{"id":7198,"date":"2018-04-27T06:00:54","date_gmt":"2018-04-27T04:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=7198"},"modified":"2018-05-03T14:12:31","modified_gmt":"2018-05-03T12:12:31","slug":"muell-ehrlich-disque","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/","title":{"rendered":"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aus dem Abfall einer Zivilisation lassen sich deren Lebensumst\u00e4nde herauslesen. Was verr\u00e4t der M\u00fcll auf unseren Stra\u00dfen \u00fcber den Zustand unserer heutigen Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7289\" aria-describedby=\"caption-attachment-7289\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7289\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/freitext-muell-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/freitext-muell-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/freitext-muell-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/freitext-muell-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7289\" class=\"wp-caption-text\">26.06.2016, Fontanestrasse \u00a9 Michael Disqu\u00e9 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr lebte ich, probeweise sozusagen, in einer der saubersten und ordentlichsten St\u00e4dte, die ich in meinem Leben je betreten habe. Die Ordnung und Sauberkeit in dieser Stadt waren so umfassend, dass sie mir immer wieder neu auffielen. Sie wurden nie zu etwas Selbstverst\u00e4ndlichem f\u00fcr mich, das durch seine Selbstverst\u00e4ndlichkeit aus der allt\u00e4glichen Wahrnehmung verschwunden w\u00e4re.<!--more--><\/p>\n<p>Ich suchte mir eine Route zum Joggen in dieser Stadt und fand sie entlang eines Bachlaufs, der aus der Stadt hinaus in die angrenzenden Siedlungen f\u00fchrte. Auf dieser Route, die ich an mindestens zwei Tagen in der Woche abjoggte, befand sich das Geb\u00e4ude einer st\u00e4dtischen Primarschule, dessen R\u00fcckseite den Weg, der den Bachlauf entlangf\u00fchrte, auf einer Seite begrenzte. Auf dieser r\u00fcckseitigen Wand war ein noch relativ frisches Graffiti aufgespr\u00fcht, das ganz offensichtlich kein normales Graffiti war (von einem Spr\u00fcher oder einer Spr\u00fcherin heimlich illegal dort auf die Primarschulenr\u00fcckseite aufgebracht), sondern eine von der Schule bzw. der Stadt in Auftrag gegebene, gewollte und bezahlte Auftragsarbeit. Das Graffiti zeigte verschiedene Figuren, die aus Alltagsm\u00fcll mit menschlichen Gliedma\u00dfen und Gesichtern bestanden und in Posen, die einer primarschulenhaften Vorstellung von Hip-Hop entlehnt schienen, um den Schriftzug <em>ABFALL IN DEN M\u00dcLL, ORDNUNG IN DER WELT<\/em> herum angeordnet waren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Jahres in der Sauberen Stadt joggte ich also an mindestens zwei Tagen der Woche an der Graffitibotschaft der st\u00e4dtischen Primarschule vorbei und habe entsprechend viel Zeit darauf verwendet, mit diesen sehr speziellen, konzentriert-fl\u00fcchtigen Jogginggedanken dar\u00fcber nachzudenken, in welchem Verh\u00e4ltnis eigentlich die Begriffe <em>Abfall<\/em>, <em>M\u00fcll<\/em>, <em>Ordnung<\/em> und <em>Welt<\/em> zueinander stehen und was die Botschaft der st\u00e4dtischen Primarschule noch alles an gewollten und ungewollten Neben- und Zweitbotschaften mittransportierte \u2013 \u00fcber die Welt, die Saubere Stadt und die Menschen, die sie bewohnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7240\" aria-describedby=\"caption-attachment-7240\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7240 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/01_13.11.2016_Berlin-Isla\u0308ndische_Strasse-4.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"594\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7240\" class=\"wp-caption-text\">3.11.2016 Berlin &#8211; Isla\u0308ndische Strasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Nachdem das Jahr meines probeweisen Lebens in der Sauberen Stadt vor\u00fcber war, kehrte ich nach Berlin zur\u00fcck, noch immer mit einer gesch\u00e4rften Wahrnehmung f\u00fcr Ordnung und Sauberkeit, f\u00fcr den M\u00fcll und den Dreck in den Stra\u00dfen, den Abfall, seine Sichtbarkeit und das Verh\u00e4ltnis der Menschen zum Gesellschaftsvertrag, der im Graffiti auf der Primarschulenr\u00fcckwand implizit formuliert war (&#8222;Die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Welt ist die kollektive Anstrengung einer Gesellschaft. Jeder Mensch, der ein Teil der Gesellschaft ist, tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr diese Ordnung&#8220;).