{"id":798,"date":"2015-01-15T10:34:53","date_gmt":"2015-01-15T09:34:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeit.de\/freitext\/?p=798"},"modified":"2015-01-15T19:07:15","modified_gmt":"2015-01-15T18:07:15","slug":"ann-cotten-podagra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/freitext\/2015\/01\/15\/ann-cotten-podagra\/","title":{"rendered":"IS NICH DIS WAT NICH IS"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir f\u00fcrchten den Blick der Fremden, weil wir uns durch ihn selbst sehen: \u00fcbergewichtige, kleinliche, gef\u00fchlskalte Maden. Was hat die schmerzhafte Zehengicht Podagra eigentlich damit zu tun?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eine Weile hab ich nicht aufgepasst, und pl\u00f6tzlich reden alle von Podagra, ich schlage also nach, was das noch mal genau ist. Es ist Zehengicht. Gicht ist, f\u00fcr die J\u00fcngeren, Ungebildeteren unter uns, die das wie ich nicht ganz genau wissen, eine schmerzhafte Ablagerung von Harns\u00e4ure in den Gelenken und h\u00e4ngt mit der Niere zusammen. <em>Die Ablagerung und Entz\u00fcndung erfolgt meist in Anf\u00e4llen. Vor einem solchen Anfall f\u00fchlen sich die Kranken h\u00e4ufig abgespannt; ihr Schlaf ist unruhig, ihre Verdauung gest\u00f6rt, der Appetit vermindert; sie klagen \u00fcber Beengung, schwitzen stark und entleeren einen sp\u00e4rlichen, konzentrierten Harn. Der Anfall selbst stellt sich trotzdem unerwartet und pl\u00f6tzlich, meist nachts mit heftigen bohrenden und brennenden Schmerzen in dem ersten Gelenk der gro\u00dfen Zehe ein. Die Haut \u00fcber dem Gelenk r\u00f6tet sich, und letzteres schwillt an. H\u00e4ufig besteht Fieber. <\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Gegen Morgen macht sich ein starker Nachla\u00df der Schmerzen bemerkbar. In der n\u00e4chsten Nacht erfolgt ein neuer, gleich heftiger oder etwas schw\u00e4cherer Anfall, und so wechseln ertr\u00e4gliche Tage mit schlechten N\u00e4chten ab, bis etwa nach Ablauf einer Woche der Kranke von seinen Schmerzen befreit ist. Der Patient f\u00fchlt sich nun oft wohler als vor dem ersten Anfall. Nach Monaten oder erst nach Jahren tritt gew\u00f6hnlich die Krankheit von neuem in der gleichen Art hervor und kann in relativ harmloser Form und mit seltenen Anf\u00e4llen weiter fortbestehen, in andern folgen die Anf\u00e4lle mit der Zeit schneller aufeinander; die Zwischenzeiten sind nicht mehr beschwerdefrei, und so geht mit der Zeit die akute Gicht in die chronische Gicht \u00fcber. Bei dieser werden allm\u00e4hlich immer mehr Gelenke befallen und dieselben mehr und mehr durch massenhafte Ablagerung von harnsauren Salzen gesch\u00e4digt und verunstaltet. Die mit diesen Salzen durchtr\u00e4nkten Gewebe neigen zum Absterben und zur Erweichung, und die erweichten Massen brechen nicht selten zur Haut durch, wodurch die Gichtgeschw\u00fcre entstehen, die Eiter und harnsaure Salze zusammen als m\u00f6rtelartige Massen entleeren. Auch unter der Haut, in der Umgebung der Gelenke und besonders an den Ohrknorpeln finden sich Ablagerungen von harnsauren Salzen, sogenannte Gichtknoten (tophi). Die Gelenke bleiben schlie\u00dflich fast anhaltend schmerzhaft, schwer beweglich und mi\u00dfgestaltet, so da\u00df die Kranken im Gebrauch ihrer Glieder bald