{"id":7552,"date":"2018-06-22T10:14:10","date_gmt":"2018-06-22T08:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=7552"},"modified":"2018-06-22T10:59:47","modified_gmt":"2018-06-22T08:59:47","slug":"fusspflege-marzahn-huebner-oskamp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/22\/fusspflege-marzahn-huebner-oskamp\/","title":{"rendered":"Herr H\u00fcbner ist da"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unsere Autorin ist Schriftstellerin und nebenher Fu\u00dfpflegerin in Marzahn. Vielen ist ein Besuch bei ihr peinlich, manche entschuldigen sich im Voraus. Und dann gibt&#8217;s noch die spezielle Laufkundschaft.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7560\" aria-describedby=\"caption-attachment-7560\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7560\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/06\/freitext-marzahn-huebner-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-marzahn-huebner-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-marzahn-huebner-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-marzahn-huebner-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7560\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Lena Mucha f\u00fcr ZEIT ONLINE<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><em>Dieser Text ist Teil unserer Miniserie &#8222;Fu\u00dfpflege in Marzahn&#8220;. <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/category\/fusspflege-in-marzahn\/\">Alle Folgen finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Seit drei Jahren arbeite ich in Berlin-Marzahn als Fu\u00dfpflegerin. Die meisten meiner etwa sechzig Kunden sind Stammkunden. Sie statten mir alle vier bis sieben Wochen einen Besuch ab. Im Lauf der Zeit habe ich diese Kunden kennengelernt, ihre Eigenheiten und Marotten, ihre Lebensgeschichten, ihre Schicksale. Ich mag sie, wei\u00df sie zu nehmen und freue mich immer, sie nach einigen Wochen wohlbehalten wiederzusehen. Die F\u00fc\u00dfe der Stammkunden sind dank regelm\u00e4\u00dfiger Pflege in gutem Zustand.<!--more--><\/p>\n<p>Hin und wieder taucht Laufkundschaft auf, die so hei\u00dft, obwohl sie nicht gut laufen kann \u2013 schmerzende H\u00fchneraugen, eingewachsene N\u00e4gel oder die akuten Folgen eines blutigen Selbstversuchs im heimischen Badezimmer treiben sie in unser Studio. Auch Leute von ausw\u00e4rts, Leute mit Gutschein und Leute, denen der Anblick ihrer F\u00fc\u00dfe nur vor\u00fcbergehend wichtig ist (Wellnessurlaub, Krankenhausaufenthalt, neue Freundin), geh\u00f6ren zur Laufkundschaft. Manchmal gelingt es mir, die Laufkundschaft nach erfolgreichem Erstkontakt in Stammkundschaft zu verwandeln.<\/p>\n<p>Menschen, die zum ersten Mal in unser Studio kommen, nennt meine Chefin Tiffy Neukunden. Betritt ein Neukunde das Studio, schlie\u00dfe ich insgeheim Wetten mit mir selbst ab: Folgetermin? Trinkgeld? Entschuldigung? Bei dieser, der Entschuldigungswette, tippe ich immer auf Ja und gewinne. Ob Polier vom Bau oder eitler Ganzk\u00f6rpert\u00e4towierter, ob Schwangere oder Greisin, ob geistiger Tiefflieger oder Akademiker \u2013 wirklich jeder entschuldigt sich, wenn er im Fu\u00dfpflegeraum zum ersten Mal Schuhe und Socken abstreift, f\u00fcr seine F\u00fc\u00dfe. Es spielt \u00fcberhaupt keine Rolle, in welchem Zustand sie sind. Die Sache ist neu und ungewohnt, die Begegnung ein bisschen zu intim, eine leichte Peinlichkeit entsteht \u2013 dem tr\u00e4gt die Entschuldigung Rechnung.<\/p>\n<p>An einem Mittwochmorgen las ich im Terminbuch den Namen Herr H\u00fcbner.<\/p>\n<p>&#8222;Kennst du den?&#8220;, fragte ich Tiffy.