{"id":5852,"date":"2017-07-25T20:30:24","date_gmt":"2017-07-25T18:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=5852"},"modified":"2017-07-25T21:27:36","modified_gmt":"2017-07-25T19:27:36","slug":"populismus-politik-niemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/07\/25\/populismus-politik-niemann\/","title":{"rendered":"Unsere Leitkultur hei\u00dft Bauchgef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p><strong>Populisten geben primitive Antworten auf komplexe Fragen. Wenn sich weltweit \u2013 auch in Deutschland \u2013 so viele Menschen von ihnen angesprochen f\u00fchlen, m\u00fcssen wir dringend unsere Kommunikationsformen \u00e4ndern.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_5923\" aria-describedby=\"caption-attachment-5923\" style=\"width: 696px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5923\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/07\/freitext-populismus.jpg\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/07\/freitext-populismus.jpg 2000w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/07\/freitext-populismus-620x413.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/07\/freitext-populismus-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/07\/freitext-populismus-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5923\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Andreas Rentz\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die Populisten, ach \u2013 wir haben uns doch inzwischen schon fast an sie gew\u00f6hnt. Ihre Peinlichkeiten, Entgleisungen, irren Ansichten sind Alltag. Sie beginnen uns zu langweilen. Zumindest sind wir uns einig, wie am besten mit ihnen umzugehen ist: Wir machen uns \u00fcber sie lustig. Einerseits erregen wir uns zwar weiterhin und vollkommen zu Recht \u00fcber ihre Forderungen, ihre Vorhaben und \u2013 wo sie an der Macht sind \u2013 ihre Entscheidungen. Andererseits \u2013 was f\u00fcr Idioten! Donald Trump ist nat\u00fcrlich ihr Obertrottel. L\u00e4ngst gibt es ganze Witze-Seiten \u00fcber ihn im Netz.<!--more-->Doch ist nicht \u00fcberhaupt in unserer Stimmungsdemokratie ein gewisser \u00dcberdruss zu beobachten? An der politischen Analyse zum Beispiel. Anstatt vermehrt dar\u00fcber nachzudenken, wie es soweit kommen konnte, dass weltweit derart viele Menschen wieder <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-07\/populismus-studie-meinungen-bertelsmann-stiftung\">empf\u00e4nglich geworden sind f\u00fcr nationalistische, rassistische, antidemokratische Ressentiments<\/a> rechtsreaktion\u00e4rer Demagogen, erkl\u00e4ren wir sie schlicht f\u00fcr Dummk\u00f6pfe, zu denen wir aufgekl\u00e4rten Durchblicker jedenfalls ganz bestimmt nicht geh\u00f6ren. So wissen wir wenigstens, auf welcher Seite wir stehen \u2013 und immerhin das ist ein gutes Gef\u00fchl in diesen unguten Zeiten.<\/p>\n<p>Menschenverachtende Ressentiments sind und bleiben aber objektiv und auf ewig unertr\u00e4glich. Deshalb hatte ich sp\u00e4testens nach Trumps Wahlsieg etwas anderes erwartet (oder sollte ich besser sagen: erhofft?) als ein bisschen allgemeine Emp\u00f6rung, jede Menge Witze und die wohlfeile Wiederholung der immer gleichen Formel von den primitiven Antworten der Populisten auf komplexe Fragen. N\u00e4mlich das Einsetzen schon lange \u00fcberf\u00e4lliger Selbstkritik. Denn salonf\u00e4hig wurde der Populismus nicht erst durch rechte Verf\u00fchrer, sondern durch die Rhetorik etablierter Parteien. Seit Jahrzehnten richten sie zunehmend ihr strategisches Augenmerk auf die Emotionalisierung politischer Inhalte. Und um W\u00e4hlerstimmen zu gewinnen, ist es Usus geworden, die \u00f6ffentliche Meinung durch Stimmungsmache zu beeinflussen. Man dr\u00fcckt sich vor unpopul\u00e4ren Stellungnahmen. Lieber trauert und feiert man mit dem &#8222;Volk&#8220;, ist gemeinsam mit ihm betroffen, fassungslos, erz\u00fcrnt und fr\u00f6hlich. Aber die Parolen, die man ausgibt, sind nicht weniger schlicht, werden den komplexen Fragen nicht besser gerecht.