{"id":6212,"date":"2017-10-06T06:00:58","date_gmt":"2017-10-06T04:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=6212"},"modified":"2017-10-06T11:41:01","modified_gmt":"2017-10-06T09:41:01","slug":"meinung-meinungsfreiheit-reh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/","title":{"rendered":"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Deshalb sollte man eine starke Position vertreten. Aber was, wenn man seine Meinung in der Kakofonie der Gegenwart verloren hat?<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6216\" aria-describedby=\"caption-attachment-6216\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6216\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/10\/freitext-meinung-1024x576.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-meinung-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-meinung-620x349.jpeg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-meinung-768x432.jpeg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-meinung.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6216\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Clem Onojeghuo \/ unsplash.com (https:\/\/unsplash.com\/@clemono2)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><em>&#8222;Man, I don&#8217;t even have an opinion.&#8220; (<\/em>Marvin<em>, Pulp Fiction)<\/em><\/p>\n<p>Ich habe Probleme mit meiner Haltung. Schon l\u00e4nger. Es ist nicht so, dass ich keine h\u00e4tte. Werte, klar, die hab ich. Gemein sein zum Beispiel, geh\u00e4ssig oder herablassend gegen\u00fcber Benachteiligten: finde ich doof, will ich nicht, mach ich nicht. Aber eine konkrete Meinung zu haben macht mir Schwierigkeiten, gar nicht zu reden von einer kontroversen. Ich w\u00fcrde mich nie hinstellen und sagen: Toiletten gendern, habt ihr denn keine anderen Sorgen! Oder: Die Dieselbetr\u00fcger von VW geh\u00f6ren alle an den Eiern aufgeh\u00e4ngt! Keine Frage, das sind sch\u00f6ne, kraftvolle Meinungen, wie so viele andere auch, geh\u00f6rte wie unerh\u00f6rte. Ich w\u00fcrde aber nie mit einer von ihnen hervortreten.<!--more--><\/p>\n<p>Das liegt daran, dass ich das Exponieren von Meinungen, wie es dieser Tage Mode ist, meist f\u00fcr \u00fcbereilt halte. Ich f\u00fchle mich weniger als Stellvertreter und F\u00fcrsprecher \u00fcberindividueller Denkfiguren, sondern versuche \u2013 auch wenn man mich der Leisetreterei zeiht \u2013 zun\u00e4chst bei mir selbst zu bleiben. Drum ist mein Bekenntniseifer unterentwickelt, und das hat wieder zur Folge, dass ich mir nur so selten eine Meinung leiste wie andere ein Schnitzel essen. Ich will mich nicht hinter fiktiven Apologeten wie Ulrich, dem Mann ohne Eigenschaften, verschanzen, aber ich denke tats\u00e4chlich, dass man alles, was man sieht, auch anders sehen kann. Daraus ziehe ich sogar einen nicht geringen Teil meines schriftstellerischen Selbstvertrauens. Ich muss nicht zu allem eine Meinung haben, wo es doch gen\u00fcgend Leute gibt, die sich gegenseitig darum kloppen, ihre sagen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ich dusche am liebsten lauwarm, bevorzuge weder Fisch noch Fleisch und mag mein Gem\u00fcse halb gar. Leute, die \u00fcberall und st\u00e4ndig ihre Meinung kundtun m\u00fcssen, habe ich schon immer heimlich bel\u00e4chelt, wenn auch vielleicht zu Unrecht. Ich will weder der Mehr- noch der Minderheit angeh\u00f6ren, sondern einfach schweigen d\u00fcrfen. In der systemischen Therapie gibt es einen Namen f\u00fcr meine seltsam haltungslose Haltung: Allparteilichkeit. Sie ist das Gegenteil von Indifferenz, sieht ihr aber zum Verwechseln \u00e4hnlich. Mit dem Schiedsrichter- oder Gottkomplex der \u00dcberparteilichkeit hat sie auch nichts am Hut. Allparteilichkeit hei\u00dft lediglich: Alle haben ihre Wahrheit. Und meistens k\u00f6nnen sie nicht anders, als dabeizubleiben.