<\/p>\n<p>Der Abfall auf den Stra\u00dfen Berlins, die sich von den Stra\u00dfen der Sauberen Stadt deutlich unterscheiden (auch wenn Berlin sicher nicht das Gegenteil der Sauberen Stadt ist), musste also, dachte ich, etwas aussagen \u00fcber den Zustand der Gesellschaft in dieser Stadt und das Verh\u00e4ltnis des Einzelnen zum gemeinschaftlichen Projekt \u2013 der Ordnung in der Welt. Vielleicht w\u00fcrde er selbst auch schon Antworten auf die Fragen enthalten, die seine allgegenw\u00e4rtige Pr\u00e4senz aufwirft:<\/p>\n<p>Empfinden diejenigen, die den Abfall auf der Stra\u00dfe hinterlassen, keine Verantwortung f\u00fcr den gemeinsamen Lebensraum? Kommt dieses fehlende Verantwortungsgef\u00fchl daher, dass sich die Leute der Gesellschaft, in der sie leben und mit der sie diesen Raum teilen, nicht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen? Existiert diese Gesellschaft \u00fcberhaupt? Existiert das implizite Gebot der Sauberkeit als Verantwortung f\u00fcr den gemeinsamen Raum oder nur als individueller Wunsch, das Obsolete m\u00f6ge verschwinden, m\u00f6glichst unsichtbar und f\u00fcr immer? Ist die Verantwortung f\u00fcr den Abfall auf der Stra\u00dfe die Verantwortung der Stadtreinigung, die von allen Teilen der Gesellschaft durch erhobene Steuern und Geb\u00fchren finanziert wird? Und ist die Haltung, die jemand einnimmt zum M\u00fcll, <em>Politik<\/em> in ihrer reinsten Form?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7243\" aria-describedby=\"caption-attachment-7243\" style=\"width: 456px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7243 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/02_26.06.2016_Berlin-Bo\u0308ckhstrasse-3.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"591\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7243\" class=\"wp-caption-text\">26.06.2016 Berlin &#8211; Bo\u0308ckhstrasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Es ist ein alter Allgemeinplatz, dass sich aus dem Abfall einer Zivilisation ihre Lebensumst\u00e4nde herauslesen lassen. Die Arch\u00e4ologie der menschlichen Kulturen ist immer auch eine Arch\u00e4ologie ihres M\u00fclls, dem eine unsch\u00e4tzbare Evidenzhaftigkeit beigemessen wird, als objektiviertes Geschichtsbuch, frei von hoheitlichen Deutungsinstanzen der Herrschenden, der Sieger und Propagandisten.<\/p>\n<p>Das Plastikzeitalter, es folgt ein weiterer Allgemeinplatz, hat Artefakte hervorgebracht, die sehr wahrscheinlich sogar die Spezies, der sie einmal gedient haben, auf der Erde \u00fcberdauern werden. Die Sedimente des Anthropoz\u00e4ns sind Chipst\u00fcten, Plastikbecher und Computertastaturen, die selbst dann, wenn l\u00e4ngst keiner mehr da sein wird, um danach zu fragen, Auskunft geben k\u00f6nnen \u00fcber unsere Arten zu leben, \u00fcber unseren Konsum und den Wandel der Warenwerte.<\/p>\n<p>Im Angesicht des M\u00fclls auf der Stra\u00dfe wird aber deutlich, dass er nicht nur Arch\u00e4ologinnen und Arch\u00e4ologen zur Rekonstruktion vergangener Kulturen dienen kann, sondern eben auch als gespr\u00e4chiges Ph\u00e4nomen der Gegenwart gelesen und befragt werden: Der Abfall, der vor ein paar Tagen oder ein paar Minuten vor die T\u00fcr getragen und an den n\u00e4chsten Alleebaum hingelehnt, im Gehen fallengelassen oder aus dem Autofenster geworfen wurde, ist sozusagen noch warm von der Verwandlung, die er gerade erst durchlaufen hat. Vom Besitz mit entsprechendem Warenwert zum \u00dcberfl\u00fcssigen, zum M\u00fcll, der allein durch diese Entscheidung sehr pl\u00f6tzlich den Status des Unsauberen, Dreckigen und Schmutzigen erh\u00e4lt \u2013 und so verwandelt zum Akteur der Politik und der Moral wird, da sein Verschwinden <em>out of sight<\/em> mit der Aufrechterhaltung der Ordnung assoziiert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7245\" aria-describedby=\"caption-attachment-7245\" style=\"width: 449px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7245 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/03_08.05.2016_Berlin-Sonnenallee-3.