{"id":6294,"date":"2017-10-19T11:05:03","date_gmt":"2017-10-19T09:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=6294"},"modified":"2017-10-19T12:11:09","modified_gmt":"2017-10-19T10:11:09","slug":"fortschritt-ideologie-frauenfeindlich-braslavsky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/10\/19\/fortschritt-ideologie-frauenfeindlich-braslavsky\/","title":{"rendered":"Auf den Ferrari h\u00e4tte ich gern geschissen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn irgendwo &#8222;Zukunft&#8220; oder &#8222;Fortschritt&#8220; draufsteht, hecheln alle brav hinterher. Ob die Ideologie dahinter aggressiv oder frauenfeindlich ist, daf\u00fcr sind wir blind. <\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6301\" aria-describedby=\"caption-attachment-6301\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6301\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/10\/freitext-zukunft-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-zukunft-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-zukunft-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-zukunft-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/10\/freitext-zukunft.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6301\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Jean Gerber\/https:\/\/unsplash.com\/photos\/vkCyrRJsHss<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und wei\u00dft: Heute ist der Tag, der dein Leben endlich ver\u00e4ndern wird. Und falls du m\u00e4nnlich sein solltest, stell dir vor, du seist eine Frau, die sich von Geburt an als Frau f\u00fchlen musste, die, auch wenn sie es wollte, kein Mann sein wollen konnte, eine Frau in ihren besten Jahren, eine reife Frau in einer fabrikneuen Welt, in der sie als Weib eine Zumutung ist. Du verachtest dich jeden Tag daf\u00fcr, dass du nicht als Junge geboren wurdest oder dich wenigstens als Junge f\u00fchlen konntest. Du verachtest deine Mutter daf\u00fcr, dass sie dich nicht rechtzeitig abgetrieben hat. Und deinen anonymen Samenspender hasst du daf\u00fcr, dass er ein ignorantes Arschloch war, dass er kein Interesse an deiner Geburt gezeigt hat, er h\u00e4tte dich wenigstens noch totschlagen k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p>Und deine Selbstverachtung w\u00e4chst mit jedem Tag, mit dem du \u00e4lter wirst. Auch wenn dein Spiegelbild dir weismachen will, dass du j\u00fcnger aussiehst, als du in Jahren z\u00e4hlst, zeigt es dir um die Mundwinkel herum deine Anstrengung im Kampf gegen erschlaffende Haut, ein Zeichen von schwindenden Kr\u00e4ften, von erlahmendem Stolz. Denn <em>jeden Tag m\u00fcssen die Menschen ihre Nerven mit tollk\u00fchnem Stolze elektrisieren<\/em>, wenn sie wertvoll f\u00fcr die Gesellschaft sein wollen. In deinem geb\u00e4rf\u00e4higen Stadium warst du wenigstens noch als organischer Brutkasten f\u00fcr die neuen jungen Helden erw\u00fcnscht. Ob du geb\u00e4rwillig warst, hast du dich nie gewagt zu fragen. Aber heute ist dein gro\u00dfer Tag. Schon seit du z\u00e4hlen kannst, hakst du jede Erdumdrehung seit deiner Geburt gewissenhaft ab, heute machst du dein sechzehntausend-vierhundert-siebenunddrei\u00dfigstes Kreuz. Zum letzten Mal verkriechst du dich in deiner Uniform und st\u00fcrzt aus dem Haus.