{"id":6736,"date":"2018-01-18T14:08:48","date_gmt":"2018-01-18T13:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=6736"},"modified":"2018-03-21T09:05:43","modified_gmt":"2018-03-21T08:05:43","slug":"marzahn-fusspflege-guse-oskamp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/01\/18\/marzahn-fusspflege-guse-oskamp\/","title":{"rendered":"&#8222;Wenn&#8217;s wehtut, denn schrei ick&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frau Guse aus Berlin-Marzahn, 85, hat f\u00fcnf Kinder und ist seit Jahrzehnten Witwe. Alle sechs Wochen erz\u00e4hlt sie mir ihr Leben, w\u00e4hrend ich sie pedik\u00fcre.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6745\" aria-describedby=\"caption-attachment-6745\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6745\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/01\/freitext-fu\u00dfpflege-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/01\/freitext-fu\u00dfpflege-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/01\/freitext-fu\u00dfpflege-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/01\/freitext-fu\u00dfpflege-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6745\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 [M] Andrew Ruiz \/ unsplash.com\u00a0<\/figcaption><\/figure><em>Dieser Text ist Teil unserer Mini-Serie &#8222;Fu\u00dfpflege in Marzahn&#8220;. <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/category\/fusspflege-in-marzahn\/\">Alle Folgen finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Mit der Stra\u00dfenbahnlinie 6 fahre ich vierzehn Stationen, nach Osten, an den Berliner Rand. Die Reise dauert einundzwanzig Minuten. Ich steige aus und registriere den Temperaturunterschied. Wie immer kommt mir das Wetter in Marzahn, einst die gr\u00f6\u00dfte Plattenbausiedlung der DDR, intensiver vor als in der Innenstadt. Die Jahreszeiten riechen st\u00e4rker. <!--more-->Unser Kosmetikstudio ist keine zwei Gehminuten von der Haltestelle entfernt. Der Erdgeschosslage verdanken wir viele Kunden mit Kr\u00fccken, Rollatoren und Rollst\u00fchlen. Ich kippe den Kopf in den Nacken und zuverl\u00e4ssig erfasst mich das Zwergengef\u00fchl ob der achtzehn Stockwerke, die auf dem Studio lasten. Hier, am Fu\u00dfe dieses gewaltigen Geb\u00e4udes, gehe ich der Fu\u00dfpflege nach.<\/p>\n<p>Ich ziehe die wei\u00dfe Arbeitskleidung an, trage das Stullenpaket in die K\u00fcche, koche mir einen Kaffee, bereite meinen Arbeitsplatz vor, studiere im Terminbuch, ob jemand abgesagt oder sich kurzfristig angemeldet hat.<\/p>\n<p>Und da klingelt es schon. Neun Uhr f\u00fcnfundvierzig. Ich eile zur T\u00fcr, drehe das Schild von Geschlossen (rot) auf Ge\u00f6ffnet (gr\u00fcn), schlie\u00dfe auf und rufe: &#8222;Frau Guse! Hereinspaziert!&#8220;<\/p>\n<p>Frau Guse parkt den Rollator, h\u00e4ngt die Jacke an den Garderobenst\u00e4nder, atmet schwer. Mit ihrer Einkaufstasche wackelt sie in den Fu\u00dfpflegeraum. Sie setzt sich auf den Fu\u00dfpflegestuhl; ich helfe ihr, Schuhe und Str\u00fcmpfe auszuziehen, kremple die Hosenbeine hoch. Zusammen stellen wir ihre F\u00fc\u00dfe ins vorbereitete Fu\u00dfbad. Ich zupfe zwei Handschuhe aus der Packung und streife sie \u00fcber, Frau Guse zugewandt, die erw\u00e4hnt, dass sie doch Brustkrebs hatte, was sie jedes Mal an dieser Stelle tut, worauf ich nicke und sage, was ich jedes Mal an dieser Stelle sage, dass die Operation bald sieben Jahre zur\u00fcckliegt und dass die Tabletten, die sie seither einnehmen muss, schreckliche Nebenwirkungen zeigen, zum Beispiel Atemnot und Durchfall.