<\/p>\n<p>Sie sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n<p>&#8222;Neukunde&#8220;, sagte sie, &#8222;bisschen komischer Vogel. Kam mit seiner Frau, um den Termin zu machen. Die hat, glaube ich, in der Ehe die Hosen an.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Im G\u00e4nsemarsch<\/strong><\/p>\n<p>Um 15 Uhr stand Herr H\u00fcbner vor der T\u00fcr, ein aus dem Leim gegangener Endf\u00fcnfziger in grauem Kapuzenschlabberpulli und ebenso grauen ausgebeulten Jogginghosen. Mit deutlichem Widerwillen blickte er durch die Scheibe. Neben ihm stand seine Frau, eine korpulente Person in wallenden schwarzen Gew\u00e4ndern und mit einer zerzausten, leuchtrot gef\u00e4rbten Langhaarfrisur. Auf der anderen Seite von Herrn H\u00fcbner stand ein junges M\u00e4dchen, d\u00fcnn, bleich, plattgesichtig, ein unscheinbares Wesen, dem einzig die mit schwarzem Kajalstift umrandeten Augen Kontur verliehen. Sie war vermutlich Herrn H\u00fcbners Tochter. Der wollte mir, als ich die T\u00fcr \u00f6ffnete und ihn freundlich begr\u00fc\u00dfte, nicht die Hand geben und versteckte sich hinter seiner Frau. Sie und die Tochter redeten dem Mann gut zu. Als das nicht half, schoben sie ihn, der sich wie ein lahmer Ackergaul benahm, mit vereinter Kraft \u00fcber die Schwelle. Herr H\u00fcbner schaute sich im Eingangsbereich \u00e4ngstlich um und mich aus seltsam triefenden Augen an.<\/p>\n<p>Ich bat die Familie Platz zu nehmen und bereitete das Fu\u00dfbad vor. Als ich zur\u00fcckkam, erkl\u00e4rte ich, die Behandlung werde etwa eine Stunde dauern. Die Damen k\u00f6nnten hier sitzen bleiben oder in dieser Zeit Erledigungen machen. &#8222;Wir bleiben&#8220;, sagte die Mutter; die Tochter nickte. Ich bat Herrn H\u00fcbner, mir in den Fu\u00dfpflegeraum zu folgen. Doch nicht nur er, alle drei erhoben sich und folgten mir im G\u00e4nsemarsch. Ich sagte, dass es mir lieber w\u00e4re, wenn die Begleitung im Eingangsbereich warte, doch die Damen lie\u00dfen sich weder von mir, noch von der Enge des Raumes, auch nicht von fehlenden Sitzgelegenheiten vertreiben. Da standen sie im Weg herum und gaben mir zu verstehen, dass ich mich heraushalten solle aus Dingen, von denen ich keine Ahnung h\u00e4tte. Ich wies Herrn H\u00fcbner seinen Platz auf dem pinkfarbenen Fu\u00dfpflegestuhl zu; er drehte sich einmal um sich selbst, ehe er sich z\u00f6gerlich setzte, als f\u00fcrchte er, sich schmutzig zu machen.<\/p>\n<p>Ich r\u00fcckte das Fu\u00dfbad zurecht; Herr H\u00fcbner zog die Schuhe aus, das hei\u00dft: Er schmiss sie von den F\u00fc\u00dfen. Es waren uralte, ausgelatschte, ehemals schwarze Crocs mit Luftl\u00f6chern. Was zum Vorschein kam, entstammte der Tierwelt. Wie es roch, habe ich verdr\u00e4ngt. Mir wurde klar, dass Herrn H\u00fcbners Gehwerkzeuge jede Socke sofort zerst\u00f6rt und in keinem geschlossenen Schuh Platz gefunden h\u00e4tten. Deshalb ging er, sommers wie winters und sicherlich seit vielen Jahren, barfu\u00df in diesen gummibootartigen Pantoffeln. W\u00e4hrend Herr H\u00fcbner sich bequemte, die F\u00fc\u00dfe ins Wasser zu stellen, wimmerte er leise und blickte wie ein getretener Hund die Frauen an, die ihm wieder gut zuredeten, ihn beruhigten und ihm Mut zusprachen f\u00fcr die schwere Stunde, die ihm bevorstand.<\/p>\n<p><strong>Mit ger\u00fcmpften Nasen<\/strong><\/p>\n<p>Ich kapierte: ich war nicht seine Helferin, ich war sein Feind. Als ich die Latexhandschuhe \u00fcberstreifte, fiel mir noch etwas auf, etwas, das fehlte. Die Entschuldigung. Ausgerechnet der, dessen F\u00fc\u00dfe einen Verwahrlosungsgrad erreicht hatten, der seinesgleichen suchte, entschuldigte sich nicht. Auch seine Frau und seine Tochter entschuldigten sich nicht; nicht einmal eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das, was ich da pflegen sollte, hielten sie f\u00fcr n\u00f6tig. Wortlos standen sie rechts und links des Fu\u00dfpflegestuhls, in der Mitte der wimmernde Herr H\u00fcbner.