{"id":6159,"date":"2017-09-22T06:00:52","date_gmt":"2017-09-22T04:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=6159"},"modified":"2017-09-21T13:56:38","modified_gmt":"2017-09-21T11:56:38","slug":"tuschetien-georgien-fricke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/09\/22\/tuschetien-georgien-fricke\/","title":{"rendered":"Don&#8217;t smoke on the horse!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tuschetien? Den Namen auf der Einladung habe ich noch nie geh\u00f6rt. Dorthin gelangt man nur \u00fcber die gef\u00e4hrlichste Stra\u00dfe der Welt? Ich kichere vor Freude und fahre los.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6163\" aria-describedby=\"caption-attachment-6163\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6163\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/09\/freitext-tuschetien-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/freitext-tuschetien-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/freitext-tuschetien-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/freitext-tuschetien-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6163\" class=\"wp-caption-text\">Die georgische Bergregion Tuschetien \u00a9 Lucy Fricke<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Sie werden seltener, aber es gibt sie noch, die Einladungen, zu denen ich nicht nein sagen will. Je abwegiger, desto besser. Und wenn jemand fragt, ob ich Lust habe, nach Tuschetien zu reisen, und ich denke: <em>Tuschetien? Nie geh\u00f6rt<\/em>, dann sage ich sofort zu. Eine ferne Bergregion in Nordosten Georgiens, die ausschlie\u00dflich in den Sommermonaten zug\u00e4nglich sei, da in der \u00fcbrigen Zeit des Jahres der Pass nicht befahrbar ist, hei\u00dft es in der Einladung. Vom Gebirge verstehe ich nichts, vom Wandern erst recht nicht und in Georgien bin ich nie gewesen. Das alles spricht daf\u00fcr.<!--more--><\/p>\n<p>Der besagte Pass ist unter dem Namen Abano-Pass durchaus bekannt, er gilt als eine der gef\u00e4hrlichsten Stra\u00dfen der Welt. Kein anderer Weg f\u00fchrt nach Tuschetien, dorthin gelangt man nur mit Allrad, Pferd oder Helikopter. Ich schaue mir Videos an, und kichere vor Freude. Diese Strecke ist m\u00f6rderisch, es ist genau die milde Form von Todesangst, die mir gef\u00e4llt. Bei einer nahenden Depression unternehme ich gern einen Tandemsprung aus einem Flugzeug, jetzt also ein Pass in Georgien. Man verspricht mir, dass es einen Fahrer geben wird, der in der Region aufgewachsen ist. Eine andere Angst ist die vor dem Wandern. Ich hasse Wandern. Ich kann \u00fcberhaupt nicht wandern. Dieser K\u00f6rper hat das letzte Jahr an einem Schreibtisch gesessen, hat einen seit Monaten schmerzenden Tennisarm (vom Schreiben!) und kaum noch Muskeln in den Beinen. Dieser K\u00f6rper ist ein Sack, und der wird jetzt ausgerechnet in den Gro\u00dfen Kaukasus verschickt. Ich halte es f\u00fcr m\u00f6glich, auf 3000 Metern einfach zu kollabieren.<\/p>\n<p>Freunde leihen mir Wanderschuhe und eine Multifunktionsjacke, denn zum Anziehen hat dieser K\u00f6rper auch nichts. Ich lese die Biografie \u00fcber den jungen Stalin, packe die Sachen und fliege nach Tiflis. Viel Zeit blieb nicht, ich war nicht die erste Wahl f\u00fcr diese Reise, vor mir hat irgendein Waschlappen gekniffen, und ich bin gern die zweite Wahl, das senkt die Erwartungen enorm. Sehr bald werde ich verstehen, dass ich nicht die schlechteste zweite Wahl bin, wenn ich auch nicht wandern kann, so verf\u00fcge ich doch \u00fcber gewisse F\u00e4higkeiten, mit denen man in Georgien offenbar ziemlich weit kommt: Essen, rauchen, trinken und \u00fcber das Ungl\u00fcck lachen. (Wor\u00fcber man besser schweigt: Stalin und Religion.)<\/p>\n<p><strong>Wir fahren in die Berge und verschenken Schnaps<\/strong><\/p>\n<p>Wir starten an einem warmen Morgen um acht Uhr. Der Fahrer G. wartet mit seinem alten Landrover vor dem Hotel und mein georgischer Schriftstellerkollege A. liegt bereits auf der R\u00fcckbank, nachdem er die letzten drei N\u00e4chte seinen Geburtstag gefeiert hat.