{"id":5775,"date":"2017-06-30T06:00:09","date_gmt":"2017-06-30T04:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=5775"},"modified":"2017-06-30T13:49:12","modified_gmt":"2017-06-30T11:49:12","slug":"freiheit-macht-utopie-braslavsky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/06\/30\/freiheit-macht-utopie-braslavsky\/","title":{"rendered":"Anarchie? Dann doch lieber die M\u00fccke machen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als Einzelner nicht den politischen Machtstrukturen ausgeliefert zu sein, ist eine Utopie. Aber Freiheit f\u00fcr alle? Das k\u00f6nnte ziemlich fatal enden.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5788\" aria-describedby=\"caption-attachment-5788\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5788\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/06\/freitext-freiheit-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-freiheit-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-freiheit-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/06\/freitext-freiheit-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5788\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Arthur Poulin\/unsplash.com (https:\/\/unsplash.com\/@barchpou)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf, nicht in deinem Bett, sondern auf einem Heuhaufen in einem Holzverschlag. Noch im Halbschlaf sp\u00fcrst du, wie sich das Stroh in deinen R\u00fccken bohrt, deshalb rekelst du dich hin und her. Als du die Lider \u00f6ffnest, blickst du in die Augen eines Gorillas, nicht irgendeines, sondern in die tief liegenden, undurchdringlich schwarzen eines Silberr\u00fcckens. <!--more-->Mehrere Adrenalinst\u00f6\u00dfe beschleunigen deinen Puls, du springst hoch, deine Gedanken sind jetzt auch ohne Kaffee ganz klar. Du blickst dich um. Ein paar arrogante Ziegen, ein fettes Schwein mit Zigarre im Maul und einige Bullterrier mit Killer-Face und im Ganovenlook stehen hinter ihm und bewachen scheinbar den Ausgang.<\/p>\n<p>&#8222;Guten Morgen&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Nein, du wei\u00dft, du tr\u00e4umst nicht, ja, er spricht, dieser Gorilla. Nicht nur er, auch die anderen Tiere sprechen. Die Ziegen meckern: &#8222;Guten Morgen&#8220;, die Bullterrier knurren: &#8222;Guten Morgen&#8220;, das Schwein ringt sich immerhin ein Grinsen ab.<\/p>\n<p>Du erwiderst (wie sich das geh\u00f6rt): &#8222;Morgen miteinander&#8220;. Und noch bevor du sie um ein Croissant und einen Espresso bitten kannst, verk\u00fcndet der Silberr\u00fccken, dass dir gleich der Prozess gemacht werde, obwohl keiner dir den Prozess machen k\u00f6nne, und du ihm folgen sollst. Er zieht dich unsanft hoch, du versuchst, dich zu wehren, aber das Grollen der Bullterrier treibt dir den Schwei\u00df auf die Stirn. Du bittest sehr anst\u00e4ndig, ob es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, dich vorher irgendwo ein Min\u00fctchen frisch machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenigstens die Ziegen zeigen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr deine Bitte. &#8222;Das sollte doch aber m\u00f6glich sein, Jungs.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn auch mit am\u00fcsierten Gesichtern und peinlichem H\u00fcsteln begleiten die Bullterrier dich hin\u00fcber ans Gestade eines kleinen Flusses, wo Dutzende H\u00fchner gackernd ihre Morgentoilette abhalten. Schon auf dem Weg dorthin planst du deine Flucht. Und kaum hast du die F\u00fc\u00dfe im Wasser, tauchst du ab und ruderst mit den Armen, so schnell du kannst, flussabw\u00e4rts. Aber weit kommst du nicht, denn ein Netz, quer durch den Fluss gespannt, h\u00e4lt dich ab. Silberr\u00fcckens donnernde Kommandos und das Bellen der nahenden Bullterrier lassen dich vor Verzweiflung strampeln. Du k\u00e4mpfst dich ans andere Ufer und versuchst, zu Fu\u00df zu entkommen, aber der gr\u00f6\u00dfte der Hunde holt dich im n\u00e4chsten Moment ein.