{"id":6654,"date":"2017-12-26T06:00:17","date_gmt":"2017-12-26T05:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=6654"},"modified":"2017-12-22T20:49:30","modified_gmt":"2017-12-22T19:49:30","slug":"new-york-trump-niemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2017\/12\/26\/new-york-trump-niemann\/","title":{"rendered":"Die Anti-Trump-Stadt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Toleranz und Rassismus, Armut und Reichtum existieren in New York nebeneinander. Aber man sp\u00fcrt den Willen, die sozialen Ungerechtigkeiten zu \u00fcberwinden. Trotz Trump<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6676\" aria-describedby=\"caption-attachment-6676\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6676 size-large\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2017\/12\/freitext-new-york-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/12\/freitext-new-york-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/12\/freitext-new-york-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/12\/freitext-new-york-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2017\/12\/freitext-new-york.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6676\" class=\"wp-caption-text\">Nicolai Berntsen\/Unsplash<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Seit Anfang Oktober bin ich in New York, wohne wie alle Stipendiaten aus Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich in den Silver Towers an der ber\u00fchmten Bleecker Street, gleich hinter dem ber\u00fchmten Washington Square Park, um den die Geb\u00e4ude der ber\u00fchmten New York University verstreut liegen. Von meinem Fenster im siebten Stock sehe ich rechts auf die Houston Street, wo das angesagte und schicke Viertel SoHo (f\u00fcr: South of Houston Street) beginnt, links, leicht nach hinten versetzt, die H\u00e4userzeile des Broadway, noch etwas weiter hinten das Bayard-Condict-Building von 1899, einziges Geb\u00e4ude und erster Stahltr\u00e4gerbau in New York City des vor allem f\u00fcr Chicagoer Bauwerke ber\u00fchmten Architekten Louis Sullivan. <!--more-->In einem Radius von ungef\u00e4hr f\u00fcnf bis zehn Gehminuten liegen: der <em>Earth Room <\/em>und der <em>Broken Kilometer <\/em>von Walter De Maria, der Ort, wo sich Edward Hoppers Wohnhaus und Atelier befand, wo John Dos Passos <em>Manhattan Transfer <\/em>geschrieben hat, die Adresse, wo Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William S. Burroughs sich regelm\u00e4\u00dfig in einer Buchhandlung trafen, wo im von Jimi Hendrix gegr\u00fcndeten Electric Ladyland Studio legend\u00e4re Plattenaufnahmen entstanden. Wenn ich aus der Lobby meines Wohnturms trete, stehe ich vor einer riesigen Picasso-Skulptur aus Beton. Laufe ich links die Bleecker Street zur MacDougal Street runter, komme ich zum Cafe Reggio, in dem Bob Dylan zu sitzen pflegte. Gehe ich rechts bis zum Ende der Stra\u00dfe, stehe ich vor einem Klamottenladen, in dessen R\u00e4umen einmal das CBGB war, die Zentrale von New Wave und Punk. Auch Mark Twain hat in der Gegend eine Zeitlang gelebt, auch Andy Warhols zweite Factory lag nicht weit von hier, auch Jean-Michel Basquiat hat um die Ecke gewohnt. Die Liste lie\u00dfe sich fortsetzen. Die US-amerikanische Kultur des 20. Jahrhunderts w\u00e4re hier gleichsam zeichenhaft auf engstem Raum verdichtet, w\u00e4ren denn Zeichen vorhanden. Sind sie aber nicht, zumindest nicht viele. Nur weniges ist in Relikten erhalten (auf Mark Twain zum Beispiel weist immerhin ausnahmsweise eine Bronzeplakette hin, der Klamottenladen benutzt die alten Plakate des CBGB als Deko), das meiste ist spurlos verschwunden. H\u00e4tte ich nichts gelesen, keine Hinweise erhalten, w\u00e4re mir kaum etwas aufgefallen.