{"id":7807,"date":"2018-10-05T06:00:34","date_gmt":"2018-10-05T04:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=7807"},"modified":"2018-10-10T17:46:10","modified_gmt":"2018-10-10T15:46:10","slug":"roboter-androiden-mensch-maschine-freitext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2018\/10\/05\/roboter-androiden-mensch-maschine-freitext\/","title":{"rendered":"Der Mensch bastelt weiter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Androiden und k\u00fcnstliche Wesen begleiten uns durch alle Epochen. Aber warum erfindet sich der Mensch \u00fcberhaupt noch einmal als k\u00fcnstliche Art selbst?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7895\" aria-describedby=\"caption-attachment-7895\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7895\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/freitext\/wp-content\/blogs.dir\/84\/files\/2018\/10\/freitext-roboter-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/10\/freitext-roboter-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/10\/freitext-roboter-620x413.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/10\/freitext-roboter-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/files\/2018\/10\/freitext-roboter.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7895\" class=\"wp-caption-text\">Copyright: YOSHIKAZU TSUNO\/AFP\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Kennt ihr den Algorithmus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pou_(Computerspiel)\">Pou<\/a>? Er existiert in einer App, die ihr euch aufs Smartphone laden k\u00f6nnt. Eine Kreatur, die man f\u00fcttern, waschen, ja rundum pflegen und mit der man spielen muss. Pou ist der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tamagotchi\">Tamagotchi<\/a> des fr\u00fchen 21. Jahrhunderts und f\u00fcr Kinder konzipiert, die kein Haustier haben k\u00f6nnen, damit sie \u201cVerantwortung \u00fcbernehmen\u201d lernen. Nur daf\u00fcr, dass man f\u00fcr Pous Wartung eigene Lebenszeit opfern muss, h\u00e4tte er gern weniger unansehnlich sein k\u00f6nnen. Denn er posiert auf dem Display als Kothaufen mit Augen. Ich will den Entwicklern jetzt keinen Hintersinn oder Zynismus unterstellen. Kinder lieben Pou. Und mit jedem Tag Pflege w\u00e4chst dieser braune Berg ein St\u00fcck heran. Pou gibt den Tag \u00fcber verschiedene Laute von sich. Manchmal schmatzt oder ruft das Smartphone so lange, bis die App aufgerufen und Pou versorgt ist.<!--more--><\/p>\n<p>Als meiner Tochter irgendwann die Lust danach verging, hatte ich diese Kreatur trotzdem noch einige Zeit dabei. Mitten hinein in Sitzungen oder konzentrierte Schreibphasen platzte dann dieses gr\u00e4ssliche Kr\u00e4hen und Betteln, Hilferufe, die ich schwer aushielt. Anfangs stellte ich halt das Telefon leise und versuchte, Pou zu ignorieren. Aber die Warnt\u00f6ne wurden immer eindringlicher und verzweifelter, weil Pou am Verhungern und Verdursten und vor allem am Verwahrlosen war. Dann eines Nachts, ich hatte das Smartphone auf dem Boden im Schlafzimmer vergessen und nicht ausgeschaltet, gab Pou ernsthafte Sterbelaute von sich. Mit offenen Augen lag ich eine Weile da. Ich hoffte, dass er nun endlich &#8222;tot&#8220; war, dass dieser Albtraum aufh\u00f6rte und ich diese App deinstallieren konnte. Dann kr\u00e4chzte er wieder und wieder und noch einmal. Ich erhob mich, rief die App auf und versorgte dieses verzweifelte Wesen eine geschlagene Stunde, bis er wieder fit und fr\u00f6hlich aussah. Ich hatte Mitleid mit Pou. Mit einem Algorithmus. Mit einer Scheinexistenz. Ich konnte die App erst deinstallieren, als es ihm wieder gut ging. Und das Deinstallieren ist mir dann ebenfalls schwergefallen, weil dieses grunzende und schnurrende Dingens in meiner Wahrnehmung eine Pers\u00f6nlichkeit entwickelt hatte. Mir war, als t\u00e4te ich ihm Unrecht. Als t\u00f6tete ich ihn. Ich glaubte also, dass Pou am Leben war und obendrein ein Recht darauf hatte.