<\/p>\n<p>&#8222;Platz! Aus! Sitz! Aus!&#8220;, br\u00fcllst du, aber er wirft sich auf dich und knurrt unterweltlerisch. Sein Atem trifft dich in aasigen Schwaden. &#8222;Was ist hier los?&#8220; Du fragst nicht, du wimmerst. &#8222;Warum gehorchst du einem Gorilla?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ihr Menschen habt uns verlassen. Pl\u00f6tzlich sollten wir unser Leben selbst gestalten. Aber wir sind Hunde. Wir wollen loyal sein. Wir brauchen jemanden, der uns f\u00fchrt, der uns Befehle gibt, dem wir aufs Wort gehorchen. Bei den Gorillas haben wir ein neues Zuhause gefunden. Jetzt h\u00f6ren wir auf sie. Ihr habt uns aufgegeben, das verzeihen wir euch nie!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Oh bitte, ich habe damit nichts zu tun, das war nicht meine Idee. Aber warum haben die Menschen hier euch so was Furchtbares angetan?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Menschen haben die alte Ordnung verlassen. Es gibt nur noch ein Gesetz: dass keiner \u00fcber den anderen herrschen darf. Die sind jetzt zu jeder Zeit befreit. Mehr wei\u00df ich nicht, mehr interessiert mich nicht.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aber wenn ihr den Menschen nicht gehorchen m\u00fcsst, warum sollt ihr mich dann zum Prozess bringen?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sie teilen die Nahrung mit uns und wir mit ihnen. Wir wollen, dass sie dich uns \u00fcbergeben, damit wir entscheiden k\u00f6nnen, was mit dir passiert.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Verstehe \u2026 \u00e4h, und was schwebt euch da so vor?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir verwerten unsere Gefangenen. Das Fleisch wird unter allen verteilt, und deine Knochen kriegen wir Hunde.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aber, aber \u2026 ich bin nicht von hier, da, woher ich komme, ist noch alles beim Alten, mein Freund. Da h\u00f6ren die Hunde noch auf ihre Herrchen und Frauchen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Bullterrier winselt und leckt dir \u00fcbers Gesicht. &#8222;Wie gesagt, ich kann nichts f\u00fcr dich tun, aber ich werde deine Knochen in Ehren halten.&#8220;<\/p>\n<p>Die halbe Tierfarm begleitet dich zu den Menschen in den n\u00e4chsten Ort. In einem abgewrackten Speisesaal haben sich Hunderte versammelt, in abgeschlossenen, teils rivalisierenden und l\u00e4rmenden Gr\u00fcppchen, auch Mottos genannt, dr\u00e4ngeln sie sich neugierig um dich herum. Schon die Er\u00f6ffnungsrede ist eine Farce, da keine Einigung dar\u00fcber herrscht, wer f\u00fcr alle Anwesenden sprechen soll, da niemand neutral sei und keinem Motto angeh\u00f6re und somit die Gefahr bestehe, dass die absolute Freiheit der anwesenden Mottos durch einen befangenen F\u00fcrsprecher diskriminiert werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Spontan meldest du dich f\u00fcr diese Position, denn hier ist vielleicht deine Gelegenheit, nicht als Tierfutter zu enden. Da bricht ein Grundsatzstreit dar\u00fcber aus, ob du \u00fcberhaupt f\u00fcr alle sprechen k\u00f6nntest, denn es ginge ja um dich. Der Sprecher einer