<\/p>\n<p>Aber was in Therapie und Literatur von Vorteil ist, hat im praktischen Leben seine T\u00fccken: Wer in diesen Tagen allparteilich mit <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\">Trump<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/thema\/wladimir-putin\">Putin<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-10\/recep-tayyip-erdogan-putschversuch-soldaten-trt-tuerkei-mugla\">Erdo\u011fan<\/a> umgehen und wom\u00f6glich auch noch f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-08\/nordkorea-konflikt-kim-jong-un-interview\">Kim Jong Un<\/a> Verst\u00e4ndnis haben will, der muss sich nicht wundern, wenn ihm die verschr\u00e4nkten Ellenbogen den Zugang zu allen Herzen versperren, zumindest den linken. Allparteilich in Zeiten der AfD? \u2013 Zugegeben, manche Dinge sind schwer darstellbar.<\/p>\n<p>Gerade deshalb w\u00e4re eine eigene Meinung \u2013 gerade f\u00fcr mich als Autor und gerade jetzt \u2013 so wichtig. Schlie\u00dflich will auch ich gelikt werden. Eine einnehmende Meinung zur laufenden Ereigniskultur stiftet Aufmerksamkeit und (mit den richtigen Filtereinstellungen) Zuspruch, und letztlich sch\u00e4rft sich so auch das Profil der eigenen Marke. Eine Meinung ist keineswegs so billig in der Herstellung, wie ich immer gedacht habe. Sie ist immer nur so gut wie die Bioreservate, aus denen ihre Zutaten kommen, und in der Verarbeitung nicht unkompliziert, denn einmal im Umlauf bleibt sie meist nur wenige Stunden frisch. Deswegen muss man sie st\u00e4ndig variieren und aktualisieren. Und um ausreichend Follower zu akquirieren, muss sie auch noch knackig angerichtet sein. Aber wieder nicht zu knackig! Das alles ist eine Kunst f\u00fcr sich.<\/p>\n<p><strong>Unm\u00e4nnlicher Wankelmut<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte mir immer eingebildet, durchaus eine Haltung zu haben, eine gute sogar, oder jedenfalls eine unverwechselbare, oder wenigstens eine vorhandene. Genau genommen wei\u00df ich aber nicht einmal, was das ist, eine Haltung. Man kann sie annehmen wie beim Strammstehen, aber sp\u00e4testens im Bett muss man wieder liegen: Mit Haltung kann man nicht schlafen. Ich kann mir schon denken, dass mit dem Begriff irgendwelche \u00dcberzeugungen oder sogar ein Glaube gemeint sind. Aber ich war noch nie religi\u00f6s, noch glaube ich an die Befreiung des Menschen von den Ketten des Kapitals. Ich w\u00fcrde ja sagen, dass ich an gar nichts glaube, aber das ist mir wieder zu melodramatisch. Tats\u00e4chlich empfinde ich meine schlechten Haltungsnoten nicht als nihilistischen Federschmuck, sondern durchaus als echten Makel.<\/p>\n<p>Gemeinhin nennt man solche Leute wie mich wankelm\u00fctig oder hasenherzig. Hamlet war so einer. Nicht, dass ich mich jetzt auch noch mit Hamlet vergleichen wollte, aber er gilt immerhin als Vorzeigezauderer. Schon damals hat man ja Wankelmut f\u00fcr unm\u00e4nnlich befunden. Dass man heute mit einem Adjektiv wie &#8222;unm\u00e4nnlich&#8220; gleich Hochsicherheitsalarm in etlichen Diskursen ausl\u00f6st, empfinde ich wiederum zwar als anstrengend, f\u00fchle mich dadurch aber nicht zu k\u00e4mpferischer Gegenmeinung aufgefordert. Statt mir auszudenken, was ich alles meinen k\u00f6nnte, warte ich meist lieber ab, bis amerikanische Wissenschaftler die neuesten Untersuchungsergebnisse ver\u00f6ffentlichen. Das scheint mir effizienter.<\/p>\n<p>Auch Ironie und Indifferenz sind nat\u00fcrlich Haltungen, aber in den letzten Jahren haben sie kontinuierlich an Beliebtheit eingeb\u00fc\u00dft. Man muss schon zeigen, wo man steht, am besten mit einer pr\u00e4gnanten Statusmeldung auf einem dieser bunten Statushintergr\u00fcnde, wie sie bei Facebook in vielen Designs zur Anwendung bereitliegen. Mein Verlag hat vor einigen Jahren angefangen, die einzelnen Neuerscheinungen seines Programms mit kleinen Hinweisclaims wie etwa &#8222;F\u00fcr Leser des Welterfolges <em>Die Pute von Panem<\/em>&#8220; oder dergleichen zu versehen. Die Marktlage ist einfach zu komplex und un\u00fcbersichtlich, als dass man es dem Publikum zumuten will, sich allein zurechtzufinden. Ich verstehe das. Ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass es die beste und sch\u00f6nste aller L\u00f6sungen ist, aber nun. Vielleicht k\u00f6nnte ich die Verh\u00e4ltnisse durch eine starrsinnige Verweigerungshaltung \u00e4ndern. Aber meine Haltung zu Hinweisclaims und Status-Hintergr\u00fcnden ist von einer langm\u00fctigen Weltverbesserungsgeduld gepr\u00e4gt, die vielleicht auch ein Totstellreflex ist.<\/p>\n<p><strong>Die Sache mit den Fl\u00fcchtlingen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt eine Stelle in Stanley Kubricks <em>Dr. Strangelove<\/em>, die mir oft einf\u00e4llt. Da sagt General Buck Turgidson, ein dogmatischer Kriegstreiber und Unsympath, zum Pr\u00e4sidenten: &#8222;Ich urteile ungern, bevor ich nicht alle Fakten kenne.&#8220; Mir gef\u00e4llt der latente Gr\u00f6\u00dfenwahn dieses Anspruchs. Wer kennt schon, bevor sie oder er eine Partei w\u00e4hlt, deren programmatische Vorhaben zum Kinderfreibetrag, Solizuschlag oder K\u00fcndigungsschutz, geschweige denn die allerhintersten Ver\u00e4stelungen ihres Parteiprogramms? Klar, bei der AfD wurden aus dem Grind Schlagzeilen gemacht, aber so viel Publicity bekommt die Bergpartei nicht. Dennoch gehen wir w\u00e4hlen, und nicht nur Parteien, sondern Jobs, Lebenspartner und Biom\u00fcsli mit Hanfkrokant. Unsere Entscheidungsgrundlage daf\u00fcr ersch\u00f6pft sich meistens in einem Hauptsatz, wenn sie \u00fcberhaupt je zur Sprache kommt. Denn meist \u00fcbernimmt ja die Hirnchemie das Ruder, wenn der Verstand sich verzettelt hat, siehe Hamlet.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lasse auch ich mich von Gef\u00fchlen leiten. Ich finde zum Beispiel das massenhafte Ertrinken von Fliehenden im Mittelmeer schrecklich. Falls das schon eine Haltung ist, wei\u00df ich nicht, was aus ihr folgt. Statt zu einer starken, haltungsmotivierten Meinung in dieser Debatte zu kommen, stelle ich mir blo\u00df Fragen: Folgt aus meinem Gef\u00fchl (Mitleid) notwendig die Meinung, dass alle Menschen, die in ihren Heimatl\u00e4ndern Not leiden, nach Europa kommen d\u00fcrfen sollten? Und w\u00e4ren das nicht zu viele, als dass alle mit Deutschkurs, Wohnung und Job ausgestattet werden k\u00f6nnten? Ohne Job m\u00fcssten sie wohl von Steuergeldern leben, was auch in einwanderungsfreundlichen Staaten als finanzielle Belastung gesehen wird, oder sie m\u00fcssten sich sonst wie Geld beschaffen. Andersherum: Wenn man nur wenige Bewerber hereinl\u00e4sst, woran bemisst man, wer kommen darf und wer nicht? Wenn man Unversehrtheit von Leib und Leben zugrunde legt, warum geh\u00f6ren dann nur Krieg und Verfolgung dazu, nicht aber strukturelle Perspektivlosigkeit und Verhungern? Nach dem, was auch Deutschland dem afrikanischen Kontinent zugemutet hat und weiterhin zumutet (Klimawandel, Saatkartelle, Waffenlieferungen), m\u00fcssten wir den Menschen dort nicht eigentlich sogar die Tickets hierher bezahlen? Oder w\u00e4re es stattdessen eine gute Idee, sie vorher in Schl\u00fcsselindustrien auszubilden und sie dann als L\u00f6sung unseres Fachkr\u00e4fteproblems nach Deutschland zu holen? Und l\u00f6sen wir nicht eigentlich sowieso immer nur unsere eigenen Probleme statt die der Welt?<\/p>\n<p>Meist komme ich beim \u00dcberlegen zu irgendwelchen vorl\u00e4ufigen Ergebnissen, die ich gleich darauf wieder verwerfe. Oder sie werden von unvermuteter Seite ersch\u00fcttert, zum Beispiel von einer Statistik, die ganz behauptet, dass nur wenige Asylbewerber \u00fcberhaupt dauerhaft in Deutschland bleiben. Dann sind mir meine ganzen vorherigen Gedanken ein bisschen peinlich, so als sei ich mit meinem Hin- und Hermeinen auf eine Scheindebatte republikanisch-russischer Computertrolle hereingefallen. Wenn ich ersch\u00f6pft ins Bett sinke, frage ich mich dann, was mich die ganze Sache mit den Fl\u00fcchtlingen \u00fcberhaupt angeht, ich kenne schlie\u00dflich \u00fcberhaupt keine und unternehme auch nichts, um welche kennenzulernen. Generell nehmen Probleme von Menschen, zu denen ich keinen pers\u00f6nlichen Kontakt habe, nicht gerade den Hauptteil meiner Aufmerksamkeit ein. Das kann man gut finden oder schlecht, aber so ist es. M\u00fcsste nicht, wer sich um die Fl\u00fcchtlinge als Menschen und nicht als Teil eines Gesinnungskampfes sorgt, sich eigentlich auch um die st\u00e4dtischen M\u00fcllsammler, Obdachlosen, Bettler, Verr\u00fcckten und Alkoholiker sorgen, genauso wie um die Millionen von Kriegs- und Katastrophenopfern, die noch in ihren Heimatl\u00e4ndern sind? Kein Mensch tut das, wie auch. Ich finde die selektive Ignoranz, aufgrund derer man den einen hilft und den anderen nicht, zwar bigott, aber \u00fcberlebensnotwendig.