<\/p>\n<p>Heute m\u00fcssen wir nur die Fahrt \u00fcberleben und dieses \u00dcberleben liegt nicht in unseren H\u00e4nden, sondern einzig und allein in der Hand von unserem Fahrer G. Es scheint mir eine gute Hand zu sein, wahrscheinlich die beste.<\/p>\n<p>Acht Stunden wird die Fahrt dauern und bald wird mir klar, warum. Wir haben es nicht eilig. Wir haben Zeit. Zeit f\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck um zehn Uhr, das aus den traditionellen Chinkali, den gef\u00fcllten Teigtaschen, und einem frisch gezapften Bier besteht. Zeit, um die Tante von G. zu besuchen und in den Weinkeller hinabzusteigen. Zeit, um riesige Plastikgallonen mit selbst angebautem Wein zu f\u00fcllen, Zeit, um von jedem Jahrgang ein Glas zu probieren. Nicht zu vergessen der Tschatscha, dieser grundehrliche Trester, der gegen alles hilft, von der Tante pers\u00f6nlich gebrannt. Ein Dutzend kleine, gef\u00fcllte Plastikflaschen laden wir in den Wagen. Wer das alles trinken soll, ist die Frage. Wir sind zu dritt und haben nur sieben Tage. Geschenke, sagt G. Die freuen sich da oben \u00fcber alles. Wir fahren also in die Berge und verschenken Schnaps.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6164\" aria-describedby=\"caption-attachment-6164\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6164\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/09\/IMG_0910-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0910-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0910-620x465.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0910-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6164\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Lucy Fricke<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Als wir uns dem ber\u00fcchtigten Pass n\u00e4hern, soll ich mich abschnallen. Von jetzt an werde ich ich nur noch durchgesch\u00fcttelt und wenn was passiert, sagt G., m\u00fcssen wir eh schnell aus dem Wagen raus. Auto-Rodeo! ruft A. begeistert von der R\u00fcckbank. Das ist sie also, eine der gef\u00e4hrlichsten Stra\u00dfen der Welt, und. G. f\u00e4hrt sie mit der linken Hand. Nicht eine Sekunde Angst, nicht einmal \u00dcbelkeit. Als wir nach neunzig Minuten die Spitze erreichen, steigen wir auf 2800 Metern aus, holen aus dem Kofferraum Schnaps, drei Gl\u00e4ser und und trinken auf Georgien. Gaumardschoss!<\/p>\n<p>Ich taumle zur\u00fcck auf den Beifahrersitz, Tuschetien liegt vor uns wie ein Versprechen. Ein unermessliches Staunen \u00fcber die Sch\u00f6nheit, die sich hinter jeder Kurve aufs Neue ausbreitet, da taucht tats\u00e4chlich ein verborgenes Land auf. Wir fahren vorbei an den ersten D\u00f6rfern. Nie mehr als zehn H\u00e4user, verfallene Wehrt\u00fcrme, vor Jahrzehnten verlassene Winterquartiere. Fast niemand bleibt in den kalten Monaten noch hier, sie alle ziehen auf die andere Seite des Passes, und wer bleibt, ist abgeschnitten von dem, was wir Welt nennen. Sobald es anf\u00e4ngt zu schneien, f\u00fchrt in diese T\u00e4ler kein Weg mehr. In den harten Jahren schneit es bis in den April hinein. Die Einsamkeit hier ist l\u00e4nger und k\u00e4lter als anderswo. Es gibt keinen Strom, keinen Empfang, kein Internet, keinen Fernseher.<\/p>\n<p><strong>Nichts wirkt dramatisch, alles nur friedlich<\/strong><\/p>\n<p>Unser erstes Quartier, Dartlo, das manche das sch\u00f6nste Dorf Tuschetiens nennen, sieht aus wie ein Gem\u00e4lde. Fluss, Berge, Sonnenuntergang, Wehrturm, Schieferh\u00e4user, alles da, alles unwirklich. Nur schweigen und bewundern.<\/p>\n<p>Den Wein trinken wir in einer jahrhundertealten Kulisse, in der sie den besten Schafsk\u00e4se servieren, den ich je a\u00df. Wie ich den im Flieger mit zur\u00fcckkriege, frage ich und G. erz\u00e4hlt von Geldstrafen, die er schon hat zahlen m\u00fcssen, weil dieser K\u00e4se, wie auch sein Wein, nicht eingef\u00fchrt werden d\u00fcrfen in die EU. Die EU ist f\u00fcr die besten Dinge zu sauber. Das Herstellungsverfahren, sagt G., unterliegt dem Schutz der Unesco. Saufen und fressen als aktives Weltkulturerbe, da f\u00fchle ich mich direkt noch viel besser.