<\/p>\n<p>Auf die Stra\u00dfe! Au\u00dferirdisch funkelnde Geschosse schlagen ihre Haken kreuz und quer durch die Stadt. Es herrscht herrlicher Krieg vor deiner T\u00fcr. Die geschlachtete Zeit schafft neuen Raum und entfaltet gerade noch kraftstoffstrotzende Schwaden, die dich an diese Zapfs\u00e4ulen f\u00fcr Kettens\u00e4gen erinnern, an denen du fr\u00fcher nach der Schule abhingst und herumgeschn\u00fcffelt hast. Du bist sp\u00e4t. Du kannst dir keine Versp\u00e4tung leisten. Du musst fr\u00fcher da sein als die anderen. Z\u00f6gern, schlendern, harren, gr\u00fcbeln oder sich besinnen geh\u00f6ren nicht in deine neue Welt, das machen nur Greise, Invalide, Sterbende, Gelehrte oder Weiber. Klassische Hindernisse auf eurem Rennen um die Zukunft. Die Bahn muss immer freiger\u00e4umt werden von diesen Barrikaden, das Herz muss stets unbeschwert und leicht sein auf seiner Flucht nach vorn, wo das Brandneue ist, das Bessere, das Brennen, der Ort, an dem du sein willst, den du nicht verpassen darfst.<\/p>\n<p>Aber bis dahin musst du dich sputen. Du erreichst den Hallenkomplex \u00fcberp\u00fcnktlich. Der abgesonderte Brennstoff aus deinen Schwei\u00dfdr\u00fcsen strotzt vor S\u00e4ure von deiner Kraftanstrengung. Auf diesen herkuleshaftigen Marathon hast du dich die letzten Jahre vorbereitet. Du musst originell sein, du l\u00e4sst dich nicht transportieren. Auf dem Weg nach Halle B passierst du Halle A. Das wusstest du, auch das hast du x-mal durchgespielt. Keinen Blick zur Seite, kein Hadern, kein \u00dcberdenken. Blick nach vorn, du bist allein, vorbei am euphorischen Gekreische deiner Leidensgenossinnen, alles Weiber wie du, alles alter geb\u00e4runf\u00e4higer Ballast wie du, die um schnellere Liquidierung bitten, um Auszahlung ihres letzten Tributs, die ihr Recht auf z\u00fcgigere Arbeit des Palliativkommandos einfordern, denn <em>das Blut hat nur Wert und Glanz, wenn es aus dem Gef\u00e4ngnis der Arterien durch das Feuer oder das Schwert befreit worden ist! <\/em>So retten sie rechtzeitig ihren Wertzuwachs. So k\u00f6nntest doch auch du noch alles aus dir herausholen? Du kannst noch links abdrehen und dich ihnen anschlie\u00dfen? Du kannst schnell noch deinen Bonus einfahren?<\/p>\n<p>Nein, du hast dich entschieden! Schon an deinem sechsten Geburtstag, als du wie ein Kondor vor einem Pack pr\u00fcgelnder Jungs wegged\u00fcst bist und dich durch eine defekte Kellerluke unbefugt in einer Bibliothek in Sicherheit gebracht hast. Dieser sch\u00f6ne Schock, du warst noch au\u00dfer Atem, als dieser Duft nach Brennmaterial ganz hoch in dein Bewusstsein vordrang. Regale um Regale voller feinstem Z\u00fcndstoff. Und als dann ein Kommando blutjunger Helden reinst\u00fcrmte, du blitzartig hinter eine Schrankt\u00fcr, und sie sich synchron davor aufreihten und in zwei Regalen Feuer legten, dein Puls brannte in deinem K\u00f6rper. Dieser Moment brannte sich in dein Ged\u00e4chtnis. Das war kein gew\u00f6hnlicher Brennstoff, das waren abartige Brennbarkeiten, die beim Z\u00fcnden seltsamen L\u00e4rm absenden, interagierende Codes, so eine Art vernetzte Botschaften in die Schichten der Atmosph\u00e4re einspeisen, als h\u00e4tten sie nur auf das Feuer gewartet, als h\u00e4tten sie sich befreit und endlich verstricken k\u00f6nnen. Keiner liest sie mehr. Sie werden nicht gelesen. Keiner liest mehr, keiner kann\u2019s mehr, keiner darf\u2019s mehr k\u00f6nnen. Ein paar Frauen wurden beim Lesen erwischt, schon eine Weile her, aber sie wurden bei lebendigem Leibe mit ihren B\u00fcchern verbrannt. Nein, an diesem Tag hattest du dich entschieden. Als Frau w\u00fcrdest du niemals eine Bibliothek anz\u00fcnden d\u00fcrfen, sie werden nicht in die N\u00e4he von B\u00fcchern gelassen. Aber du warst s\u00fcchtig geworden nach dieser Verbindung von scharfz\u00fcngigem Gesang und bissigem s\u00e4uerlichen Geruch. Das ist besser als Zapfs\u00e4ule. Das ist ein kolossaler Kick.