<\/p>\n<p><strong>Das Handtuch wird mitgebracht<\/strong><\/p>\n<p>Auf einen ahnungslosen Anf\u00e4nger mag es hirnrissig wirken, dass ich Frau Guse ihre eigenen Beschwerden aufz\u00e4hle, die sie nat\u00fcrlich kennt; der Profi hingegen wei\u00df, dass nur ein Bruchteil jeder Kommunikation dem reinen Informationsaustausch dient, der gro\u00dfe Rest ist etwas anderes, und in diesem gro\u00dfen Rest tummeln Frau Guse und ich uns in virtuoser Verquickung. Auf mein zur rechten Zeit gefallenes Stichwort Durchfall sagt sie erwartungsgem\u00e4\u00df, dass sie sich manchmal gar nicht aus dem Haus traut, aus Angst, sich in die Hosen zu machen. Frau Guse und ich k\u00f6nnten sogar die Texte tauschen; ich jedenfalls beherrsche beide Parts auswendig, denn wir f\u00fchren alle sechs Wochen exakt das gleiche Gespr\u00e4ch. Das sei aber bl\u00f6d, antworte ich, und nun nickt Frau Guse und l\u00e4chelt ihr selig schiefes L\u00e4cheln, das sie noch bei den schaurigsten Themen beibeh\u00e4lt, was mich stets verwundert und beeindruckt, und sagt, als ob sie es noch nie gesagt h\u00e4tte: &#8222;Allet seit de Operation, seit de Operation, erst seit de Operation, vorher hatte ick dit nich, seit de Operation erst, vorher nich, erst denn, seit de Operation.&#8220;<\/p>\n<p>Wobei sie, weil sie sieht, wie ich das Peeling in den behandschuhten H\u00e4nden verteile, ihr Handtuch auf dem Scho\u00df bereitlegt, das mitgebrachte, das die wahre Stammkundin auszeichnet, die n\u00e4mlich immer ein Handtuch dabei hat, wof\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich ein Lob von mir bekommt, jedes Mal, auch heute, und indem ich erkl\u00e4re, dass wir, also meine Kolleginnen und ich, dankbar sind f\u00fcr diese freundliche Mitarbeit der Kundschaft, die uns hilft, den W\u00e4scheberg zu minimieren, wechseln wir elegant von den Krankheiten zum Haushalt und ich kauere mich vor Frau Guse und die Sch\u00fcssel, muss nur die H\u00e4nde \u00f6ffnen, schon hebt Frau Guse den linken Fu\u00df aus dem Wasser, h\u00e4lt ihn mir hin, und ich bearbeite Ferse, Sohle, L\u00e4ngsgew\u00f6lbe, Spann, fahre mit den Fingern zwischen die Zehen, schrubbe die alten Hautsch\u00fcppchen ab, wie es Magdalena einst mit den F\u00fc\u00dfen von Jesus tat, wobei biblische Motive nicht unbedingt das zentrale Thema in der Unterhaltung zwischen Frau Guse und mir bilden und ich Frau Guses F\u00fc\u00dfe auch nicht mit meinen Haaren abtrockne, sondern mit dem Handtuch, dem mitgebrachten, und zwar gr\u00fcndlich.<\/p>\n<p><strong>Die Urne schon ausgesucht<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ab jetzt d\u00fcrfen Sie faul sein&#8220;, sage ich, damit Frau Guse wohlig seufzen kann, was sie planm\u00e4\u00dfig tut, um wiederum selig l\u00e4chelnd von der Brustprothese zu sprechen, die sie zwar hat, aber nicht benutzt, womit wir wieder die Krankheiten schrammen, was ich durch ein Lob f\u00fcr ihre luftige Bluse galant auffange, welche so leger falle, dass man nichts von der fehlenden Brust merke. Jawohl, gesteht Frau Guse mit kokettem Augenniederschlag, sie kleide sich gern locker, leicht und farbenfroh. Das ist der Moment, in dem ich die Kundin endg\u00fcltig zur K\u00f6nigin mache: Ich trete mit dem Fu\u00df auf die Pedalerie, und leise surrend f\u00e4hrt Frau Guse samt Fu\u00dfpflegestuhl (zentrales M\u00f6belst\u00fcck, imposantes Teil, pinkfarbener Thron in wei\u00dfem Ambiente) in eine H\u00f6he, die uns wie immer zu dem Scherz animiert, dass Frau Guse demn\u00e4chst durch die Decke st\u00f6\u00dft. Ich fahre den Rollschrank heran, knipse die Lupenleuchte an, richte ihren schwenkbaren Arm so aus, dass das Licht glei\u00dfend auf die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt, und jetzt, nachdem Frau Guse ihre k\u00f6nigliche H\u00f6he erreicht hat, kriege auch ich als ihre Dienerin und eine Stufe tiefer meinen Sitzplatz, indem ich mir den wei\u00dfen Rollhocker unter den Hintern ziehe. Brille uff und ran anne Buletten. Zuerst kommt der Kopfschneider f\u00fcrs Grobe zum Einsatz.