mehr, bald weniger erheblich beeintr\u00e4chtigt werden. Nun treten noch zahlreiche Krankheitserscheinungen seitens der inneren Organe auf, &#8230; <\/em>(Meyers Konversationslexikon, Leipzig 1910)<\/p>\n<p>Wie leicht sich die Beschreibung einer Nierenkrankheit auf sch\u00e4dliche Weisen der Informationsverarbeitung mappen l\u00e4sst, soll am Beispiel zeigen, wie die gew\u00f6hnlichen Ausdrucksweisen schon bei der neutralstm\u00f6glichen Schilderung von Sachverhalten und Zusammenh\u00e4ngen Parallelismen herausarbeiten, Kausalit\u00e4ten, Mengen- und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse andeutend, die wir \u2013 sie sind n\u00fctzlich zum raschen Verst\u00e4ndnis \u2013 gierig aufschnappen und dann als Teil der Information speichern. Diese Parallelismen sind meistens irgendwie schief, un\u00fcberlegt oder liegen ganz daneben. Es sind haupts\u00e4chlich sie, die unser Denken gestalten.<\/p>\n<p>Genius hie\u00df urspr\u00fcnglich jemand, dessen Urteilskraft von Situation und Naturell irgendwie begnadet war. Diese Bedeutung lebt noch im guten Genius, der \u00fcber einer Sache segnend schweben mag, sodass sie gelingt. Hingegen hat das Genie mittlerweile, also seit dem Sturm und Drang, ja eher den Ruf des Irrationalen; ein fast besinnungslos Handelnder, der dabei hoffentlich von Gott, einem starken D\u00e4mon oder einer sch\u00f6nen Seele gesteuert wird. W\u00e4hrend wir bei Tag beteuern, Genies weder zu brauchen noch sonderlich zu bewundern, bev\u00f6lkern sie doch inoffiziell unsere Tr\u00e4ume, Schw\u00e4rmereien und Hoffnungen, zumal wir nach wirksamen G\u00f6ttern, einem Talisman, einer Mama oder sonstigem irrationalen Trost weit und lange zu suchen h\u00e4tten. Vielleicht stimmt das nicht. Aber ich bin mir sicher, dass sich die Selbsteinsch\u00e4tzung eines und einer jeden, in den guten Momenten, irgendwo im Spektrum zwischen drei Modellen von Genius befindet: der klug urteilenden Pragmatikerin; der mit schlafwandlerischen Sicherheit aus dem Bauch handelnden Psyche; dem Gedichte gegen Einfamilienh\u00e4user tauschenden G\u00f6tterliebling. Das Leben gelingt und man verdankt dies, kann man sich weltanschaulich quasi aussuchen, entweder sich selbst oder dem Schicksal.<\/p>\n<p>In schlechten Momenten freilich: Schei\u00dfe. Da fehlt alles G\u00f6ttliche, fehlt der Glaube an etwas Weiseres als man selbst \u2013 ohne welches man in den guten Zeiten problemlos auskommt. Und wenn so eine g\u00f6ttliche Position noch rudiment\u00e4r vorhanden ist, ist sie so vage, so unartikuliert, so fern vom bekannten Leben, dass sie nicht wirklich konkrete Ratschl\u00e4ge, Hinweise und Ermahnungen formuliert. Man muss im vollen geistigen Elend selbst an die Analyse und f\u00e4ngt an, die F\u00e4den zu irgendwelchen Schlussfolgerungen zusammenzuklauben. Die Weltsicht ger\u00e4t wirr, denn es fehlen jegliche Kriterien f\u00fcr die relative Gewichtung verschiedener Informationen. Ich meine, das ist vor allem ein sprachliches Problem.