{"id":7585,"date":"2018-06-29T11:35:15","date_gmt":"2018-06-29T09:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=7585"},"modified":"2018-06-29T12:53:57","modified_gmt":"2018-06-29T10:53:57","slug":"populismus-reflexion-niemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/","title":{"rendered":"Nur die Quote z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur populistisches Geschrei, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7592\" aria-describedby=\"caption-attachment-7592\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7592 size-large\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/06\/freitext-quote-1024x576.jpg\" alt=\"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt \" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-quote-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-quote-620x349.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-quote-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-quote.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7592\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 plainpicture\/Millennium\/Attura Nadia<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>In dem klugen, differenzierten <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/06\/rechtes-ressentiment-linke-gegenerzaehlung-ebmeyer\/\">Beitrag von Michael Ebmeyer<\/a> vom 6. Juni gibt es einen einzigen Punkt, den ich mir noch pr\u00e4ziser und differenzierter gew\u00fcnscht h\u00e4tte \u2013 und der steht gleich in der \u00dcberschrift. Die undogmatische, selbstkritische &#8222;linke Erz\u00e4hlung&#8220;, die der Autor vermisst und verzweifelt sucht, gibt es n\u00e4mlich l\u00e4ngst. Ein Nachdenken kritischer Intelligenz dar\u00fcber, &#8222;wie wir uns von der neoliberalen Irrlehre l\u00f6sen und erkunden, wie eine neu und demokratisch fundierte internationale Solidarit\u00e4t aussehen kann&#8220;, findet an vielen Orten statt \u2013 unter anderem auch hier im <em>Freitext<\/em>. <!--more-->Allerdings ist dieses Nachdenken so sehr im L\u00e4rmteppich des medialen Tagesgesch\u00e4fts verstreut, dass ihr Gemeinsames aus eigener Kraft offenkundig kaum noch bemerkt wird. Ebmeyers Argumente korrespondieren in vielem, was in fr\u00fcheren Beitr\u00e4gen zuletzt \u2013 als zwei Beispiele f\u00fcr viele andere kritische Stimmen, die sicherlich ebenfalls zu finden sind \u2013 von <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/19\/meinung-nachdenken-vernunft-leupold\/\">Dagmar Leupold<\/a> oder mir vorgetragen wurde. Das thematische Zentrum \u00e4ndert sich \u2013 MeToo-Debatte, Populismus, konservative Revolution, Sigmar Gabriel lobt Thea Dorn etc. \u2013, die Analysen ber\u00fchren sich, die Forderungen sind \u00e4hnlich. Aber dass dies und wie dies alles zusammenh\u00e4ngt, wird offenbar nicht wahrgenommen, geschweige denn herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Woran liegt das? Wie w\u00e4re dem entgegenzuwirken? Kritisches Denken bedarf der Unterst\u00fctzung durch einen Kulturjournalismus, der das Verstreute zusammendenkt, das Nachdenken konturierend begleitet. Warum aber vers\u00e4umt die mediale \u00d6ffentlichkeit, ausgerechnet f\u00fcr undogmatische, kritisch reflektierende Diskussionen angemessene Aufmerksamkeit aufzubringen, w\u00e4hrend alle Aufmerksamkeit st\u00e4ndig auf das reaktion\u00e4re Geschrei von Populisten gerichtet wird? Wie steht es diesbez\u00fcglich ums journalistische Ethos, um die Selbstkritik der vierten Gewalt? Wieso andererseits redet die Kanzlerin, wenn sie von Europa spricht, nur vom Wirtschaftsstandort, nicht aber von der Idee Europa? Dar\u00fcber, wof\u00fcr es steht? \u00dcber den Stellenwert kritischer Vernunft, die Rolle von Bildung und Kultur bei der Verwirklichung dieser Idee?