbstmisstrauen? Und was hat das mit meiner Fassungslosigkeit angesichts der t\u00e4glichen Meldungen zu tun? Als Bumerang schie\u00dfen die Fragen in den Kopftumult zur\u00fcck, wo sie an anderen Fragen und Gedanken zerschellen, bis auf einmal ein n\u00e4chster neuronaler Impuls vordringlich wird, n\u00e4mlich dieser:<\/p>\n<p>Ich habe geschrieben, dass mir keine Sprache zur Verf\u00fcgung steht, um die Gegenwart zu erfassen. Dass ich deshalb unerm\u00fcdlich S\u00e4tze bildete, sie aufschrieb. So machte ich mein Denken gleichsam laut, lauter als ein Mund es je k\u00f6nnte, machte es leise, leiser als eine Stimme es je verm\u00f6chte. Laut, weil die Gedanken durch Formulierung aus meinem Sch\u00e4del befreit, \u00fcber den unmittelbar umgebenden Raum hinausgetragen wurden in einen Sprachraum. Worin sich auch andere aus ihren Sch\u00e4deln befreite Gedanken und S\u00e4tze aufhielten, damit sie in einem Prozess wechselseitiger Anregung und Befruchtung, aber auch der Abwehr und Kollision vielleicht zu so etwas wie einer Verst\u00e4ndigung kommen konnten. Leise, weil diese wie treffend auch immer formulierten und geordneten S\u00e4tze, Wortgebilde sind, der Pr\u00fcfung, des Einspruchs, der weiteren Vertiefung zug\u00e4nglich und f\u00e4hig. Durch andere, durch mich selbst. Schreiben bedeutete mir immer Ent\u00e4u\u00dferung, ein Abr\u00fccken von den Beschr\u00e4nkungen des Ichs, um in eine Zwischenzone \u00fcberzutreten, in der die \u00dcberw\u00e4ltigungen medialer Alltagsrealit\u00e4t, ihre Affekt- oder Ideologiegeschosse, die unabl\u00e4ssig auf mein Bewusstsein zielen, wenn schon nicht g\u00e4nzlich abgewehrt, so doch abgepuffert werden konnten.<\/p>\n<p><strong>Entw\u00fcrdigung des Gegen\u00fcbers<\/strong><\/p>\n<p>Warum aber muss ich zurzeit gerade dar\u00fcber so viel nachdenken? Weil ich den Eindruck nicht loswerde, dass es genau diese Zwischen- und Pufferzone der Sprache ist, die gerade der Zerst\u00f6rung preisgegeben wird? Einer Zerst\u00f6rung, die sich seit l\u00e4ngerem abzeichnet, jetzt fl\u00e4chendeckend zu werden droht? Und wieso erscheint mir die Art und Weise dieser Zerst\u00f6rung so \u00fcberaus perfide? Als w\u00fcrden die Voraussetzungen zwischenmenschlicher Verst\u00e4ndigung auf den Kopf gestellt! Was bedeutet es, wenn Macht und \u00d6ffentlichkeit pl\u00f6tzlich von Gesten der Verwerfung beherrscht werden, die jede M\u00f6glichkeit von Austausch von vornherein zunichtemachen? &#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/video\/2017-01\/5279184279001\/donald-trump-sie-sind-fake-news\">&#8222;<em>You are fake news<\/em>&#8222;<\/a> \u2013 Donald Trumps Bemerkung zum CNN-Reporter auf seiner ersten Pressekonferenz als President elected steht hier ja nur stellvertretend f\u00fcr einen Sprechakt, der bei den Putins, Erdo\u011fans, Rechtspopulisten und, als w\u00e4ren sie von einem Sprachvirus befallen, immer h\u00e4ufiger auch bei als seri\u00f6s geltenden Politikern, Moderatoren, Journalisten zu beobachten ist. Er transportiert die Haltung: Mit dir rede ich nicht, denn du repr\u00e4sentiert T\u00e4uschung, L\u00fcge, B\u00f6swilligkeit und Dummheit. Er sagt dar\u00fcber hinaus: die Welt der Medien ist grunds\u00e4tzlich Fake, deshalb ist es nicht nur moralisch richtig, sie nicht zur Kenntnis zu nehmen, sie zu verdrehen, l\u00e4cherlich zu machen, sondern auch v\u00f6llig legitim, sie mit eigenen Fake-News zu f\u00fcttern, auf ein paar L\u00fcgen mehr oder weniger kommt es schlie\u00dflich nicht an. Nicht zuletzt sagt er: Ich habe dich ein f\u00fcr allemal durchschaut, darum schere ich mich nicht mehr um dich, sondern agiere von nun an so, wie es allein f\u00fcr mich von Vorteil ist. Nicht nur deine Fakes ignoriere ich, sondern dich. Als Person, als Ich, als Mensch. Du bist Fake-News.