<\/p>\n<p>Das Geschmacksurteil verhilft zu Distanz zu den bei emotionalem Stress oft durchdrehenden moralischen Argumentationen (indem es sie, die Distanz, erfordert). Der Geschmack ist wie die Ethik eigentlich ein Instrument f\u00fcr Hellh\u00f6rigkeit, f\u00fcr sensiblen Vergleich zwischen unterschiedlichen Kategorien. Ebenso wie das Kriterum der Gerechtigkeit ist er in einer globalisierten Welt absurd oder in seinem G\u00fcltigkeitsausma\u00df beliebig. W\u00e4hrend aber die Gerechtigkeit mit ihrer Eichung als Waage sich nur auf geschlossene Mikrosysteme beziehen kann, die sich so, wie es jetzt steht, in einer schreiend ungerechten Globalsituation befinden, ist der Geschmack sehr wohl imstande, mit Inkommensurablem umzugehen. Der Geschmack bezeichnet ja genau den Umgang mit einer zu Geschmackss\u00fcnden verf\u00fchrenden Vielfalt an M\u00f6glichkeiten und bezeichnet durchaus nicht (also nur in der allerd\u00fcmmsten Comic-Version) eine universelle Fixierung von richtig und falsch. Das w\u00e4re bei der Mode ja ganz widersinnig. Auch wenn er in Gestalt von Ja\/Nein-Urteilen auftritt, geht es dabei (vgl. die Dos and Don&#8217;ts des <em>Vice<\/em>-Magazins) eher um die wendige und souver\u00e4ne Wahrnehmungsf\u00e4higkeit, die offen bleiben kann, ohne beliebig zu werden. Was aber sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Jas und Neins? Darin besteht eben die Kunst des Geschmacks.<\/p>\n<p>Der Geschmack ist also ein komplexes relatives System, in dem Moral, Quantit\u00e4t und Distanz oder Ort miteinander in Bezug gesetzt werden. Man sieht zum Beispiel Menschen, die Kleidung anhaben, die sie &#8222;nicht tragen k\u00f6nnen&#8220;. Der Anzug bzw. der Porsche ist leider st\u00e4rker als er, sieht man. Oder aber man ist blo\u00df am falschen Ort. Und so weiter. Wenn man sich wenig leisten kann, zeigt der Geschmack sich in der Wahl und im Verhalten. Wenn man sich mehr leisten kann, als man braucht oder \u00fcberhaupt wirklich wollen kann, zeigt er sich auch in den Handlungen, zus\u00e4tzlich muss man mithilfe von Geschmack entscheiden, wann man Halt macht. Der K\u00f6rper hilft dabei, und das \u00e4sthetisch geschulte Auge. Das hei\u00dft eines, das nicht trainiert wird, von allem wegzuschauen, was unbedingt durchgehen soll, aus Gr\u00fcnden etwa der Gier oder der \u00c4ngstlichkeit, dem Klammern an Prinzipien oder der Gewohnheit, alles, was man tut, als Prinzip gutzuhei\u00dfen. Wo keine Beschr\u00e4nkung von au\u00dfen erfolgt, muss man sich selbst beschr\u00e4nken. Das ist ziemlich zerm\u00fcrbend, der Mensch ist nicht unbedingt daf\u00fcr gebaut.<\/p>\n<p>Seit ein paar Generationen ist das einzige weltweit g\u00fcltige Prinzip die Anh\u00e4ufung von Geld bei Beachtung einiger formalistisch festgelegter Tabus \u2013 <em>the pursuit of happiness<\/em>, wie es in der amerikanischen Konstitution hei\u00dft. Es klingt so harmlos. Aber als h\u00f6chstes Ideal ist es, glaube ich, zu leer: Es kann einen nicht zum Aushalten von Unangenehmem motivieren. Die Obsz\u00f6nit\u00e4t der globalen G\u00fcterverteilung ist aber so durchorganisiert, dass man sich von der beg\u00fcnstigten Seite her bem\u00fchen muss, um \u00fcberhaupt in die Verlegenheit zu kommen, wahrzunehmen, was man indirekt und mehr oder weniger unschuldig anrichtet. Dieser so bequeme, biegsame, moderne, abstrakte, milde Gott wird uns kaum dazu bringen k\u00f6nnen, den eigenen Charakter, die eigenen Gewohnheiten in einem global relevanten Ausma\u00df zu korrigieren. Was tun?