Gruppierung erhebt emp\u00f6rt Einspruch, denn niemand habe bis jetzt das Thema der Versammlung festgelegt, und nur weil die Tiere hier jemanden anschleppten, lasse er sich nicht zum Affen machen und herumkommandieren und vorschreiben, wor\u00fcber heute abgestimmt werde. Kurz: Die verbale Schlacht endet damit, dass du weder f\u00fcr alle sprechen kannst, noch irgendjemand Lust versp\u00fcrt, \u00fcber dich abzustimmen. Und weil du kein Motto hast und keinem angeh\u00f6rst, sollst du in die Tierfarm abgeschoben werden, die sollen bestimmen, was mit dir passiert. Denn kein Mensch kann einem anderen den Prozess machen, wenn der das nicht ausdr\u00fccklich w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Wie durch ein Wunder schaffst du es aber unter Einsatz deines Charmes und einer herzerweichenden Rede von einer Gruppe aufgenommen zu werden. Doch was du daraufhin erlebst, hat mit deiner Vorstellung von Autonomie und Freiheit nichts zu tun. St\u00e4ndige Gewaltexzesse unter den rivalisierenden Gruppierungen oder \u00dcberf\u00e4lle auf Vorr\u00e4te. Einige Gegenden sind lebensgef\u00e4hrlich f\u00fcr dich. Und jeder hat hier das Gef\u00fchl, absolut im Recht zu sein.<\/p>\n<p>Als du gerade wieder einmal ungewollt in das Revier einer verfeindeten Gruppe ger\u00e4tst (Lippe und rechte Wange sind noch vom letzten Mal geschwollen), wirst du pl\u00f6tzlich von zwei vermummten, kleiderschrankhohen Typen narkotisiert und mitgenommen.<\/p>\n<p>Und als du wieder aufwachst, liegst du in einem weichen Bett, nicht etwa in deinem Bett, aber einem Bett, das h\u00e4tte deines sein k\u00f6nnen. Und als w\u00e4re diese anarchische Geschichte nicht schon verwirrend genug gewesen, erf\u00e4hrst du jetzt noch, zu deinem Leidwesen, dass du in den Untergrund verschleppt worden bist. Einer Unterwelt mit Parlament, Pr\u00e4sident, Polizei und b\u00f6rsennotierten Unternehmen. F\u00fcnfzehn Staaten spannen sich hier schon klandestin \u00fcber den gesamten Planeten, in die immer mehr Menschen von oben Zuflucht suchen. Und du sollst jetzt ihr auserw\u00e4hlter Messias sein, der die Ober- und Unterwelt endlich vers\u00f6hnt und vereint.<\/p>\n<p><strong>Blo\u00df eine Frage, wer hier das Sagen hat<\/strong><\/p>\n<p>Die Systembibel sagt: &#8222;Das alte System ist jetzt das neue Problem.&#8220; Und Goggelmoggel (Humpty Dumpty) sagte zu Alice: &#8222;Es ist nur die Frage, wer hier das Sagen hat.&#8220; Der Wunsch nach mehr oder totaler Anarchie entspringt oft einer von gef\u00fchlten Herrschaftszw\u00e4ngen gegei\u00dfelten, ohnm\u00e4chtigen menschlichen Seele, der das Empfinden von Freiheit unbekannt ist. Das kann sozialpolitische, aber auch psychologische Ursachen haben. Wir wissen: Immer hat jemand das Sagen. Herrschaftsfreiheit oder besser: Machtlosigkeit gibt es so wenig, wie es Systeme ohne Kontrolleinheiten und Strukturen gibt.<\/p>\n<p>Das Problem der Anarchietheorie ist, dass sie den Machtbegriff zu simpel benutzt. Anarchistische Praxis versteht sich vorrangig als Verneinungsprozess gegen\u00fcber jeglicher Machtaus\u00fcbung, sie sieht in jeder Form der Macht ein Zwangsmodell und unterstellt ihr einen negativen Herrschaftswillen.<\/p>\n<p>Dabei schlie\u00dft Macht Freiheit nicht aus, &#8222;es ist die Freiheit, die die Macht von Gewalt oder Zwang unterscheidet&#8220;. Das beschreibt <a href=\"https:\/\/www.udk-berlin.de\/personen\/detailansicht\/person\/show\/byung-chul-han\/\">Byung-Chul Han<\/a> sehr anschaulich in seinem Buch <em>Was ist Macht?