<\/p>\n<p>Es wird ein langer Abend, der Tisch wird immer wieder vollgeladen mit Tomaten, Gurken, Fleisch, Brot und noch mehr Wein, so viele Menschen kommen vorbei, dass ich mich frage, wo die alle herkommen. Die Wirtin bringt ein Kind nach dem anderen ins Bett, w\u00e4hrend drau\u00dfen die M\u00e4nner vorreiten. Sie kommen zum Essen und reiten zur\u00fcck zur Arbeit, zur\u00fcck zu dem 30 Kilometer entfernten russisch-georgischen Grenzposten. W\u00e4hrend ich schon l\u00e4ngst ermattet im Bett liege, h\u00f6re ich sie vor meiner T\u00fcr noch reden, die beiden G\u00e4stezimmer wurden in den Wohnraum gezimmert und es erinnert mich an fr\u00fche Kindheitstage, als ich den ruhigsten Schlaf hatte, w\u00e4hrend um mich herum die Party kein Ende fand.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6165\" aria-describedby=\"caption-attachment-6165\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6165\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/09\/IMG_1053-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_1053-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_1053-620x465.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_1053-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6165\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Lucy Fricke<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Der Himmel scheint hier blauer als irgendwo sonst. Vielleicht habe ich noch nie so klare Luft geatmet wie in dieser Landschaft, in der nichts dramatisch wirkt, alles nur friedlich. Im Gegensatz zur brutalen Geschichte dieser Region. Von den Kriegen, Deportationen und \u00dcbergriffen h\u00f6re ich, doch sehen kann ich nur Schafe, Pferde, Weite, hier und da ein Bussard. Zwei Stunden wandern wir, ohne einem Menschen zu begegnen. Auf einer Wiese steht ein leerer Verschlag aus Holz, mit wei\u00dfer Farbe daran geschrieben: Shop. Fast Food. Niemand ist zu sehen, bis auf einer H\u00fcgelkuppel pl\u00f6tzlich bunte Plastikst\u00fchle aufblitzen. Weltweit tauchen in jedem sch\u00f6nsten Nirgendwo fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Plastikst\u00fchle auf. Wir klopfen an ein H\u00e4uschen, die Luke wird ge\u00f6ffnet, eine junge Frau serviert drei Tassen Mokka und spannt den Sonnenschirm auf. Zwei M\u00e4nner binden ihre Pferde fest und kaufen Tschatscha in Plastikflaschen.<\/p>\n<p><strong>Schafsfleisch zwischen den Z\u00e4hnen<\/strong><\/p>\n<p>Vor zwanzig Jahren war es noch ein Abenteuer hier, sagt A, und ich bin insgeheim froh, erst jetzt gekommen zu sein. Er empfiehlt mir Schnaps gegen den Muskelkater, und als wir den trinken am Abend, verr\u00e4t er seine alte Bergregel: Bis 1500 Meter Wein, ab 1500 nur noch Schnaps. G. hebt sein Glas und st\u00f6hnt: Oh, lieber Gott, mach mich immer so fertig!<\/p>\n<p>\u00dcber dem offenen Feuer kochen wir Chinkali, und A. erz\u00e4hlt die Legende eines Dichters, der in den tuschetischen Bergen seine Gedichte verbrannte und dabei rief: Seht, dies ist das Feuer der Poesie! Ob er es bereute, f\u00fcr einen schlechten Witz sein Werk verbrannt zu haben, ist nicht \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag nehmen wir den Wagen und fahren hinauf in das h\u00f6chste bewohnte Dorf Europas, Bochorna auf 2345 Metern. Man muss zugeben, dass der Zusatz &#8222;bewohnt&#8220; von einem einzigen Mann aufrechterhalten wird, ein bald achtzigj\u00e4hriger Arzt, der hier auch im Winter ausharrt und daf\u00fcr ber\u00fchmt ist, ohne Narkose zu operieren.<\/p>\n<p>Er ist so freundlich, mir die dringend ben\u00f6tigte Toilette zu zeigen, in der ich schlie\u00dflich hocke und denke: Das ist das h\u00f6chste Plumpsklo Europas. Hier bin ich also. Es kann sch\u00f6n sein, Dinge zu erreichen, die man sich nie vorgenommen hat.