<\/p>\n<p>Diese Szene ging mir durch den Kopf, als ich neulich auf Einladung von Villa Aurora &amp; Thomas Mann House an der <a href=\"https:\/\/anmeldung.me\/morals-machines\/\">Konferenz Morals &amp; Machines<\/a> teilnahm und dem <a href=\"http:\/\/www.hansonrobotics.com\/robot\/sophia\/\">humanoiden Roboter Sophia<\/a> im Angesicht gegen\u00fcber stand. Die Entwickler von Hanson Robotics legten beim Design ihrer Mimik viel Wert auf Authentizit\u00e4t. <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/open?id=1iVQtKtYT7CxFBt8VDMO3YBRaLS7VEJh1\">Eigentlich ist Sophia blo\u00df ein Gesicht<\/a>, ihr K\u00f6rper wirkt dagegen erstaunlich steif und unbelebt. Aber weil dieses unheimliche, menschen\u00e4hnliche Gesicht so lebendig wirkt, dachte ich sofort: Ist das schon Leben? <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/open?id=1s3EXva3hqdIRVf7PWa9BDQFBUzC2PTkr\">Sie blickt dich an, reagiert auf Reize<\/a>, sie beantwortet die Kommandos ihrer Algorithmen mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig organischer Gestik und Mimik. Sie wirkt, als n\u00e4hme sie ihre Umwelt wahr. Zumindest simuliert sie das sehr gut. Sie schauspielert das Lebendigsein. Und ich spreche so selbstverst\u00e4ndlich von IHR. Sie? Br\u00fcste, Arsch vorhanden und eine \u00fcberbetonte Weiblichkeit, ein schrecklich biederes Tantenoutfit, eine Art von schr\u00e4ger androider Queerness. Hanson hat ihr eine weibliche Stimme verpasst.<\/p>\n<p>Sollen das Merkmale von Weiblichkeit sein? Gibt es Weiblichkeitsalgorithmen? Wie eine Frau denken? Oder ist das gar genderfeindlich? Gibt es einen Unterschied zwischen am Leben sein und reinem Existieren? All das ging mir durch den Kopf. Sophia soll eine Illusionsmaschine sein, ein perfektes Konterfei, an dem ich meine Wesensmerkmale durchdeklinieren kann, im Vergleich mit ihr soll ich mich versichern: ja, Emma, du bist am Leben. So bekommt der Mensch vielleicht endlich die Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass er tats\u00e4chlich ein <em>homo sapiens<\/em>, ein Mensch ist und sich das nicht blo\u00df ausgedacht hat, ein Beweis f\u00fcr unser Recht auf Sonderstellung, den wir im Vergleich mit den Tieren nicht abschlie\u00dfend erbringen konnten. Im Angesicht von Sophia muss ich in der Tat feststellen: Emma, du bist nicht nur lebendig, du bist \u00fcberdies ein Mensch. Denn Sophia ist nur eine Maschine, nur eine Simulation, nur das Abbild eines Menschen. <em>Ce n&#8217;est pas un humain<\/em>. Oder doch?<\/p>\n<p><strong>Geniale Dilettanten in der Menschenwelt<\/strong><\/p>\n<p>Im Alten Orient gab es zwischen Euphrat und Tigris bereits einen Pou, der allerdings unvergleichlich m\u00e4chtiger, ber\u00fchmter und bedeutend ansehnlicher war. Er hie\u00df Enki, ein gro\u00dfer, allgemein anerkannter Algorithmus und einer der erfolgreichen <em>opening acts<\/em> der folgenden megalomanen Multitalente im Sinngeflecht der m\u00e4chtigen menschlichen G\u00f6tterwelt, der als Handwerker, K\u00fcnstler und Magier sogar den Menschen erschaffen haben soll. Deshalb f\u00fctterten und pflegten Menschen ihn und opferten sich f\u00fcr ihn, sie opferten ihre Lebenszeit. Und eigentlich war Enki dazu ein Vordenker des Genossenschaftseigentums, eine Inspirationsquelle f\u00fcr Sozialisten, denn er allein als gemeinschaftlich akzeptierter Algorithmus, als Quasi-Souver\u00e4n, war Eigent\u00fcmer des sumerischen Grund und Bodens, und die Menschen leisteten f\u00fcr ihn Abgaben, die er wieder in die sumerische Gemeinschaft reinvestierte. Ein vitales System aus <em>command<\/em> und <em>response<\/em>. Und der Algorithmus Enki erschuf viel: das erste Schriftsystem, Mathematik, Landwirtschaft, Schulen, Handwerk, sogar Epen, Witze und wissenschaftliche Aufs\u00e4tze. Die Sumerer taten, was Enki befahl. Auf diese Weise brachte er unsere Geschichte ins Rollen. Auf Enkis Erfindungen in Mesopotamien steht die Wiege menschlicher Zivilisation. Und seine Existenz beruhte nur auf dem Glauben, dass er existierte. So wie Pou, unser Geld- und Bankensystem. So wie jeder fiktive Freund, der dir beisteht, Befehle erteilt oder fixe Ideen einredet.