{"id":5635,"date":"2017-06-06T12:28:57","date_gmt":"2017-06-06T10:28:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=5635"},"modified":"2017-06-06T13:36:21","modified_gmt":"2017-06-06T11:36:21","slug":"russland-reise-michael-kumpfmueller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/","title":{"rendered":"Meine Russlandgef\u00fchle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Denke ich an Russland, m\u00f6chte ich schreien. Auch nach meinem vierten Besuch verstehe ich es nicht. Aber ich bin ihm haltlos zugeneigt. Ein Reisebericht<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5652\" aria-describedby=\"caption-attachment-5652\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5652\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai.jpg 2000w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai-620x413.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5652\" class=\"wp-caption-text\">Sibirische Landschaft (\u00a9 Alex Kotomanov\/Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Meine kleine, sch\u00f6ne Erfahrung mit Russland ist, dass ich jedes Mal erstaunlich gl\u00fccklich dort bin.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich bin ich jede Sekunde v\u00f6llig ungl\u00fccklich in Russland, auf die elementarste Weise verloren, genervt, wenn etwas nicht klappt, entsetzt \u00fcber den Zustand der russischen Seele \u2013 von den Millionen Toten, die \u00fcberall im Lande herumgeistern und noch immer keine Bleibe gefunden haben, ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Und doch (oder vielleicht auch deshalb): Am Ende kommt immer eine einf\u00e4ltige Art Gl\u00fcck oder R\u00fchrung dabei heraus, wobei ich mich frage, ob es sich hierbei um eine private Bl\u00f6digkeit handelt oder etwas, das mit mir nur am Rande zu tun hat, weil es von weiter her kommt, aus der Tiefe des geschichtlichen Raums, sagen wir mal, der Tatsache, dass es die g\u00f6ttliche Musik von Schostakowitsch und Strawinsky gibt, die nicht weniger g\u00f6ttlichen B\u00fccher von Tschechow und Dostojewski und Gogol, um nur diese zu nennen; sie alle haben die russischen Paradoxien und Verh\u00e4ngnisse ja trefflich beschrieben und gelebt.<!--more--><\/p>\n<p>Denke ich an Russland, m\u00f6chte ich immer schreien: \u00dcber das menschliche Ungl\u00fcck an sich, seine Maschinenhaftigkeit, die ewige Wiederkehr des Gleichen in neuen Klamotten, um in diesem Wissen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einen trotzigen Hoffnungsfuror zu verfallen, in einen Wahn des Glaubens an das Gute, dessen empirische Basis in einer Handvoll menschlicher Begegnungen besteht, also im Grunde in nichts.<\/p>\n<p>Ich verstehe Russland auch nach der vierten Reise \u00fcberhaupt nicht. Ich versuche es auch gar nicht, um ehrlich zu sein, denn jeder Versuch w\u00fcrde meinen Glauben sofort zerst\u00f6ren, mein haltloses Zugeneigtsein, wenn es das trifft, mein musikalisches Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5638\" aria-describedby=\"caption-attachment-5638\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5638\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-1.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-1.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-1-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-1-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5638\" class=\"wp-caption-text\">Statuen vor blauem Himmel in Tomsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Meine Affenliebe zu <em>den Russen<\/em> \u2013 ich muss hier leider kurz pers\u00f6nlich werden \u2013 stammt aus den sp\u00e4tstalinistischen Jahren 1946 bis &#8217;51, denn in diesen knapp f\u00fcnf Jahren lebte meine Mutter, die eine Deutsche ist, in der N\u00e4he von Moskau in der kleinen Stadt Klin. Sie und ihre j\u00fcngere Schwester und die drei gro\u00dfen Br\u00fcder und nat\u00fcrlich die Mutter und der Vater, der bei der Firma Schott in Jena bis Kriegsende f\u00fcr den ordnungsgem\u00e4\u00dfen Betrieb der Glaswannen zust\u00e4ndig war und nun, als Wiedergutmachung, das von Deutschen 1941 zerbombte Glaswerk im Klin wieder zum Laufen oder besser: Schmelzen bringen sollte, zusammen mit ein paar Kollegen.