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr New Yorks Trend zur Ausl\u00f6schung der eigenen Geschichte ist simpel und plausibel in dieser superteuren Stadt: Es geht ums Gesch\u00e4ft. L\u00e4den m\u00fcssen dicht machen, \u00e4ltere H\u00e4user neuen, gr\u00f6\u00dferen, h\u00f6heren weichen. Die Betreiber des CBGB konnten sich irgendwann in den Nullerjahren einfach die steigenden Mietkosten nicht mehr leisten. Aber als Reklame-Accessoire sind ihre Poster immer noch gut. \u00dcberhaupt besch\u00e4ftigt mich, je l\u00e4nger ich hier bin, immer st\u00e4rker das Verh\u00e4ltnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Geschichte und Gegenwart. Als ich ankam, hoffte ich etwas zu erfahren \u00fcber das neue Donald-Trump-Amerika. Sehr schnell stellte sich heraus, dass hier in Manhattan davon so gut wie nichts zu sp\u00fcren ist. Und alle New Yorker, mit denen ich gesprochen habe, waren stolz darauf. Trotz Trump Tower, vor dessen Eingang sich die Polizei f\u00f6rmlich eingegraben hat, trotz Trump Center an der Wall Street. Auf Staten Island wom\u00f6glich, wo es l\u00e4ndlicher zugeht, wurde mir erz\u00e4hlt, in der einen oder anderen Ecke von Brooklyn vielleicht. Aber hier? \u2013 Fand ich Trump-Devotionalien gerade einmal im Postkartenst\u00e4nder: &#8222;<em>Make America Great Again<\/em>&#8222;, prangte da \u00fcber einer Abbildung von Trump, seinen Vize Mike Pence und dem Wei\u00dfen Haus, vor die jemand (aus Scham oder um zu verhindern, dass die Karte verkauft wird oder beides) eine andere Postkarte gesteckt hatte. Stattdessen bekam ich hier, im Greenwich Village, Flyer von <em>RefuseFascism.org <\/em>in die H\u00e4nde gedr\u00fcckt, Aufrufe zu Protestkundgebungen unter dem Motto: &#8222;<em>This Nightmare must end<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p><strong>Verschmelzungsprozesse<\/strong><\/p>\n<p>Direkt unter den Fenstern meiner Wohnung, wo man fr\u00fcher auf Tennispl\u00e4tze und eine Aschenbahn hinunterblickte (an einer Stelle ist noch ein kleiner Rest der roten, mit wei\u00dfen Linien geteilten Kunststoffbeschichtung zu erkennen), wo die Sportstudierenden der NYU ihre Vor- und R\u00fcckhand trainierten oder unerm\u00fcdlich ihre Bahnen drehten, liegt derzeit der Krater einer gigantischen Baustelle. W\u00e4hrend meiner Denkpausen schaue ich dem Ballett der riesigen Bagger und Maschinen zu. Anfangs gab es noch enorme Presslufth\u00e4mmer, die mein Hochhaus zum Wackeln brachten und Einbu\u00dfen f\u00fcr die Konzentration bedeuteten, sodass ich zum Arbeiten in die Library auswich. Doch l\u00e4ngst ist es f\u00fcr einen Maschinenpark dieses Ausma\u00dfes erstaunlich ruhig geworden. Scheinbar passiert n\u00e4mlich nicht viel dort drunten. Zumindest ist kaum etwas zu sehen. Trotzdem wird st\u00e4ndig rangiert und gewuchtet und umgeschichtet. L\u00f6cher werden auf-, dann wieder zugegraben, Beton wird durch ein zwanzig Meter hohes Rohr in den Boden und die Seitenw\u00e4nde der Grube gepumpt. Ab und zu wird ein enormer zylindrischer Stutzen oder ein kolossaler Stahlbalken senkrecht bis zum Anschlag ins Erdreich gerammt.<\/p>\n<p>Das geht nun seit \u00fcber zwei Monaten so. Mir ist klar, dass es bei all diesen Vorarbeiten im Untergrund um Statik geht. Und die wird auch n\u00f6tig sein. Am Bauzaun h\u00e4ngen Modellzeichnungen des &#8222;<em>work in progress<\/em>&#8222;: ein m\u00e4chtiger Stahl- und Glasriese, der dann nat\u00fcrlich die fantastische Aussicht aus meiner Wohnung f\u00fcr immer (oder bis zum n\u00e4chsten Abriss) verstellen wird. Vermutlich wird, wenn das Fundament gesichert ist, das eigentliche Geb\u00e4ude in der allerk\u00fcrzesten Zeit emporschnellen. So geh\u00f6re ich wohl zu den letzten Gl\u00fccklichen, die ihre Stipendiatentage nicht im Schatten einer f\u00fcnfzehn Meter entfernten Hausfront verbringen. Was mich aber, w\u00e4hrend ich das Maschinenballett unter meinem Fenster beobachtete, weit mehr interessierte, war das gewisserma\u00dfen Sinnbildliche des Vorgangs, genauer gesagt, war meine Bereitwilligkeit, ihn als Sinnbild f\u00fcr den &#8222;Geist&#8220; dieser Stadt aufzufassen. Vielleicht lag es ja einfach an der Gleichf\u00f6rmigkeit und Wiederholung, dass ich bald anfing mich zu fragen, ob mir dieser t\u00e4gliche Anblick etwas \u2013 und wenn ja, was eigentlich \u2013 sagen wollte dar\u00fcber, wie New York &#8222;funktioniert&#8220;.