<\/p>\n<p><strong>Das Abgleiten in Barbarei verhindern<\/strong><\/p>\n<p>Ganz ohne Zweifel ist ein Grund daf\u00fcr in der feindlichen \u00dcbernahme unserer \u00d6ffentlichkeit durch verkaufs-, also konsumorientierte Marktstrukturen zu finden. Seit mindestens zwanzig Jahren ist Absatz, also Quantit\u00e4t, also Quote ausschlaggebend f\u00fcr die Verbreitung von Haltungen, Meinungen, Bewertungen \u2013 wer glaubt, dies h\u00e4tte sich nicht schon l\u00e4ngst erzieherisch pr\u00e4gend auf die Strukturen des Denkens vieler, gerade auch junger Menschen ausgewirkt, die etwas anderes gar nicht mehr erfahren haben, ist naiv oder \u2013 geschichtsvergessen. Gerade in Deutschland, sollte man meinen, m\u00fcsste das Wissen um die Macht und Gefahr struktureller Propaganda noch vorhanden und wach sein. Und allersp\u00e4testens seit dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebookdaten zu W\u00e4hlermanipulationen ist sie f\u00fcr alle offen sichtbar. Wo aber bleiben jenseits von Emp\u00f6rung und ersten, noch reichlich ungelenken juristischen Schritten die bildungs-, die kulturpolitischen Gegenma\u00dfnahmen?<\/p>\n<p>Geschichtsvergessenheit \u2013 kritische Intellektuelle und Schriftsteller haben schon einmal versucht, dem Abgleiten einer Gesellschaft in die Barbarei mit den ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln des Denkens und der Sprache entgegenzuwirken. Bekanntlich vergebens. Dennoch: Mein Geschichtsbild von Deutschland zwischen 1918 und 1933, dem Ende des Kaiserreichs und dem Anfang der NS-Diktatur, ist immer gepr\u00e4gt gewesen von der Vorstellung heftiger, \u00f6ffentlich gef\u00fchrter Kontroversen und ideologischer K\u00e4mpfe. Vor meinem geistigen Auge sah ich jede Menge bedeutende Denker und Dichter in diese Kontroversen und K\u00e4mpfe involviert. Angesichts der gegenw\u00e4rtigen Entwicklung haben mich ihre Positionen und Thesen zum gesellschaftlichen Stand der Dinge, die kritischen Analysen, ihr Kampf mit Worten wieder vermehrt besch\u00e4ftigt \u2013 nicht zuletzt die Frage, warum dieser Kampf gegen eine politische Dynamik, die dazu f\u00fchrte, dass Hitler und die Nazis die Macht an sich rissen, gescheitert ist, und ob sich daraus etwas lernen lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Als ich in die gesellschaftskritischen Schriften jener Zeit eintauchte, stie\u00df ich jedoch \u00fcberraschenderweise auf eine ganz andere Realit\u00e4tswahrnehmung. Zum Beispiel in einer Besprechung aus dem Jahr 1924 von Heinrich Manns <em>Diktatur der Vernunft<\/em>. Die erste H\u00e4lfte dieses Textes besch\u00e4ftigt sich ausschlie\u00dflich mit dem damaligen Zustand der kritischen Intelligenz. Rezensent war Joseph Roth, der Autor des <em>Radetzkymarschs<\/em>, dem grandiosen Roman \u00fcber den Untergang der K.u.K.-Monarchie. Roth schreibt: &#8222;Niemals haben die deutschen Dichter so laut gesprochen, wie sie jetzt schweigen (\u2026). Man h\u00f6rt es und es verurteilt selbst diejenigen, von denen es ausgeht.&#8220; Und dann schlie\u00dflich: &#8222;Diese Vorrede war notwendig, um eine Erscheinung zu erkl\u00e4ren, die in allen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit w\u00e4re und bei uns eine Tat ist. Heinrich Mann, seit Jahren der einzige Rufer von Geist im br\u00fcllenden Streit der reaktion\u00e4ren Barbaren (des Gro\u00dfkapitals, des Nationalismus, des v\u00f6lkischen Gedankens), schreibt ein Buch.