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn\u2019s wehtut&#8220;, sage ich. &#8222;Denn schrei ick&#8220;, sagt Frau Guse.<\/p>\n<p>Nun widme ich mich den Rolln\u00e4geln, die an den Seiten einzuwachsen drohen, und schneide kleine Dreiecke heraus, greife alsdann zur Sonde und pule Verhorntes unter den Kanten und aus den Falzen hervor. Sanft schiebe ich an der Matrix die Nagelhaut zur\u00fcck, zehnmal. Ich stecke den Fr\u00e4ser ins Handst\u00fcck, w\u00e4hle eine geringe Umdrehungszahl und schalte das Fu\u00dfpflegeger\u00e4t ein. Zwischen Frau Guse und mir surrt es, das Motoren- und Absaugger\u00e4usch, sp\u00e4testens jetzt bin ich genauso schwerh\u00f6rig wie meine k\u00f6nigliche Kundin. Wegen des L\u00e4rms schweigen wir. Ich schaue Frau Guse \u00fcber den Brillenrand an, sie l\u00e4chelt ihr schiefes L\u00e4cheln, mild und still.<\/p>\n<p><strong>Kinder, K\u00fcche, Kaufhalle<\/strong><\/p>\n<p>Geboren 1933 in Berlin-Prenzlauer Berg, Acht-Klassen-Abschluss, keine Berufsausbildung. Kurzzeitig als ungelernte Raumpflegerin t\u00e4tig. 1953 Heirat. Bis 1966 f\u00fcnf Kinder. 1973 Tod des Mannes mit f\u00fcnfundvierzig. Sie zog die Kinder allein gro\u00df; alle haben einen Beruf gelernt: Maurer, Schlosser oder Verk\u00e4uferin. Frau Guse siedelte 1993 von Prenzlauer Berg nach Marzahn \u00fcber. Ihre Beerdigung hat sie bereits bezahlt (4.000 Euro), die Urne ausgew\u00e4hlt (&#8222;Eichenlaub&#8220;), die Trauermusik bestimmt (&#8222;Nabucco&#8220;), die Grabst\u00e4tte gepachtet: auf dem Friedhof neben ihrem Mann.<\/p>\n<p>Frau Guse betrachtet zufrieden ihre blitzblank gefr\u00e4sten N\u00e4gel. Ich schalte den Motor aus, gebe den Fr\u00e4ser in die Desinfektionsl\u00f6sung, setze die Brille ab, greife nach der Holzfeile.<\/p>\n<p>Jetzt ist es wieder still im Raum.<\/p>\n<p>&#8222;Hufe auskratzen&#8220;, sage ich. &#8222;Bin doch keen Pferd&#8220;, sagt Frau Guse.<\/p>\n<p>Ich beginne mit der groben Seite der Feile, Frau Guse hilft mit, indem sie Feuerhakenf\u00fc\u00dfe macht und mir die Fersen hinh\u00e4lt. Leise rieseln die Sch\u00fcppchen. Bald wende ich die Feile auf die feine Seite. Frau Guse hat kaum Hornhaut, benutzt ihre F\u00fc\u00dfe nicht mehr viel.<\/p>\n<p>Ihr Mann, sagt sie stets, wenn ich frage, woran er so jung gestorben ist, sei am Magen operiert worden. Das ist keine Todesursache. Und ich sehe in ihren Augen, dass sie noch heute, f\u00fcnfundvierzig Jahre sp\u00e4ter, nicht versteht, warum er gestorben ist, sie versteht es mit den Jahren sogar immer weniger. Sie hat auch M\u00fche, die Namen ihrer f\u00fcnf Kinder aufzuz\u00e4hlen, aber letztendlich fallen sie ihr ein: Lothar, B\u00e4rbel, Joachim, Uwe, Christine. Frau Guse ist nicht dement. Sie entfernt sich nur langsam und im R\u00fcckw\u00e4rtsgang von der Welt, in der sie sich auskannte: Kinder, K\u00fcche, Kaufhalle.<\/p>\n<p>Unser Witz mit der herabrieselnden Hornhaut und dem geriebenen Parmesan f\u00fchrt in der Unterhaltung direkt zum n\u00e4chsten Themenkomplex.<\/p>\n<p>&#8222;Was gibt\u2019s denn heute zu essen, Frau Guse?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dit wollnse wieda wissen, wa?&#8220;<\/p>\n<p>Wir kichern; Frau Guse gibt sich verschmitzt, ich gebe mich wissbegierig und ungeduldig. Mit Frau Guse kann man sch\u00e4kern.