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"592\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7245\" class=\"wp-caption-text\">08.05.2016 Berlin &#8211; Sonnenallee \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Noch sehr frisch, obwohl schon sehr alt, ist in mir noch die Erinnerung an die Lohnarbeit in einer Reinigungsfirma, f\u00fcr die ich t\u00e4glich fr\u00fch am Morgen in den Kinos\u00e4len eines Berliner Multiplexkinos den Abfall des Vorabends auflas, die Reihen und Polster absaugte, Kaugummis von den Sitzunterseiten abl\u00f6ste und dabei alles in den frischen Zustand der Sauberkeit und der Bereitschaft f\u00fcr die Verw\u00fcstungen des kommenden Kinoabends versetzen sollte.<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig waren mir damals die krasse Menge an M\u00fcll, die ein Publikum w\u00e4hrend eines Kinoabends in einem Kinosaal hinterlassen konnte, und die Art und Weise, wie der M\u00fcll entweder zwischen die Klappsitze und Armlehnen gestopft, hinten unter die Sitze geschoben oder sonst wie schwer erreichbar platziert wurde. Bewusst oder nicht, glaubte ich beim geb\u00fcckten und verrenkten Auflesen dieses M\u00fclls, mussten die Kinozuschauerinnen und Kinozuschauer nach einer gewissen inneren Aversion dem Kinogro\u00dfbetreiber gegen\u00fcber gehandelt haben und sich gedacht: Wenn wir hier schon so viel Geld hinlegen f\u00fcr eine Kinokarte und f\u00fcr \u00fcberteuertes Popcorn, dann lassen wir denen wenigstens unseren M\u00fcll da \u2013 als ein mehr oder weniger dezent formuliertes <em>fuck you<\/em>. Den Dreck, den ihr uns verkauft, schieben wir euch gleich wieder hinten rein. Dass dieses <em>fuck you<\/em> in seiner Reichweite auf die Angestellten der Reinigungsfirma beschr\u00e4nkt blieb, ist wohl ein Indiz f\u00fcr seinen vorbewussten Charakter. Und trotzdem glaube ich, dass es den Kinobesuchern nicht v\u00f6llig unklar gewesen ist, dass durch ihren Umgang mit dem Abfall des Abends auch noch ein Kommentar hinterlassen werden konnte.<\/p>\n<p>Vom Heulen der Staubsauger in den Sitzreihen eingelullt, habe ich w\u00e4hrend der fr\u00fchmorgendlichen Reinigung der Kinos\u00e4le oft den Faden verloren beim Versuch, diesen Kommentar zu entschl\u00fcsseln. Also \u00fcber wen genau dieser Kommentar eine Aussage traf, \u00fcber welches Verh\u00e4ltnis, und an welchem Ende hier die Macht zu suchen war, die entweder infrage gestellt oder verstetigt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7238\" aria-describedby=\"caption-attachment-7238\" style=\"width: 797px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7238\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/w04_01.05.2016_Berlin-Frankfurter_Allee.jpg\" alt=\"\" width=\"797\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/w04_01.05.2016_Berlin-Frankfurter_Allee.jpg 797w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/w04_01.05.2016_Berlin-Frankfurter_Allee-620x265.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/w04_01.05.2016_Berlin-Frankfurter_Allee-768x329.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7238\" class=\"wp-caption-text\">01.05.2016 Berlin &#8211; Frankfurter Allee \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral besteht in ihrer Eigenschaft als Entscheidungsfragen:<\/p>\n<p>Soll ich dich behalten? \/ Wie soll ich mich verhalten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7246\" aria-describedby=\"caption-attachment-7246\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7246 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/05_16.10.2016_Berlin-Wiener_Strasse-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"593\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7246\" class=\"wp-caption-text\">16.10.2016 Berlin &#8211; Wiener Strasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis der Menschen zu den Waren des t\u00e4glichen Bedarfs \u2013 und den G\u00fctern des diesen Bedarf \u00fcbersteigenden Luxus \u2013 ist im Begriff des <em>Verbrauchers<\/em> bereits treffend erfasst. In ihm wird deutlich, dass die Interaktion sich nicht in Erwerb und Besitz der G\u00fcter ersch\u00f6pft, sondern auch noch die Verwandlung der Waren in M\u00fcll als bewussten Entscheidungsprozess einschlie\u00dft. (Die erstaunlich m\u00fcllferne Sph\u00e4re der digitalen Welt, in der jede Schwachsinnsinformation gespeichert und ausgewertet wird, spricht bezeichnenderweise nicht vom Verbraucher, sondern vom <em>Nutzer<\/em>.) Zumindest in den wohlhabenden, konsumorientierten Gesellschaften der Welt, die im modernen Kapitalismus organisiert sind, hat diese Verbrauchsdynamik eine imperativische Form angenommen. Dem st\u00e4ndigen Wachstum und Neuerwerb muss eine Art Obsoletismus st\u00e4ndig zur Seite stehen \u2013 die Verbraucherinnen und Verbraucher \u00fcbernehmen in Eigenverantwortung die Maximierung ihrer Konsumkapazit\u00e4ten. Die vermeintlich autonome Erschlie\u00dfung ihrer Bed\u00fcrfnisse (der Wunsch, etwas zu besitzen), erfolgt nicht zuletzt durch die Erfahrung, dass man selbst Herrin und Herr ist \u00fcber den Status der Dinge. Die Potenz, einen Gegenstand als M\u00fcll deklarieren zu k\u00f6nnen, ist die R\u00fcckversicherung der Teilhabe am Wohlstand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7248\" aria-describedby=\"caption-attachment-7248\" style=\"width: 797px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7248\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/06_16.10.2016_Berlin-Lu\u0308bbener_Strasse-1.jpg\" alt=\"\" width=\"797\" height=\"596\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/06_16.10.2016_Berlin-Lu\u0308bbener_Strasse-1.jpg 797w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/06_16.10.2016_Berlin-Lu\u0308bbener_Strasse-1-620x464.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/06_16.10.2016_Berlin-Lu\u0308bbener_Strasse-1-768x574.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7248\" class=\"wp-caption-text\">16.10.2016 Berlin &#8211; Lu\u0308bbener Strasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist es auch wenig \u00fcberraschend, dass das sogenannte Messie-Syndrom, wenn es auftritt in einem Teil dieser Gesellschaft, pathologisch als <em>Wertbeimessungsst\u00f6rung<\/em> klassifiziert wird. Die Person mit Messie-Syndrom ist nicht mehr in der Lage, den Dingen in ihrem Haushalt den ihnen entsprechenden Wert beizumessen. Wobei es sich bei dieser St\u00f6rung fast immer um die Unf\u00e4higkeit handelt, den Dingen ihren <em>Un<\/em>wert beizumessen \u2013 sie also als das zu erkennen, was sie dem gesellschaftlichen Konsens nach sind: M\u00fcll. Die vermeintlich autonome Entscheidung dar\u00fcber, wann ein Gegenstand die Verwandlung vom Konsumgut zum Abfall durchl\u00e4uft, wird also keineswegs individuell getroffen, sondern unterliegt einem <em>common sense<\/em>, einer allgemeinen Vorstellung von Wertigkeit und Lebensdauer der Waren. Der Begriff der Wertbeimessungsst\u00f6rung, als dem Messie-Syndrom zugrundeliegende Dysfunktion, korrespondiert mit dem Konsens, der in der Graffitibotschaft auf der Primarschulenr\u00fcckwand in der Sauberen Stadt formuliert ist, als dessen Gegenst\u00fcck. Die <em>St\u00f6rung <\/em>kann schlie\u00dflich nur von diesem gesellschaftlichen Konsens her attestiert werden. Die Gest\u00f6rten, die nicht mitmachen k\u00f6nnen oder wollen beim gemeinsamen Projekt <em>Ordnung in der Welt<\/em>, erscheinen dadurch als krankhaft asozial.