<\/p>\n<p><strong>Meinungsfreiheit als Segen<\/strong><\/p>\n<p>Ich mag Menschen, die sich selbstlos um andere k\u00fcmmern. Dass ich selbst nicht dazu z\u00e4hle, kommt mir irgendwie falsch vor: Ich als privilegierter wei\u00dfer m\u00e4nnlicher Europ\u00e4er um die 40 k\u00f6nnte das n\u00e4mlich, zumal in mir das Bewusstsein d\u00e4mmert, dass es meinesgleichen waren, die den Planeten zu dem gemacht haben, was er ist \u2013 und das ist nicht als Kompliment gemeint. Statt Teil der L\u00f6sung zu sein, bin ich wahrscheinlich viel eher Teil des Problems. Ich sollte mir zumindest ein Ehrenamt suchen, denke ich. Es muss gl\u00fccklich machen oder zumindest Sinn stiften, nicht nur f\u00fcr sein eigenes armseliges Dasein da zu sein, sondern etwas zu bewirken, das wertvoll und gut ist. Brunnen, Winterhilfe, Vorlesestunden in AfD-Hochburgen. Was wei\u00df ich. Allein: Ich bin nicht \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Wenn man schon etwas tut, dann muss man an seine Notwendigkeit glauben, sonst hinterl\u00e4sst es Leere und Desolation. Ich habe dieses Gef\u00fchl der Notwendigkeit, wenn \u00fcberhaupt, nur manchmal beim Schreiben. In der Literatur kann man Haltungen anprobieren wie Kleider, ohne ihnen sein Leben unterordnen zu m\u00fcssen. Es ist sogar ein Segen, keine Meinung zu haben, die man unbedingt verbreiten will: Dadurch kann man den Figuren ihre lassen, und im besten Fall gewinnen sie dadurch an Lebendigkeit. Selbst nicht mit einer wichtigen Haltung belastet zu sein, f\u00fchlt sich zumindest beim Schreiben nach Freiheit an, auch wenn das nur eine Schim\u00e4re ist. Und diese Freiheit ist es, f\u00fcr die ich lebe.<\/p>\n<p>Letztlich kann man sich all diese Dinge nicht aussuchen, und deswegen ist es vermutlich v\u00f6llig nutzlos, sich Selbstvorw\u00fcrfe zu machen. Es gibt st\u00e4ndig Dinge, zu denen ich mich in meinem Alltag verhalten muss. Sie sind es geradezu, die mich durch mein Leben treiben wie einen alten Esel. Denen stelle ich mich dann ohne Anspruch auf Grunds\u00e4tzlichkeit, und entweder sie gehen gut aus, oder sie brauchen noch eine Weile. Ich k\u00f6nnte sie als neueste Exponate in die virtuellen Schauk\u00e4sten der Netzwerke stellen, in der Hoffnung, dass man mich in der Richtigkeit meiner Lebensf\u00fchrung best\u00e4rkt. Aber dieses Selbstgezeige f\u00fchrt doch zu nichts, au\u00dfer dass <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/thema\/mark-zuckerberg\">Mark Zuckerberg<\/a> noch reicher wird und noch mehr Geld spenden kann. Das w\u00e4re immerhin was. Aber an meinem Wesen muss niemand genesen.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Deshalb sollte man eine starke Position vertreten. Aber was, wenn man seine Meinung in der Kakofonie der Gegenwart verloren [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1071,"featured_media":6216,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-6212","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft-politik","category-schriftstellerleben"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Deshalb sollte man eine starke Position vertreten. Aber was, wenn man seine Meinung in der Kakofonie der Gegenwart verloren [\u2026]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Freitext\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2017-10-06T04:00:58+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2017-10-06T09:41:01+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Sascha Reh\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:image\" content=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/10\/freitext-meinung.jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Sascha Reh\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"10\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/\",\"name\":\"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\"},\"datePublished\":\"2017-10-06T04:00:58+00:00\",\"dateModified\":\"2017-10-06T09:41:01+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/6331040c88fc7687b98a8a2fdd7eeac3\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?!