<\/p>\n<p>Politische Rhetorik ist so alt wie die Demokratie. Doch heute scheint sie die Meinungsbildung zu dominieren, die Auseinandersetzung um Argumente zu ersetzen. Liberalen Populismus nennt <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/09\/populismus-eliten-gutmensch-luegen\">Bernd Stegemann<\/a> in seinem Buch <em>Das Gespenst des Populismus. Ein Essay zur politischen Dramaturgie<\/em> (Theater der Zeit, 2017) diese politische Praxis. Und er geht darin ihren Wechselwirkungen mit dem Rechtspopulismus nach. Denn in der Postdemokratie arbeiten auch die vermeintlichen Verfechter der offenen Gesellschaft st\u00e4ndig mit unterschwelligen, persuasiven Wertungen, um ihre Absichten unter einer Oberfl\u00e4che sachlicher Information zu verstecken. Sie sprechen zum Beispiel von Freiheit, wenn sie die Flexibilisierung von Arbeitsverh\u00e4ltnissen meinen, es also vor allem um die Freiheit der Unternehmen gegen\u00fcber den Anspr\u00fcchen ihrer Besch\u00e4ftigten geht. Oder sie fordern individuelle Freiheiten ein, geben sie als Abbau staatlicher Kontrolle oder verbraucherfreundliche Wahlfreiheit aus, um gleichfalls in erster Linie die Macht der Konzerne zu st\u00e4rken. Die positive Aufladung des Begriffs wird beibehalten, seine Bedeutung verdreht. Gleichzeitig wird die rhetorische Umwertung demokratischer Werte flankiert von einer Rhetorik der Alternativlosigkeit, nach der die \u00f6konomische Globalisierung und die Logik des Marktes als gleichsam naturgegeben hinzunehmen sind.<\/p>\n<p><strong>Rechtspopulisten legen den Finger in unsere Wunden<\/strong><\/p>\n<p>Auf diese Weise ist aus einem von demokratischen Grundprinzipien abgeleiteten moralischen Anspruch der D\u00fcnkel jener geworden, die die Deutungs- und Diskurshoheit f\u00fcr sich beanspruchen und glauben, auf politische Transparenz zugunsten populistischer Statements verzichten zu k\u00f6nnen. Alle anderen, die diesen zum D\u00fcnkel erstarrten Anspruch nicht teilen, sind nicht weiter ernst zu nehmen, also l\u00e4sst man ihre Emp\u00f6rung &#8222;in der allgemeinen Erregbarkeit der \u00f6ffentlichen Meinung untergehen&#8220;. Exakt hier setzen laut Stegemann die Strategien des Rechtspopulismus an, die wiederum auf den liberalen Populismus scheinbar sachlicher \u00dcberredung und die Tabuisierung angeblich nicht zu hinterfragender Gegebenheiten mit verst\u00e4rkter Lust an der Formulierung radikaler Positionen reagieren. Insofern legen Rechtspopulisten durchaus den Finger in die Wunde postdemokratischer Debattenkultur, wenn sie erkl\u00e4ren, dass &#8222;auch diese Technik nur eine raffinierte Spielart des politischen Sprechens&#8220; ist. Trumps befremdlicher Ausspruch &#8222;<em>You are fake news<\/em>&#8220; meinte vermutlich genau dies.<\/p>\n<p>Populismus, sagt Stegemann, ist keine Ideologie, sondern ein politischer Stil. Eine bestimmte Methode der \u00dcberredung und \u00dcberw\u00e4ltigung, um sich im \u00f6ffentlichen Raum gegen dort herrschende Umgangsformen Geh\u00f6r zu verschaffen. Dazu bediene er sich der Anrufung eines &#8222;Wir&#8220;, das erst in Abgrenzung zu einem feindlichen &#8222;Sie&#8220; zum &#8222;Wir&#8220; wird. Der Umgang mit Fakten und Begriffen werde dem Akt der Anrufung untergeordnet, das Wirklichkeitsbild der Beschw\u00f6rung jenes &#8222;Wir&#8220; angepasst.<\/p>\n<p>Wenn aber die Techniken des Populismus die Umgangsformen im \u00f6ffentlichen Raum immer mehr beherrschen, hat die Demokratie ein ernsthaftes Problem. Politische Meinungsbildung braucht \u00f6ffentliche Auseinandersetzung \u00fcber die Konflikte gesellschaftlichen Zusammenlebens, die f\u00fcr die Menschen t\u00e4gliche Erfahrung sind. Werden die Konflikte im Diskurs ausgeklammert, verschleiert, umgedeutet, \u00fcberzeichnet, wird die \u00f6ffentliche Sprache zu einem Ort des Falschsprechens bzw. der Nichtkommunikation. An ihre Stelle tritt das Bauchgef\u00fchl, das Ressentiment, das durch die Simplifizierung und Emotionalisierung politischer Inhalte immer weiter versch\u00e4rft wird. Ein Teufelskreis, an dessen Ende die offene Gesellschaft in offene Feindschaft zu m\u00fcnden droht.