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7307\" aria-describedby=\"caption-attachment-7307\" style=\"width: 456px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7307\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/07_01.05.2016_Berlin-No\u0308ldnerstrasse-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"591\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7307\" class=\"wp-caption-text\">01.05.2016 Berlin &#8211; No\u0308ldnerstrasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Nach der Entscheidung \u00fcber den Status eines Gegenstands, seiner Verwandlung in M\u00fcll, bekommt sein umgehendes und restloses Verschwinden unmittelbar Priorit\u00e4t und Dringlichkeit. Schlie\u00dflich handelt es sich bei der Ordnung, die durch diese Entscheidung hergestellt wird, um ein geordnetes Vergessen: Sie duldet keine Gleichzeitigkeit des Neuen und des Obsoleten. (Der krasse Druck, diese Entscheidung auch als dringliche Frage der Moral zu empfinden, zeigt sich vielleicht am deutlichsten in den Produkten, die schon beim Kauf ihren k\u00fcnftigen M\u00fcllstatus ausstrahlen. Die also klar machen, dass ihr Verh\u00e4ltnis zum Verbraucher nicht von Dauer sein kann und auch nicht sein soll und die somit ihre sofortige Verwandlung und Entsorgung fast schon imperativisch einfordern.)<\/p>\n<p>Das Urteil, das \u00fcber die Gegenst\u00e4nde gef\u00e4llt wird, erf\u00fcllt hier wie \u00fcberall seine zentrale Funktion im Fortschritt, im Weitergehen, dem Fokus auf das N\u00e4chste \u2013 w\u00fcrde es nicht existieren, m\u00fcsste man sich st\u00e4ndig mit allem befassen, f\u00fcr immer. Die extreme Zerstreuung, die oft als eigentlicher Leidensdruck die Wertbeimessungsgest\u00f6rten begleitet, kommt von dieser permanenten Gleichzeitigkeit und Gleichwertigkeit von allem.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Millionen t\u00e4glichen Urteilsspr\u00fcche und der Verwandlungen, die sie begleiten, ist im M\u00fcll auf der Stra\u00dfe noch so lange sichtbar, bis er aufgesammelt, weggekehrt oder abgeholt wird. So lange kann man sich auch noch vorstellen, dass einer aus seinem Haus heraustritt, den selbst dort an einen Alleebaum hingelehnten M\u00fcll erblickt und sich denkt: &#8222;Du bist ja immer noch da.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7305\" aria-describedby=\"caption-attachment-7305\" style=\"width: 464px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7305 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/08_01.05.2016_Berlin-Archibaldweg-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"589\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7305\" class=\"wp-caption-text\">01.05.2016 Berlin &#8211; Archibaldweg \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wahrscheinlich w\u00e4ren die M\u00fcllwerkerinnen und M\u00fcllwerker, die t\u00e4glich die Abfuhr des Abfalls \u00fcbernehmen, in der gegenw\u00e4rtigen Zeit (gemeinsam mit den Angestellten der Logistikbranche, die das Material zum Verbrauch \u00fcberhaupt erst anliefern) zum effektivsten Arbeitskampf f\u00e4hig, da ihre Arbeit im Abwenden eines kollektiven Albtraumszenarios besteht: dem nicht-mehr-Verschwinden des Obsoleten, dem Dableiben und \u00fcber die K\u00f6pfe hinauswachsen des fauligen, stinkenden Abfalls, den das Leben st\u00fcndlich vor und hinter sich aufh\u00e4uft. Neben B\u00fcrgerkrieg und Hungersnot geh\u00f6rt die Abwesenheit einer funktionierenden M\u00fcllabfuhr zu den deutlichsten Indizien f\u00fcr soziale Verwahrlosung, das Scheitern von Staaten und den Zusammenbruch gesellschaftlicher Strukturen. Die R\u00fcckversicherung, am Wohlstand teilzuhaben, beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf die F\u00e4higkeit zu entscheiden, wann aus dem Erworbenen Abfall wird. Sie bedarf auch der Gewissheit, dass dieser Abfall von den weitestgehend fremden M\u00e4chten der M\u00fcllabfuhr aus dem eigenen Wahrnehmungsbereich umgehend entfernt werden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7252\" aria-describedby=\"caption-attachment-7252\" style=\"width: 795px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7252\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/09_17.04.2016_Berlin-Wegelystrasse-2.jpg\" alt=\"\" width=\"795\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/09_17.04.2016_Berlin-Wegelystrasse-2.jpg 795w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/09_17.04.2016_Berlin-Wegelystrasse-2-620x329.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/09_17.04.2016_Berlin-Wegelystrasse-2-768x408.