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Die Bewegungsfreiheit der Sprache verteidigen<\/strong><\/p>\n<p>Das alles klingt in meinen Ohren doch ziemlich aktuell. Auch die gegenw\u00e4rtige \u00d6ffentlichkeit begleitet und verst\u00e4rkt eher die Verlautbarungen von reaktion\u00e4ren Schreiern unter den Schriftstellerkollegen, w\u00e4hrend eine Auseinandersetzung mit Stimmen, die den gesellschaftspolitischen Ersch\u00fctterungen mit der reflektierenden Kraft des Geistes, der Sprache begegnen, kaum stattfindet. Wie bereits gesagt, diese Stimmen existieren nat\u00fcrlich in irgendwelchen Nischen, so wie sie in den seinerzeit sicher noch etwas weniger nischigen Nischen existiert haben \u2013 und sollte man sie sp\u00e4ter tats\u00e4chlich einmal sammeln und b\u00fcndeln, w\u00fcrden sie vermutlich ein \u00e4hnliches konzises Bild von Opposition und Widerst\u00e4ndigkeit in Zeiten des beginnenden Kollapses der \u00f6konomischen und digitalen Globalisierung ergeben, wie wenn man von jetzt aus auf die Weimarer Republik zur\u00fcckblickt. Auf Stellen wie bei Joseph Roth, an denen von einer Dominanz des Schweigens im allgemeinen Geschrei die Rede ist, stie\u00df ich bei meinen Lekt\u00fcren jedenfalls st\u00e4ndig. Offenbar gab es damals wie heute eine enorme Ohnmacht der kritischen Intelligenz gegen\u00fcber einer durch und durch emotionalisierten politischen \u00d6ffentlichkeit. Nicht gerade beruhigend, dieser Befund, und schon eine erste Antwort auf die Frage, warum der Kampf scheitern musste.<\/p>\n<p>Die herausragende Rolle Heinrich Manns im Elend des damaligen Populismus best\u00e4tigen viele vor allem j\u00fcngere Kollegen jener Zeit. F\u00fcr mich ist er neben Alfred D\u00f6blin bis heute ein zentraler Bezugspunkt in der Literaturgeschichte geblieben. Nahe f\u00fchle ich mich beiden, weil ich mir einbilde, dass mein Verh\u00e4ltnis als Schriftsteller zur Politik dem ihren verwandt ist: n\u00e4mlich klar und kompromisslos auf der Seite der Benachteiligten, der Ausgebeuteten, der von verzerrten Wirklichkeitsdarstellungen und falschen Versprechungen Hereingelegten zu stehen, und gleichzeitig ebenso klar und kompromisslos die Bewegungsfreiheit der Sprache, die Autonomie des Denkens zu verteidigen, ja, sie als Voraussetzung f\u00fcr tats\u00e4chlich demokratische Verh\u00e4ltnisse zu begreifen.<\/p>\n<p>Doch obwohl die Beobachtungen und Standpunkte der beiden f\u00fcr den zeitgen\u00f6ssischen politischen Diskurs hochaktuell und in vielem \u00fcberzeugend geblieben sind, scheint ausgerechnet ihr Nachdenken \u00fcber Ursachen und Zusammenh\u00e4nge des allm\u00e4hlichen Abrutschens einer Gesellschaft in den Totalitarismus aus dem historischen Bewusstsein weitgehend verschwunden. Was die Nazis begannen, beweist mittlerweile \u2013 nach einem Lichtblick in den Sechzigern und Siebzigern, als man die Literatur der von den Nazis verbrannten Dichter aufarbeitete \u2013 wieder seine Kontinuit\u00e4t. Von D\u00f6blin ist heute gerade noch <em>Berlin<\/em> <em>Alexanderplatz<\/em> in der Filmversion von Rainer Werner Fassbinder bekannt, w\u00e4hrend Heinrich Manns <em>Der Untertan<\/em> mit seiner minuti\u00f6sen Darstellung des Wilhelminismus \u2013 einer nun wirklich historisch gewordenen Lebenswirklichkeit \u2013 allenfalls als verstaubte Schullekt\u00fcre eine Randexistenz in einem nahezu literaturfrei gewordenen Deutschunterricht fristet.<\/p>\n<p><strong>Die unkontrollierte Macht des Kapitals<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend also das Bewusstsein f\u00fcr Literatur als Erkenntnismedium und Wahrnehmungskorrektiv insgesamt auch ohne Autodaf\u00e9 in Aufl\u00f6sung begriffen ist, geht das nur scheinbare Schweigen der Schriftsteller im allgemeinen Geschrei weiter, das sich in Wahrheit dem \u00dcberh\u00f6ren oder Wegh\u00f6ren einer offenbar an vertiefender und differenzierender Erkenntnis desinteressierten \u00d6ffentlichkeit verdankt. Pr\u00e4zise Auseinandersetzung, Reflexion, Diskurs, scheinen