<\/p>\n<p>Ich glaube noch immer an die Idee des Epikur von Geschmack als der feineren, weniger verwechslungsanf\u00e4lligen Moral. Man muss nur die Augen weit aufrei\u00dfen und auch ungelegene Wahrnehmungen nicht unterdr\u00fccken. Was leicht gesagt ist. Deswegen muss so ein Ideal wie &#8222;Geschmack&#8220; genug narzisstische Motivation bieten, dass man sich noch oder gerade bei Erledigung der unangenehmen Teile der Angelegenheit gut vorkommt. Sich oft m\u00f6glichst n\u00fcchtern und unerschrocken von au\u00dfen betrachten, aus einer sympathielosen Perspektive. Wenn man alles in Ordnung findet, stimmt wahrscheinlich irgendwas Gr\u00f6\u00dferes nicht. Deswegen ist die Befreiung von der fixen Idee Schuld wichtig. Ich kann mich mit ruhigem Blut kritisieren, wenn das nicht mit \u00fcber die Ma\u00dfen qu\u00e4lenden Schuldgef\u00fchlen verbunden ist. Dann brauche ich keine Scheuklappen, um mich als Vehikel meines Lebens brauchbar zu finden und vor allem Spa\u00df an meiner Verwendung zu haben.<\/p>\n<p>Am wertvollsten ist die Perspektive von jemandem mit ganz anderen Lebenssituationen, Gewohnheitswerten und \u00c4sthetiken. Unter anderem deswegen sind, glaube ich, \u00fcbrigens, Ausl\u00e4nder und Fl\u00fcchtlinge in einem wohlhabenden Land so unpopul\u00e4r: nicht, weil man wirklich gar so viel Angst um Arbeitspl\u00e4tze oder m\u00f6gliche Notwendigkeit von Hilfeleistung h\u00e4tte, das sind nur die Deckphrasen \u2013 sondern wegen ihres Blicks. Durch den Blick der Fremden sehen wir uns selbst: \u00fcbergewichtige, kleinliche, gef\u00fchlskalte Maden, die nie wirklich gelebt haben, nur sich um Sicherheiten und Verbesserungen der eigenen Interessen gek\u00fcmmert. Das gilt ja bei uns als Vernunft.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns also, vielleicht ein bisschen pl\u00f6tzlich, so benehmen, dass wir nicht alle, die uns mit ungepolstertem Auge sehen, niederbr\u00fcllen und wegschicken m\u00fcssen. Den Vorwurf der Dekadenz, der uns gemacht wird (ich sage uns, weil ich mich als Teil einer etwas verdorbenen Generation f\u00fchle, die gelernt hat, dass sich mit Bullshit eher \u00fcberleben l\u00e4sst als mit schlichter oder sozusagen ehrlicher Arbeit) von vielleicht etwas durchgedrehten Reaktionen darauf (\u043d\u0430 \u043f\u0440\u0430\u0432\u0430, \u043d\u0430 \u043b\u0435\u0432\u0430, \u0438\u0437-\u0437\u0430 \u0431\u0443\u0440\u043a\u044b), muss man ernst nehmen. Ich bin ja nicht bereit, aus Reaktion wiederum darauf mich mit irgendeiner Gesamtheit von europ\u00e4ischer Kultur zu solidarisieren, die ich kritisch sehe. <em>I refuse to take sides.<\/em> Ich sp\u00fcre aber, dass ich in Zeiten solchen Drucks, zwischen auf nicht mal so verschiedene Weise idiotischen Bewegungen Stellung zu beziehen, meinen individuellen Geschmack irgendwie festigen muss, damit ich in schwierigen Gelegenheiten nicht die Contenance verliere, vor allem mich nicht zu irgendwelchen Stellungnahmen dr\u00e4ngen lasse. Ich will auch sagen k\u00f6nnen, dass ich f\u00fcr etwas k\u00e4mpfe, will auch erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, wof\u00fcr, und ich denke, am besten ist, ich sage, f\u00fcr den Geschmack.<\/p>\n<p>Und dazu muss ich gleich hinzuf\u00fcgen, dass er mir seit jeher schwerf\u00e4llt, insbesondere der Aspekt mit dem Ma\u00dfhalten, und der Kampf also bei mir, wie man vielleicht auch meinem Schreibstil anmerkt, ein alter ist.