{"id":7511,"date":"2018-06-13T11:38:50","date_gmt":"2018-06-13T09:38:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=7511"},"modified":"2018-06-13T15:05:09","modified_gmt":"2018-06-13T13:05:09","slug":"weltmeisterschaft-fussball-merkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/13\/weltmeisterschaft-fussball-merkel\/","title":{"rendered":"Als das Gr\u00fcn noch gr\u00fcn war"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wisst Ihr noch, damals? Als WM war und wir vor dem Fernseher unseren Schlafanzug mit der W\u00fcrde eines Einwechselspielers trugen? Als der Fu\u00dfball noch magisch war?<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7514\" aria-describedby=\"caption-attachment-7514\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7514\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/06\/freitext-wm-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-wm-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-wm-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-wm-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7514\" class=\"wp-caption-text\">Die deutsche Fu\u00dfballnationalmannschaft von 1978 \u00a9 Onze\/Icon Sport\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Angefangen hat alles auf dem Dach eines kleinen mexikanischen Hotels in der Retortenstadt Playa del Carmen an der Karibik. Ein halbst\u00fcndiges Gespr\u00e4ch mit einer amerikanischen Fu\u00dfballbegeisterten, die eigentlich in Mexiko geboren war. Sie hie\u00df Jolanda und sah so aus wie Hope Solo, die amerikanische Torh\u00fcterin und hatte einen Freund mit Schn\u00e4uzer und Intellektuellensonnenbrille, der aber nie etwas sagte. Der Anfang vom Ende, die gro\u00dfe Fu\u00dfballdepression. Und dass es so jetzt nicht mehr weitergehen konnte.<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Und du bist f\u00fcr <em>Deutschland<\/em>?&#8220;, fragte ich Jolanda erstaunt. Eigentlich wollte ich mit ihr \u00fcber Octavio Paz sprechen, \u00fcber Literatur und Mexiko, aber dann waren wir irgendwie bei der Fu\u00dfball-WM gelandet. &#8222;Und was ist mit dem Land, in dem du geboren ist? Interessiert dich das \u00fcberhaupt nicht?&#8220; Tats\u00e4chlich kannte sie noch nicht einmal einen einzigen mexikanischen Spieler. Dort, auf dem Dach eines kleinen Hotels am Stadtrand von Playa del Carmen, wo der Mega-Supermarkt war und es die besten Street Tacos zu kaufen gab, zeichnete sich das Ende (und der Untergang des 1. FC K\u00f6ln) schon ab. Aber ich war noch nicht so weit, aufzugeben und der Sch\u00f6nheit des Spiels f\u00fcr immer zu entsagen.<\/p>\n<p>&#8222;Aber hat Mexiko nicht auch ein religi\u00f6ses Verh\u00e4ltnis zum Fu\u00dfball?&#8220;, fragte ich. (Bei Octavio Paz stand nichts \u00fcber Fu\u00dfball, aber <em>Das<\/em> <em>Labyrinth der Einsamkeit<\/em>, in der es um die Verlorenheit der mexikanischen Seele ging, war zumindest ein guter Ausgangspunkt, um \u00fcber Chicharito zu sprechen, der eine Weile mit immer gr\u00f6\u00dferer werdender Apathie beim Werksclub von Bayer Leverkusen gespielt hatte, als h\u00e4tte ihn die bevorstehende Fusion von Monsanto und Bayer tieftraurig gestimmt.)