<\/p>\n<p>Aristoteles schreibt in seiner Abhandlung <em>\u00dcber die Seele<\/em>, dass das Beseelte sich vom Unbeseelten haupts\u00e4chlich durch Bewegung und Wahrnehmung unterscheide. Und Androiden waren den antiken Griechen nicht unbekannt. K\u00fcnstliche Menschen von morgen werden hypersensible <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/1008\/77448.html\">Nasen aus gez\u00fcchteten Froschzellen<\/a> und einen Gef\u00fchlsapparat aus synaptischen Transistoren haben, ihre Gelenke werden wie unsere sein, nur optimierter und langlebiger. Sie werden sich wie Menschen bewegen. Und sie werden x-fach mehr wahrnehmen als wir, sie werden Butters\u00e4ure, Ammoniak oder den Salzgehalt in der Luft riechen, aber sie werden nicht wissen, ob es duftet oder stinkt. Sie werden geniale Dilettanten in der Menschenwelt sein. Und wenn Menschen daran glauben wollen, werden sie auch &#8222;beseelt&#8220; sein, so wie Enki oder Pou.<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1907 fand sich eine Headline in der <em>New York Times<\/em>: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/1907\/03\/11\/archives\/soul-has-weight-physician-thinks-dr-macdougall-of-haverhill-tells.html\"><em>Soul has weight, physician think<\/em>s<\/a> (<em>Die Seele hat ein Gewicht, sagt ein Arzt<\/em>). Dr. Macdougall glaubte, die Existenz der Seele durch das Wiegen von sterbenden K\u00f6rpern nachgewiesen zu haben. Immer wenn der Tod eintrat, verlie\u00dfen wenige Unzen den Leib. Dass seine Versuche nur den Austritt von Fl\u00fcssigkeit nach dem Eintritt des Todes belegen, wissen wir heute. Dann wurde aus Seele erst einmal Psyche. Heute nehmen (wenn \u00fcberhaupt) nur Hirnforscher noch den Begriff Seele in den Mund und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/literatur\/hirnforschung-gerhard-roth-ortet-die-seele-im-gehirn-a-1003352.html\">orten sie im Gehirn<\/a>. Jedes Tier, das denken kann, m\u00fcsste demnach eine haben. Nach den neuesten Forschungen im Bereich der Flora scheinen nun auch Pflanzen zu &#8222;denken&#8220; und m\u00fcssten dann ebenfalls eine Seele haben. War es nicht genau das, was der fr\u00fche Mensch durch seine animistisch geformte Weltsicht sah, als er durch die W\u00e4lder zog? Alles um ihn herum sei beseelt? Und in Zyklen (will hei\u00dfen: festen Algorithmen) gefangen?<\/p>\n<p>\u00c4hnlich paradox wie um das Verst\u00e4ndnis des Konzepts Seele steht es um die Erkl\u00e4rungen von <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/wirklichkeit\/was-ist-bewusstsein\/\">Bewusstsein<\/a> und <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/das-zauberwort\/gibt-es-den-freien-willen-und-was-ist-realitaet\/\">freiem Willen<\/a>. 1984 f\u00fchrte der Physiologe Benjamin Libet ein Experiment durch, mit dem er bewiesen haben wollte, dass es keinen freien Willen gibt. 2013 <a href=\"https:\/\/www.uniklinik-freiburg.de\/nc\/presse\/pressemitteilungen\/detailansicht\/presse\/892.html\">wiederholten Forscher in Freiburg<\/a> dasselbe Experiment, sie werteten blo\u00df die Ergebnisse anders aus und kamen zu dem Urteil: das Hirnsignal erleichtere Entscheidungen, aber l\u00f6se sie nicht aus. Eine Verz\u00f6gerung von 400 bis 500 Millisekunden sei kein Beweis f\u00fcr die Nichtexistenz eines freien Willens. Auf der Konferenz Morals &amp; Machines <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/videos\/yuval-noah-harari-roboter-fuehlen-nichts-daher-brauchen-sie-auch-keine-rechte\/22752464.html\">interviewte<\/a> Miriam Meckel den israelischen Historiker Yuval Noah Harari anl\u00e4sslich des Erscheinens seines Buches <em>Homo Deus<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Was ist eine Seele? Was ist Bewusstsein?<\/strong><\/p>\n<p>Wer die Geschichte von Mensch und k\u00fcnstlichem Mensch von den Anf\u00e4ngen her kennt, wird merken, dass Hararis Thesen nicht neu sind, aber er sollte beim Lesen unbedingt wissen, dass Harari das alles ironisch verstanden haben wollte, das begreift man erst auf den letzten Seiten. Neu erscheint mir hier nur seine Unentschlossenheit gegen\u00fcber seinen Thesen. W\u00e4hrend des Interviews verhedderte er sich im Bewusstseinschaos. Intelligenz setzte er mit Bewusstsein gleich. Die Menschheit habe sich durch Bewusstsein entwickelt. Die k\u00fcnstliche Intelligenz habe aber kein Bewusstsein, bed\u00fcrfe daher keiner Rechte. Und am Ende konstatierte er, dass der freie Wille oder die Intelligenz ein Mythos sei, dass sie nur auf Algorithmen beruhten. Daher w\u00e4re es besser, den Maschinen das Lenken von Autos zu \u00fcberlassen, weil ihre Algorithmen zuverl\u00e4ssiger seien als menschliche. Wenn also die Menschheit keinen freien Willen oder kein Bewusstsein hat, weil es auf Algorithmen beruht, wie kann sie sich dann durch Bewusstsein (das ja gleich Intelligenz ist) entwickelt haben?