<\/p>\n<p>Von den Verfechtern dieser offenen Gesellschaft h\u00e4tte ich daher erwartet (oder vielmehr erhofft), dass sie den Teufelskreis zu durchbrechen versuchen \u2013 zumindest auf ihrer Seite. Dass sie also die Strategien des liberalen Populismus hinter sich lassen und zur offenen Diskussion gegenw\u00e4rtiger Missst\u00e4nde zur\u00fcckkehren w\u00fcrden, die nicht zuletzt mit den Schieflagen einer aus dem Ruder gelaufenen \u00f6konomischen Globalisierung und mit der Doppelmoral einer angeblich alternativlos marktkonformen Politik zu tun haben. Dass sie die Fehler der vergangenen Jahrzehnte selbstkritisch thematisieren. Stattdessen aber ist die Offenheit selbst zur Ideologie erstarrt und der Populismusvorwurf, etwa in Talkrunden, inflation\u00e4r geworden. So bleiben Debatten im populistischen Schlagabtausch stecken, wird der Populismus zur Endlosschleife.<\/p>\n<p><strong>Die b\u00fcrgerliche Mitte verf\u00e4llt in Apathie<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Feld der \u00f6ffentlichen Meinung ist <em>the trend<\/em> eben nicht immer <em>your friend<\/em>, wie uns die Marktideologen weismachen wollen. Denn w\u00e4hrend auf Seiten der Abgeh\u00e4ngten und Ausgeschlossenen die ohnm\u00e4chtige Wut weiter w\u00e4chst, die Ressentiments zunehmen und in Gewalt umschlagen, produziert der allgemeine Trend zum Populismus auf Seiten der b\u00fcrgerlichen Mitte eine Mischung aus Apathie, Abgrenzung und selektiver Wirklichkeitswahrnehmung. Wenn n\u00e4mlich die Diskussionen um die gegenw\u00e4rtigen gesellschaftlichen Verwerfungen in der \u00d6ffentlichkeit nur noch strategisch gef\u00fchrt werden, gibt es auch keine Argumente mehr abzuw\u00e4gen und daraus eigene kritische Perspektiven zu entwickeln. Partizipation in demokratischem Sinn ist in keiner Spielart von Populismus vorgesehen. Stattdessen kopieren postdemokratische B\u00fcrger das Erfolgsmodell des neoliberalen Zeitgeists und pflegen eine Art private Spielart von Populismus, die in einer Kultivierung von Befindlichkeiten zum Ausdruck kommt. <em>Like<\/em> oder <em>dislike<\/em>, m\u00f6gen oder nicht m\u00f6gen lauten die Parameter, die ihr Verh\u00e4ltnis zur Welt definieren \u2013 und was selbstredend auf keinen Fall gemocht wird, sind die l\u00e4cherlichen Dumpfbacken vom rechten Rand. Mit politischer Haltung hat das allerdings nichts zu tun.<\/p>\n<p>Die Kultivierung von Befindlichkeiten scheint heute das Rezept f\u00fcr alle Lebenslagen. Wir beurteilen Ereignisse, Meinungen, Personen, Institutionen, Waren, Kunstwerke danach. Auf der Ebene der Befindlichkeiten gehen Politik und Konsum, soziales Leben und Kommerz ineinander \u00fcber. Vielleicht ist der Populismus auf einer tieferen Schicht nicht nur Ausdruck einer politischen, sondern einer kulturellen Krise. Vielleicht schaukeln beide Krisen einander wechselseitig hoch.<\/p>\n<p>Mit dem neoliberalen Marktdenken ist jedenfalls ein neuer Identit\u00e4tstypus entstanden, der den Anforderungen der durch\u00f6konomisierten Gesellschaft umfassend entspricht. Dieser \u00f6konomistische Typus wendet die Mechanismen des wirtschaftlichen Wettbewerbs auf sich selbst an. Darin liegt die neue Qualit\u00e4t einer Herrschaftsform, die sich vom Kapitalismus fr\u00fcherer Zeiten grundlegend unterscheidet. Sie operiert mit Techniken, die uns aus der Werbung bestens vertraut sind: Ein k\u00fcnstlicher Horizont von Bed\u00fcrfnissen und Sehns\u00fcchten wird geschaffen, der \u2013 als Emanzipation und Befreiung inszeniert \u2013 nur durch Anpassung und Konkurrenz erreicht werden kann. Gerade die groteske Schizophrenie dieses konsumf\u00f6rmigen Bewusstseinsmodells verhindert, dass die ideologische Steuerung hinter den vordergr\u00fcndig liberal klingenden Botschaften wahrgenommen wird. Im unerbittlichen, von nichts und niemandem einged\u00e4mmten Verdr\u00e4ngungswettbewerb ersetzt der \u00f6konomistische Identit\u00e4tstypus nach und nach alle anderen Identit\u00e4ten. Mit seinem Erscheinen, seiner epidemischen Ausbreitung, haben sich Strukturen einer neuen klassenf\u00f6rmigen Hierarchie herausgebildet. Auf der einen Seite einer ehemals breiten Mittelschicht stehen die <em>Winner<\/em>, die sich dem neuen Typus erfolgreich angepasst haben und ihren Status aus der Wagenburg ihres materiellen und kulturellen Besitzstandes heraus verteidigen; auf der anderen Seite die <em>Loser<\/em>, die sich dem Typus ebenfalls, aber erfolglos angepasst haben und dauerhaft im Ausnahmezustand ihrer prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse gefangen bleiben. Die Kluft zwischen den beiden neuen &#8222;Klassen&#8220; aber wird zum Spielfeld von Populismen.