<\/p>\n<p><strong>Die Sch\u00f6nheit ist m\u00fcde geworden<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Deutschen&#8220;, sagte Jolanda, die in meinen Augen eigentlich Mexikanerin war, &#8222;spielen am sch\u00f6nsten. Ja, das kann man sagen.&#8220; Sie schnalzte mit der Zunge und hob eine aufgeschnittene Melone hoch. Zu diesem Zeitpunkt stand ich noch im lauwarmen Wasser des Pools, der das einzig Spektakul\u00e4re am Hotel und so klein war, dass kaum mehr als zwei Leute in ihm schwimmen konnten. Jolanda sa\u00df am Beckenrand, ihr mexikanischer Freund d\u00f6ste auf der anderen Seite unter einem w\u00fcstenfarbenen Sonnschirm herum und hatte die Sonnenbrille auf die Stirn geschoben. Ich stand in Hockstellung, damit mich das Wasser vollst\u00e4ndig bedeckte und meine Nacktheit nicht zu obsz\u00f6n wirkte.<\/p>\n<p>&#8222;Der Fu\u00dfball k\u00f6nnte dich mit Mexiko vers\u00f6hnen&#8220;, erkl\u00e4rte ich. (Sie wusste noch nicht mal, dass Mexiko und Deutschland bei der WM gegeneinander spielen w\u00fcrden, kannte aber einen nicht unerheblichen Teil der deutschen Spieler mit Namen.)<\/p>\n<p>&#8222;Ja, ok&#8220;, sagte ich. &#8222;Die Deutschen spielen mittlerweile ganz sch\u00f6n. Aber diese Sch\u00f6nheit \u2026 sie ist etwas m\u00fcde geworden. Fast lustlos, k\u00f6nnte man sagen. Au\u00dferdem finde ich die meisten deutschen Spieler viel zu glatt und selbstgef\u00e4llig.&#8220; (Mit Ausnahme des m\u00f6nchshaften und engelsgleichen Jonas Hector, der auch in fu\u00dfballerischer Hinsicht bescheiden auftrat, bis auf ein wunderbar herausgedribbeltes Bundesliga-Tor damals in der Saison nach dem Aufstieg.)<\/p>\n<p><strong>Die Niederlage im \u00fcberlebensnotwendigen Heimspiel<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Geht es nicht um Sch\u00f6nheit?&#8220;, fragte Jolanda und hob die aufgeschnittene Melone hoch, um neben sich in ihren Habseligkeiten nach einem L\u00f6ffel zu suchen. Ich erkl\u00e4rte derweil, was ich an diesem Tag in <em>Das Labyrinth der Einsamkeit<\/em> gelesen hatte. Und dass Mexiko nicht einfach nur traurig, sondern auf <em>komplizierte<\/em> Weise traurig war. Ich erz\u00e4hlte ihr, dass ich einer wahnsinnigen Theorie auf der Spur sei und mich fragte, ob die jahrelange Fu\u00dfballrezeption bei mir nicht zu einer gef\u00e4hrlichen Konditionierung gef\u00fchrt hatte und ob ich nicht wieder zu den guten alten Zeiten des &#8222;ironischen Nationalismus&#8220; zur\u00fcckkehren sollte, so wie ich es in Jean-Philippe Toussaints Fu\u00dfball-Abschieds-Buch gelesen hatte. (In diesem Zusammenhang war Mario G\u00f6tzes lethargische &#8222;Wei\u00dfer-Brasilianer&#8220;-Attit\u00fcde der Ausdruck einer gewissen Selbstgen\u00fcgsamkeit und Selbstgerechtigkeit. \u00dcberhaupt vielleicht sogar Ausdruck der Erstarrung angesichts des Niedergangs unserer Zivilisation.)<\/p>\n<p>&#8222;Sorry, ich bin nicht so belesen \u2026 Ich spiele aber ab und zu auch mal selbst&#8220;, sagte Jolanda und l\u00f6ffelte ein gro\u00dfes St\u00fcck Melone aus dem gr\u00fcnen Halbrund. Sie h\u00e4tte auch sagen k\u00f6nnen: Gesellschaftspolitische Interpretation des Fu\u00dfballs, das ist ja wirklich zum Kotzen.