weder gew\u00fcnscht, noch werden sie politisch gef\u00f6rdert. Was f\u00fcr gegenwartsnahe Diskussionsgrundlagen hingegen w\u00fcrden Alfred D\u00f6blins <em>Wissen und Ver\u00e4ndern! Offene Briefe an einen jungen Menschen <\/em>von 1931, Heinrich Manns <em>Die Trag\u00f6die von 1923<\/em> bieten! Geschichtsvergessenheit \u2013 hier mein kleiner Beitrag, ihr entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Heinrich Mann schreibt seinen Essay zur Zeit der franz\u00f6sischen Besetzung des Ruhrgebiets und der Inflation. Es ist gerade vier Jahre her, dass sich Deutschland eine demokratische Verfassung gegeben hat. Schon ist sie wieder bedroht. Das erste Kapitel tr\u00e4gt den Titel: <em>Das Sterben der geistigen Schicht<\/em>. Mann vermisst intellektuelle Gegenwehr. Vor Kurzem noch hatte er im revolution\u00e4ren M\u00fcnchen einen &#8222;Rat geistiger Arbeiter&#8220; mitgegr\u00fcndet, bald darauf schon die Rede auf den ermordeten Kurt Eisner halten m\u00fcssen. 1923 ist \u2013 kein Wunder in der Not der Krise \u2013 vom Aufbruch nur wenig \u00fcbrig. Au\u00dfer bei Reaktion\u00e4ren und Nationalisten. Der eigentliche Feind, da ist Heinrich Mann sich mit dem \u00f6sterreichischen Kollegen Karl Kraus einig, ist aber die unkontrollierte Macht des Kapitals.<\/p>\n<p>Seine Gegenposition ist gleichfalls klar: &#8222;Das gro\u00dfe Mittel ist: Ordnung des Wirtschaftlichen vom Geistig-Sittlichen aus. Nicht, wie jetzt: Wirtschaft zuerst; und bl\u00fcht sie erst wieder richtig, liefert sie, durch Verwertung der Abf\u00e4lle, nebenbei wohl auch noch seelisch-geistige Erneuerung, das k\u00f6nnen wir erwarten. \u2013 Ihr k\u00f6nnt lange warten!&#8220; Im Gegenteil besteht f\u00fcr Heinrich Mann eine unmittelbare kausale Verkn\u00fcpfung zwischen einer \u00d6konomie als Selbstzweck und der geistigen Abstumpfung und sittlichen Verrohung einer ganzen Gesellschaft. Die Politik einer demokratischen Republik hingegen beziehe &#8222;ihr ganzes Daseinsrecht&#8220; aus der Abwehr einer jeglichen Form von Diktatur. Diese Formen zu erkennen geh\u00f6rt f\u00fcr ihn zu den Aufgaben kritischer Intelligenz. Wirtschaft aber, sagt die kritische Intelligenz Heinrich Mann, sei zu einer &#8222;Diktatur ohne Putsch&#8220; geworden.<\/p>\n<p><strong>Die Gier Ma\u00df aller Dinge<\/strong><\/p>\n<p>Heinrich Manns Auffassung von der Verantwortung eines Schriftstellers, zu der neben der Durchdringung zeitgen\u00f6ssischer Lebenswirklichkeit auch die kritische Stellungnahme geh\u00f6rt, brachte er bereits im ber\u00fchmten <em>Zola<\/em>-Essay von 1915 auf dem Punkt, der zum Zerw\u00fcrfnis mit Bruder Thomas f\u00fchrte \u2013 die Invektiven gegen den vaterlandsverr\u00e4terischen &#8222;Zivilisationsliteraten&#8220; in Thomas Manns \u00fcber weite Strecken unertr\u00e4glich chauvinistischen <em>Betrachtungen eines Unpolitischen<\/em> von 1918 sind auf Heinrich gem\u00fcnzt. &#8222;Literatur und Politik&#8220;, schreibt dieser, &#8222;hatten denselben Gegenstand, dasselbe Ziel und mussten einander durchdringen, um nicht beide zu entarten. Geist ist Tat, die f\u00fcr die Menschen geschieht; \u2013 und so sei der Politiker Geist, und der Geistige handle!&#8220; Was Bruder Thomas wurmte, weil er es ganz auf sich bezog, war Heinrichs Urteil \u00fcber Schriftsteller, die sich dieser Verantwortung nicht stellten. Es galt \u2013 gilt auch heute \u2013 durchaus noch f\u00fcr andere: &#8222;Wie, wenn man ihnen sagte, dass sie das Ungeheure, das jetzt Wirklichkeit ist, dass sie das \u00c4u\u00dferste von L\u00fcge und Sch\u00e4ndlichkeit eigenh\u00e4ndig mitherbeigef\u00fchrt haben.