<\/p>\n<p><strong>Geschmack in der Sprache<\/strong><\/p>\n<p>Das Unheimliche an jedem Streit, auch dem h\u00e4uslich-individuellen, ist seine Doppelgesichtigkeit. Die gute Puppe meint, sich f\u00fcr den Erhalt von Bastelkreisen einzusetzen, ihr Hinterkopf, der SS-Kommandant, wei\u00df, dass sie im Rahmen dieser Verteidigungshaltung meuchelt, Gift und Landminen streut. Vermutlich wird das immer so funktionieren, die famili\u00e4re, angstorientierte menschliche Psyche scheint zu solchem Verhalten programmiert und entschlossen. Es ginge diskurstechnisch also nur um eine Schadensminimierung, eine bes\u00e4nftigende Luft, Erinnerung an die gemeinsame Abh\u00e4ngigkeit von gegenseitiger Hilfe. Das geht, glaube ich, am besten durch h\u00f6here Durchl\u00e4ssigkeit der Sprache f\u00fcr die Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Die Rhetorik ist ja in ihrer sophistischen Kultur ein Bollwerk gegen die Wahrnehmung. Nur dadurch motiviert man sich zu Handlungsweisen, die sich, von Hybris gepr\u00e4gt, zu herrischen Gestaltungen der Welt durchringen. Man kann das diskursive Spiel als solches nicht verurteilen, braucht es auch nicht, es gen\u00fcgt der Blick auf das von ihm verdeckte Leben. Die rechte Diskurstradition, wie man sie in der\u00a0<em>Blauen Narzisse<\/em> zum Beispiel gut analysieren kann, ist eine sophistische. Sie verwandelt panische und gierige und sonstige Impulse, derer man sich aus gutem Grund oder aus welchem auch immer sch\u00e4mt, auch wenn sie jeder kennt, in abstrakte S\u00e4tze, die man vollmundig verteidigen kann; dies mischt sich bei intelligenten, diskursfreudigen Subjekten oft mit reiner Freude am Funktionieren, mit Spiellust. Solche Felder erm\u00f6glichen also, niedere Impulse in unpers\u00f6nlich wirkende Spiele zu l\u00e4utern, bei denen man zur eigenen und gegenseitigen Freude \u00dcberlegenheitsgesten produziert. Das passiert nicht nur dort, sondern in fast jedem k\u00fcnstlerischen, literarischen, publizistischen Spielfeld. Die Frage ist nicht, ob es ohne &#8222;dreckige&#8220; Psychomotoren geht, geht es wahrscheinlich nicht (wobei ich nichts Dreckiges dran sehen will, was passiert, ist offenbar menschlich, wer w\u00e4re ich, das zu verurteilen, ich sage nur, es ist schlecht). Die Frage ist nur, ob es ein glaubw\u00fcrdiges Korrektiv gibt, ein Licht, in dem man schreibt, eine Instanz, die von einem fordert und erwartet, keine denkerischen Schweinereien zu begehen.<\/p>\n<p>An mir schon erkenne ich ja einige massive Neigungen zum schlechten Denken, zum Beispiel:<\/p>\n<p><em>Ich bewerte gern als entscheidend einen Zusammenhang, der mir ganz einleuchtet und ein angenehmes Gef\u00fchl des Verst\u00e4ndnisses gibt.<\/em> Sehr viel unbefriedigender ist eine unvollst\u00e4ndige Erkl\u00e4rung, auch wenn die Reste nur Banalit\u00e4ten betreffen. Und ich bevorzuge diese &#8222;h\u00fcbschen&#8220; Erkl\u00e4rungen und nenne und nehme sie daher wichtiger als andere, obwohl ich genau wei\u00df, dass es sich in der Wirklichkeit meistens nicht so verh\u00e4lt. Ich brauche scheinbar eine k\u00fcnstlich geordnete Scheinwelt, um mich wohlzuf\u00fchlen. Die Frage ist, ob es unbedingt so sein m\u00fcsste. Wenn ich mich nicht zu einem gewissen Souver\u00e4nit\u00e4tsgef\u00fchl verpflichtet f\u00fchlte (im Grunde nur, weil noch gr\u00f6\u00dfere Vollkoffer in meiner Umgebung es zu haben scheinen und ich nicht d\u00fcmmer als sie erscheinen will) m\u00fcsste mich das realistische Gef\u00fchl, von undurchschaubaren Geflechten umgeben zu sein, nicht so st\u00f6ren.