\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\",\"name\":\"Freitext\",\"description\":\"Feld f\u00fcr literarisches Denken\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/6331040c88fc7687b98a8a2fdd7eeac3\",\"name\":\"Sascha Reh\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b7c39e3bb1afbfc4674019920d18b7b4e622b7a29b11cefe4d93985f4670407f?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b7c39e3bb1afbfc4674019920d18b7b4e622b7a29b11cefe4d93985f4670407f?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Sascha Reh\"},\"description\":\"Geboren 1974 in Duisburg. Er studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Bochum und Wien. Danach Ausbildung zum Systemischen Familientherapeuten. Mit seinem Romandeb\u00fct \\\"Falscher Fr\u00fchling\\\" war er 2007 Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa des LCB. Sein letzter Roman \\\"Gegen die Zeit\\\" war 2015 f\u00fcr den Alfred-D\u00f6blin-Preis nominiert. Er lebt und arbeitet in Berlin.\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/sascha-reh\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext","og_description":"Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Deshalb sollte man eine starke Position vertreten. Aber was, wenn man seine Meinung in der Kakofonie der Gegenwart verloren [\u2026]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/","og_site_name":"Freitext","article_published_time":"2017-10-06T04:00:58+00:00","article_modified_time":"2017-10-06T09:41:01+00:00","author":"Sascha Reh","twitter_card":"summary_large_image","twitter_image":"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/10\/freitext-meinung.jpeg","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Sascha Reh","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"10\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/","name":"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?! - Freitext","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website"},"datePublished":"2017-10-06T04:00:58+00:00","dateModified":"2017-10-06T09:41:01+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/6331040c88fc7687b98a8a2fdd7eeac3"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/06\/meinung-meinungsfreiheit-reh\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Ja! Nein! Oder vielleicht doch?!"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/","name":"Freitext","description":"Feld f\u00fcr literarisches Denken","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/6331040c88fc7687b98a8a2fdd7eeac3","name":"Sascha Reh","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b7c39e3bb1afbfc4674019920d18b7b4e622b7a29b11cefe4d93985f4670407f?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b7c39e3bb1afbfc4674019920d18b7b4e622b7a29b11cefe4d93985f4670407f?s=96&d=mm&r=g","caption":"Sascha Reh"},"description":"Geboren 1974 in Duisburg. Er studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Bochum und Wien. Danach Ausbildung zum Systemischen Familientherapeuten. Mit seinem Romandeb\u00fct \"Falscher Fr\u00fchling\" war er 2007 Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa des LCB. Sein letzter Roman \"Gegen die Zeit\" war 2015 f\u00fcr den Alfred-D\u00f6blin-Preis nominiert. Er lebt und arbeitet in Berlin.","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/sascha-reh\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-meinung.jpeg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1071"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6212"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6230,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6212\/revisions\/6230"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}