<\/p>\n<p>Du hast es geschafft. Halle B ist erreicht. Nur noch zwei Frauen warten dort, wie du, mit diesem Feuer in den Augen. Du schl\u00fcpfst aus deiner Uniform, du schl\u00fcpfst in ein OP-Kleid, du legst dich auf einen Wagen, er f\u00e4hrt dich in den OP-Saal. Gottgestalten von freundlichem humanoidem, medizinischem Personal \u00fcbernehmen deinen Transfer. Nach langwierigen Antr\u00e4gen, nach schwei\u00dftreibend plausibilisierten L\u00fcgen und Beharren, du seist im falschen Geschlecht geboren, nach horrortripartigen hormonellen Vorbehandlungen kannst du nun endlich dein Geschlecht verlagern. Du migrierst zum Mann, zum potenziellen Helden, zur legalisierten Waffe. Auch wenn du dich insgeheim als Frau f\u00fchlst, so nennen sie dich ab jetzt wenigstens <em>neuer Mensch<\/em>. Auch wenn du zu alt bist, um noch lange weiterzuleben, erweisen sie dir wenigstens die Ehre, am Tag der Bibliotheken und Museen Teil eines Brandkommandos zu sein. Dann darfst du endlich Feuer in den Regalen legen. Du wirst es noch mal f\u00fchlen, nur noch ein Mal. Du z\u00fcndest eine Bibliothek an, so kannst du dich endlich f\u00fcr die Gesellschaft n\u00fctzlich machen. Du darfst w\u00fcten, zerst\u00f6ren, weil du Platz schaffen musst f\u00fcr das Neue. Nein, du bist ein Greis, du darfst nicht mehr lange leben, weil du auch f\u00fcr ein Heldendasein inzwischen zu alt bist, aber dann werden sie dich wenigstens aus Liebe t\u00f6ten.<\/p>\n<p><strong>Brauchte unsere halbautomatisierte Welt den Futurismus?<\/strong><\/p>\n<p>Nimm das<em> <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1986\/21\/zu-schoen-um-wahr-zu-sein\">Futuristische Manifest<\/a><\/em> ruhig beim Wort, \u00fcbersetz dir <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/09\/wir-raten-zu-frauen-verfuehren-ratgeber\">Marinettis<\/a> imaginierte Welt von morgen buchst\u00e4blich und wortw\u00f6rtlich und lies diesen Text unbedingt gewissenhaft, Wort f\u00fcr Wort, dann bekommst du vielleicht, so wie ich, den Eindruck, dass diese schw\u00fclstige Aggressionsprosa nicht als Steilvorlage f\u00fcr ein neues, offenes Zukunftsbewusstsein taugt, aber in Ausz\u00fcgen leider politisch Karriere gemacht hat. Filippo Tommaso Marinetti, ein offenbar von moderner Weiblichkeit und seiner bieder-b\u00fcrgerlichen Umgebung \u00e4u\u00dferst traumatisierter, manierierter Schnurrbarttr\u00e4ger feiert darin keinen neuen Menschen, er will die Renaissance der brutalen Alpham\u00e4nnchen, die sich gern als \u00dcbermenschen bezeichnen lassen. Aus dem Blickwinkel des 21. Jahrhunderts l\u00e4sst dieser Antihumanismus der Futuristen im Stil muskelbepackter, geschwollener Hetzprosa das \u201cmoderne\u201d 20. Jahrhundert auf gesellschaftlicher Ebene r\u00fcckst\u00e4ndiger aussehen als das von wei\u00dfen patriarchalischen, nationalistischen Kolonialisierungstr\u00e4umen und Sklaverei kontaminierte 19. Jahrhundert.<\/p>\n<p>2009, geschlagene 100 Jahre nach Erscheinen des Manifests, war das Jahr der journalistischen Besinnung auf dessen einstige Ver\u00f6ffentlichung im <em>Figaro<\/em>. Die Jubil\u00e4umsartikel klingen durchweg harmlos, man erinnert halt an eine revolution\u00e4re Kunstbewegung. Erneut wurde dem Futurismus die Schl\u00fcsselrolle in den Erneuerungsbewegungen innerhalb der Europ\u00e4ischen Moderne bescheinigt. Nur lax, mit beil\u00e4ufigen Nebens\u00e4tzen wurden die schwierigen Passagen mit der \u201eVerachtung des Weibs\u201c