<\/p>\n<p>&#8222;Toll&#8220;, sagte ich und t\u00e4nzelte vorsichtig unter Wasser. Es war etwas kalt. Ich st\u00fctze mich, obwohl ich H\u00f6henangst hatte, mit dem rechten Arm am Poolrand ab, der Abbruchkante, dort, wo es vier Stockwerke tief nach unten ging. (Ich stand noch immer unter Schock, denn der FC hatte am Tag zuvor ein \u00fcberlebensnotwendiges Heimspiel mit 2:3 verloren und ich \u00fcberlegte, ob ich den n\u00e4chsten Bundesligaspieltag nicht einfach ausfallen lassen sollte.)<\/p>\n<p>&#8222;Ich w\u00fcrde auch gerne wieder selbst spielen&#8220;, sagte ich und betrachte eine rosige Abendwolke, die sich langsam vor die Sonne schob.<\/p>\n<p>&#8222;Ich <em>liebe<\/em> Fu\u00dfball&#8220;, sagte Jolanda. &#8222;Ja, sorry, es ist peinlich, dass ich so wenig Spielernamen kenne, aber ich schau einfach so zu. Ich kann mich wunderbar entspannen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Kannst du das?&#8220;, fragte ich schwach und t\u00e4tschelte h\u00f6flich mit meiner freien rechten Hand \u00fcbers Wasser, als sei sie eine Tischdecke, die man glattstreichen konnte. Ich wollte ihr das erkl\u00e4ren. Meine Theorie, warum das mit dem Fu\u00dfball nicht mehr so einfach ist. Warum die Sch\u00f6nheit getr\u00fcbt und warum mir Mats Hummels wie der Pressesprecher eines b\u00f6rsennotierten Tech-Unternehmens vorkam und Jogi L\u00f6w wie der Erfinder einer schw\u00e4bischen Rhabarbersaftschorle, die er gerade gewinnbringend an einen Investor verscherbelt hat.<\/p>\n<p><strong>Die Entt\u00e4uschung \u00fcberwinden<\/strong><\/p>\n<p>Schon als Kind hatte ich imagin\u00e4re Interviews gef\u00fchrt und versucht, meine Leistung bei meinen ausgedachten Spielen gegen\u00fcber den Journalisten zu rechtfertigen. &#8222;Schon klar, daran muss ich noch arbeiten. Das ist echt eine <em>Schw\u00e4che <\/em>von mir.&#8220; Und als 12-J\u00e4hriger hatte ich mir selbst eine Verwarnung daf\u00fcr ausgestellt, dass ich auf dem gr\u00fcnen Filzrasen meines Subbuteo-Tischfu\u00dfballspiels als Spieler mit der Nummer 10 an der Strafraumkante ein Foulspiel simuliert hatte und zu Boden gegangen war. Und es war dieses Foulspiel, wegen dem ich mich am selben Abend schmerzverzerrt auf meiner im orange-gr\u00fcnen W\u00fcrfelmuster gehaltenen Siebzigerjahre-Matratze vor den Augen Tausender Fu\u00dfballfans in meinem Dachzimmerbett hin- und her gew\u00e4lzt und auf die Ankunft der Sanit\u00e4ter gewartet hatte. Bitte tragt mich weg, um Gottes Willen, ich halte es nicht mehr aus.<\/p>\n<p>Jolanda stellte die aufgeschnittene Melone neben sich ab und l\u00e4chelte mir zu.<\/p>\n<p>&#8222;Ist dir kalt?&#8220;, fragte sie. Aber es war schon zu sp\u00e4t. Ihr Freund war aufgewacht und unter dem w\u00fcstenfarbenen Sonnenschirm hervorgekrochen. Er cremte langsam seinen enthaarten Oberk\u00f6rper ein.<\/p>\n<p>&#8222;Nein&#8220;, sagte ich. &#8222;Alles ok.&#8220; Ich erkl\u00e4rte ihr jetzt noch einmal, dass Mexiko in meinen Augen ein Geheimfavorit sei und versuchte ihr in Erinnerung zu rufen, dass kaum ein Land auf eine so umst\u00e4ndliche und so verschwenderisch sch\u00f6ne Weise Fu\u00dfball spielen konnte wie Mexiko. Ich versuchte Konversation zu machen und meine Entt\u00e4uschung zu \u00fcberwinden, dass sie, wie sie zugegeben hatte, vom 1. FC K\u00f6ln noch nie etwas geh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Und was ist dein Verein?