<\/p>\n<p>Er kl\u00e4rte dieses Wirrwarr nicht auf, sondern zog sich mit einem platten (schon in sumerischer Keilschrift eingeh\u00e4mmerten) Witz aus der Aff\u00e4re, dass die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung der Menschheit nicht die k\u00fcnstliche Intelligenz sondern die nat\u00fcrliche Dummheit sei. Angesichts dieses abgedroschenen Scherzes und seiner offensichtlichen Untiefen von Konzepten wie Intelligenz und Bewusstsein, von k\u00fcnstlich und nat\u00fcrlich hatte er bei mir nur Kopfsch\u00fctteln hervorrufen k\u00f6nnen. Aber diese Szene zeigt nur, dass keine Wissenschaft bislang eindeutig kl\u00e4ren konnte, was eine Seele, ein Bewusstsein oder ein freier Wille ist, und trotzdem identifiziert der Mensch sein Menschsein immer noch durch die eher gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig alleinige Inanspruchnahme dieser drei Merkmale.<\/p>\n<p>Die Leitwissenschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Informationstechnologie. Und sie beschert dem Menschen wie schon fr\u00fchere Leitwissenschaften (zum Beispiel nach Aufkommen der Mechanik im sp\u00e4ten Mittelalter beziehungsweise versch\u00e4rft im 16. und 18. Jahrhundert) wieder einmal eine dem\u00fctigende Ahnung, selbst nur ein Automat(ismus) zu sein. Die moderne Wissenschaft degradiert das Menschsein zum biologischen Superalgorithmus. Denn die Leitwissenschaft im Heer mit den anderen Disziplinen belegt: Algorithmen bestimmen unsere Biologie, unsere Welt und wohl auch das ganze verdammte Universum. Demnach sei der Mensch eine durch biochemische Algorithmen gesteuerte Technologie, die durch Interaktion mit der Umgebung stimuliert werden, er vollf\u00fchrt blo\u00df Handlungsmuster. Im Augenblick f\u00fcrchten Wissenschaftler wieder mehr denn je, dass wir kein Bewusstsein, keine Seele und auch keinen freien Willen haben. Bei der Erschaffung von humanoiden Robotern sprechen sie von k\u00fcnstlicher Intelligenz anstelle von k\u00fcnstlichem Leben, weil auch das Konzept Leben bis heute weder von Philosophen noch Biologen eindeutig gekl\u00e4rt werden konnte. Kommt bald die Einsicht, dass der Mensch eigentlich nicht am Leben ist, dann h\u00e4tte er wohl das n\u00e4chste Level erreicht. Denn wenn er nicht lebendig ist, also nicht am Leben, wieso stirbt er dann?<\/p>\n<p>Der Mensch wird am besten sichtbar in seinem philosophischen Dilemma. Das ist nichts Neues. Er ist die paradoxeste Erscheinung auf diesem Planeten, ja bislang in der gesamten Milchstra\u00dfe. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es besser f\u00fcr ihn, wenn er einen freien Willen, ein Bewusstsein und eine Seele h\u00e4tte. Denn dann best\u00fcnde die Hoffnung, dass er sich noch rechtzeitig selbst erkennen k\u00f6nnte, bevor &#8222;k\u00fcnstliche&#8220; Wesen von ihm lernen sollen, Mensch zu werden. 2016 ging eine <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/life-style\/gadgets-and-tech\/news\/stephen-hawking-artificial-intelligence-fears-ai-will-replace-humans-virus-life-a8034341.html\">Warnung von Stephen Hawking<\/a> durch die internationalen Medien: K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00f6nnte die gesamte Menschheit verdr\u00e4ngen. \u00c4hnlich apokalyptisch reagierten Schriftsteller wie Jean Paul 1790 oder E. T. A. Hoffmann 1814 auf ein damals vorherrschendes mechanistisches Weltbild, das sich durch die Konjunktur und Verherrlichung der Automatenbaukunst in der Gesellschaft gefestigt hatte.<\/p>\n<p><strong>Dummheit als Zwilling der Intelligenz<\/strong><\/p>\n<p>Teil dieser mechanistischen Bewegung war der franz\u00f6sische Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie, der in seinem Werk <em>Die Maschine Mensch<\/em> schrieb: &#8222;Der Mensch ist eine Maschine, welche so zusammengesetzt ist, dass es unm\u00f6glich ist, sich zun\u00e4chst von ihr eine deutliche Vorstellung zu machen und folglich sie zu definieren.