oder der gezielten T\u00f6tung von Greisen, Intellektuellen, Invaliden oder der Verherrlichung von Gewalt und Krieg erw\u00e4hnt und nicht weiter besprochen. Auch Ulf Poschardt deklinierte sich in einem fl\u00fcssigen, fast harmlos-heiteren Artikel in der <em>Welt<\/em> mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article3232191\/Dank-der-Futuristen-gibt-es-den-Ferrari.html\">\u201eDank der Futuristen gibt es den Ferrari\u201c<\/a> durch die seit jeher fest vorgeschriebene Erinnerungsakte &#8222;Futurismus&#8220; und vermittelte uns damit, dass trotz allem (will hei\u00dfen: trotz allem Beschissenen, das dort zu lesen ist) es dem Futurismus zu verdanken sei, dass die Welt heute so sch\u00f6n und geil aussehe. Er nannte das 20. Jahrhundert: &#8222;ein blutiges, schnelles, b\u00f6ses und aufregendes Jahrhundert, dessen Umbr\u00fcche, Risse und Katastrophen stets neue Adrenalinsch\u00fcbe durch die K\u00fcnstlerseelen schickten.&#8220; Brauchen wir im 21. Jahrhundert noch maskuline Amalgame im Stil von <em>blutig<\/em> = <em>aufregend<\/em> oder <em>Katastrophe<\/em> = <em>Adrenalin<\/em>? W\u00e4re es nicht mutiger gewesen f\u00fcr einen brillanten Journalisten wie Ulf Poschardt, einen Artikel unter der \u00dcberschrift zu verfassen: &#8222;Ich h\u00e4tte gern auf den Ferrari geschissen!&#8220;<\/p>\n<p>Hat je einer den Beweis angetreten, ob es f\u00fcr die Entwicklung unserer halbautomatisierten Welt der Futuristen \u00fcberhaupt bed\u00fcrft h\u00e4tte? Die industrielle Revolution in Europa war in vollem Gange. Die Modernisierung des Kontinents vollzog sich allm\u00e4hlich auf politischer, gesellschaftlicher wie auf k\u00fcnstlerischer Ebene. Wurde dieser quirlige zukunftsschwangere Umbauprozess nicht genau durch die technoide Geilheit, die Zerschlagungswut und brachiale Hast der Futuristen \u00fcberhitzt und politisch \u00fcberrannt? War der Futurismus als selbst ernannte Zukunftsstr\u00f6mung nicht eher das paradoxe Symptom f\u00fcr den Infarkt der Modernisierungsbewegungen? Die Automatisierung ersonnen haben die Futuristen sicher nicht, sie haben sie nur am lautesten herumgegr\u00f6lt. Denn Aristoteles schrieb schon in seiner fast zweieinhalbtausend Jahre alten <em>Politik<\/em>: &#8222;Wenn jedes Werkzeug auf Gehei\u00df, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten k\u00f6nnte, wie des\u00a0D\u00e4dalus\u00a0Kunstwerke sich von selbst bewegten oder die Dreif\u00fc\u00dfe des\u00a0Heph\u00e4stos\u00a0aus eignem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so die Weberschiffe von selbst webten, so bed\u00fcrfte es weder f\u00fcr den Werkmeister der Gehilfen noch f\u00fcr die Herren der Sklaven.&#8220; Wenn das nicht schon nach 21. Jahrhundert klingt! Allerdings: Zu seinen Frauen-verachtenden \u00c4u\u00dferungen (in seiner Schrift <em>\u00dcber die Zeugung der Gesch\u00f6pfe<\/em> nennt er sie &#8222;unfruchtbare M\u00e4nner&#8220;, deren Mangelhaftigkeit darin bestehe, dass sie unf\u00e4hig seien, Samen zu produzieren) will ich mich jetzt nicht auch noch auslassen. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Nur so viel: Dass auch er Barttr\u00e4ger war, kann jetzt Zufall sein.<\/span><\/p>\n<p>W\u00fcrden wir Marinetti &amp; Co. heute, in der Zukunft von 1909, nicht eher als terroristische Bewegung einstufen und international \u00e4chten? Sollten wir das nicht? Warum r\u00e4umen wir diesen Kriegstreibern so viel Raum in unserem Ged\u00e4chtnis ein? Obwohl! \u2013 Marinetti &amp; Co. haben ihre gerechte Strafe bekommen: Museen \u00fcber Museen und ihre Namen unter verstaubter Sekund\u00e4rliteratur auf kilometerlangen, brandgesch\u00fctzten Bibliotheksregalreihen begraben. Sie sind Lekt\u00fcre f\u00fcr Gestrige geworden!