<\/p>\n<p>Deshalb war meine Mutter in Russland; zehn Jahre war sie bei der Ankunft im Herbst 1946 und knapp f\u00fcnfzehn bei der R\u00fcckkehr im Januar 1951.<\/p>\n<p>Sie spricht bis heute ein fehlerfreies, moskowitisches Russisch, worauf sie sehr stolz ist, und war die einzige in ihrer Familie, die nie ein schlechtes Wort \u00fcber <em>die Russen<\/em> verlor. Im Gegenteil. Im Winter 1946\/47 w\u00e4ren die Deutschen aus Th\u00fcringen da dr\u00fcben in diesem verfluchten Russland, an dem sich bekanntlich schon ganz andere die Z\u00e4hne ausgebissen haben, beinahe verhungert, ja \u2013 aber eben auch die Russen.<\/p>\n<p>Das war blo\u00dfer Gerechtigkeitssinn, der meine Mutter so reden lie\u00df, sie war zeitlebens \u00fcberzeugte Sozialdemokratin und hasste vielleicht die Kommunisten, aber bestimmt nicht <em>die Russen<\/em>. Sie hatte eine Freundin namens Ljusja dort in Klin, das ich im Sommer 1998 mit ihr besucht habe, und vielleicht ging es bei meinen Russlandreisen ja von Anfang an darum, diese Ljusja wiederzufinden oder die russische Stimme meiner Mutter, die ich in mir trage, oder was immer ich da in mir trage, diese ihre Geschichte auf jeden Fall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5640\" aria-describedby=\"caption-attachment-5640\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5640\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-2.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-2.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-2-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-2-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5640\" class=\"wp-caption-text\">Der Autor im Moskauer Hotel (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Ich bin mir bis heute nicht sicher, was ich eigentlich vom Reisen halte. Vieles langweilt mich zu Tode, wenn ich auf Reisen bin. Es gibt zu viele Transitr\u00e4ume, die man durchqueren muss, die Einkaufsparadiese, die heutzutage Flugh\u00e4fen sind, die versehrten R\u00e4ume an den Stadtr\u00e4ndern, Hotellobbys, Fr\u00fchst\u00fccksr\u00e4ume, oder wo immer es um Schleusungsvorg\u00e4nge und das vorab definierte Wieder-Verschwinden geht, beim \u00dcberschreiten der Grenze, abends auf dem Hotelzimmer, wenn man durch fremde Fernsehkan\u00e4le zappt und die Vorr\u00e4te in den Minibars kontrolliert.<\/p>\n<p>Letztlich habe ich nie begriffen, warum man freiwillig und ohne jeden Grund auf Reisen gehen soll, von Sanatoriumszwecken oder spirituellen Abenteuern vielleicht abgesehen. Denn was macht man da eigentlich, wenn man, sagen wir, nacheinander durch f\u00fcnf oberitalienische St\u00e4dte spaziert oder durchs zweifellos sehr sch\u00f6ne Amsterdam und sich dann sagt: Das habe ich jetzt gesehen, es war sehr sch\u00f6n, deshalb bin ich hingefahren.<\/p>\n<p>Ich meine das in keiner Weise abf\u00e4llig oder tourismuskritisch (obwohl man jede Menge Tourismuskritisches sagen k\u00f6nnte), sondern gebe nur Auskunft dar\u00fcber, dass ich mir schon in meinem normalen Berliner Alltag wie ein kurz vorbeischauender oder durchreisender Tourist mit Google Maps und frei flottierenden Hungergef\u00fchlen vorkomme, und insofern kann ich gut und gerne zu Hause bleiben, wenn kein beruflicher Grund mich zum Reisen zwingt oder ermuntert.<\/p>\n<p>Ich reise am liebsten mit dem wunderbaren Goethe-Institut, was ein (ich wei\u00df) unversch\u00e4mtes Gl\u00fcck oder auch Privileg ist, denn es gibt fast \u00fcberall gro\u00dfartige Leute an den Goethe-Instituten, praktisch auf dem ganzen Planeten gibt es sie, und ich kann sie f\u00fcr ihre eminent politische Arbeit nur bewundern. Ihre Einladungen sind immer von allergr\u00f6\u00dfter Freundlichkeit, aber am meisten sch\u00e4tze ich, dass sie richtig gute Pl\u00e4ne machen und einem dann auch sagen, was man vor Ort wann und unter welchen Umst\u00e4nden zu tun hat.