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der literarische Gestus seit Aufkl\u00e4rung und Moderne darin besteht, sich durch Spracharbeit einem Erkennen anzun\u00e4hern, das durch welche Gr\u00fcnde auch immer verstellt ist, versucht der rhetorische Gestus seine aus Erkenntnis oder vermeintlicher Erkenntnis gewonnene \u00dcberzeugung mittels Sprache durchzusetzen. Mit dem Du-Bist-Fake-News-Gestus aber wird offenkundig ein dritter Typus sprachlichen Handelns in Stellung gebracht. Er besteht aus drei Komponenten: der Verweigerung von Kontaktaufnahme, der Entw\u00fcrdigung seines Gegen\u00fcber durch Verachtung und dem totalen Anspruch auf Deutungshoheit in einer ohnehin als Fake entlarvten \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Anspruch von Deutungshoheit<\/strong><\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich begreife ich ein wenig mehr von meiner Fassungslosigkeit. Zum einen verst\u00f6rt mich die Perversion einer f\u00fcr offene demokratische Gesellschaften konstitutiven Grundhaltung. Das Bewusstsein, dass wir von Illusionen \u00fcber die Wirklichkeit beherrscht werden und umstellt sind, das Bestreben, den &#8222;Schleier der Maya&#8220; in Frage zu stellen, ist essenzielle Vorbedingung f\u00fcr das Zustandekommen jedes Dialogs. Weil wir uns einigen wollen \u00fcber die Wahrheit der Fakten, f\u00fchren wir ihn. Und es ist ein Dialog, der nie enden kann und nicht enden darf, sollen nicht T\u00e4uschungen, L\u00fcgen und Dummheit sich der Realit\u00e4t bem\u00e4chtigen. Wie <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/47\/Vorbilder-Arendt\">Hannah Arendt<\/a> in ihrer Lessing-Rede sagte: &#8222;Nicht nur die Einsicht, dass es die eine Wahrheit innerhalb der Menschenwelt nicht geben kann, sondern die Freude, dass es sie nicht gibt und das unendliche Gespr\u00e4ch zwischen den Menschen nie aufh\u00f6ren werde, solange es Menschen gibt, kennzeichnet die Gr\u00f6\u00dfe Lessings.&#8220; Die <em>You-Are-Fake-News<\/em>-Geste hingegen tarnt sich in einer Art feindlicher \u00dcbernahme als Geste der Aufgekl\u00e4rtheit, um eben dieses unendliche Gespr\u00e4ch zu sabotieren und ihre Interessen r\u00fccksichtslos durchzusetzen. Aber kann in dem Fall von Sabotage \u00fcberhaupt noch die Rede sein? Setzt sie nicht ein Bewusstsein voraus f\u00fcr das, was sabotiert werden soll? W\u00e4hrend hier nur krude Ignoranz am Werk ist?<\/p>\n<p>Zum anderen best\u00fcrzt mich eine Entwicklung, die sich im Begriff &#8222;feindliche \u00dcbernahme&#8220; bereits andeutet, die seit langem in alle Teilbereiche der Gesellschaft eingedrungen ist, sich dort breitmacht und nun auch ganz unmittelbar die politische Herrschaft erfasst. \u2013 &#8222;Du wei\u00dft ja, Trump ist kein Zufall&#8220;, schrieb mir k\u00fcrzlich ein befreundeter Kollege, und ich dachte sofort: Nat\u00fcrlich wei\u00df ich das. \u2013 Doch genaugenommen ahne ich es nur, wenn auch ganz deutlich. Warum um alle Welt w\u00e4re Trump denn bittesch\u00f6n kein Zufall?<\/p>\n<p><em>You are fake news<\/em> \u2013 mit der in diesem Satz wortgewordenen Geste springt die Haltung der Marktideologie auf die politische Praxis \u00fcber. Es ist die Dynamik der sogenannten sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung, die, zum Kernprinzip gesamtgesellschaftlicher Organisation erhoben, die repr\u00e4sentativen und kritischen Instanzen eben dieser Gesellschaft kassiert und so zur endg\u00fcltigen Herrschaft strebt. Marktlogik reduziert den Menschen zum Konsumenten, die zwischenmenschlichen Beziehungen auf Konkurrenz. Schert