<\/p>\n<p><strong>Die Entautomatisierung der Wahrnehmung<\/strong><\/p>\n<p>Nein, in diesem Artikel soll es wirklich um Zukunft gehen. Wiktor Schklowski beschrieb 1916 das Grundprinzip modernen (zukunftstr\u00e4chtigen) k\u00fcnstlerischen Schaffens im Begriff der &#8222;Entautomatisierung der Wahrnehmung&#8220;. Ein K\u00fcnstler zeigt dem Betrachter die Dinge so, als w\u00fcrde der sie zum ersten Mal sehen. Auf diese Weise wird die Welt durch die Wahrnehmung dynamisiert und beschleunigt, vorgefertigte Strukturen werden deaktiviert, aber nicht zerst\u00f6rt. Es geht, und das war das gro\u00dfe Verdienst der meisten Modernismen, um einen fremden Blick auf das Vertraute. Um die Offenlegung neuer r\u00e4umlicher und zeitlicher Verh\u00e4ltnisse, um eine breitere gesellschaftliche Erm\u00e4chtigung zur Erkenntnis, um die Sichtbarmachung neuer Dimensionen, eben um das Gef\u00fchl von Zukunft. Es ging um nichts Geringeres als um die Ver\u00e4nderung unseres Bewusstseins, und im Besonderen: um den Verlust der Angst vor der Zukunft durch neue \u00e4sthetische Verfahren und das Erlernen von neuem Sehen. Denn die Menschheit hat sich immer dann am schnellsten entwickelt, wenn sie sich eine neue Sicht auf die Welt erobert hatte.<\/p>\n<p>Als der Mensch noch Seelen in jedem Stein oder Baum erkannte, als er nachts ehrf\u00fcrchtig zum Himmel schaute, die Arbeit kosmischer Kr\u00e4fte und die Wiederkehr der Tierkreiszeichen beobachtete, um darin den Lauf der Welt abzulesen, dachte er ausschlie\u00dflich in Zyklen. Vergangenheit oder Zukunft waren keine Bewusstseinsfelder. G\u00f6tter waren \u00fcberall, sie sprachen zu uns, nicht zu dir, sie ermittelten keinen Einzelmenschen, sie sprachen nur zu vergemeinschafteten humanoiden Exemplaren. Der mythologische Mensch erkannte nur Episoden, die ihn zyklisch heimsuchten oder beschenkten. Es war die Zeit des allgegenw\u00e4rtigen Jetzt. Der allgegenw\u00e4rtigen Furcht und Erwartung. Nichts war endlich, auch der Tod nicht. Alles floss im Kreis. Eine einzigartige Geschichte hatte niemand zu erwarten. Das Ich war atomisiert im Schwarm der anderen auf seiner endlosen, beklemmenden Reise.<\/p>\n<p>Als die Hebr\u00e4er begannen (nein, es muss zun\u00e4chst ein Hebr\u00e4er gewesen sein, es war wohl eine dieser ertr\u00e4glich lauen N\u00e4chte, und das Kraut, das er rauchte, hatte ihm gerade ein Fremder auf seiner Durchreise geschenkt, es muss stark und zugleich s\u00fc\u00dflich und bitter geschmeckt haben), als dieser Hebr\u00e4er an diesem Abend begann, pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit einem einzigen allm\u00e4chtigen Gott aufzunehmen, durchbrach er zum ersten Mal diesen quasi-psychedelischen Teufelskreislauf. Der Mensch entwickelte seit dieser Zeit eine Beziehung zu sich und seiner pers\u00f6nlichen Geschichte. Er entwickelte ein Bewusstsein f\u00fcr eine einzigartige Bedeutung seiner Geschichte, die er weit \u00fcber die Gegenwart hinausreichen sah: in die Vergangenheit und Zukunft.