<\/p>\n<p><em>Erscheinungen, die mir unangenehm sind, rechne ich gern zur b\u00f6sen Seite.<\/em> Eh normal, oder? Aber auf die Dauer werde ich dann meine Meinung aus den Abfallprodukten meiner Faulheit gestaltet haben.<\/p>\n<p><em>Besonders weg m\u00fcssen Erscheinungen, die mir unangenehm sind und gegen die ich ohnm\u00e4chtig bin.<\/em><\/p>\n<p>Zoom auf die Ohnmacht.<\/p>\n<p>Es ist durchaus nicht verkehrt, meine ich, gegen gef\u00fchlte Ohnmacht diskursiv vorzugehen. Der Feminismus hat hier einige f\u00fcr alle Geschlechter brauchbare Tricks entwickelt. Man braucht zum Beispiel gar keine Meinung \u00fcber Islam oder Frauen oder Russen im Allgemeinen \u2013 das festzustellen ist ein Sprechakt, der eine Diskursblase platzen lassen kann, und wenn das nicht Macht ist, was sonst. Und man kann da sehr viel umsto\u00dfen und aufkehren. Bei immateriellen Diskursen, wo man keinen Krach h\u00f6rt, l\u00e4uft aber bald der Streit dar\u00fcber, ob jetzt die Idee \u00fcberhaupt umgesto\u00dfen ist oder nicht. In diesem Fall kann man nur mit Taten antworten, die beweisen m\u00fcssen, dass man den ganzen Diskurs nicht anerkennt. Ignorieren, knutschen, weggehen \u2013 es kann ein langwieriger Stellungskrieg werden. Bei Gespr\u00e4chen mit leicht ideologischen oder romantischen (das mischte sich) Muslimen hatte ich zum Beispiel oft umgekehrt die Schwierigkeit, dass sie mir bei aufkommenden feministischen Ansichten das Wort abschnitten, um kitschige Gedichte zu rezitieren. Dieser Taktik muss man mit ebenb\u00fcrtiger Wendigkeit begegnen, ich empfehle\u00a0<em>Das Buch der f\u00fcnf Ringe<\/em> von Miyamoto Musashi, das neben verschiedenen Arten von Gewalt auch viele gewaltlose Umgangsformen charakterisiert.<\/p>\n<p>Schwierig bleibt das Lesen von Meinungsartikeln. Sie scheinen eigentlich fast alle weniger von besoffenen Narzissten als von analen Krampfcharakteren als Ersatz f\u00fcr das Onanieren geschrieben zu sein. Aber auch mit anwesenden Menschen zu sprechen ist nicht einfach. Es herrscht eine so haarstr\u00e4ubende Wirrnis im Denken und Argumentieren, ein so kindisches Gemisch aus Imitation von Gediegenheit und Kompetenz, assoziativem Geraune, willk\u00fcrlichen Gewichtungen, torkelnden Emphasen und Brustt\u00f6nen sowie kolportierten K\u00fcrzeln f\u00fcr komplexe oder auch in Wirklichkeit ganz anders beschaffene Sachverhalte \u2013 man kann es eigentlich nur ansehen und in irgendeine schon vorbestimmte Richtung losjohlen oder, wie ich, b\u00f6se werden auf das abstrakte Geplappere der Deutschen ganz im Allgemeinen.