<\/p>\n<p>&#8222;Heute jibt et, heute mach ick, heute hol ick, nachher gleich, wenn ick hier fertig bin, hol ick \u2026 n halbet H\u00e4hnchen!&#8220;<\/p>\n<p>Kess sagt sie das, richtig clever. Fr\u00fcher war Frau Guse bestimmt eine gute K\u00f6chin, inzwischen variiert ihr Men\u00fcplan nach meinem Eindruck zwischen D\u00f6ner, halben H\u00e4hnchen und Chinapfanne. Aber am Wochenende kocht sie ordentlich wie eine Hausfrau. Und was? Kassler! Jeden Samstag gibt es bei Frau Guse Kassler. Wie macht sie den? Mit Kartoffeln und Sauerkraut. Und das Fleisch? Gleich kommt\u2019s, meine allerliebste Stelle in der gesamten Sitzung.<\/p>\n<p><strong>Eine ganz gro\u00dfe Bezahlerin<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Mit de Brotschneidemaschine, den Kassler koof ick im St\u00fcck, und denn schneid ick den mit de Brotschneidemaschine, mit de Brotschneidemaschine schneid ick den sch\u00f6n in Scheiben, den Kassler, ja, da staunse, mit de Brotschneidemaschine mach ick dit.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Mit der Brotschneidemaschine?&#8220;, rufe ich begeistert, bin perplex und von den Socken, absolut platt und total baff.<\/p>\n<p>&#8222;Ja&#8220;, sagt sie wie eine Adlige, &#8222;mit de Brotschneidemaschine.&#8220;<\/p>\n<p>Derweil wir Frau Guses Kasslerschnitttechnik geb\u00fchrend abfeiern, wische ich ihr mit dem Handtuch den Staub von den Fersen, die glatt sind wie zwei Kinderpobacken. Sie d\u00fcrfe sich eine Creme w\u00fcnschen, Rose oder Lavendel oder lieber Propolis? Frau Guse w\u00fcnscht sich gar nichts, sie vertraut mir blo\u00df und will, dass alles so ist wie immer. Ich dr\u00fccke aus dem Spender einen Klecks in die Hand und bearbeite die F\u00fc\u00dfe, erst den linken, dann den rechten. And\u00e4chtig und stumm verfolgt sie mein Tun, denn ich mache etwas mit ihren F\u00fc\u00dfen, was niemand sonst je mit ihren F\u00fc\u00dfen macht. Den Spann ausstreichen, die Zehengrundgelenke einzeln bewegen, um die Kn\u00f6chel kreisen, die Achillessehne dehnen, mit der Faust \u00fcber die Sohle hobeln, den Vorfu\u00df spreizen, die Fersen kneten.<\/p>\n<p>&#8222;Dit hamse aba wieda sch\u00f6n jemacht.&#8220;<\/p>\n<p>Wir betrachten mein Werk. Frau Guse ist f\u00fcnfundachtzig, ihre F\u00fc\u00dfe sind jetzt, nach der Behandlung, zirka f\u00fcnfzig, das J\u00fcngste an der ganzen Frau.<\/p>\n<p>Ich ziehe die Handschuhe aus, fahre den Thron ins Erdgeschoss und die Beinst\u00fctzen ein, klappe sie herunter, lege das Handtuch zusammen, helfe Frau Guse, die Str\u00fcmpfe und die Schuhe anzuziehen.<\/p>\n<p>&#8222;Langsam&#8220;, sage ich, als die Kundin sich aus dem Thron erhebt. Sie schwankt kurz, h\u00e4lt sich an der Armlehne fest, stabilisiert sich in der Aufrechten. Nimmt die Einkaufstasche, l\u00e4sst das Handtuch hineinrutschen, wackelt betulich aus dem Raum.<\/p>\n<p>&#8222;Denn zahl ick ma&#8220;, ruft Frau Guse. Ich flitze hinter den Tresen. Frau Guse ist eine ganz gro\u00dfe Bezahlerin. Sie kann es kaum erwarten, das Bezahlen. Anders als der moderne Mensch, der sich Kredite, Raten und Rabatte, Angebote, Schn\u00e4ppchen und Zahlpausen w\u00fcnscht, tut Frau Guse alles, um keine Schulden zu machen, zu haben, zu hinterlassen. Sie ist gl\u00fccklich, wenn das gelingt, und bezahlt, wann immer sich die erste Gelegenheit ergibt, am liebsten, bevor die Leistung erbracht ist. Ihre Beerdigung hat sie ja auch schon bezahlt. Sie z\u00fcckt das Portemonnaie, stolz wie ein Kind. Ich kassiere zweiundzwanzig Euro.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Guse aus Berlin-Marzahn, 85, hat f\u00fcnf Kinder und ist seit Jahrzehnten Witwe. 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