<\/p>\n<p>Ich muss etwas zu tun haben, wenn ich auf Reisen gehe, und deshalb habe ich auf der Stelle zugesagt, als mich das Goethe-Institut Moskau zu einer zehnt\u00e4gigen Tour durch Sibirien einlud, mit den Stationen Moskau (das mit Sibirien wenig zu hat), Nowosibirsk, Tomsk und Irkutsk, ein eint\u00e4giger Abstecher zum Baikalsee inklusive.<\/p>\n<p>Allein diese Namen, dachte ich, und machte mich Mitte Mai auf den Weg, begleitet von allen m\u00f6glichen W\u00fcnschen meiner stirnrunzelnden und vage neidischen Freunde, denn Sibirien hat nat\u00fcrlich was, so als Name, meine ich, weil da doch diese ganzen Lager waren (und noch sind), dazu diese fabelhafte Weite, diese K\u00e4lte, obwohl der sibirische Mai, so hie\u00df es, nicht ohne fr\u00fchlingshafte Talente sei, mit Tagesh\u00f6chsttemperaturen um die zwanzig Grad.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5642\" aria-describedby=\"caption-attachment-5642\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5642\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-3.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-3.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-3-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-3-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-3-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5642\" class=\"wp-caption-text\">Pelmeni in Irkutsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die Wahrheit ist nat\u00fcrlich, dass Reisen unter diesen Umst\u00e4nden das Allerbeste und -erfreulichste ist, vor allem, wenn es ums Essen geht, wobei ich ja finde, dass es nach getaner Arbeit am besten schmeckt. In diesem Sinne bin ich beinahe Leninist, obwohl bei Lenin die Pointe meines Wissens darin bestand, dass, wer <em>nicht<\/em> arbeitet, umstandslos zu hungern hat, und insofern ist es mit meinem Leninismus wahrscheinlich nicht weit her.<\/p>\n<p>Man isst vorz\u00fcglich im gro\u00dfen weiten Russland, im nahen Moskau nicht weniger als im fernen Irkutsk, was f\u00fcr mich bedeutete, dass ich neun Tage lang in kulinarischen Erinnerungen schwelgte, denn auch meine Mutter verstand sich auf die russische K\u00fcche. Sie kochte einen vorz\u00fcglichen Borschtsch und servierte selbst gemachte Pelmeni mit Sauerrahm, Fisch- und H\u00fchnersalate mit Roter Beete oder Erbsen, die sich an Festtagen zu unfassbar k\u00f6stlichen Ensembles formierten (<em>Sakuski<\/em>), und insofern bin ich in Sachen Russland quasi von Geburt an bis auf die Knochen korrupt.<\/p>\n<p>Ich a\u00df georgisch in Moskau und usbekisch in Nowosibirsk und h\u00e4tte wahrscheinlich die ganze sowjetische K\u00fcche probieren und studieren k\u00f6nnen, die unter kapitalistischen Bedingungen im <em>Neuen Russland<\/em> weiterlebt bzw. kulinarisch zur H\u00f6chstform aufl\u00e4uft, denn zu Sowjetzeiten waren die T\u00f6pfe ja bekanntlich nicht immer so gut gef\u00fcllt und sind es bis heute nicht \u00fcberall und f\u00fcr jeden.<\/p>\n<p>Wodka gab&#8217;s nat\u00fcrlich auch. Ich gebe zu, lange vor Einbruch der Dunkelheit, womit ich bei meinem russischen \u00dcbersetzer und Freund Michail bin, der einer der freundlichsten und im wahrsten Sinne <em>entgegen<\/em>kommendsten Menschen ist, die ich in meinem Leben getroffen habe.<\/p>\n<p>Mit ihm habe ich in Moskau 2012 eine Flasche roten Pfeffer-Wodka geleert und 2014 in Wladiwostok einige Hundert Milliliter hellen, wei\u00dfen, und seither betrachtet er mich in Wodka-Angelegenheiten als seinen leider nicht sehr gelehrigen Sch\u00fcler: Erkl\u00e4rt mir in Irkutsk zum x-ten Mal, dass man das Zeug <em>vor<\/em> dem Essen trinkt und nicht wie die Deutschen <em>danach<\/em>, dass man das Glas nach dem ersten und zweiten und dritten Trinkspruch nicht abstellen darf, sondern trinkt und weiter isst.<\/p>\n<p>In Irkutsk waren&#8217;s die gut tischtennisballgro\u00dfen Pelmeni, die man kurz anbei\u00dft, um dann erst mal s\u00e4uglingshaft den Fleischsaft aus ihnen herauszusaugen, was mir als Vergn\u00fcgen beinahe etwas zweifelhaft vorkam, aber eben darin bestand es ja.