sich nicht um gewachsene soziale und kulturelle Strukturen von Regionen, ganzen Weltgegenden, wenn es um Profitmaximierung geht \u2013 von der beruflichen Existenz kleiner Leute ganz zu schweigen. Zwingt mit ihrem alleinigen Argument, n\u00e4mlich die Wirtschaft anzukurbeln, die Menschen unter Arbeitsbedingungen der Selbstoptimierung und Selbstausbeutung, unter Einheitsbed\u00fcrfnisse, die entlang von Umsatzprognosen beliefert werden. Beansprucht die totale Deutungshoheit nach der Devise: Wahr, gut und rechtens ist, was sich durchsetzt. Jede Perspektive au\u00dferhalb der \u00f6konomischen wird ausgeblendet, jedes andere Interesse \u00fcbergangen. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis auch die Menschen, jeder Einzelne von uns, \u00fcbergangen wird.<\/p>\n<p><strong>Fiktion als M\u00f6glichkeitsraum<\/strong><\/p>\n<p>Der Philosoph <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/49\/postkolonialismus-achille-mbembe\">Achille Mbembe <\/a>vergleicht in seiner <em>Kritik der schwarzen Vernunft<\/em> die Praktiken der globalisierten \u00d6konomie mit den &#8222;Sklavenlogiken des Fangens und Erbeutens&#8220;. Die &#8222;kolonialen Logiken der Besetzung und Ausbeutung&#8220; greifen auf s\u00e4mtliche Strukturen unseres Zusammenlebens \u00fcber. Wie Sklaven seien Menschen des 21. Jahrhunderts zunehmend dazu verurteilt, &#8222;ihren K\u00f6rper und ihr Denken von au\u00dfen funktionieren zu sehen und in Zuschauer von etwas verwandelt zu sein, das ihre eigene Existenz war und nicht war&#8220;. Mit anderen Worten: Der schwarze, leere K\u00f6rper, die Nicht-Identit\u00e4t des &#8222;Negers&#8220; wird universell, das Gesicht des Menschen verschwindet hinter den Profilen der Trendforschung. Wir werden zum Produkt, das f\u00fcr seine eigene Produktion schuftet und zahlt. Aus dem Blickwinkel des Business erscheint alles jenseits der Projektionen der Profitmaschinerie als nachrangig und f\u00e4llt nicht ins Gewicht.<\/p>\n<p>Es ist die Ignoranz, Verachtung und Gewissenlosigkeit der Marktlogik, die sich in der \u00f6konomischen Globalisierung seit Jahrzehnten austobt und nun offenbar auch die Herrschaftslogik bef\u00e4llt. L\u00e4sst es sich vielleicht so sagen: Der <em>You-Are-Fake-News-<\/em>Gestus droht die &#8222;Fakeisierung&#8220; unserer Existenz in eine politische Realit\u00e4t zu \u00fcberf\u00fchren, in der die Lebenswirklichkeiten Einzelner keine Rolle mehr spielen? Weggewischt werden wie eine Falschmeldung von gestern? Ist die globale sch\u00f6pferische Zerst\u00f6rung durch die Marktideologie im Begriff, in eine globale geopolitische Verst\u00f6rung \u00fcberzugehen? Mit allen Konsequenzen?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich als Schriftsteller jedenfalls wird es darum gehen m\u00fcssen, den Raum der Fiktion als M\u00f6glichkeitsraum wiederzufinden, zu verteidigen und sichtbar zu machen \u2013 als den einzig realen Ort der Verst\u00e4ndigung.<\/p>\n<p>________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik, die bewusst mit falschen Tatsachen argumentiert, bedroht die Existenz jedes Einzelnen von uns: Wir werden weggewischt wie eine Falschmeldung von gestern. 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Zuletzt erschienen die Romane \"Willkommen neue Tr\u00e4ume\" (2008) und \"Die Einzigen\" (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er 2015 den Carl-Amery-Preis, 2016 den International Music Theatre Now Award f\u00fcr \"Musicophilia\" (B\u00fchnenfassung nach Oliver Sacks) und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Im April 2017 erschien der Essay \"Ersch\u00fctterungen. 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