<\/em> Macht beschreibt nur ein Wirkungsmodell, das nicht mit Zwang oder Gewalt gleichgesetzt werden darf. Viele Menschen empfinden ein Gef\u00fchl der Freiheit angesichts der Anwesenheit einer h\u00f6heren Macht im Raum. Um es mit Luhmann zu sagen: Hier &#8222;neutralisiert&#8220; die Macht den Willen der Unterworfenen. Machtverh\u00e4ltnisse sind systemimmanent, auch in einer totalen Anarchie. Und dass sich jeder zu jeder Zeit befreit f\u00fchlen kann, ist unwahrscheinlich, da Freiheit kein objektiver Zustand ist, sondern ein subjektives Empfinden. Oder mit Sofsky\/Paris gesagt: &#8222;Macht ist Freiheit zur Vernichtung von Freiheit.&#8220;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst braucht Macht Protagonisten, die sie \u00e4u\u00dfern beziehungsweise (symbolisch) verk\u00f6rpern. Wenn wir uns anschauen, wer mitunter heute das Sagen oder wer sich in unserer Geschichtsschreibung hervorgetan hat, dann stehen wir schon mit einem Bein auf dem <a href=\"https:\/\/psychopathyawareness.wordpress.com\/2011\/10\/03\/the-list-of-psychopathy-symptoms\/\">Terrain der Psychopathologie<\/a>. Hervey Cleckley, einst amerikanischer Psychiater am Medical College of Georgia, Augusta, hat mit seinem 1941 ver\u00f6ffentlichten Band <em>The Mask of Sanity<\/em> einen Anfang gemacht und pathologische Fallstudien aufgelistet, die als solche zun\u00e4chst nicht zu erkennen sind. Der Mann von Welt, der Gesch\u00e4ftsmann, der K\u00fcnstler beziehungsweise Wissenschaftler, der Dandy oder auch der Gentleman und sogar der Arzt selbst sind hier weniger als Berufsbezeichnungen denn als Verhaltensmuster zu verstehen. Hinter diesen Masken verbergen sich laut Cleckley allerdings fatale psychopathologische Fallstricke, vielf\u00e4ltige machthungrige bis -gierige &#8222;Triebt\u00e4ter&#8220;, die bis ganz vor in unsere Narrative dr\u00e4ngen. Wir erkennen sie erst, wenn wir hinter ihre sch\u00f6nen Fassaden blicken mussten. Allerdings weist Cleckley darauf hin, dass nicht jedes psychopathologische Verhaltensmuster negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben muss, sondern manchmal auch umgekehrt, sich als Motor einer Entwicklung erweist. Denn auch die Meilensteine der glorreichen Seiten der Menschheitsgeschichte wurden von Vertretern pathologischer Bilder hinterlassen. Bedeutet das im Umkehrschluss: Das Wesen von Entwicklung und Narration sei zwingend psychopathisch?<\/p>\n<p><strong>Ideen sind die wahren Machthaber<\/strong><\/p>\n<p>Gerade h\u00f6here M\u00e4chte gewinnen an Macht, wenn sie sich als Kontinuum von Vorstellungen und Ideen offenbaren, die den Geist der Menge oder (mit Le Bon gesprochen) die &#8222;Massenseele&#8220; durchdringen und nicht als zwingende Gewalt agieren, also als eine Art von (Foucault spricht hier von) &#8222;zwingender Gewissheit&#8220; auftreten. Denn auch Kriege drehen sich weniger nur um Waffen und Milit\u00e4raktionen, als um Ideen und Ideologie. Und gerade langwierige, zerm\u00fcrbende Konflikte werden schlie\u00dflich von dem gewonnen, der die Kontrolle \u00fcber die mediale Erz\u00e4hlung an sich gerissen hat. Der englische Blogger Andrew Sullivan schrieb im<em> The Australian<\/em> (15. Januar 2007) sinngem\u00e4\u00df, dass der Westen den Kalten Krieg f\u00fcr sich entschieden hatte, als dieser weltweit als Symbol des Kampfes zwischen Totalitarismus und Freiheit verstanden wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr jedes System ist die Kontrolle \u00fcber die Bilder und Vorstellungen \u00fcberlebenswichtig. Die Vorstellung, dass ein frisiertes Bild oder eine halbwahre Nachricht auch positive Auswirkungen auf uns haben k\u00f6nnte, widerstrebt nat\u00fcrlich jedem aufgekl\u00e4rten B\u00fcrger, weil man uns eingebl\u00e4ut hat, dass nur die wahre Wahrheit wahr und somit richtig und g\u00fcltig ist. Dabei vergessen wir, dass wir uns st\u00e4ndig in Geschichten bewegen. Die Menschheit ist eine einzige Fiktion. Die Frage ist doch auch: Ist das jetzt plausibel? Und was sind die Konsequenzen?