<\/p>\n<p>\u00dcber Br\u00fccken aus Holz fahren wir, und wenn da keine Br\u00fccke ist, dann brettern wir durch den Fluss. In den entlegensten Orten bauen sie Gasth\u00e4user, ein Hauch von Tourismus oder auch nur von der Hoffnung darauf, weht durch die T\u00e4ler. Ich habe meine Zweifel, aber ich habe immer Zweifel und selten eine Ahnung. G. sagt: Hauptsache, sie machen was.<\/p>\n<p>Wir erreichen Alisgori, unsere n\u00e4chste Unterkunft, am Abend.<\/p>\n<p>Die Solarzellen liegen hier auf den D\u00e4chern aus Schiefer, als h\u00e4tte Au\u00dferirdische ihren M\u00fcll abgeworfen. Eine d\u00fcnne Matratze auf einem Holzbrett, die Dusche wird mit Feuer geheizt, das Waschbecken steht im Freien.<\/p>\n<p>4000 Kilometer von Berlin entfernt, mit geliehenen Wanderschuhen und einem Rucksack vom Discounter. Schmerz in den Muskeln, in den F\u00fc\u00dfen, Dreck unter den N\u00e4geln, Staub im Haar, der R\u00fccken von Bremsen zerstochen, Schafsfleisch zwischen den Z\u00e4hnen. Ich stehe hier, schaue auf einen rei\u00dfenden Gebirgsbach und jeder Gedanke verschwindet.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner erz\u00e4hlen Heldengeschichten und trintschken auf die Toten, auf die gro\u00dfen Krieger und die, die niemanden hinterlassen haben. Je tiefer die Nacht, desto l\u00e4nger werden die Trinkspr\u00fcche. Bei jedem Glas gedenken wir, preisen die Liebe, die Neugier, die Kunst, die Freundschaft, die Begegnungen, die unser Leben ver\u00e4ndern, die Menschen, die Einfluss auf uns haben, die Leidenschaft, die Erinnerung, darauf, dass wir diese Tage niemals vergessen. Wir trinken verdammt nochmal auf alles. Und dass diesen M\u00e4nnern das Preisen nicht ausgeht, l\u00e4sst mir das Leben mit jeder Stunde reicher erscheinen. In solchen N\u00e4chten s\u00e4uft man sich in die Demut.<\/p>\n<p>Wir schlafen aus, nur einen einzigen Plan gib es heute: Hoch zu den Sch\u00e4fern. Am Nachmittag um vier werden die Schafe gemolken, danach wird der K\u00e4se gemacht und als ich den Weg sehe, der uns bevorsteht, sp\u00fcre ich nichts als den dr\u00e4ngenden Wunsch, schon dort zu sein.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wild Woman&#8220;, sagt A.<\/strong><\/p>\n<p>Ich schleppe mich durchs Ger\u00f6ll, es geht steil hinab und dann sehr langsam wieder bergauf. A. h\u00e4lt mir seine Hand hin, damit ich \u00fcber den Bach springen kann. Ich hasse Wandern, ich hasse es wirklich. Am schlimmsten ist es, einen Weg zu gehen, den man hinterher auch wieder zur\u00fcck muss, wenn man wei\u00df, was einen erwartet. Wir schleppen uns schweigend hoch, die Luft wird d\u00fcnner.<\/p>\n<p>Oben angekommen schlendert uns einer entgegen, der aussieht wie der Golem. Alles an ihm ist gro\u00df und bucklig. Das kommt vom Melken, sagt A. Seit Jahrzehnten melkt dieser Mann. G. zieht eine Flasche Schnaps aus seiner Jacke, wir betreten einen Verschlag, dessen Dach eine blaue Plastikplane ist. Uns alle verl\u00e4sst die Farbe im Gesicht, wir sehen aus wie in einem nicht n\u00e4her definierten Endstadium. Immer mehr M\u00e4nner kommen herein. Nicht einer gibt mir die Hand, niemand sieht mich an. H\u00f6flichkeit sei das, Sch\u00fcchternheit auch, versichert mir A. Ich tauche hier schlie\u00dflich in Begleitung von zwei M\u00e4nnern auf, unantastbarer k\u00f6nnte ich kaum sein.<\/p>\n<p>Der Tisch ist so niedrig, dass wir mit aufgest\u00fctzten Armen dransitzen. Es gibt H\u00fcttenk\u00e4se aus einer Blechschale, dazu Brot und Tomaten, Gurke und Melone. In der Ecke steht ein Gaskocher mit dem Namen &#8222;Harlem&#8220;.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6166\" aria-describedby=\"caption-attachment-6166\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6166\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/09\/IMG_0953-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0953-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0953-620x465.