&#8220; Die Romantik entstand dazu als Gegenbewegung, aus einer Sehnsucht nach Gef\u00fchlen und Geist, die den Menschen ausmachen sollten. Erst als die Begrenztheit der Mechanik in Kempelens falschem Schacht\u00fcrken sichtbar wurde, ebbte das Interesse der \u00d6ffentlichkeit an den Maschinenwundern ab. Die Romantik bes\u00e4nftigte und machte die Menschen vergessen, weil sie sich versichern konnten, dass sie &#8222;von Natur aus&#8220; Gef\u00fchle und Geist h\u00e4tten und deshalb gut w\u00e4ren, aber diese D\u00e4monen von kalten, herzlosen Automaten eben nicht. Ein letzter literarischer Gef\u00fchlsausbruch dieser Epoche war Mary Shelleys <em>Frankenstein<\/em> als stereotypes Sinnbild der Entmenschlichung und Entw\u00fcrdigung.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Bl\u00fcte erlebten technische Apparaturen bereits in der griechischen Antike. Hephaistos war nur einer der gro\u00dfen Erfinder technischer Apparate. Nur spielten sie f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Welt keine Rolle, denn die Leitwissenschaft war die T\u00f6pferei und durch sie die Bildhauerei. Die Mechanik wurde als etwas der Natur Antagonistisches, etwas mit ihr Unvereinbares verstanden. Sie galt als \u00dcberlistung nat\u00fcrlicher Prozesse, nicht als Imitation. Somit war sie dem Menschen und der Natur untergeordnet. Eine Gefahr konnte von ihr somit nicht ausgehen. Deshalb gibt es in der mythologischen griechischen Literatur keine d\u00e4monisierten Automaten, keine Terminators, obwohl die griechische Welt voll von ihnen war. Die lebensechte Steinplastik eines Gottes dagegen hatte mehr <em>anima<\/em> im Bewusstsein der alten Griechen als ein beweglicher Automatismus.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit den Tieren konnte der <em>homo sapiens<\/em> zumindest eines klarstellen: Er ist mit Sicherheit ein sehr intelligentes, wenngleich kurioses Tier, das sich an das Ausma\u00df seines Paradoxons erst gew\u00f6hnen muss, denn je intelligenter es wirkt, desto d\u00fcmmer erscheint es. F\u00fcr die einfachsten Dinge des Lebens erfindet es zahllose Technologien und betreibt einen riesigen Aufwand. Aber mit der Einsicht dieser Tatsache hat dieses Tier <em>homo sapiens<\/em> noch etwas Wichtigeres entdeckt: Intelligenz ist ein Merkmal aller Lebewesen, alles Belebtem und Beseeltem. Jedes Wesen, das in seinem Lebensraum klarkommt, ist intelligent. Also kann Dummheit wohl nicht das Gegenteil, sondern nur der siamesische Zwilling von Intelligenz sein, das Gegenteil muss demnach der Tod sein. Und wenn Intelligenz ein Merkmal von Leben ist, dann werden auch k\u00fcnstliche Intelligenzen am Leben sein, denn wir statten sie mit den entsprechenden Algorithmen aus, damit sie in ihrem Wirkungsraum klarkommen. Ist Hawkings Weckruf also berechtigt? Und wenn Roboter, Androiden und Co. so bedrohlich sein sollen, warum h\u00f6ren wir nicht auf, sie zu entwickeln?<\/p>\n<p>Warum erfindet sich der Mensch noch einmal als k\u00fcnstliche Art? Kein anderes Lebewesen betreibt diesen Aufwand. Neulich suchte ich das Forschungslabor Neurorobotik der Beuth Hochschule f\u00fcr Technik in Berlin auf. Unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Hild entwickelt ein Team <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2015\/04\/kuenstliche-intelligenz-roboter-gefuehle-musik\/komplettansicht\">das erste k\u00fcnstliche Individuum<\/a> namens Myon. Was mich neben Myon selbst vor allem erstaunte, war, dass die Entwickler keine Scifi-Freaks oder verkappte Technikgl\u00e4ubige sind, die vielleicht noch in albernen Star-Trek-Shirts herumlaufen und Bilder von Data an der Wand haben. Sie sind Menschen, die ihrer t\u00e4glichen Arbeit nachgehen, teilweise Eltern, die weder an die Singularit\u00e4t glauben noch Science-Fiction-Filme schauen.