&#8220;, fragte ich.<\/p>\n<p>&#8222;Ich hab&#8216; keinen &#8230; Als Land finde ich Deutschland wirklich ganz gut. Ansonsten bin ich nat\u00fcrlich f\u00fcr die USA. Sorry&#8230; Ich wei\u00df, dass das bl\u00f6d ist. Meine Familie kommt ja von hier.&#8220; Sie erhob sich, griff nach der Melone und f\u00fcr einen Moment schien es, als wollte sie diese \u00fcber mich und den Pool hinweg ins Landesinnere schie\u00dfen. Wie Hope Solo, die mit einem weiten Absto\u00df in den gegnerischen Strafraum vorzudringen versucht. Ihr Freund sammelte mit spitzen Fingern die Handt\u00fccher zusammen. &#8222;Warte&#8220;, rief ich. &#8222;Warte doch noch einen Moment.&#8220; Aber da liefen sie schon die Treppe herunter zu ihrem Zimmer. 2:3. Null Punkte. Hector und Horn zum Saisonende weg. Wahrscheinlich nach Dortmund verkauft. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, einen Spieltag auszusetzen und dann weiterzuschauen und durchzuhalten, und dann w\u00fcrde schon alles gut werden.<\/p>\n<p><strong>Das durchkommerzialisierte Fu\u00dfballgesch\u00e4ft<\/strong><\/p>\n<p>Jean-Philippe Toussaint erz\u00e4hlt in seinem Abschiedsbuch, wie er am Schluss sein eigenes \u00c4quilibrium als Autor in Gefahr brachte, indem er an seinem geheiligten Schreibort in Korsika ein Abo bei beIN Sports Connect einkaufte, um die WM 2014 auf dem Computer zu sehen. Dann ging das Internet nicht mehr, der Strom fiel aus und er musste das Elfmeterschie\u00dfen im Halbfinale zwischen Holland und Argentinien mit einem batteriebetriebenen Transistorradio h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&#8222;Aufsteigen Wir. Zweitausend-Vier&#8220;, sangen die FC Fans 1998 nach dem ersten Abstieg. Aber eine Vermischung der Ebenen, Vereinsmannschaft und Nationalmannschaft, das geht nat\u00fcrlich nicht. Aber an diesem Tag, nachdem ich aus dem Pool wieder herausgeklettert und auf einem Liegestuhl im Angesicht der untergehenden Sonne weiter in Octavio Paz <em>Das Labyrinth der Einsamkeit<\/em> gelesen hatte, erkannte ich, dass es mit diesem lustvollen rheinischen Masochismus nicht mehr weitergehen konnte. Dass es vorbei war.<\/p>\n<p>Ich versuchte es Jolanda ein paar Tage sp\u00e4ter zu erkl\u00e4ren. Ich hatte den ersten Bundesliga-Spieltag meines Lebens geschw\u00e4nzt, ich wusste noch nicht mal, wie Fortuna K\u00f6ln in der dritten Liga gespielt hatte. (Und dabei war das doch die unschuldige Liga, wo der Fu\u00dfball noch irgendwie echt war, und Fortuna K\u00f6ln war ein ganz und gar unschuldiger Verein.) Wir standen mit unseren Leihfahrr\u00e4dern vor dem Hoteleingang, w\u00e4hrend Jolanda und ihr Freund in ihren Leihwagen stiegen.