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7252\" class=\"wp-caption-text\">17.04.2016 Berlin &#8211; Wegelystrasse \/ Michael Disque\u0301 und Unbekannt<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Wiederbegegnung mit dem eigenen Abfall, die Hartn\u00e4ckigkeit des Immernochdaseins, mit dem derjenige konfrontiert wird, der das Haus verl\u00e4sst und seinen eigenen Abfall am Alleebaum lehnen sieht, w\u00e4re der dem Obsoletismus als Sorge und Schrecksekunde eingebaute Antagonismus. Der M\u00fcll gewordene Gegenstand, der nach dem \u00fcber ihn gef\u00e4llten Urteil nicht verschwindet, trotzig und sichtbar da bleibt, ist das Gegenbild des vorw\u00e4rts voranschreitenden Neuen \u2013 dysfunktional wie die Kunst und wie sie aus einem \u00dcberschuss stammend, der gleichzeitig auch ein Mangel ist und die Herstellung der Ordnung durch Vergessen unterwandert (die gern in Ausstellungen gestellte rhetorische Deppenfrage &#8222;<em>Ist das Kunst oder kann das weg?&#8220;<\/em> weist auf die Verwandtschaft der Ph\u00e4nomene hin).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich k\u00f6nnte die Diagnose der Wertbeimessungsst\u00f6rung auch den K\u00fcnstlern, vor allen vielleicht den Schreibenden gestellt werden, die alles Aussortierte, \u00dcberholte, Verdr\u00e4ngte und an den Rand Ger\u00e4umte immer wieder hervorholen und betrachten m\u00fcssen, zur <em>Un<\/em>zeit, als Teil der Observation der Gesellschaft und des Zustands der Menschen in dieser Gesellschaft. Die Betrachtung des M\u00fclls auf der Stra\u00dfe ist insofern immer auch Poetologie: Stehenbleiben, Hinschauen, Kontemplation und eben Wertbeimessung auch im Widerspruch zur geltenden Norm, zum Imperativ der Graffitibotschaft in der Sauberen Stadt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Roman Ehrlich, geboren 1983, ver\u00f6ffentlichte bislang die B\u00fccher &#8222;Das kalte Jahr&#8220; (2013) und &#8222;Urwaldg\u00e4ste&#8220; (2014) im DuMont Buchverlag. Im Fr\u00fchjahr 2017 ist sein Roman &#8222;Die f\u00fcrchterlichen Tage des schrecklichen Grauens&#8220; bei S. Fischer erschienen. Michael Disqu\u00e9, geboren 1980 in Heidelberg, studierte Kunstgeschichte in Leipzig und Berlin und anschlie\u00dfend Fotografie in M\u00fcnchen. Seit 2017 betreibt er unter anderen den Projektraum \u201eKleiner Raum f\u00fcr aktuelles Nichts\u201c in Berlin. 2016 erschien ihre gemeinsame Publikation \u201eDas Theater des Krieges\u201c beim Verlag SpectorBooks.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Seit 2016 arbeitet Michael Disqu\u00e9 an seinem Archiv f\u00fcr aktuelles Nichts, das aus Fotografien, Fundsachen und Installationen besteht. Eine gesch\u00e4rfte Wahrnehmung f\u00fcr den Abfall in den Stra\u00dfen veranlasste Roman Ehrlich dazu, \u00fcber die Ordnung in der Gesellschaft und ihr Verh\u00e4ltnis zum M\u00fcll nachzudenken.<\/em><\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Abfall einer Zivilisation lassen sich deren Lebensumst\u00e4nde herauslesen. Was verr\u00e4t der M\u00fcll auf unseren Stra\u00dfen \u00fcber den Zustand unserer heutigen Gesellschaft? Im [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1064,"featured_media":7289,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-7198","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft-politik","category-schriftstellerleben"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aus dem Abfall einer Zivilisation lassen sich deren Lebensumst\u00e4nde herauslesen. Was verr\u00e4t der M\u00fcll auf unseren Stra\u00dfen \u00fcber den Zustand unserer heutigen Gesellschaft? Im [\u2026]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Freitext\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2018-04-27T04:00:54+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2018-05-03T12:12:31+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:image\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/freitext-muell.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"13\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/\",\"name\":\"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\"},\"datePublished\":\"2018-04-27T04:00:54+00:00\",\"dateModified\":\"2018-05-03T12:12:31+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/4bb335d59a8a47d5b95a83bb03606965\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\",\"name\":\"Freitext\",\"description\":\"Feld f\u00fcr literarisches Denken\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/4bb335d59a8a47d5b95a83bb03606965\",\"name\":\"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01fdb8bb39b806d174b5497a14392bec9dd225d1e104f09ad382d129595d7ddc?