<\/p>\n<p>Ohne diese Befreiung von der allgegenw\u00e4rtigen Furcht vor Wiederkehr, vor der Heimsuchung, vor diesem allgegenw\u00e4rtigen Jetzt h\u00e4tte der Mensch keinen Glauben in eine Zukunft entwickelt und keine Ruhe gehabt, Computer oder Raumschiffe zu erfinden. Womit h\u00e4tte ich diesen Text schreiben k\u00f6nnen, und womit sollte ich mich begraben lassen? Die Zukunft wurde zur perfekten Zeit f\u00fcr eine perfekte Welt. Sie erm\u00f6glicht uns, unsere Sehns\u00fcchte und Tr\u00e4ume frisch zu halten. Die magische Tupperware unserer chronologischen Ichs. Sie ist fern und nah genug f\u00fcr unsere Utopien, deshalb halten wir die Gegenwart \u00fcberhaupt aus, Zukunft ist unerreichbar. Jedenfalls solange sie uns nicht zu Leibe r\u00fcckt. Oder die Vergangenheit. Aber die Reste unseres l\u00e4ngst vergessenen urmythologischen Bewusstseins verhelfen uns manchmal auch zu T\u00e4uschungen: dass es offenbar r\u00fcckw\u00e4rts anstatt vorw\u00e4rts zu gehen scheint. Dass uns die Vergangenheit einholt?<\/p>\n<p>Den Deutschen wird ja Zukunftsangst unterstellt. Wer den Begriff <em>Zukunft<\/em> in die Suchmaschine eingibt, dem schl\u00e4gt tats\u00e4chlich Sachlichkeit und D\u00fcsterkeit entgegen. Wer dagegen <em>future<\/em> eingibt, wird \u00fcbersch\u00fcttet von Euphorie und Gro\u00dfr\u00e4umigkeit. Im Grimmschen W\u00f6rterbuch hei\u00dft es: &#8222;Die Teutschen sind b\u00e4ren mit vernunfft.\u00a0drum fr\u00f6w sich keiner ir z\u016fkunfft.&#8220; Nun ja, das Interessanteste an dieser Redewendung scheint mir die Verwendung des Begriffs <em>Zukunft <\/em>zu sein. Im Gegensatz zum Englischen oder Franz\u00f6sischen st\u00fctzen wir uns nicht auf die lateinische Form <em>futurus<\/em> in ihrer unbeschwerten eindimensionalen zeitlichen Bedeutung von <em>bevorstehend\/kommend<\/em>, nein, wir machen es uns nicht so leicht. Im deutschen Wort <em>Zukunft<\/em> steckt zugleich die <em>An-kunft<\/em> (der kommenden Zeit) und die <em>Wiederkehr<\/em> (auch im Sinne der <em>Heimsuchung<\/em>). Und darin k\u00f6nnte die Erkl\u00e4rung f\u00fcr die deutsche Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber der kommenden Zeit liegen. Unser lateinisches \u00c4quivalent war <em>adventus<\/em>, d.h. die <em>Ankunft<\/em>, das <em>Eintreffen<\/em>. Hier geht es weniger um eine zeitliche Kategorie, es geht um ein Ereignis, das wir erahnen. Zum ersten Mal verwendet wurde das Wort Zukunft in Verbindung mit der &#8222;Zukunft Christi&#8220;, also die Wiederkehr Christi am J\u00fcngsten Tag. Wer sich die Geburt des Wortes <em>Zukunft<\/em> in Langfassung durchlesen und bei der ungelenken Hebung dieses Wortk\u00f6rpers in die deutschen Denkstrukturen mitfiebern m\u00f6chte, dem kann ich Lucian H\u00f6lschers Buch <em>Die Entdeckung der Zukunft<\/em> empfehlen.<\/p>\n<p>Im Deutschen konstruieren wir das Konzept <em>Zukunft<\/em> also <em>nicht ohne Vergangenheit<\/em>. Wir ziehen damit ein viel weitreichenderes Panorama auf, das spricht eher f\u00fcr unser Genie. Aber wir fliegen im Vergleich zu unseren franz\u00f6sischen oder englischen bzw. amerikanischen Mitdenkern mit viel Ballast. Nat\u00fcrlich fliegen wir aufrichtiger. Und viel langsamer. Mit Angst hat das vielleicht nichts zu tun, eher mit Bew\u00e4ltigung von Komplexit\u00e4t, manchmal mit \u00dcberforderung. Wir rasen nicht, denn wir f\u00fchlen mit dem Wort <em>Zukunft<\/em>, dass Probleme aus der Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht gel\u00f6st werden, nicht einfach zur\u00fcckgelassen werden k\u00f6nnen, sondern uns im Karussel der Zeit wieder so oder \u00e4hnlich heimsuchen werden.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn irgendwo &#8222;Zukunft&#8220; oder &#8222;Fortschritt&#8220; draufsteht, hecheln alle brav hinterher. Ob die Ideologie dahinter aggressiv oder frauenfeindlich ist, daf\u00fcr sind wir blind. 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