<\/p>\n<p>Denn das hatte ich nat\u00fcrlich auch bald verstanden, nachdem die erste touristische Besichtigungseuphorie abgeflaut war, dass das Leben im <em>Big Apple<\/em> keineswegs so vertraut, so Europa-\u00e4hnlich ablief, wie es mir in den ersten Tagen erschien. Auch der Verschmelzungsprozess von Menschen aus allen Weltgegenden ging im <em>Melting Pot<\/em> New York nur bis zu einem gewissen Grad und nicht weiter. Vermischung und Abgrenzung schlie\u00dfen einander nicht aus, Integration und Segregation finden gleichzeitig statt. Es war jedenfalls alles viel komplizierter, ambivalenter, vielschichtiger, als ich es erwartet hatte.<\/p>\n<p><strong>Das Urteil als Baustelle<\/strong><\/p>\n<p>Mein Blick, meine Lesart \u00e4nderte sich mit der Zeit jedenfalls. Anfangs, etwa wenn ich in der Subway sa\u00df, nahm ich in erster Linie die schier unfassbare Vielfalt der Menschen in Hautfarbe und Sprachen wahr. New York als eine Art umgekehrtes Babylon: Auch hier wird in den Himmel gebaut; aber Gott straft die Menschen nicht, indem er ihnen die F\u00e4higkeit nimmt, miteinander zu reden; sie reden bereits in tausend Zungen und entwickeln, w\u00e4hrend sie von \u00fcberallher kommen, um am Turmbau mitzuwirken, erst hier ein gemeinsames Fundament des Kommunizierens. Mit der Zeit jedoch meinte ich zunehmend deutlicher zu beobachten, dass an diesem Fundament zwar un\u00fcbersehbar und seit Langem gearbeitet wird, dass dessen Ausbau aber doch noch ein ganzes St\u00fcck entfernt ist von der Fertigstellung. Immer \u00f6fter fielen mir kleine Unterschiede auf. Dass Wachdienstleute beispielsweise, von denen es in Manhattan nur so wimmelt, meistens Afroamerikaner und Latinos sind. Dass n\u00f6rdlich des Central Park Schmutz und Elend zunehmen, die Atmosph\u00e4re aggressiver wird. Dass andererseits kostenlose \u00f6ffentliche Veranstaltungen der New York University von auffallend wenig dunkelh\u00e4utigen Menschen besucht werden.<\/p>\n<p>Es ist nicht zuletzt diese Ambivalenz, diese Latenz, dieses Unsichtbare, das dann doch immer wieder hervorbricht und sichtbar wird, um gleich darauf schon wieder zu verschwinden, das New York City in meinen Augen so au\u00dferordentlich und einzigartig macht. Man ist st\u00e4ndig hin und hergerissen. Nie wird man fertig mit der Einsch\u00e4tzung und Bewertung seiner Eindr\u00fccke und Erfahrungen. Genau wie New York selbst bleibt auch das eigene Urteil eine Baustelle, ein ewiges <em>work in progress<\/em>. Dies charakterisiert den &#8222;Geist&#8220; dieser Stadt vielleicht mehr als alles andere.<\/p>\n<p>Aber das Fundament zu beachten, kann dennoch helfen, die gesellschaftlichen Dynamiken hier zu begreifen. Gleich in der ersten <em>New York Times, <\/em>die ich mir am Kiosk holte, fand ich eine Besprechung des neuen Buchs von Ta-Nehisi Coates&#8216; <em>We Were Eight Years in Power.<\/em> Ich besorgte es mir umgehend im Bookstore, wo es bereits in Stapeln auflag. Coates wird nach Literaturnobelpreistr\u00e4gerin Toni Morrison in den USA als Nachfolger James Baldwins gehandelt und ist hier (anders als in Deutschland, wo die literarische Tradition des kritischen Essays, die es zu Hans Magnus Enzensbergers Zeiten noch gab, seit Langem kaum noch Beachtung findet) eine bedeutende intellektuelle Instanz. Auch das ist eben Teil der Ambivalenz: Unvorstellbar, dass im Stadtbild einer deutschen Universit\u00e4tsstadt S\u00e4tze von zeitgen\u00f6ssischen Schriftstellern in die Fenster geklebt w\u00fcrden \u2013 in diesem Fall in die Fenster der New York University S\u00e4tze von\u00a0Chimamanda Ngozi Adichie aus ihrem Roman <em>Americanah<\/em>, der auch in meinen Essayband <em>Ersch\u00fctterungen<\/em> \u00fcber Literatur und Globalisierung eine ma\u00dfgebliche Rolle spielt. Ta-Nehisi Coates jedenfalls, der sein Buch in der 125th Street in Harlem beginnen l\u00e4sst, brachte mir nicht nur wieder in Erinnerung, was f\u00fcr ein au\u00dferordentliches Ereignis Barack Obamas Pr\u00e4sidentschaft f\u00fcr die Vereinigten Staaten von Amerika angesichts der Tatsache darstellte, dass in Teilen dieses Landes bis vor f\u00fcnfzig Jahren noch Apartheid herrschte. Er zeigte mir dar\u00fcber hinaus die historische Kontinuit\u00e4t auf, mit der noch jeder politische Durchbruch gegen den Rassismus mit einem desto drastischeren R\u00fcckschlag beantwortet wurde.