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5644\" aria-describedby=\"caption-attachment-5644\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5644\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-4.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-4.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-4-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-4-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-4-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5644\" class=\"wp-caption-text\">Birken in Tomsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wahrscheinlich sind das die Szenen, die bleiben werden, dazu die sibirische Landschaft, soweit ich sie mit eigenen Augen gesehen habe, im Zug von Nowosibirsk nach Tomsk, wo in gut vier Stunden gerade mal zwei Siedlungen passiert wurden und sonst nur Birkenwald in allen Variationen und Sprenkelungen.<\/p>\n<p>Ich liebe Birken und die aus ihnen zusammengesetzten W\u00e4lder. Man m\u00f6chte hineinspringen in so viel lieblich junges Gr\u00fcn, unschuldig in der Wiese liegen, obwohl ich gleichzeitig immerzu Erschie\u00dfungsszenen sehe, die Arbeit meiner Gro\u00dfv\u00e4ter, die im Morgengrauen Kommissare und unbotm\u00e4\u00dfige Zivilisten liquidieren, oder die Kommunisten andere Kommunisten, ich wei\u00df nicht, ob russische Kommunisten Birkenw\u00e4lder daf\u00fcr benutzt haben.<\/p>\n<p>Von den brandenburgischen oder s\u00e4chsischen W\u00e4ldern wei\u00df man, dass noch immer Weltkriegstote dort liegen und gefunden werden, und Michail sagt, dass es in den russischen W\u00e4ldern nicht anders ist. Einem Wald ist das selbstverst\u00e4ndlich v\u00f6llig egal, er k\u00fcmmert sich nicht um Tote. Ich habe keine Ahnung, wie lange Birken leben und ob von den damaligen noch welche \u00fcbrig sind, ich glaube, sie h\u00e4tten jede Menge zu berichten, von den ber\u00fchmten Straflagern nat\u00fcrlich, die in diesen landschaftlichen Weiten irgendwo zu finden sein m\u00fcssten, doch sibirische Straf- und Umerziehungslager stehen nicht auf meinen Programm.<\/p>\n<p>Auch die sibirischen Gew\u00e4sser sind Speicher vergangenen Ungl\u00fccks. Sowohl die Reisef\u00fchrerin in Tomsk am Ufer des namengebenden Flusses Tom und die wie aufgedreht referierende Baikalsee-Expertin wissen von Vorf\u00e4llen, in denen sich Blut und Tr\u00e4nen in die daf\u00fcr bereit stehenden Gew\u00e4sser ergossen haben. Doch zum Gl\u00fcck handelt es sich da nur um Legenden, misslungene Liebesgeschichten mit den dazugeh\u00f6rigen H\u00e4ndeln, bei denen nur einer und manchmal niemand gewinnt. Man hat fast ein wenig das Gef\u00fchl, diese halb erfundenen Geschichten werden erz\u00e4hlt, um \u00fcber die leider wirklichen besser schweigen zu k\u00f6nnen \u2013 je l\u00e4nger die Toten tot sind, umso weniger scheinen sie uns zu erschrecken.<\/p>\n<p>So einen st\u00e4dtischen Strom \u2013 ich rede vom Tom \u2013 finde ich nat\u00fcrlich toll. Er scheint alle Zeit der Welt zu haben, wie er da unter den russischen Himmeln so str\u00f6mt, mit dem Gleichmut und der Desinteressiertheit einer Katze, worauf ich nat\u00fcrlich nur komme, weil es im Leben ja immer wieder Situationen gibt, in denen man selbst gerne so eine gleichm\u00fctige Katze w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5643\" aria-describedby=\"caption-attachment-5643\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5643\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-5.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-5.