<\/p>\n<p><strong>Die Abstraktion ist schuld<\/strong><\/p>\n<p>Als \u00dcbersetzerin ins Englische, h\u00e4ufig von Kunstpressetexten, die zu den schlimmsten dieser Gattung geh\u00f6ren, ist mir aufgefallen, wie die \u00dcbersetzung zu Entscheidungen zwingt, die einen Text entscheidend verbessern. In seiner Relevanz, seinem kr\u00e4ftigen Bezug zur Welt. Insbesondere kann man im Englischen nicht so leicht Abstrakta als Subjekte setzen und das Passiv klingt furchtbar angestrengt; man muss viel n\u00e4her am Konkreten bleiben, um halbwegs zurechnungsf\u00e4hig zu klingen. &#8222;Die Verhohnepiepelung von Afrika&#8220; m\u00fcsste zum Beispiel auf Englisch mit einem Pr\u00e4senspartizip wiedergegeben werden als &#8222;<em>Making fun of Africa<\/em>&#8220; \u2013 und oft deutet sich hier schon dringender die Frage an, wer das eigentlich tut. Das hei\u00dft, es ist nicht ganz so leicht, in Artikeln einem abstrakten Prinzip die Schuld zuzuschieben, wie im Deutschen.<\/p>\n<p>Das ist an sich kein gro\u00dfes Problem, man erfindet Institutionen mit Abk\u00fcrzungen bzw. verwendet englische Ironie und Zur\u00fcckhaltung in den Verben, um zu deutliche Aussagen zu vermeiden. Meistens wei\u00df man ja wirklich nicht, wer Schuld ist, oder der ist \u00fcber Umwege an der Finanzierung der Zeitung beteiligt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend umgekehrt die Beschuldigung von Abstrakta ja offensichtlich nur Schaufeuer sind, um die Blicke des P\u00f6bels auf falsche F\u00e4hrten zu bringen oder ein Problem politisierbar zu machen, ohne gef\u00e4hrliche Schritte zu einer L\u00f6sung zu setzen, die niemand will.<\/p>\n<p>Die Abstrakta sind die Scharniere oder besser Blackboxes, die zwischen, sozusagen, den Gener\u00e4len und der Infanterie geschaltet sind, um die Interessenslagen in moralisch-idealistische Kategorien zu verschl\u00fcsseln. Die eigentlichen Massen m\u00fcssen unbedingt an diese Mythen glauben, insbesondere an Notwendigkeit und an Heldentum, da sie in Wirklichkeit gar kein Interesse haben k\u00f6nnen, an so breit abgestumpften Fronten zu k\u00e4mpfen, da beim Kampf einfach alles zerst\u00f6rt wird, vor allem sie selbst. Die Sprachen aller L\u00e4nder, die jemals ein Heer und eine Regierung hatten, speichern also unter anderem eine Rhetorik, mit der dumme und auch irgendwie intelligente Leute von der Notwendigkeit von Ma\u00dfnahmen \u00fcberzeugt werden sollen, die ihnen selbst und vielem, was sie lieben, schaden. Hetze, Aufwiegelei, <em>wer nicht f\u00fcr mich ist, ist gegen mich<\/em> \u2013 unsere ganze Literatur ist voll davon, teils aufrichtigsten Herzens. (Wogegen das Singen von Weihnachtsliedern einfach nur Terror und sinnlose Gewalt ist.)<\/p>\n<p>((Interessanterweise stammen diese idealistischen Abstrakta ja gerade von einer sch\u00f6nen Bl\u00fcte der deutschen Fakult\u00e4t zur Selbstvergessenheit, der Griechenschw\u00e4rmerei im Klassizismus, die sich ein paar Jahrhunderte lang vorbereitete mit St\u00f6rungen durch die Religions- und Bauernkriege. Die Abstrakta wurden gebraucht, um sich international kulturell zu verst\u00e4ndigen, und das ganze hat die Atmosph\u00e4re ziemlich aufgehellt und war notwendig f\u00fcr die Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Im Englischen ist es vielleicht Shakespeare zu verdanken, in neuerer Zeit aber auch einigen Amerikanern wie William James, Laura Riding, Ezra Pound, Edna St Vincent Millay, Langston Hughes, dass die Sprache immer wieder sozusagen auf den Boden der Wirklichkeit geholt wird, indem mit dem Blick des b\u00fcrgerbildungsfernen Gewitzten (eines Idealtypus des Amerikaners schlechthin, von daher sind&#8217;s auch faktisch