<\/p>\n<p>Die Grenzen zwischen Information und Propaganda sind gewollt unklar. Information richtet sich an das Individuum, aber Propaganda ausschlie\u00dflich an die &#8222;Massenseele&#8220;, selbst wenn sie sich (Beispiel: <em>Germany\u2019s Next Topmodel<\/em>) individualistischer Semantik bedient. Eine Gruppierung von Menschen ist immer anf\u00e4llig f\u00fcr bestimmte Reizw\u00f6rter, sie vereint oft eine Angst beziehungsweise eine Stimmungslage. Die Wahrnehmungen werden bei den meisten Menschen durch ihre Gef\u00fchle gesteuert, deshalb neigen wir dazu, die Welt nach unseren Wunschgedanken zu interpretieren. Die klassische politische Propaganda f\u00fcttert zun\u00e4chst die Erwartungen dieser Gruppe, baut dann ein Bild der Wirklichkeit darum auf, das sich haupts\u00e4chlich um diese W\u00fcnsche dreht, und manchmal reicht schon eine mehrdeutige Botschaft, und sie werden Opfer ihrer autosuggestiven M\u00e4chte und t\u00e4uschen sich selbst.<\/p>\n<p>Le Bon schreibt in seinem Band <em>Die Psychologie der Massen<\/em>, dass es &#8222;Ideen und Gef\u00fchle&#8220; gibt, &#8222;die nur bei den zu Massen verbundenen Individuen auftreten oder sich in Handlungen umsetzen&#8220;. Auch heute noch, mit der Erfahrung eines zutiefst psychologisierten individuellen Bewusstseins, treibt Angst die Menschen in den Schutz der Menge. Und hier setzt Propaganda an: Die gesch\u00fcrte Massenhysterie verst\u00e4rkt die Propaganda, weil Menschen dieser Gruppe \u00fcbersensibel f\u00fcr bestimmte symbolische Codes und Versprechen werden. Und in dieser Situation folgen sie nicht dem vern\u00fcnftigsten oder intelligentesten Botschafter, sondern dem gef\u00fcrchtetsten und vermeintlich st\u00e4rksten. Denn sobald sich Menschen zu einer Menge zusammensammeln, &#8222;stellen sie sich instinktiv unter die Autorit\u00e4t eines Oberhauptes&#8220; (Le Bon).<\/p>\n<p>Die Macht in der Menge, die ein Individuum sp\u00fcrt, ist zun\u00e4chst auch eine gute Macht und kann Gef\u00fchle der Freiheit freisetzen. Aber sie ist eben auch &#8222;leichter kontrollierbar durch Suggestion&#8220;, sie fordert &#8222;Illusionen&#8220; und &#8222;bevorzugt das Irreale vor der Realit\u00e4t&#8220;, schreibt Le Bon. Das haben wir in den letzten Wahlk\u00e4mpfen erleben d\u00fcrfen. Der Philosoph William James sagte: <em>&#8222;The greatest weapon against stress\u00a0is our ability to choose one thought over another.&#8220;<\/em> (Die gr\u00f6\u00dfte Waffe gegen Druck ist unsere F\u00e4higkeit, den einen vor dem anderen Gedanken zu bevorzugen.)<\/p>\n<p><strong>Der Anarcho in dir<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2011 schreibe und produziere ich zusammen mit Alexander Magerl die H\u00f6rcomicserie <em><a href=\"http:\/\/www.agent-zukunft.net\">Agent Zukunft<\/a><\/em>. Darin testen wir in abendf\u00fcllenden H\u00f6rspielfilmen Manifeste und Utopien der Menschheit auf Machbarkeit, Rentabilit\u00e4t und Gl\u00fcckspotenzial. In jeder Folge wird Rainer Wiedemann, ein geschei(ter)ter Wirtschaftsjournalist mit (Rest-)Renommee, Alkoholproblemen und sp\u00e4rlichen sozialen Bindungen vom Geheimdienst als