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-5-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-5-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-5-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5643\" class=\"wp-caption-text\">Im Zug zwischen Nowosibirsk und Tomsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Was die drei sibirischen St\u00e4dte betrifft, durch die ich spaziert bin, so wird man sie kaum als Sch\u00f6nheiten bezeichnen. Venedig oder Rom sind <em>sch\u00f6n<\/em>, daf\u00fcr sind Nowosibirsk und Tomsk und Irkutsk <em>interessant<\/em>. Nicht so sehr, weil sie immer noch <em>sowjetisch<\/em> sind, sondern weil sie auf drastische Weise illustrieren, dass St\u00e4dte chaotische, ungeordnete, eigentlich unwahrscheinliche Gebilde sind, keine willf\u00e4hrig vor uns ausgebreiteten Sch\u00f6nheiten, sondern eine unaufger\u00e4umte Ansammlung aller m\u00f6glichen Vergangenheiten, in denen das eine unverbunden neben dem anderen steht, ohne dass dem Betrachter klar w\u00fcrde, was nun gelten soll: Das Lenin-Denkmal oder das kapitalistische Einkaufsparadies mit KFC und all dem anderen Kram, die sch\u00f6nen Holzh\u00e4user, die in Tomsk verfallen und Irkutsk schon wieder nachgebaut werden, dazu die ganze Plattenbauarchitektur, die weiten windigen Pl\u00e4tze, zwischendrin ein halb verfallenes Fabrikgel\u00e4nde, ein postmodernes Caf\u00e9, die in einem saftigen gr\u00fcn gestrichene Panzer und Haubitzen aus dem Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg in der Innenstadt von Irkutsk.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte das vor Jahren nicht gedacht, aber inzwischen sch\u00e4tze ich diese Stadtlandschaften, in denen alles zusammengew\u00fcrfelt und eigentlich Fake ist, ohne einheitliche Grammatik. Es ist eine Zumutung, sich diesen R\u00e4umen zu \u00fcberlassen, womit ich meine, dass es eine schwere Arbeit f\u00fcr Kopf und Augen ist, aber eben auch der Zustand der Stadt, der zu unser aller Lage passt. Man taumelt durch Raum und Zeit und hat nie wirklich lange Grund zu bleiben. Man k\u00f6nnte sagen: Man surft, weil es kaum zuverl\u00e4ssige Haltepunkte gibt, und damit muss man als Besucher klarkommen und mehr noch, denke ich, die Bewohner. Man fragt sich dauernd, wie sie das machen, wie sie das hinkriegen, hier zu leben, aber irgendwie scheinen sie es hinzukriegen, ja, sie sind zu Hause dort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5645\" aria-describedby=\"caption-attachment-5645\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5645\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-6.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-6.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-6-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-6-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-6-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5645\" class=\"wp-caption-text\">Rotes Ensemble mit Banner zum 9. Mai in Tomsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>\u00dcber Politik zu reden, ist unter diesen Umst\u00e4nden eine komplizierte Unm\u00f6glichkeit, wenn man das so formulieren kann.<\/p>\n<p>Mit Michail, weil er im Urzustand des russischen Intellektuellen ist, n\u00e4mlich dem der Verzweiflung, kann man \u00fcber alles sprechen: \u00fcber die Lager fr\u00fcher und die Lager heute, die Sache mit der Krim, die Ukraine, nat\u00fcrlich auch \u00fcber Kafka, der in keinster Weise (darin sind wir uns einig) ein Prophet des Totalitarismus gewesen ist, aber vielleicht am grunds\u00e4tzlichsten dar\u00fcber nachgedacht hat, was der einzelne Mensch so wert ist \u2013 hier und heute und seit jeher in Russland, sagt Michail, nicht das Geringste.<\/p>\n<p>Aber sonst in Sachen Politik nur beredtes Schweigen. \u00dcber Putin wollen Sie sprechen? Lieber nicht. Stalin und die Jahre des Terrors, na gut, es ist fr\u00fcher bestimmt nicht alles gut gewesen, aber auch nicht alles schlecht.<\/p>\n<p>Der Termin im NKWD-Museum in Tomsk musste leider kurzfristig abgesagt werden. Es ist so ziemlich das einzige in ganz Russland, aber immerhin gibt es einen kleinen Park mit einem wuchtigen Denkmal f\u00fcr die Opfer, in dem weit oben ein Text mit der Formulierung &#8222;bolschewistischer Terror&#8220; eingraviert ist.