&#8220;<\/p>\n<p>In <em>Die Trag\u00f6die von 1923<\/em> untersucht Heinrich Mann u.a. den Wandel des Begriffs Nation vor dem Hintergrund der Entwicklung des B\u00fcrgertums seit der Franz\u00f6sischen Revolution. Anfangs, als Patriarch, verwechselt der B\u00fcrger seine Gesch\u00e4ftsinteressen noch mit denen Gottes; Nation bedeutet ihm nicht mehr als &#8222;ein sonnt\u00e4gliches Gef\u00fchl von Vaterland&#8220;. Doch bald tritt ein neuer Typus von B\u00fcrger auf, in dem &#8222;nur noch die durchfiltrierten Instinkte der Klasse in Person der Gierigsten&#8220; wirksam sind. Vaterland, Nation sind f\u00fcr ihn gleichbedeutend mit Profit machen \u2013 &#8222;denn wie dient man dem Vaterland? Mit Geldverdienen.&#8220; Dieser Typus nun steckt nicht nur den Mehrgewinn, sondern &#8222;das Vaterland selbst in den Sack&#8220;.<\/p>\n<p>Mann erweist sich als eine Art Pr\u00e4-Foucaultianer, wenn er die Strukturen von Machtgewinn und Machterhalt dieses neuen herrschenden Typus beschreibt, den er pauschal &#8222;kriegsindustrieller B\u00fcrger&#8220; nennt: Denn diese Strukturen basieren nach seiner Auffassung auf einer Transformation des Begriffs Nation zur ideologischen Waffe, die er benutzt, um &#8222;das Volk so gr\u00fcndlich hineinzulegen, dass es sich selbst auf keine Weise mehr helfen kann&#8220;. Die Geldinteressen der Reichsten werden &#8222;das einzig Bestimmende&#8220;, und \u00fcber die \u00f6ffentliche Meinung, wo Pressefreiheit &#8222;auch ohne ausdr\u00fcckliches Verbot&#8220; an der Totalit\u00e4t der Geldideologie erstickt, greift eine &#8222;Art Bet\u00e4ubung des ganzen Landes&#8220; um sich. Heinrich Mann schreibt: &#8222;Sie haben das Raffen zum Ma\u00df der Dinge erhoben, ja, auch Menschen haben f\u00fcr sie nur dies Ma\u00df. Ihnen entgehen s\u00e4mtliche menschlichen und politischen Wahrheiten oder gar Keime zu Wahrheiten. Gegen sie waren Monarch und Generalstab humanistische Genies.&#8220;<\/p>\n<p><strong>An der Vergeistigung mitwirken<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wirtschaft&#8220;, solcherma\u00dfen entfesselt, sprich: menschlich verroht, setzt Mann \u2013 wie sp\u00e4ter auch Alfred D\u00f6blin \u2013 mit Recht in Anf\u00fchrungszeichen. Als politische Gegendynamik fordert er eine Art Umkehrung der Machtverh\u00e4ltnisse: Die Gesellschaft muss wieder der \u00d6konomie \u00fcbergeordnet werden, die \u00d6konomie darf nicht wie damals \u2013 nicht wie heute \u2013 der Gesellschaft \u00fcbergeordnet sein. Wie das geschehen soll, ist f\u00fcr Mann nicht zuletzt eine Frage der Umsetzung der Verfassung von 1919. 1923, im offenen Brief an Reichskanzler Gustav Stresemann, fordert er angesichts des sozialen Elends durch die Inflation von der Regierung den Einsatz von Staatsgewalt f\u00fcr eine &#8222;Diktatur der Vernunft&#8220; \u00fcber Willk\u00fcr und Eigennutz der Gro\u00dfindustriellen \u2013 statt wie bisher &#8222;dem Staat den Henker zu m\u00e4sten&#8220;. Nationalismus aber begegnet er mit Internationalismus, ohne den es &#8222;heute kaum noch vorgeschrittene Geistigkeit&#8220; gebe. Heinrich Mann tr\u00e4umt von einem Vereinigten Europa, von europ\u00e4ischer Identit\u00e4t, die er als gegenseitige Durchdringung von Geist und Tat definiert. &#8222;Die Handlungen unserer L\u00e4nder sollen Ideen haben.&#8220; Hier sieht er die Schnittstelle von Politik und kultureller Intelligenz.