{"id":4768,"date":"2012-10-05T09:56:49","date_gmt":"2012-10-05T07:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/?page_id=4768"},"modified":"2012-10-05T09:56:49","modified_gmt":"2012-10-05T07:56:49","slug":"nachhaltige-energie-fur-alle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/nachhaltige-energie-fur-alle\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Energie f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_4770\" aria-describedby=\"caption-attachment-4770\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/files\/2012\/10\/Kandeh_Yumkella_reuters.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4770  \" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/files\/2012\/10\/Kandeh_Yumkella_reuters-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/files\/2012\/10\/Kandeh_Yumkella_reuters-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/gruenegeschaefte\/files\/2012\/10\/Kandeh_Yumkella_reuters-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4770\" class=\"wp-caption-text\">Kandeh Yumkella wirbt f\u00fcr die Vereinten Nationen f\u00fcr saubere Energien f\u00fcr alle. Foto: Reuters<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>W\u00e4re der UN-Generalsekret\u00e4r Ban Ki Moon auch nur ansatzweise so \u00fcberzeugend wie sein Berater f\u00fcr die von ihm auf den Weg gebrachte Initaitve &#8222;Nachhaltige Energie f\u00fcr alle&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.un.org\/wcm\/content\/site\/sustainableenergyforall\/home\/Initiative\" target=\"_blank\">Sustainable Energy for all)<\/a>, dann w\u00e4ren die Zweifel an der Weltorganisation bestimmt kleiner. Kandeh Yumkella, aktuell noch Chef der <a href=\"http:\/\/www.unido.org\/\" target=\"_blank\">UN-Organisation f\u00fcr industrielle Entwicklung (Unido)<\/a> und Chef von <a href=\"http:\/\/www.un-energy.org\/\" target=\"_blank\">UN Energie<\/a>, einem Netzwerk, das sich bem\u00fcht, die energierelevanten Beitr\u00e4ge des un\u00fcberschaubaren Kosmos der Vereinten Nationen zu erfassen und zu sammeln, ist ein grandioser Botschafter der Vereinten Nationen. Der Diplomat ist in Sierra Leone geboren. Der westafrikanische Kleinstaat, in dem im kommenden Monat gew\u00e4hlt wird, geh\u00f6rt nach einem der verheerendsten B\u00fcrgerkriege des Kontinents auch zehn Jahre nach dessen Ende zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern \u00fcberhaupt. Dabei ist Sierra Leone reich an Ressourcen. Neben den ber\u00fchmt gewordenen &#8222;Blut-Diamanten&#8220;, die dank des Registrierungsverfahrens mit dem Namen Kimberly-Prozess inzwischen legal gehandelt werden, verf\u00fcgt das Land \u00fcber Kupfer und neuerdings Erd\u00f6l vor der K\u00fcste. Nur Energie gibt es in Sierra Leone, wie in den meisten afrikanischen L\u00e4ndern, immer zu wenig.<\/p>\n<p>Wenn Yumkella \u00fcber seine neueste Aufgabe spricht, ger\u00e4t er sofort ins Erz\u00e4hlen. Denn er hat das Elend ja selbst erlebt. &#8222;Krankenh\u00e4user, in denen es kein Licht gibt, wenn nachts einem Kind auf die Welt geholfen werden soll&#8220;, beschreibt er. Oder der drei Kilometer lange Weg, den er gehen musste, um sich zu waschen. Die Hausaufgaben, die er nicht machen konnte, weil es kein Licht gab, und Kerzen zu teuer waren. Vor allem aber spricht er \u00fcber die rund zwei Millionen Menschen, die wegen der verpesteten Innenluft j\u00e4hrlich sterben, weil mit Feuerholz oder Holzkohle in H\u00fctten ohne Kamin gekocht werden muss. Sie sind Yumkellas Motivation, an der Energiearmut etwas zu ver\u00e4ndern. &#8222;Das ist schlimmer als Malaria&#8220;, sagt er. Nun soll Yumkella die UN-Initiative in Vollzeit betreuen. In Wien soll ein eigenes B\u00fcro er\u00f6ffnet werden, f\u00fcr das nach Angaben von Yumkellas Sprecher freiwillige