<\/p>\n<p><strong>Affekte statt Argumente<\/strong><\/p>\n<p>Der gesamtgesellschaftliche Umbau auf der Grundlage einer verschleiernden, als unwiderlegbare Gewissheit getarnten marktkonformen Ideologie und die Etablierung dieses neuen Identit\u00e4tstypus haben sich im Laufe des vergangenen Vierteljahrhunderts zu einer ernsthaften Bedrohung f\u00fcr die offene Gesellschaft ausgewachsen. Gerade indem sie vorgibt, jenseits aller Ideologien zu stehen, hat diese Ideologie begonnen, Demokratie und Rechtsstaat von innen auszuh\u00f6hlen. Ideologien sind Weltanschauungen, die Anspruch auf absolute Wahrheit erheben, ihre Ansichten und Normen um jeden Preis durchsetzen und keinen Widerspruch zulassen. Erlangen sie Macht, entwickeln sie diktatorische Z\u00fcge. All dies trifft zu auf Geist und Praxis des \u00f6konomistischen Zugriffs auf unsere Daseinswelten. Nur die Techniken der Befestigung und Kontrolle der Macht sind neu. An dieser Stelle kommt das geistige und kulturelle Leben ins Spiel, denn alle Diktaturen versuchen ihre Herrschaft dadurch zu sichern, dass sie den kulturellen Raum mit ideologisch gef\u00e4rbten Kulturangeboten besetzen, ihn als Freiraum kritischen Denkens und k\u00fcnstlerischen Ausdrucks ausschalten. Ob dies von einem Regime von oben angeordnet wird oder aus einem System sich wie von selbst generiert, ist f\u00fcr den Vorgang selbst sekund\u00e4r.<\/p>\n<p>Was mittlerweile dabei herausgekommen ist, l\u00e4sst sich an der Kultivierung unserer Befindlichkeiten ablesen. Sie ist unsere neue, unausgesprochen und unreflektiert im Verborgenen wirkende Leitkultur. Der Zusammenhang zwischen ihr und dem Populismus, zwischen der Entkoppelung des Urteils und des Arguments von inhaltlichen, rationalen, qualitativen Aspekten zugunsten affektiver \u00dcberw\u00e4ltigung ist mit H\u00e4nden zu greifen. Irre sind nicht nur die Ansichten der Rechtspopulisten, sondern erscheint auch der Umstand, dass diesem gef\u00e4hrlichen Zusammenspiel, dessen Folgen inzwischen un\u00fcbersehbar geworden sind, kaum etwas entgegengesetzt wird.<\/p>\n<p>Um eine der Demokratie angemessene Politikkultur zur\u00fcckzuerlangen, best\u00fcnde ein allererster Schritt vielleicht darin, <em>jede<\/em> Form rhetorischer Praxis zu \u00e4chten, die mit populistischen Mitteln den offenen Dialog sabotiert. Auch w\u00e4re so manchem journalistischen Format, das sich seri\u00f6s und kritisch geb\u00e4rdet, zu w\u00fcnschen, es w\u00fcrde seine Berichterstattung nicht durch das Abtasten der Themen nach Like- und Dislike-Zonen verw\u00e4ssern. All das widerspricht nat\u00fcrlich den Forderungen nach Popularit\u00e4t und Quote. Es w\u00e4re aber allerh\u00f6chste Zeit, die alte demokratische Grundtugend der Zivilcourage wieder zu entdecken und den Zw\u00e4ngen der marktideologisch \u00fcberformten Dienstleistungsgesellschaft entschieden die Stirn zu bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Populisten geben primitive Antworten auf komplexe Fragen. 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Zuletzt erschienen die Romane \"Willkommen neue Tr\u00e4ume\" (2008) und \"Die Einzigen\" (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er 2015 den Carl-Amery-Preis, 2016 den International Music Theatre Now Award f\u00fcr \"Musicophilia\" (B\u00fchnenfassung nach Oliver Sacks) und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Im April 2017 erschien der Essay \"Ersch\u00fctterungen. 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