<\/p>\n<p>&#8222;Wei\u00dft du, das ist es, was ich mich so ankotzt&#8220;, sagte ich ihr. Ich versuchte ihr zu erkl\u00e4ren, warum man nicht Fu\u00dfballweltmeisterschaft schauen und so tun kann, als sei das durchkommerzialisierte Fu\u00dfballgesch\u00e4ft gar nicht existent, als g\u00e4be es Paris St. Germain, Manchester City und RB Leipzig nicht. Jolanda h\u00f6rte einen Moment geduldig zu. Sie fand es vielleicht etwas bizarr. Ihr Freund, der sowieso nie etwas sagte, pulte zwischen den Zehen seines linken Fu\u00dfes herum, den er auf den Hinterreifen des Leihwagens abgestellt hatte. Als sei er ein gelangweilter Sportler, der den ganzen Tag auf wunderbar apathische Weise mit der Funktionalit\u00e4t seines K\u00f6rpers befasst war. Ich versuchte Jolanda zu erkl\u00e4ren, dass Fu\u00dfball zu schauen gar nicht, wie ich immer dachte, entspannend ist. Dass es gar nicht so magisch und erhaben ist, wie die Wasserschlacht in der Vorrunde 1978, als Deutschland im Spiel gegen Mexiko in gr\u00fcnen Ausw\u00e4rtstrikots gespielt hatte und ich vor dem gr\u00fcn leuchtenden Grundig-Fernseher bei der heimlich geschauten Live\u00fcbertragung fast erblindet war.<\/p>\n<p><strong>Konditionierung statt Entspannung<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Fu\u00dfball ist eine Bet\u00e4ubungsmaschinerie&#8220;, erkl\u00e4rte ich. &#8222;Es wirkt sedierend. Und w\u00e4hrend wir Jahr f\u00fcr Jahr eine immer h\u00f6here Dosierung brauchen, merken wir gar nicht, wie im Hintergrund das System auf Hochtouren l\u00e4uft. Das checken wir gar nicht.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Was f\u00fcr ein System denn?&#8220;, fragte Jolanda, w\u00e4hrend ihr Freund seine Flipflops abstreifte und seine Fu\u00dfsohlen in Augenschein nahm.<\/p>\n<p>&#8222;Unser System&#8220;, sagte ich. &#8222;Fu\u00dfball ist doch das gr\u00f6\u00dfte sozialdarwinistisches Open-Air-Training, das es jemals gegeben hat. Ich brauch dir ja nicht zu sagen, dass das alles Gladiatoren sind. Stellvertreterfiguren.&#8220; Ich schob \u00e4rgerlich mein Rad einen halben Meter vor. Jolanda nickte h\u00f6flich und schien nachzudenken, es spielte jetzt keine Rolle mehr, dass ich sie bei unserem halbst\u00fcndigen Kennenlerngespr\u00e4ch auf dem Dach des Hotels in einer fast neoliberalen Forschheit dazu aufgefordert hatte, doch in ihr Geburtsland zu investieren, die allgemeine Goldgr\u00e4berstimmung zu nutzen und auch ein Hotel mit Pool auf dem Dach zu bauen. Aber sie traue sich nicht. Sie sei nicht mutig genug, und ich redete dann abwechselnd wie ein Manager, Spielerberater und Therapeut auf sie ein.<\/p>\n<p>&#8222;Widerlich&#8220;, sagte ich. &#8222;Man versucht, sich zu entspannen, sich an der Sch\u00f6nheit des Spiels zu berauschen, aber in Wirklichkeit laufen da Zurichtungen ab, Konditionierungen.&#8220; Ich wollte noch weitere Ausf\u00fchrungen machen, wie der bizarre und atemlose Konkurrenzkampf des modernen Kapitalismus auf dem Fu\u00dfballfeld auf pseudoreligi\u00f6se Weise im Spiel reinszeniert und in dem martialischen Wettkampf der Spieler und Vereine auf die Spitze getrieben wird, sodass der Fu\u00dfballjunkie, der seinem eigenen Druck- und Stresskontexten zu entfliehen versucht, in den Augenblick der scheinbar maximalen Rehabilitation umso brutaler wieder aufgeladen und im neoliberalen Sinne reenergetisiert und remotiviert wird. Und schlie\u00dflich gar nicht mehr genug davon bekommen kann, dabei zuzuschauen, wie andere im gnadenlosen Kampf entweder ruiniert oder auf wundersame Weise erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Morgen macht Klopp den Ronaldo platt&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Sorry, wir m\u00fcssen mal an den Strand&#8220;, sagte Jolanda, w\u00e4hrend mich ihr Freund, der seine Flipflops rhythmisch aneinanderschlug, um sie vom Stra\u00dfenstaub Playa del Carmens zu befreien, etwas d\u00fcmmlich anl\u00e4chelte.