Agent f\u00fcr uns auf die Reise geschickt. <a href=\"http:\/\/www.agent-zukunft.net\/az3\">Im dritten Teil<\/a> verschl\u00e4gt es ihn aufgrund eines Kurzschlusses ungewollt in eine anarchische Welt. Die Story ist inspiriert von Uri Gordons Manifest <em>Hier und Jetzt. Anarchistische Praxis und Theorie<\/em>. Ein idealisierter herrschaftsfreier Raum, in dem jeder zu jeder Zeit befreit ist. Eine atomisierte Ansammlung von selbstgerechten, kampfbereiten Individuen, die sich, mikrokosmisch zusammengefunden in Mottos, einer ganz eigenen Sache verschrieben haben und verbittert darum k\u00e4mpfen. Ein Ort, f\u00fcr den ich keine Urlaubsreise-Empfehlung aussprechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Einen Aspekt empfand ich w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre als besonderen Gewinn \u2013 f\u00fcr das Erleben dieses Erkenntnismoments habe ich hier so lang ausgeholt. Wenn Gordon von der &#8222;Macht-zu-F\u00e4higkeit&#8220; spricht, betritt er erstmalig das semantische Feld von Macht, das sich mit Freiheit verbindet, und zwar der Freiheit und Macht jedes Einzelnen von uns. Ein Zitat des Dalai Lama geht immer wieder viral durch die Netzwerke: &#8222;Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuch mal zu schlafen, wenn eine M\u00fccke im Raum ist.&#8220; An dieses Bewusstsein daf\u00fcr, was in deiner Macht liegt, muss heute mehr als sonst unsere marktkonformistische Gesellschaft in ihren Gem\u00fctlich-Ecken und pseudoindividualistischen Profilseiten erinnert werden. Aber reicht nur ein Bewusstsein? Sollte es nicht eine Haltung sein? Oder besser noch: ein st\u00e4ndiger gef\u00fchlter Widerstand in deinem Gedankenkreislauf in Form von antiautorit\u00e4ren Blitzen?<\/p>\n<p>In der Erm\u00e4chtigung des Einzelnen, in dieser &#8222;Macht-zu als F\u00e4higkeit&#8220; verliert die anarchistische Theorie ihre stumpfen Schwerter, mit denen sie gern wild herumfuchtelt, und sch\u00e4rft jede Zone deines Verstandes. Die bewusste Wahrnehmung unserer Autonomie st\u00e4rkt in uns die Wahrnehmung f\u00fcr die eigene Identit\u00e4t, Unabh\u00e4ngigkeit und die eigene Macht, f\u00fcr diese ungem\u00fctliche Skepsis. Richtig dosiert sch\u00fctzt sie uns vor den emotionalen F\u00e4ngen gro\u00df angelegter Propaganda sowohl der Industrie als auch aus den Lagern der \u00e4u\u00dfersten R\u00e4nder.<\/p>\n<p>Denn bei den n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Turbulenzen, bei denen wir aus unseren Spuren geworfen werden, wird gerade die angenehm situierte, abh\u00e4ngige Masse in der Mitte anf\u00e4llig werden f\u00fcr allzu kulinarische, konformistische, gef\u00fchlt revolution\u00e4re Ideen. Anarchie ist ein Gew\u00fcrz, das jede funktionierende Gesellschaft in kleinen Dosen n\u00f6tig hat, das aber als gro\u00dfes Gesellschaftssystem scheitert, weil es ein Systembauteil, ein Atom in unseren Gesellschaftsmolek\u00fclen ist. Und weil konformistische Menschen nichts sch\u00f6ner finden als Paradoxien, hier noch eine: Der Eigensinn und saure Atem der Nonkonformisten und Autonomen st\u00f6ren die sch\u00f6ne Ordnung und Vergemeinschaftung, aber sie f\u00f6rdern zugleich die Demaskierung von pathologischen F\u00e4llen und die Abwehr gegen deren Einzug in F\u00fchrungspositionen.<\/p>\n<p>________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Einzelner nicht den politischen Machtstrukturen ausgeliefert zu sein, ist eine Utopie. Aber Freiheit f\u00fcr alle? Das k\u00f6nnte ziemlich fatal enden. 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