Beitr\u00e4ge aufgebracht werden sollen. Die Ziele der UN-Initiative gegen Energiearmut sind klar: Bis 2030 sollen die aktuell 1,3 Milliarden Menschen, die keinen Strom haben und die 2,7 Milliarden Menschen, die mit traditioneller Biomasse kochen (also mit Brennholz, Viehdung oder Holzkohle) mit nachhaltiger Energie versorgt werden. Dabei spielen die erneuerbaren Energien die Hauptrolle. Gleichzeitig sollen aber auch die entwickelten L\u00e4nder, die sich der Initiative angeschlossen haben, einschlie\u00dflich der gesamten Europ\u00e4ischen Union, etwas tun. Sie sollen ihre Energieeffizienz jedes Jahr um 2,5 Prozent verbessern. Deutschland liegt lediglich bei einem knappen Prozent im Jahr &#8211; und damit trotzdem noch im oberen Mittelfeld. Zudem soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Versorgung der reichen L\u00e4nder bis 2030 bei 30 Prozent liegen. Zumindest da wird Deutschland wohl weit voraus sein.<\/p>\n<p>Die UN-Initiative Sustainable Energy for all ist der erste globale Masterplan, der nicht nur Entwicklungsl\u00e4nder zu etwas verpflichtet, wie das bei den Milleniums-Entwicklungszielen der Fall gewesen ist, sondern auch Industriestaaten zu Ver\u00e4nderungen antreiben will. Kandeh Yumkella ist der richtige Moderator daf\u00fcr. Die Chancen, dass er Erfolg hat, stehen gar nicht schlecht. Und das, obwohl nach alter UN-Unsitte nun schon wieder eine neue Organisation aus dem Boden gestampft werden soll, die vor allem die unz\u00e4hligen bereits existierenden UN-Organisationen koordinieren soll. Aber seit September 2011 haben unz\u00e4hlige Staaten betr\u00e4chtliche Finanzmittel f\u00fcr die Initiative zugesagt, alleine die EU hat versprochen, 500 Millionen Menschen mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Daran ist vor allem Kandeh Yumkella mit seinen mitrei\u00dfenden Vortr\u00e4gen schuld. Zudem bietet der UN-Plan einen Rahmen f\u00fcr unz\u00e4hlige kleinere Initiativen, die l\u00e4ngst arbeiten. Die <a href=\"http:\/\/www.cleancookstoves.org\/\" target=\"_blank\">Stiftung des fr\u00fcheren amerikanischen Pr\u00e4sidenten Bill Clinton <\/a>beispielsweise f\u00f6rdert den Kauf von effizienten Kochherden oder solchen, die beispielsweise mit Biogas betrieben werden k\u00f6nnen. Zudem gibt es inzwischen mehrere \u00e4hnliche Projekte in ganz Afrika, die auf diese Weise Kohlendioxid-Emissionen einsparen, und die Zertifikate an Unternehmen in Europa verkaufen, die \u00fcber den Emissionshandel zu einer Verminderung ihrer CO2-Emissionen verpflichtet sind. Der sogenannte <a href=\"http:\/\/cdm.unfccc.int\/Statistics\/index.html\" target=\"_blank\">Clean-Development Mechanism (CDM) <\/a>hat etwa ein halbes Dutzend vergleichbarer Projekte zertifiziert, eines davon im Norden Nigerias. Dort bietet ein ehemaliger Redakteur des Deutschlandfunks, <a href=\"http:\/\/www.l-h-l.org\/?LHL-Archiv\" target=\"_blank\">Yahaya Ahmed, mit seiner Initiative Dare <\/a>Familien energieeffiziente Kochherde an, die nur noch 20 Prozent des zuvor ben\u00f6tigten Feuerholzes verbrauchen. Ein \u00e4hnliches Projekt l\u00e4uft in Indien. Der indisch-amerikanische Klimaforscher V. Ram Ramanathan hat den Austausch von Koch\u00f6fen mit traditioneller Biomasse in Indien angeregt, weil der dabei emittierte Ru\u00df sich auf die Gletscher des Himalayah legt und den Schmelzprozess im Hochgebirge beschleunigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4re der UN-Generalsekret\u00e4r Ban Ki Moon auch nur ansatzweise so \u00fcberzeugend wie sein Berater f\u00fcr die von ihm auf den Weg gebrachte Initaitve &#8222;Nachhaltige Energie f\u00fcr alle&#8220; (Sustainable Energy for all), dann w\u00e4ren die Zweifel an der Weltorganisation bestimmt kleiner. 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