hochgebildete Leute) mit dem des belesenen Literaturfreaks zusammengef\u00fcgt wird, dass ein Korrektiv gegen zu gro\u00dfe Abgehobenheit in der Stilistik zu finden ist, ohne im Geringsten das Niveau an Feinsinn zu senken. Im Deutschen fallen mir weniger ein, deren Humor sowohl der \u00e4rgsten \u00c4sthetin als auch dem Blick eines Menschen standh\u00e4lt, dessen Psyche nicht durch die Mangel der b\u00fcrgerlichen Bildung gejagt wurde: Grimmelshausen, Wezel, Heinse, B\u00fcchner, Brecht, es m\u00f6ge erg\u00e4nzt werden. Ich will damit die Hypothese wagen, dass im Moment die deutsche Sprache mehr ungestochene Abstraktionsblasen beinhaltet als die Englische. Was die Mythen anbelangt, das ist eine andere Geschichte \u2013 da sind sie ebenb\u00fcrtig, scheint mir, wenn ich die englisch- und deutschsprachigen Finanzbl\u00e4tter vergleiche.))<\/p>\n<p>Es macht jedenfalls keinen Sinn, am Mysterium festzuhalten, dass die Podagras bl\u00f6d sind und die Nicht-Podagras nicht, aus unerkl\u00e4rlichen, nicht argumentierbaren Gr\u00fcnden. Die Podagras sind die Islamisten der Zeitungsmoralisten, die Zeitungsmoralisten sind die Podagras der Lyriker, die Lyriker die Zeitungsmoralisten der Islamisten, und so weiter. Man muss irgendwie so sprechen, dass sich die Gruppen aufl\u00f6sen. Durchsichtig sprechen, kristallin, mit Absicht widersprechbar, beurteilbar, konkret. Das ist eigentlich die Kunst eines guten, &#8222;geniusbegabten&#8220;, ciceronischen Stils. (Ich schreibe eher aus der Position einer Sehnsucht danach als eines K\u00f6nnens, muss ich noch einmal dazusagen. Es ist ja schwer, im Geschrei der Phrasen den Kopf zu bewahren, alle Emphasen schmiegen sich der Hand an, wollen verwendet werden&#8230;)<\/p>\n<p>Es ist auch eine gute Tradition der Linguae francae, keines Menschen Muttersprache, eine im besten Fall \u00fcber die uns viszeral zur Sprache treibenden \u00c4ngste und Eitelkeiten erhabene Wahrnehmung zu bef\u00f6rdern. Die ist nicht von selbst da! Das hei\u00dft, die Abstraktion kann sowohl obskurantierend als auch schlicht hilfreich sein. Es kommt darauf an, wie man sie verwendet. Also auf den Stil.<\/p>\n<p>Das Aufhetzende der Sprache der Islamisten und der Europoschwurbelisten ist ja der ungelenke Versuch einer Art Pas-de-deux der geistigen Selbstverst\u00fcmmler, und nun schunkeln die besorgten Antipodagristen als etwas sch\u00fcchternerer Chor mit auf der Suche nach dem dritten Gegenteil. Aber die Dummheit, das Hinken der Argumentationen aller Seiten bietet keine Substanz zum Angriff. Der Inhalt ist nicht zu fassen, nicht alle Beteiligten sind direkt dumm, und alle Seiten verwenden hoch bewertete abstrakte Begriffe. Etwas, was mich schon ewig an Deutschland bzw. Europa, aber auch an allen Religionen nervt, die verlogene H\u00f6herstellung von Moral \u00fcber \u00c4sthetik (die doch eigentlich gar nicht in Konkurrenz stehen), geht so nicht mehr weiter, ist als Scheindiskurs nun endg\u00fcltig am Ende seiner Funktionst\u00fcchtigkeit angelangt, ausgelaugt, greift nicht mehr, dreht durch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir f\u00fcrchten den Blick der Fremden, weil wir uns durch ihn selbst sehen: \u00fcbergewichtige, kleinliche, gef\u00fchlskalte Maden. 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