<\/p>\n<p>Nachdem ich dessen F\u00fc\u00dfe gewaschen hatte, sah ich mir unter der Lupenlampe das Ausma\u00df der Verwahrlosung genauer an.<\/p>\n<p>&#8222;Ihr Mann hat sich l\u00e4nger nicht die Zehenn\u00e4gel geschnitten&#8220;, sagte ich zur Korpulenten, w\u00e4hrend ich Herrn H\u00fcbners F\u00fc\u00dfe gro\u00dffl\u00e4chig desinfizierte.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist nicht mein Mann&#8220;, erwiderte die Korpulente und lachte pikiert auf.<\/p>\n<p>&#8222;Dann ist er wohl auch nicht Ihr Vater?&#8220;, sagte ich zur Plattgesichtigen.<\/p>\n<p>&#8222;Nee&#8220;, sagte die und verdrehte die kajalumrandeten Augen.<\/p>\n<p>Ich nahm die gr\u00f6\u00dfte Zange aus dem Rollschrank. Die mehrere Zentimeter langen Krallen lie\u00dfen sich nur in Etappen k\u00fcrzen. Ich brauchte die volle Kraft beider H\u00e4nde und stand vom Rollhocker auf, um die Hebelwirkung der Zange zu verst\u00e4rken. Herr H\u00fcbner wimmerte lauter und geb\u00e4rdete sich, als wolle ich ihm sein Kostbarstes entrei\u00dfen. Die Korpulente t\u00e4tschelte ihm lieblos den Unterarm; die Plattgesichtige machte es ihr fl\u00fcchtig nach. Die Korpulente sagte &#8222;gleich vorbei&#8220;, &#8222;gar nicht so schlimm&#8220;; die Plattgesichtige sagte &#8222;genau&#8220;. Zwischendurch schielten sie zu seinen F\u00fc\u00dfen hin, mit ger\u00fcmpften Nasen und einem Ekel im Gesicht, der zwar Herrn H\u00fcbner, nicht aber mir verborgen blieb. Ihre Blicke teilten mir mit, dass in meinem Leben einiges schiefgelaufen sein m\u00fcsse, wenn ich mit einer derart absto\u00dfenden und schwei\u00dftreibenden T\u00e4tigkeit mein Geld zu verdienen gezwungen war.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Und lasst euch den Kuchen nur recht jut schmecken!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte das Gr\u00f6bste weggeschnitten und trug Hornhautweicher auf, um die Krusten um die Nagelfalze gef\u00fcgig zu machen. Als ich die Sonde aus der Nierenschale nahm und ansetzte, produzierte Herr H\u00fcbner einen neuen Wimmeranfall. Ich hielt inne, lie\u00df die Sonde sinken und schaute das Trio an. Erst die Plattgesichtige, die Kaugummi kaute, dann die Korpulente, die gerade auf ihre Armbanduhr linste, dann Herrn H\u00fcbner. Ihn fixierte ich, sah ihm forschend ins aufgedunsene Gesicht, in die triefenden Augen. Dabei stellte ich fest, dass er nicht so alt sein konnte, wie er aussah. Ein kleines Schweigen entstand.<\/p>\n<p>&#8222;Ihr Lieben!&#8220;, rief Herr H\u00fcbner in die Stille, &#8222;wenn ick euch nich h\u00e4tte! Ohne euch h\u00e4tt ick dit nie jeschafft hierherzukomm!&#8220; Er wandte sich nach rechts und nach links, ergriff die H\u00e4nde seiner beiden Begleiterinnen und dr\u00fcckte sie an seine Brust. &#8222;Ick wee\u00df \u00fcbahaupt nich, wie ick euch danken soll! Ick hoffe blo\u00df, der Kuchen, den ick extra f\u00fcr euch jebacken habe, schmeckt euch ooch!&#8220; Die Damen entzogen ihm ihre H\u00e4nde, t\u00e4tschelten Herrn H\u00fcbner wieder, &#8222;Jaja&#8220;, &#8222;lieb von dir&#8220;, &#8222;schmeckt bestimmt&#8220;.<\/p>\n<p>Ich fuhr mit meiner Arbeit fort. Polkte jede Menge verhornte Haut aus den Falzen. Besserte mit einer kleineren, dann mit der Eckenzange nach. Fegte zwischendurch den Nagelhaufen zusammen, der unter Herrn H\u00fcbners F\u00fc\u00dfen am Boden lag. Das Trio plauderte \u00fcber den Kuchen, nicht ohne aus den Augenwinkeln meine Handlungen zu verfolgen. Inzwischen hatte ich den Eindruck, dass auch Herrn H\u00fcbner anekelte, was ich tat.