<\/p>\n<p>&#8222;Ja, wir auch&#8220;, sagte ich und versuchte, mein unaufhaltsam vorrollendes Fahrrad zu stoppen, aber die meisten mexikanischen Fahrr\u00e4der haben keine Handbremse.<\/p>\n<p>Der FC w\u00fcrde absteigen. Und im darauffolgenden Jahr wom\u00f6glich sogar aus der Zweiten Liga in die Dritte, wo er dann gegen den Lokalrivalen Fortuna spielen w\u00fcrde, es sei denn Fortuna w\u00fcrde noch aufsteigen, was ich aber dann in den nachfolgenden Wochen, weil ich mir jegliche Fu\u00dfballberichterstattung untersagte, \u00fcberhaupt gar nicht mehr \u00fcberpr\u00fcfen konnte. Ich bekam nur noch Bruchst\u00fccke mit, Dinge, die ich nicht \u00fcbersehen konnte, weil sie irgendwo geradezu gewaltsam eingeblendet wurden: Tuchel geht zu Paris St. Germain. K\u00f6ln weint. N\u00fcrnberg steigt auf. Favre geht nach Dortmund. Schmelzer tritt zur\u00fcck. Es war unm\u00f6glich, sich komplett auszuklingen. In der S-Bahn sagte ein Bahnmitarbeiter mit einer Bierdose in der Hand, als ich nicht schnell genug wegh\u00f6ren konnte, zu seinem Kumpel: &#8222;Morgen macht der Klopp den Ronaldo platt&#8220;, und da war klar, wer im Champions League Finale stand, obwohl ich es gar nicht wissen wollte.<\/p>\n<p>&#8222;Wir schauen Fu\u00dfball, um einen brutalen Konkurrenzkampf zu genie\u00dfen&#8220;, sagte ich noch zu Jolanda. &#8222;Betr\u00fcgereien, T\u00e4uschungen gut zu finden, herbeizusehnen.&#8220; Allein, wie ich mich selbst im Bett 1978 auf so l\u00e4cherliche Weise hin und her gew\u00e4lzt hatte, als w\u00e4re ich verletzt, dabei wollte ich doch nur ausgewechselt und f\u00fcr mein (genialisches, aber auch) pomadiges Spiel bestraft werden. Gema\u00dfregelt, zugerichtet und h\u00e4rter trainiert werden. Jolanda nickte. Ich winkte ihr kurz zu.<\/p>\n<p><strong>Dem K\u00e4fer die Beine ausrei\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Wir sahen uns nie mehr wieder, was schade war. Ich hatte das Gef\u00fchl, ich hatte mich noch gar nicht richtig verst\u00e4ndlich gemacht. Zu diesem Zeitpunkt h\u00e4tte ich niemals gedacht, dass der Tag auf dem Dach des Pools im erkaltenden, abendlichen Chlorwasser, in das man mit sonnen\u00f6leingeschmierten K\u00f6rper nicht hineinsteigen durfte, mein Leben so ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Statt 2:3, 0:10, 0:100. Null zu Nichts. &#8222;Fu\u00dfball das ist doch totale Entsolidarisierung im Gewand eines verlogenen und nur vorgeschobenen Teamgeistes.