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/09\/IMG_0953-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6166\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Lucy Fricke<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>\u00dcber uns baumeln wei\u00dfe S\u00e4cke mit Getreide. Der Tschatscha wird ge\u00f6ffnet, wir trinken ihn aus dicken Patronenh\u00fclsen, doch in den H\u00e4nden dieser M\u00e4nner sieht alles winzig aus. Noch nie habe ich solche Pranken gesehen, noch nie habe ich solche M\u00e4nner gesehen, nur Muskeln und kaum noch Z\u00e4hne. Meine Unantastbarkeit weicht langsam auf, wir sto\u00dfen an auf die Freundschaft zwischen Deutschland und Tuschetien, die wir hiermit ins Leben rufen. A. haut mir auf die Schulter und lacht. <em>Wild Woman<\/em>, sagt er, und auch mir f\u00e4llt es jetzt auf, wie ich hier hocke, kurz vor der tschetschenischen Grenze, zwischen einer Horde georgischer Sch\u00e4fer, den K\u00e4se mit den H\u00e4nden in den Mund stopfe, selbstgebrannten Schnaps aus einer Patronenh\u00fclse st\u00fcrze und eine filterlose Kippe zwischen den Fingern halte.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Gebt mir ein Pferd&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00e4nner reden \u00fcber Pferde, Hunde und W\u00f6lfe, bis der j\u00fcngste Sch\u00e4fer Tuschetiens das Zelt betritt<em>.<\/em> Neunzehn Jahre ist er alt und bevor er seinen Schnaps trinkt, rezitiert er minutenlang ein Gedicht. Kein besonders gutes Gedicht, wie A. mir zufl\u00fcstert, eines \u00fcber Helden, Kriege und Siege, das \u00dcbliche eben. Wir trinken alle noch eine H\u00fclse Schnaps, bevor um Punkt vier Uhr die Schafe gemolken werden. Dreihundertsechzig Schafe. Pro Schaf ein halbes Teeglas Milch. Mir war zuvor nicht klar gewesen, was f\u00fcr ein H\u00f6llenjob das ist. W\u00e4hrend die Melker in einer irren Geschwindigkeit melken, schwinden mir beim Zusehen langsam, aber sicher die letzten Kr\u00e4fte. Ob er etwas f\u00fcr mich tun kann, fragt G., ob ich W\u00fcnsche h\u00e4tte. An dieser Stelle sei gesagt, dass es kaum Besseres gibt, als mit zwei M\u00e4nnern durch die Wildnis zu reisen. Einer k\u00fcmmert sich immer. Meine eigenen W\u00fcnsche sind mir oft nicht klar erkenntlich, doch in diesem Moment wei\u00df ich genau, was ich will: Gebt mir ein Pferd, sage ich. Und G. geht los und kl\u00e4rt das. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter wird ein Pferd gesattelt und bevor ich aufsitze, gibt mir A. den besten Ratschlag, den ich je h\u00f6rte, den ich mir als Lebensmotto an die Wand schreiben m\u00f6chte: <em>Don\u2019t smoke on the horse<\/em>! Wir traben los, A. und G. stechen ihre Holzst\u00f6cke in die Wiese und folgen mir zu Fu\u00df. Am Abend tut mir tats\u00e4chlich der Hintern weh, jetzt also auch noch der Hintern. Ich schweige dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Als wir am Tag darauf Omalo erreichen, ist das ein Schock. Wir sind zur\u00fcck in der Zivilisation. Fast sechzig H\u00e4user und alles ist Baustelle. Hier wird ganz gro\u00df aufgefahren, hier entsteht das Epizentrum des Tourismus. Es gibt eine B\u00e4ckerei, eine Bar, es gibt Strom, Musik, Bier, es gibt M\u00e4dchen, die sich kreischend aus Autofenstern lehnen und M\u00e4nner mit dicken B\u00e4uchen. Ein paar K\u00fche liegen auf der Stra\u00dfe wie eine Reminiszenz an alte Zeiten. Die Wirtin hofft, im n\u00e4chsten Jahr sogar Internet zu haben. Dann ist endg\u00fcltig alles verloren, seufzt G. und ich nicke.<\/p>\n<p>Vierundzwanzig Stunden sp\u00e4ter stehe ich mit A. in einem gigantischen Hinterhof in Tiflis, eine Bar neben der anderen. Fabrica hei\u00dft dieser Ort, so hei\u00dfen sie \u00fcberall auf der Welt. Wir stehen am Rand und wissen nicht, wohin mit uns. Es sind viel zu viele Menschen. A. sieht mich an und sagt: Stell dir einfach vor, es w\u00e4ren Schafe.<\/p>\n<p>________________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tuschetien? Den Namen auf der Einladung habe ich noch nie geh\u00f6rt. Dorthin gelangt man nur \u00fcber die gef\u00e4hrlichste Stra\u00dfe der Welt? 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