<\/p>\n<p>&#8222;Tsch\u00fcss&#8220;, sagte die Korpulente pl\u00f6tzlich, &#8222;Tsch\u00fcss&#8220;, echote die Plattgesichtige, und wie auf Kommando drehten die Frauen sich auf dem Absatz um und verlie\u00dfen den Fu\u00dfpflegeraum.<\/p>\n<p>&#8222;Bis morjen, ihr Lieben!&#8220;, zwitscherte Herr H\u00fcbner ihnen nach. &#8222;Und lasst euch den Kuchen nur recht jut schmecken!&#8220;<\/p>\n<p>Die T\u00fcr unseres Studios fiel zu.<\/p>\n<p>&#8222;Wo wollen die hin?&#8220;, fragte ich erstaunt, &#8222;wir sind doch noch gar nicht fertig.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Feierabend&#8220;, sagte Herr H\u00fcbner und entspannte sich sichtlich. Er machte es sich auf dem Fu\u00dfpflegestuhl bequem; es h\u00e4tte nicht viel gefehlt und er h\u00e4tte die Beine l\u00e4ssig \u00fcbereinandergeschlagen. Ich sah auf die Wanduhr: Punkt halb vier.<\/p>\n<p>&#8222;Sozialbetreua&#8220;, sagte Herr H\u00fcbner, &#8222;die D\u00fcnne is der Azubi von die Dicke.&#8220;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wat soll der Jeiz?&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem gr\u00f6bsten Fr\u00e4serkopf und der h\u00f6chsten Umdrehungszahl, die ich je eingestellt hatte, machte ich mich an den Nagelplatten zu schaffen. Herr H\u00fcbner jammerte nicht und zierte sich nicht; er bemerkte nicht einmal, wie ich die Klinge in den Hobel spannte. W\u00e4hrend ich ihm dicke Sp\u00e4ne von den Fersen schabte, erz\u00e4hlte er mir nicht ohne Stolz Schnurren aus seinem Leben. Er hatte nichts gelernt, nie gearbeitet, aber seit Teenagerzeiten gesoffen wie ein Loch. In seiner Plattenbauwohnung hatte er vor sich hin vegetiert und \u2013 seit der Weg zum Bett vor lauter M\u00fcll unbegehbar geworden war \u2013 im Fernsehsessel \u00fcbernachtet. Als der M\u00fcll auf dem Balkon anfing \u00fcber die Br\u00fcstung zu quellen, hatten die Nachbarn reklamiert und die Polizei gerufen. So geriet Herr H\u00fcbner in die H\u00e4nde von Psychologen, Therapeuten und Sozialbetreuern, gelobte Besserung und bekam einen Platz im Betreuten Wohnen f\u00fcr Suchtkranke. &#8222;Ab und zu muss ick inne Selbsthilfegruppe, bisschen rumlabern, manchma uffs Amt wejen de Formulare, aba ansonsten lassense ma in Ruhe. Fernsehn kieken, inne Sonne liejen, Kumpels treffen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Und Kuchen backen&#8220;, sagte ich.<\/p>\n<p>Herr H\u00fcbner winkte ab.<\/p>\n<p>&#8222;Ick w\u00fcrd den nich essen. Aba die M\u00e4dels brauchen wat f\u00fcr ihr Jutachten, dass ick ma M\u00fche jebe und so.&#8220;<\/p>\n<p>Ich hatte inzwischen die Fersen mit der Feile gegl\u00e4ttet, die F\u00fc\u00dfe eingecremt, den Fu\u00dfpflegestuhl ins Parterre gefahren und die Beinst\u00fctzen eingeklappt. Herr H\u00fcbner schl\u00fcpfte in seine versifften Crocs und schlurfte mir nach zum Kassentresen, wo ich zweiundzwanzig Euro verlangte.<\/p>\n<p>&#8222;Janz sch\u00f6n teua&#8220;, sagte er und zwinkerte mir zu, &#8222;naja, wat soll der Jeiz, zahlt allet Vadda Staat, wa?&#8220;<\/p>\n<p>Ich fasste mir ein Herz und fragte Herrn H\u00fcbner, warum nicht eine seiner Sozialbetreuerinnen ihm die Zehenn\u00e4gel schnitt. Oder gar er selbst? &#8222;Die ham dit nich im Vertrach, meene Freundin kann ick dit nich zumuten und ick bin depressiv&#8220;, sagte er und verlie\u00df das Studio ohne Dank, ohne Gru\u00df und ohne Eile.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? 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