<\/p>\n<p>Eine junge Deutsche, die gerade ein halbj\u00e4hriges Praktikum beim DAAD absolviert, weist mich darauf hin. Beim anschlie\u00dfenden Kaffee berichtet sie, dass viele junge Russinnen noch immer keinen blassen Schimmer von Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung h\u00e4tten, eine Geschichte, die mir meine Mutter schon 1981 nach einem l\u00e4ngeren Aufenthalt im sowjetischen Moskau erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Verkn\u00fcpfen sich die Hoffnungen nicht seit jeher mit den Jungen, die noch alles vor sich haben und deshalb sicher etwas \u00e4ndern werden?<\/p>\n<p>Eine Anfang Zwanzigj\u00e4hrige fragt nach der Moskauer Lesung, wie man \u00fcber gesellschaftliche Tabus schreiben kann, ohne zu l\u00fcgen. Sich selbst bel\u00fcgen, meint sie. Sie will \u00fcber irgendeine unangenehme Wahrheit schreiben (welche, verr\u00e4t sie nicht), und es gef\u00e4llt mir, dass sie das will und zufrieden nickt, als ich ihr sage, dass man sich beim Schreiben auf niemanden anderen als sich selbst (als seinen eigenen, ersten Leser) verlassen kann.<\/p>\n<p>Schreiben (und vielleicht Leben) hei\u00dft ja nun mal, den Mut aufzubringen, die eigene Stimme zu erheben und ihr dann allm\u00e4hlich zu vertrauen, und insofern nehme ich unser kurzes Gespr\u00e4ch politisch und als Hoffnung, denn eine andere haben wir nicht, auch bei uns, ich meine in dem Sinne, dass der Rohstoff der Hoffnung ja immer der Einzelne ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5641\" aria-describedby=\"caption-attachment-5641\" style=\"width: 661px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5641\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/Bild-7.jpg\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-7.jpg 3920w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-7-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-7-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/Bild-7-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5641\" class=\"wp-caption-text\">Stra\u00dfenecke in Nowosibirsk (\u00a9 Michael Kumpfm\u00fcller)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Indem ich dies so schreibe, das merke ich, entsteht sofort dieses <em>Russlandgef\u00fchl<\/em> in mir, als w\u00e4re dieses verdammte, herrliche Russland darauf angewiesen, dass einer wie ich Gef\u00fchle des Verbundenseins f\u00fcr es hegt.<\/p>\n<p>L\u00e4ndern, die man bereist, bleibt man ja immer irgendwie verbunden, sie werden Teil der inneren Landkarte, aber bei Russland habe ich das Problem, dass es ein Sehnsuchtsort geworden bzw. geblieben ist, aus welchen biografischen Zuf\u00e4lligkeiten heraus auch immer.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, ich muss da bei n\u00e4chster Gelegenheit wieder hin, schon um den wunderbaren Michail wiederzusehen und mich weiter zum Wodkatrinker ausbilden zu lassen.<\/p>\n<p>Freundschaft ist ja eine seltsam erfreuliche Sache, vielleicht weil sie einen Hang zur Unwiderruflichkeit hat, aber nat\u00fcrlich auch etwas braucht, einen Ort, an dem man sich trifft. Wie oft ist eigentlich egal, aber den Ort muss es geben und gibt es ja, auch in Berlin, denn vielleicht kommen er und seine Frau jetzt erst mal nach Berlin, wo ich schon heute, w\u00e4hrend ich dies schreibe, auf sie warte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denke ich an Russland, m\u00f6chte ich schreien. Auch nach meinem vierten Besuch verstehe ich es nicht. Aber ich bin ihm haltlos zugeneigt. Ein Reisebericht [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1048,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-5635","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft-politik","category-schriftstellerleben"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Denke ich an Russland, m\u00f6chte ich schreien. Auch nach meinem vierten Besuch verstehe ich es nicht. Aber ich bin ihm haltlos zugeneigt. Ein Reisebericht [\u2026]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Freitext\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2017-06-06T10:28:57+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2017-06-06T11:36:21+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai.jpg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Michael Kumpfm\u00fcller\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Michael