&#8220; Aber Jolanda h\u00f6rte schon gar nicht mehr zu. \u00dcber Per Mertesacker las ich sp\u00e4ter noch, wie er vor jedem Spiel beinahe gekotzt hatte und wie wenig Spa\u00df das alles gemacht hatte. Und auf einmal konnte ich auch Thomas M\u00fcller nicht mehr ertragen. W\u00e4hrend ich beim T\u00fcrken an der Ecke im Sp\u00e4tkauf, an einem Champions-League-Tag, eine halbe in Folie gepackte Melone kaufte, um zu Hause weiter in <em>Do Androids Dream of Electric Sheep<\/em> von Philipp K. Dick zu lesen und so zu tun, als g\u00e4be es Fu\u00dfball gar nicht mehr, beantwortete Thomas M\u00fcller im Radio irgendeine Frage. Thomas M\u00fcller, der der einzige war, bei dem man sich nie langweilte, sagte irgendetwas ziemlich Banales, und ich empfand auf einmal einen so gro\u00dfen Ekel, als sei er ein amerikanischer Supercoach, der mir von seiner neuen <em>Work-Life-Balance<\/em> vorschw\u00e4rmte und mich zu weiteren <em>Deep-Work-Sessions<\/em> aufforderte, w\u00e4hrend seine Profifu\u00dfballerakne in allen Farben des Fr\u00fchlings aufbl\u00fchte.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sehen uns in der Vorrunde wieder&#8220;, rief ich Jolanda zum Abschied zu. Vielleicht war es jetzt wirklich vorbei und ich w\u00fcrde auch die WM verpassen. Es war eben einfach zu Ende. Wie bei Philip K. Dick, wo ein Androide einem der letzten K\u00e4fer der Welt auf S. 228 die K\u00e4ferbeine ausrei\u00dft, sodass die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, dass der K\u00e4fer jemals noch mal Fu\u00dfball spielt und schon mal gar nicht so gewitzt und hinterfotzig wie Thomas M\u00fcller.<\/p>\n<p>&#8222;Und geht diese ganze Fu\u00dfballbegeisterung unter Intellektuellen nicht einher mit ihrer gleichzeitigen Entpolitisierung? Hast du daran schon mal gedacht?&#8220;, wollte ich Jolanda noch fragen. Philippe Toussaint wollte damit in seinem Buch nichts tun haben und tat so, als k\u00f6nnte er statt vom Fu\u00dfball vom Schreiben erz\u00e4hlen. Als w\u00e4re das Fu\u00dfballgesch\u00e4ft f\u00fcr ihn ein richtiges &#8222;Gl\u00fccksgesch\u00e4ft&#8220; und &#8222;die abstrakte und heilende Zeit des Fu\u00dfballs&#8220; f\u00fcr die Dauer der Fu\u00dfballweltmeisterschaft &#8222;eine lange und sch\u00fctzende Liebkosung &#8230; wohltuend, besch\u00fctzend, apotrop\u00e4isch.&#8220;<\/p>\n<p>Apotrop\u00e4isch? Dabei waren wir doch schon im Sumpf der Regression versunken. Wir hatten uns in Kleinkinder verwandelt, die noch nicht mal mehr einen harmlosen R\u00fcckpass zu ihrem Torh\u00fcter hinbekamen. Mexiko gegen Deutschland. Damals hielt ich das Gesicht so nah an den Fernseher, dass die elektrischen Schwingungen zu zucken begannen und ich das Geschehen auf dem Rasen nur in Ausschnitten wahrnehmen konnte. Das &#8222;absolute Gr\u00fcn&#8220; wie es Toussaint beschreibt, leuchtete und strahlte so stark, als k\u00f6nnte es mich bei lebendigem Leib verbrennen. (Ich trug meinen Kinderschlafanzug mit der W\u00fcrde eines Einwechselspielers, der sich bis zur letzten Spielminute geduldig aufw\u00e4rmte und hoffte, doch noch hereinzukommen. Wenigstens noch kurz in der Nachspielzeit, bevor alles zu Ende war und man noch nicht mal mehr eine Auflaufpr\u00e4mie kassierte.)<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wisst Ihr noch, damals? Als WM war und wir vor dem Fernseher unseren Schlafanzug mit der W\u00fcrde eines Einwechselspielers trugen? 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