<\/p>\n<p><strong>Der Mensch ist ein k\u00fcnstlicher Sonderfall<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage, warum sie sich diese M\u00fche machen und einen Menschen noch mal neu erfinden wollten, bekam ich die schlichte Antwort: Dabei sei viel Spannendes zu entdecken und \u00fcber den Menschen zu erfahren. Das leuchtet zun\u00e4chst ein. Die Entt\u00e4uschung \u00fcber den unbefriedigenden Erkenntnisgewinn durch rein biologische oder philosophische Untersuchungen l\u00e4sst sich nicht vom Tisch wischen. Wenn wir durch Aufschneiden eines menschlichen K\u00f6rpers und die philosophischen Erw\u00e4gungen dazu alles \u00fcber den Menschen erfahren k\u00f6nnten, dann st\u00fcnden wir jetzt nicht so bl\u00f6d da. Die Geschichten \u00fcber die Erforschung des Menschen bewegen sich auch durchweg im unappetitlichen Milieu. Wer die <em>Insel des Dr. Moreau<\/em> gelesen hat und sich bildlich vorstellen kann, wie er da mithilfe der Vivisektion Hautlappen verpflanzte, um einen neuen Menschen zu z\u00fcchten, der f\u00fchlt sich in Dr. Hilds Labor vergleichsweise wie im Legoland.<\/p>\n<p>Dennoch misstraue ich bewussten Absichten von Menschen, da ich ja davon ausgehen muss, dass wir kein Bewusstsein und keinen freien Willen haben, dass wir also gesteuert werden. Trotz des Wissens um evolutionsbiologische Tatsachen hat der Mensch ein mythologisches Verst\u00e4ndnis von seiner Entstehung. Denn der erste k\u00fcnstliche Mensch war nach mythologischer Sch\u00f6pfungstheorie er selbst, aus Lehm erschaffen und mit Leben eingehaucht. Lehm deshalb, weil der Stoff die Leittechnologie des Erbauens zu dem Zeitpunkt war, als diese Geschichte aufgeschrieben wurde. Der Mensch sieht sich also selbst als k\u00fcnstlichen Sonderfall, der nicht menschlichem Willen entsprungen ist.<\/p>\n<p>Androiden und k\u00fcnstliche (fiktive) Wesen und M\u00e4chte begleiten die Menschheit seit Anbeginn und durch alle Epochen. Menschen haben G\u00f6tter erfunden, die ihre Welt und ihre Kultur erfunden haben. Die griechische G\u00f6tterwelt zum Beispiel war sehr erfindungsreich und pluralistisch. Hermes z\u00e4hlt neben Athene zu den gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Erfindern. Und die R\u00f6mer schlossen an diese Matrix nahtlos an, \u00e4nderten blo\u00df ein paar Namen und machten sich dieses Steuerungssystem dadurch gef\u00fcgig. Plinius selbst unterschied in seiner Naturgeschichte nicht zwischen mythischen g\u00f6ttlichen Erfindern und belegten historischen Personen. Doch den Automatenkonstrukteuren der Antike ging es ja nicht darum, Androiden zu erfinden oder den Menschen nachzubauen, es waren die Bildhauer, die pedantisch den Menschen beziehungsweise die Gottheit naturalistisch nachbildeten. Denn nur der lebensecht dargestellte K\u00f6rper eines Gottes oder einer G\u00f6ttin hatte eine Seele und die Macht, das Leben der Menschen zu lenken.<\/p>\n<p>T\u00e4glich werden circa 380.000 Menschen geboren und circa 155.000 Menschen sterben. Die Erdbev\u00f6lkerung w\u00e4chst t\u00e4glich um etwa 225.000 Menschen, wovon jeder ein einzigartiges Genom hat. Jedes Jahr gibt es 80 Millionen mehr von diesen einzigartigen Menschen auf der Erde. Der Mensch reproduziert sich st\u00e4ndig auf biologischem Wege neu. Dabei war die geschlechtliche Fortpflanzung in der Evolution schwer einzuf\u00fchren und kam relativ sp\u00e4t als Reproduktionstechnik dazu. Heute wissen die Forscher, das hatte einen Grund: Krankheitserreger abzuwehren. Denn nur durch die geschlechtliche Fortpflanzung erreichte die Evolution diese gro\u00dfe Variationsbreite. Sie war also eine neue \u201cbewusste\u201d Strategie.<\/p>\n<p>Also warum sollte dann die Einf\u00fchrung der geschlechtlichen Fortpflanzung ein \u201cnat\u00fcrlicher\u201d Prozess gewesen sein? Weil er ein nicht von Menschen gemachter ist? Und warum finden sich mehrheitlich M\u00e4nner in den Entwicklungslabors k\u00fcnstlicher Menschen? Vielleicht weil sie mehr als Frauen den Eindruck haben, unbeteiligt an der Gestaltung der biologischen Nachkommen zu sein. Weil Frauen die Kinder austragen, haben sie offenbar das Gef\u00fchl, diese Kinder auch \u201cgemacht\u201d zu haben. Aber wer als Frau einmal ein Kind erwartet hat, wird sich wom\u00f6glich noch daran erinnern, wie einflusslos man der Entwicklung des Embryos zusehen muss und wie sehr man sich dabei als Beh\u00e4lter benutzt vorkommt. Du sitzt nicht da und machst dir Gedanken \u00fcber das Design der Leber oder der Niere, du erfindest dieses Kind nicht, du kriegst, was die Algorithmen aus den beiden haploiden Chromosomens\u00e4tzen der Keimzellen gemacht haben. Somit kann die Reproduktionsweise tats\u00e4chlich ein Anhaltspunkt sein f\u00fcr eine Unterscheidung zwischen k\u00fcnstlicher und nat\u00fcrlicher Mensch? Und doch bestehen wir auf diesem Unterschied. Warum?