<\/p>\n<p>Dass ihm f\u00fcr seine soziale Utopie weder die Abschaffung des Privatbesitzes noch eine Diktatur des Proletariats vorschwebt, teilt Heinrich Mann mit Alfred D\u00f6blin, dessen Analyse des gesellschaftspolitischen Stands der Dinge in seinen <em>Offenen Briefen an einen jungen Studenten<\/em> von 1931 \u00fcberhaupt sehr viel Deckungsgleichheit mit der in <em>Die Trag\u00f6die von 1923<\/em> aufweist. Manns utopische Vision, die er als eine Verschr\u00e4nkung von &#8222;St\u00e4ndevertretung mit Parlamentarismus&#8220; umschreibt, eine Gesellschaft mit &#8222;sozialisierten Gro\u00dfbetrieben&#8220; und &#8222;ungez\u00e4hlten neuen kleinen Besitzern&#8220;, erinnert eher an das Parteiprogramm der SPD unter Willy Brandt. Bei D\u00f6blin scheint der Begriff Sozialismus dann auf den ersten Blick nahezu abstrakt \u2013 &#8222;vergeistigt&#8220;, um ein Lieblingswort beider Autoren zu verwenden, wenn sie die zentrale Aufgabe des Intellektuellen definieren, n\u00e4mlich an einer Vergeistigung mitzuwirken, die in einen heutigen Sprachgebrauch vielleicht zu \u00fcbersetzen w\u00e4re mit: die Schaffung von Voraussetzungen f\u00fcr eine Emanzipation aus Fremdbestimmung und Selbstunterwerfung.<\/p>\n<p>Genau das wurde D\u00f6blin in den heftigen Debatten, die das Buch nach Erscheinen ausl\u00f6ste, nicht zuletzt angesichts der politischen Realit\u00e4ten auch vorgeworfen. Siegfried Kracauer etwa sprach dem Buch aber, trotz harscher Kritik, gleichzeitig das Verdienst zu, den Anfang zu machen f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Frage, was &#8222;unsere Intelligenz&#8220; tun soll in einer Lage wie sie 1931, unter den Folgen der Wirtschaftskrise und des Erstarkens der Nationalsozialisten herrschte, &#8222;und das an D\u00f6blin anzukn\u00fcpfen haben wird&#8220;. Dieses Gespr\u00e4ch wurde dann bekanntlich durch Hitler vorzeitig beendet.<\/p>\n<p><strong>Wissen und Ver\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch wieder aufzunehmen, auch den verlorenen \u00f6ffentlichen Hallraum daf\u00fcr zu schaffen, ist jedenfalls ein Appell, der aus jener Zeit in unsrige her\u00fcberreicht. Und D\u00f6blins Buch k\u00f6nnte nach wie vor ein Ausgangspunkt sein. Denn die meiste Kritik seiner aufgew\u00fchlten Zeitgenossen verkennt den formalen Charakter des Textes. D\u00f6blin schreibt nicht wie Heinrich Mann Essays zur Lage der gesellschaftlichen und politischen Situation. Seine <em>Offenen Briefe<\/em> sind eine Antwort an einen jungen Studenten, der ihn in ideologisch bedrohlicher Zeit um &#8222;geistige Hilfe&#8220; bittet \u2013 und zwar mit einem Zitat von D\u00f6blin selbst, worin er genau dies zu den Verpflichtungen des Schriftstellers rechnet. Was D\u00f6blin sich also zur Aufgabe gesetzt hat, ist nicht in erster Linie Analyse und Kritik \u2013 die dient gewisserma\u00dfen vor allem zur Veranschaulichung. Vielmehr versucht er m\u00f6glichst klar und nachvollziehbar, einen Zugang zu schaffen zu einem Verst\u00e4ndnis dessen, was <em>vor<\/em> allen Ideologien und politischen Programmen Grundlage f\u00fcr die ethische Haltung jedes einzelnen Menschen bildet. Sein Ziel besteht darin, Menschen wie jenen studentischen Briefschreiber eine Art Handhabe zu liefern f\u00fcr ein eigenes Urteil und eine eigene Haltung. D\u00f6blin m\u00f6chte &#8222;Sozialismus wieder als Utopie herstellen&#8220;, ihn aus der Umklammerung von &#8222;Totaltheorien&#8220; abl\u00f6sen und seinen nach Orientierung suchenden jungen Adressaten gegen die Fehlleitung durch ideologische Dogmen wappnen.<\/p>\n<p>In <em>Wissen und Ver\u00e4ndern!<\/em> wird Sozialismus verstanden als &#8222;die urkommunistische [Position] der menschlichen, individuellen Freiheit, der spontanen Solidarit\u00e4t und Verbindung der Menschen, des Widerwillens gegen Neid, Hass, Unrecht, Vergewaltigung! Das sind elementare Triebe im Menschen, keine &#8218;idealistischen&#8216; Schw\u00e4rmereien&#8220;. D\u00f6blin nennt sie &#8222;die gr\u00f6\u00dften Ideen der Welt&#8220;. Sein Verh\u00e4ltnis zu Marx ist ambivalent, dessen Bedeutung in der geschichtlichen Dynamik der menschlichen Befreiung sieht er in der &#8222;konsequenten Vertiefung