Kumpfm\u00fcller\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"14\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/\",\"name\":\"Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\"},\"datePublished\":\"2017-06-06T10:28:57+00:00\",\"dateModified\":\"2017-06-06T11:36:21+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/e5047823b2c5dbbc04c1ceffb7b37332\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Meine Russlandgef\u00fchle\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\",\"name\":\"Freitext\",\"description\":\"Feld f\u00fcr literarisches Denken\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/e5047823b2c5dbbc04c1ceffb7b37332\",\"name\":\"Michael Kumpfm\u00fcller\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/e607211d356a320274e5debc6b4660418bbcfcb0cd5235d6ee8ceb2877343a9b?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/e607211d356a320274e5debc6b4660418bbcfcb0cd5235d6ee8ceb2877343a9b?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Michael Kumpfm\u00fcller\"},\"description\":\"geboren 1961 in M\u00fcnchen, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er ver\u00f6ffentlichte die Romane \\\"Hampels Fluchten\\\" (2000), \\\"Durst\\\" (2003), \\\"Nachricht an alle\\\" (2008) sowie \\\"Die Herrlichkeit des Lebens\\\" (2011). Zuletzt erschien, ebenfalls im Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, sein Roman \\\"Die Erziehung des Mannes\\\".\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/michael-kumpfmueller\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext","og_description":"Denke ich an Russland, m\u00f6chte ich schreien. Auch nach meinem vierten Besuch verstehe ich es nicht. Aber ich bin ihm haltlos zugeneigt. Ein Reisebericht [\u2026]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/","og_site_name":"Freitext","article_published_time":"2017-06-06T10:28:57+00:00","article_modified_time":"2017-06-06T11:36:21+00:00","og_image":[{"url":"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/freitext-altai-krai.jpg"}],"author":"Michael Kumpfm\u00fcller","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Michael Kumpfm\u00fcller","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"14\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/","name":"Meine Russlandgef\u00fchle - Freitext","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website"},"datePublished":"2017-06-06T10:28:57+00:00","dateModified":"2017-06-06T11:36:21+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/e5047823b2c5dbbc04c1ceffb7b37332"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/06\/russland-reise-michael-kumpfmueller\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Meine Russlandgef\u00fchle"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/","name":"Freitext","description":"Feld f\u00fcr literarisches Denken","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/e5047823b2c5dbbc04c1ceffb7b37332","name":"Michael Kumpfm\u00fcller","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/e607211d356a320274e5debc6b4660418bbcfcb0cd5235d6ee8ceb2877343a9b?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/e607211d356a320274e5debc6b4660418bbcfcb0cd5235d6ee8ceb2877343a9b?s=96&d=mm&r=g","caption":"Michael Kumpfm\u00fcller"},"description":"geboren 1961 in M\u00fcnchen, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er ver\u00f6ffentlichte die Romane \"Hampels Fluchten\" (2000), \"Durst\" (2003), \"Nachricht an alle\" (2008) sowie \"Die Herrlichkeit des Lebens\" (2011). Zuletzt erschien, ebenfalls im Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, sein Roman \"Die Erziehung des Mannes\".","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/michael-kumpfmueller\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1048"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5635"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5656,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5635\/revisions\/5656"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}