<\/p>\n<p><strong>Die Sonne k\u00f6nnte den Geist aufgeben<\/strong><\/p>\n<p>Der Mathematikprofessor Marcus du Sautoy von der Universit\u00e4t Oxford fordert denselben moralischen und rechtlichen Schutz f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz wie f\u00fcr Menschen, weil er die Welt aus der Leitwissenschaft IT betrachtet. Er sieht keinen existenziellen Unterschied zwischen uns und ihnen. Trotz einzigartiger Genome k\u00f6nnen genetische Module ausgetauscht werden, der Mensch wird zu einem Dividuum, Teil einer Matrix, so wie die k\u00fcnstlichen Menschen auch. Doch aus der Geschichte von Mensch und k\u00fcnstlicher Mensch wissen wir, dass keine Leitwissenschaft ausreichte, das Paradoxon Mensch vollumf\u00e4nglich und in seiner generalistischen Anlage nachzubauen. Der Mensch fand in dieser langen Geschichte immer wieder zu seiner Unnachahmlichkeit zur\u00fcck. Myon ist weit entfernt davon, eine Weltherrschaft zu \u00fcbernehmen, so auch Sophia oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCDjRgo5ecEw0Ou78-uJOssg\">Erika aus dem Labor von Hiroshi Ishiguro<\/a>. Und trotzdem bastelt der Mensch weiter. Wird er erst einen echten k\u00fcnstlichen, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dt8ugWEHgwI\">also quasi-nat\u00fcrlichen Menschen<\/a> nachbauen k\u00f6nnen, wenn er verstanden hat, wer er wirklich ist und was er hier macht? Wird es ihn dann noch interessieren?<\/p>\n<p>1915, mitten im Ersten Weltkrieg, erschien eine Schrift von Wilhelm B\u00f6lsche mit dem Titel: <em>Der Mensch der Zukunft<\/em>. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Menschheit sieht er nicht in der Macht\u00fcbernahme durch k\u00fcnstliche Intelligenz. Vor dem Hintergrund grausamer Kriegsschaupl\u00e4tze besteht seine gr\u00f6\u00dfte Angst darin, dass die Sonne ihren Geist aufgeben, die Menschen aussterben und ihre evolution\u00e4re Mission nicht vollenden k\u00f6nnten. <em>Nehmen wir an, die Entwicklung steigt auch \u00fcber uns von heute ohne inneres Hemmnis genau so weiter, solange die Sonnenheizung noch bleibt, also nochmals \u00fcber hundert Millionen Jahre lang. Dann w\u00fcrden wir erwarten m\u00fcssen, dass am Ende dieser Millionenziffer ein Wesen auf der Erde vorhanden ist, das so hoch \u00fcber den Menschen von heute hinausentwickelt ist wie dieser Mensch \u00fcber jenes einzellige Urwesen. (\u2026) Was das aber dann f\u00fcr ein Wesen sein soll, davon k\u00f6nnen wir unm\u00f6glich eine sichere Vorstellung haben. Etwas ganz unvergleichlich anderes als wir m\u00fcsste es eben sein. Kein Mensch. Wir w\u00fcrden uns darin nicht wiedererkennen.<\/em><\/p>\n<p>Die Entwicklung der menschlichen Zivilisation war immer an unterschiedliche Programme und Matrizen gebunden, die sich Menschen erdachten, um handlungsf\u00e4hig zu sein. Die Glaubenssysteme lieferten immer die Steuerungsutopien, vor denen eine Gesellschaft sich entwickelt hat, aber sie wirkten nur so lange, wie sie dem Entwicklungsstand der Gesellschaft entsprachen und dienen konnten. Alte Glaubenssysteme aufzugeben und neue zu entwickeln scheint die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die Menschheit zu sein. K\u00f6nnte Enki heute noch etwas bewirken? Oder einer der Pous der herrschenden monotheistischen Religionen?<\/p>\n<p><strong>Sorry, wir sind in der Realit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Welches Wesen steht dem Menschen dann also gegen\u00fcber? Wen erschafft er sich da? Die fiktionalen G\u00f6tterdynastien sind am Ende, die Erde ist in einem desastr\u00f6sen Zustand. Die modernen Gesellschaften scheinen orientierungslos und entwurzelt, ihrer tierischen, kannibalisierenden Natur ausgeliefert. In seinem Buch schreibt Harari: <em>In ihrem Streben nach Gl\u00fcck, Gesundheit und Macht ver\u00e4ndern Menschen mehr und mehr ihre Merkmale, bis sie schlie\u00dflich keine Menschen mehr sind. <\/em>Oder vielleicht eher: keine Tiere? Er geht hier von der Grundannahme aus, dass wir Menschen seien. Auch