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01fdb8bb39b806d174b5497a14392bec9dd225d1e104f09ad382d129595d7ddc?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9\"},\"description\":\"Roman Ehrlich, geboren 1983, ver\u00f6ffentlichte bislang die B\u00fccher \\\"Das kalte Jahr\\\" (2013) und \\\"Urwaldg\u00e4ste\\\" (2014) im DuMont Buchverlag. Im Fr\u00fchjahr 2017 ist sein Roman \\\"Die f\u00fcrchterlichen Tage des schrecklichen Grauens\\\" bei S. Fischer erschienen. Michael Disqu\u00e9, geboren 1980 in Heidelberg, studierte Kunstgeschichte in Leipzig und Berlin und anschlie\u00dfend Fotografie in M\u00fcnchen. Seit 2017 betreibt er unter anderen den Projektraum \u201eKleiner Raum f\u00fcr aktuelles Nichts\u201c in Berlin. 2016 erschien ihre gemeinsame Publikation \u201eDas Theater des Krieges\u201c beim Verlag SpectorBooks.\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/roman-ehrlich-und-michael-disque\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext","og_description":"Aus dem Abfall einer Zivilisation lassen sich deren Lebensumst\u00e4nde herauslesen. Was verr\u00e4t der M\u00fcll auf unseren Stra\u00dfen \u00fcber den Zustand unserer heutigen Gesellschaft? Im [\u2026]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/","og_site_name":"Freitext","article_published_time":"2018-04-27T04:00:54+00:00","article_modified_time":"2018-05-03T12:12:31+00:00","author":"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9","twitter_card":"summary_large_image","twitter_image":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/04\/freitext-muell.jpg","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"13\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/","name":"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral - Freitext","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website"},"datePublished":"2018-04-27T04:00:54+00:00","dateModified":"2018-05-03T12:12:31+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/4bb335d59a8a47d5b95a83bb03606965"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/04\/27\/muell-ehrlich-disque\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die N\u00e4he von M\u00fcll und Moral"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/","name":"Freitext","description":"Feld f\u00fcr literarisches Denken","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/4bb335d59a8a47d5b95a83bb03606965","name":"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01fdb8bb39b806d174b5497a14392bec9dd225d1e104f09ad382d129595d7ddc?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01fdb8bb39b806d174b5497a14392bec9dd225d1e104f09ad382d129595d7ddc?s=96&d=mm&r=g","caption":"Roman Ehrlich und Michael Disqu\u00e9"},"description":"Roman Ehrlich, geboren 1983, ver\u00f6ffentlichte bislang die B\u00fccher \"Das kalte Jahr\" (2013) und \"Urwaldg\u00e4ste\" (2014) im DuMont Buchverlag. Im Fr\u00fchjahr 2017 ist sein Roman \"Die f\u00fcrchterlichen Tage des schrecklichen Grauens\" bei S. Fischer erschienen. Michael Disqu\u00e9, geboren 1980 in Heidelberg, studierte Kunstgeschichte in Leipzig und Berlin und anschlie\u00dfend Fotografie in M\u00fcnchen. Seit 2017 betreibt er unter anderen den Projektraum \u201eKleiner Raum f\u00fcr aktuelles Nichts\u201c in Berlin. 2016 erschien ihre gemeinsame Publikation \u201eDas Theater des Krieges\u201c beim Verlag SpectorBooks.","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/roman-ehrlich-und-michael-disque\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/04\/freitext-muell.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1064"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7198"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7198\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7310,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7198\/revisions\/7310"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}