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberwindung rassistischer Grenzen<\/strong><\/p>\n<p>Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Pr\u00e4sidentschaft Obamas und der Wahl Trumps, scheint auf der Hand zu liegen. F\u00fcr Coates besteht er jedoch nicht deshalb, weil Obama etwas falsch gemacht h\u00e4tte. Im Gegenteil, sagt Coates, seien er als Pr\u00e4sident, seine Familie und sein F\u00fchrungsstab der lebende Beweis, ja geradezu Reklame daf\u00fcr gewesen, wie leicht Afroamerikaner restlos im amerikanischen Mainstream aufgehen, in dessen Kultur, Politik und Mythen integriert werden k\u00f6nnten. Nicht schlechtes, sondern &#8222;<em>good Negro government<\/em>&#8220; sei stets das Problem in der Geschichte des US-amerikanischen Rassismus gewesen. Dessen zentraler Konflikt breche seit dem B\u00fcrgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder dann auf, wenn das Wei\u00dfsein allein pl\u00f6tzlich nicht mehr ausreiche, die fr\u00fcheren Sklaven an der Macht\u00fcbernahme zu hindern (&#8222;<em>taking up residence in the castle<\/em>&#8222;, wie Coates schreibt). Deshalb sei auf jede \u00dcberwindung rassistischer Grenzen mit gro\u00dfer Wucht und beinahe automatisch der Aufstieg rechter wei\u00dfer Konservativer erfolgt (Ta-Nehisi Coates f\u00fchrt daf\u00fcr jede Menge historische Beispiele an), und Donald Trump nur ein bislang letztes Glied in einer langen Kette.<\/p>\n<p>Ethnische Konflikte, Sklaverei, tiefste soziale Kl\u00fcfte zwischen unermesslichem Reichtum und unvorstellbarem Elend pr\u00e4gen, ja, konstituieren die US-amerikanische Geschichte. Vermutlich sind es Ersch\u00fctterungswellen dieses Grundkonflikts am Fundament der Gesellschaft, die auch in einer Anti-Trump-Stadt wie New York City einmal mehr, einmal weniger deutlich zu sp\u00fcren sind. Aber es geh\u00f6rt eben auch zu dieser Gesellschaft, dass New York als Anti-Trump-Stadt m\u00f6glich ist, dass der Kampf gegen Rassismus und soziale Diskriminierung gef\u00fchrt wird und gleichfalls die Geschichte der Vereinigten Staaten konstituiert. Und dass auch dieser Kampf noch lange nicht abgeschlossen, sondern ebenfalls ein <em>work in progress<\/em> ist. Auch die \u00f6ffentliche intellektuelle, selbstkritische Debatte geht weiter, nicht zuletzt im Deutschen Haus an der New York University, meinem gro\u00dfartigen Gastgeber. &#8222;Was ist los? Reflexionen \u00fcber Wahrheit, Politik, Demokratie und Sprache&#8220; lautete der aufschlussreiche Titel einer Tagung, auf der das Verh\u00e4ltnis von Geist und Macht in Zeiten populistischer Politikkultur diskutiert wurde.<\/p>\n<p>Und dies ist am Ende der entscheidende Eindruck, den ich von New York, aus den USA unter Donald Trump mit nach Hause nehmen werde: Die Dynamik zur \u00dcberwindung des Unrechts in der Gesellschaft ist intakt. Der kulturelle Prozess, der jede emanzipatorische Vertiefung demokratischer Prinzipien begleitet, geht weiter und wird auch die Regierung dieses Pr\u00e4sidenten \u00fcberstehen. Denn diese Kultur ist da, auch wenn sie immer wieder wie von der Bildfl\u00e4che verschwunden scheint.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? 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Zuletzt erschienen die Romane \"Willkommen neue Tr\u00e4ume\" (2008) und \"Die Einzigen\" (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er 2015 den Carl-Amery-Preis, 2016 den International Music Theatre Now Award f\u00fcr \"Musicophilia\" (B\u00fchnenfassung nach Oliver Sacks) und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Im April 2017 erschien der Essay \"Ersch\u00fctterungen. 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