Begriffe wie Transhumanismus lehnen sich da an. Aber ein <em>homo sapiens<\/em> ist selbst mehr Illusion als Tatsache, die Wunschvorstellung eines paradoxen Wesens, das (aus welchem Grund auch immer) sein System verlassen hat, sich im Transit befindet, das sich fiktionale F\u00fchrer und Vorbilder erschaffen muss, die seine Welt erschaffen und formen sollen, ein neues System f\u00fcr ihn erschaffen, G\u00f6tter, die er nie gesehen hat, die er nicht einmal verantwortlich machen kann f\u00fcr die ganzen Fehlentscheidungen. Geht es bei der Erschaffung k\u00fcnstlicher Menschen nur um Selbsterkenntnis? K\u00f6nnte die Erschaffung k\u00fcnstlicher Menschen vielleicht eher der Anfang als das Ende vom Menschen sein? Spielen wir hier wirklich Gott, wie Harari das unterstellt? Aber warum erfinden wir uns immer neue G\u00f6tter, die uns befehlen sollen, wenn wir selbst welche sein k\u00f6nnten? Ich glaube nicht, dass wir wirklich G\u00f6tter sein wollen. Wer sch\u00f6pft hier also wirklich? Der Mensch? Oder ist er wieder Werkzeug eines Algorithmus, der die Landung seines Sch\u00f6pfers vorbereitet? Zelazny schrieb in seiner Erz\u00e4hlung <em>For a breath I terry<\/em> sinngem\u00e4\u00df: <em>Das Werkzeug definiert nicht seinen Erschaffer.<\/em> Wer bringt sich hier durch sein Werkzeug auf die Erde? Woran basteln die Forscher wirklich und wissen es nicht?<\/p>\n<p>Denn neue Menschen werden st\u00e4ndig \u201cgesch\u00f6pft\u201d. Hier materialisiert sich doch jemand! Ich hoffe blo\u00df, dass es nicht der schwerreiche Winston Niles Rumfoord mit seinem gro\u00dfen schwarzen Hund Kazak sein wird, der nach Kollision mit einem chrono-synklastischen Infundibulum nur noch als Wellenph\u00e4nomen zwischen Sonne und Beteigeuze pulsiert und sich nur alle 111 Jahre auf der Erde materialisieren kann, dabei blo\u00df seltsame Prophezeiungen von sich gibt, die zwar nie und nimmer eintreten, aber unter denen dann Generationen von Erdlingen zu leiden haben. Ach nein, das habe ich ja aus Kurt Vonneguts Fiktion <em>Die Sirenen des Titan<\/em>. Und wir sind ja in der Realit\u00e4t. Vergessen, sorry.<\/p>\n<p>Real ist aber: Die Entwickler m\u00e4sten im Augenblick nach der Deep Learning-Methode die k\u00fcnstlichen Superhirne mit endlosen, unsortierten Daten. Auf diese Weise sollen sie schneller lernen, eigene Kategorien bilden und selbst die Realit\u00e4t erkennen. Sie bestimmen also nicht, wie die k\u00fcnstliche Intelligenz \u00fcber den Menschen denkt. Was finden diese Superhirne dann mehrheitlich vor? Cat content. Dog content. Dann stehen die Chancen gut, dass sie Katzen und Hunde als Herrscher dieser Welt betrachten und den Menschen als ihre Sklaven. Dann w\u00e4re genau der Fall eingetreten, den Giorgio Agamben in seinem Buch <em>Das Offene. Der Mensch und das Tier<\/em> beschreibt. In einer hebr\u00e4ischen Bibel aus dem 13. Jahrhundert feiern die Tiere das Ende der Menschheitsgeschichte. Dann h\u00e4tte Hawking tats\u00e4chlich recht gehabt. Traurig nur, dass der Mensch dann tats\u00e4chlich selbst schuld an seinem Untergang gewesen sein wird, ein billiger, vorhersehbarer Showdown. Mensch muss halt schauen, was er postet.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re, wenn dieses materialisierte, h\u00f6here Wesen uns endlich die Antwort auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theodizee\">Theodizee-Frage<\/a> g\u00e4be, die jemand dem Menschen aber so was von schuldig ist? Woody Allen paraphrasierte das Problem vereinfacht folgenderma\u00dfen: <em>Wenn es Gott tats\u00e4chlich gibt, dann hat er hoffentlich eine gute Ausrede. <\/em>Aber was, wenn dieses materialisierte, h\u00f6here Wesen dumm ist wie Brot und nur das Theater hier inszeniert hat, damit wir ihm sagen, was das Ganze soll?<\/p>\n<p>_______________<\/p>\n<p><strong><em>Sie m\u00f6chten keinen Freitext verpassen? Es gibt einen Newsletter. <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1xjyvzZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier k\u00f6nnen Sie ihn abonnieren.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Androiden und k\u00fcnstliche Wesen begleiten uns durch alle Epochen. 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