und Ausbreitung der alten Ideen auf das Wirtschaftsgebiet&#8220;, doch habe er &#8222;versagt in allem, was \u00fcber die Entlarvung (\u2026) hinausgeht&#8220;. Die Sowjetunion ist ihm ein &#8222;robustes Z\u00fcchtungsexperiment mit einem Ameisenideal&#8220;, dem er sein offenes, prozesshaftes Menschenbild als Ausgangspunkt f\u00fcr einen &#8222;Sozialismus des Westens&#8220; gegen\u00fcberstellt, wo die &#8222;elementare Produktivkraft \u2013 Mensch&#8220; &#8222;aufrecht und sehr charakteristisch (\u2026) mitten in dem materiellen Prozess steht\u201c. Nach D\u00f6blin sind wir Menschen nicht nur R\u00e4dchen im dialektischen Getriebe der Geschichte. Wir k\u00f6nnen wissen und dann auch ver\u00e4ndern, denn die Getriebe des Schicksals sind menschengemacht. Darauf legt D\u00f6blin seinen durchaus erzieherischen Hauptakzent.<\/p>\n<p>Dass ein derartiger Bildungs- und Erziehungsansatz im Jahr 1931, als die NSDAP bereits mit 107 Abgeordneten im Reichstag sa\u00df und es f\u00fcr D\u00f6blins Wiederherstellung einer Utopie des Sozialismus als einigende, allm\u00e4hlich und prozesshaft wachsende Kraft zum Widerstand viel zu sp\u00e4t war, gerade auch von links heftig attackiert wurde, und D\u00f6blin sich gr\u00fcndlich missverstanden f\u00fchlte, ist daher nicht verwunderlich. Sein Anliegen, eine Art geistiges Fundament zu legen, von dem aus f\u00fcr jedes Individuum die hinter populistischem L\u00e4rm versteckten Machtstrukturen wieder sichtbar w\u00fcrden, um sich dann erst auch politisch gr\u00fcndlich neu positionieren zu k\u00f6nnen, l\u00f6st <em>Wissen und Ver\u00e4ndern! <\/em> jedoch ein wie kaum ein anderer Text in der deutschen Literaturgeschichte. Sich damit und mit Heinrich Manns Essayistik der Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts in der Gegenwart auseinanderzusetzen w\u00e4re beim derzeitigen Stand der gesellschaftlichen Dinge auf jeden Fall ein gar nicht \u00fcbersch\u00e4tzender Gewinn \u2013 w\u00fcrden deren Argumente \u00f6ffentlich diskutiert, ihre B\u00fccher denn auch gelesen. Wenn es denn nicht auch jetzt wom\u00f6glich schon wieder zu sp\u00e4t daf\u00fcr ist.<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur populistisches Geschrei, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern. In dem [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1062,"featured_media":7592,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-7585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft-politik","category-schriftstellerleben"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Freitext\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2018-06-29T09:35:15+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2018-06-29T10:53:57+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Norbert Niemann\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:image\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/06\/freitext-quote.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Norbert Niemann\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"15\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/\",\"name\":\"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\"},\"datePublished\":\"2018-06-29T09:35:15+00:00\",\"dateModified\":\"2018-06-29T10:53:57+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/9061df0ab6a3667004914aa161a1955c\"},\"description\":\"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Nur die Quote z\u00e4hlt\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/\",\"name\":\"Freitext\",\"description\":\"Feld f\u00fcr literarisches Denken\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/9061df0ab6a3667004914aa161a1955c\",\"name\":\"Norbert Niemann\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/8c830c34befb435eeabb11bd1675c6a1d3e769bd1b28ad1c3d9ae4b407972dea?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/8c830c34befb435eeabb11bd1675c6a1d3e769bd1b28ad1c3d9ae4b407972dea?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Norbert Niemann\"},\"description\":\"Geboren 1961, lebt als Schriftsteller am Chiemsee und in M\u00fcnchen. Zuletzt erschienen die Romane \\\"Willkommen neue Tr\u00e4ume\\\" (2008) und \\\"Die Einzigen\\\" (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er 2015 den Carl-Amery-Preis, 2016 den International Music Theatre Now Award f\u00fcr \\\"Musicophilia\\\" (B\u00fchnenfassung nach Oliver Sacks) und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Im April 2017 erschien der Essay \\\"Ersch\u00fctterungen. Literatur und Globalisierung\\\".\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/norbert-niemann\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt","description":"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt","og_description":"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/","og_site_name":"Freitext","article_published_time":"2018-06-29T09:35:15+00:00","article_modified_time":"2018-06-29T10:53:57+00:00","author":"Norbert Niemann","twitter_card":"summary_large_image","twitter_image":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/06\/freitext-quote.jpg","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Norbert Niemann","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"15\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/","name":"Populismus \u2013 Nur die Quote z\u00e4hlt","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website"},"datePublished":"2018-06-29T09:35:15+00:00","dateModified":"2018-06-29T10:53:57+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/9061df0ab6a3667004914aa161a1955c"},"description":"Aufmerksamkeit bekommt derzeit nur das Geschrei des Populismus, nicht die kritische Reflexion. Gerade in Deutschland sollte man sich an die Gefahr von Propaganda erinnern.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/06\/29\/populismus-reflexion-niemann\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Nur die Quote z\u00e4hlt"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/","name":"Freitext","description":"Feld f\u00fcr literarisches Denken","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/9061df0ab6a3667004914aa161a1955c","name":"Norbert Niemann","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/8c830c34befb435eeabb11bd1675c6a1d3e769bd1b28ad1c3d9ae4b407972dea?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/8c830c34befb435eeabb11bd1675c6a1d3e769bd1b28ad1c3d9ae4b407972dea?s=96&d=mm&r=g","caption":"Norbert Niemann"},"description":"Geboren 1961, lebt als Schriftsteller am Chiemsee und in M\u00fcnchen. Zuletzt erschienen die Romane \"Willkommen neue Tr\u00e4ume\" (2008) und \"Die Einzigen\" (2014). 1997 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, erhielt er 2015 den Carl-Amery-Preis, 2016 den International Music Theatre Now Award f\u00fcr \"Musicophilia\" (B\u00fchnenfassung nach Oliver Sacks) und das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Im April 2017 erschien der Essay \"Ersch\u00fctterungen. Literatur und Globalisierung\".","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/author\/norbert-niemann\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/06\/freitext-quote.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1062"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7585"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7597,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7585\/revisions\/7597"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}