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Wochenrückblick

Flüchtlingsticket – oder gleich ein Sozialticket?

 

Verkehrsbetriebe und Ämter haben sich auf ein Fahrticket für Flüchtlinge geeinigt. Ein zukunftsfähiges Modell? Was sonst noch geschah: der Wochenrückblick.

Es wäre sehr überraschend, wenn es jemand unter den Lesern noch nicht mitbekommen hat: Diese Woche startete der neue Star Wars-Film. Es schien mitunter, als gab es kein anderes Thema mehr. Im Sternenkrieg ging die Abstimmung zum echten Militäreinsatz in Syrien fast unter. Und auch in Hamburg wurde vor allem über die Macht gesprochen – und über Star Wars-Scherze von Stadtreinigung und Hochbahn. War denn sonst nichts los?

Doch, natürlich. In Othmarschen wurde am Montag erneut eine Fliegerbombe entschärft. Bei der dunklen Bedrohung handelte es sich um eine 250-Kilo-Fliegerbombe, deren Säurezünder bei der Entdeckung beschädigt wurde. Das machte die Arbeit für den Kampfmittelräumdienst laut dem Sprengmeister zum gefährlichsten Unterfangen seit Jahren. Dennoch ist einmal mehr alles gut gegangen, ein Zustand, an den wir uns schon fast gewöhnt haben, sodass wir die Gefahr oft verdrängen.

Dass hierzulande Bomben entschärft statt abgeworfen werden, ist für viele in Hamburg lebende Flüchtlinge der Grund, dass sie nun hier sind. Um den Aufenthalt und die Integration zu erleichtern, haben der Hamburger Verkehrsverbund, die Verbundverkehrsunternehmen und die zuständigen Behörden sich nun darauf verständig, ab kommenden Februar eine verpflichtende Mobilitätskarte nach dem Vorbild des Semestertickets für alle Personen in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu schaffen. Der Fahrpreis von 29 Euro (bzw. 14,50 Euro für Minderjährige) für die Mobilitätskarte wird den Flüchtlingen von den ihnen zustehenden Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz abgezogen. Mit der Karte soll die bisher nötige und organisatorisch sehr aufwendige Einzelausgabe von Fahrscheinen für bestimmte Zwecke überflüssig werden. Zudem fällt es Flüchtlingen leichter, individuell die Stadt zu erkunden oder Veranstaltungen zu besuchen.

Der Sozialverband Deutschland e.V. in Hamburg begrüßt die Möglichkeit einer solchen Karte, kritisiert aber auch: "Die zwangsweise Verpflichtung sehen wir hingegen kritisch." Klaus Wicher, 1. Vorsitzender des SoVD Hamburg, fordert zudem, das Ticket auch für andere Personengruppen verfügbar zu machen: "Alle Hamburgerinnen und Hamburger, die nachweislich Sozialleistungen erhalten, sollten ein vollwertiges monatliches Sozialticket ohne räumliche und zeitliche Einschränkung für 29 Euro erwerben können." Und weiter sagt Wicher: "Ein solches 29-Euro-Ticket ist für den SoVD aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg hin zu einem kostenfreien Ticket für diesen Personenkreis."

Zum Sport: Gebannt erwarteten die Fans der Hamburger Handballer diese Woche, wie es mit dem einmal mehr finanziell angeschlagenen Verein weitergeht. Nun steht fest, was bereits vermutet wurde: Die finanzielle Macht ist nicht mehr mit dem Club, der HSV Handball musste Insolvenz anmelden. Der Spielbetrieb wird zunächst fortgeführt. Ob das für die ganze Saison gelten wird, ist aber noch unklar. Und auch wie es in der nächsten Saison weitergeht – ob überhaupt – dahinter stehen noch mehr Fragezeichen. Sportlich jedenfalls schlug das Imperium noch einmal zurück: Gegen den SC Magdeburg gab es am Sonntag einen 27:22-Heimerfolg.

Ihre Hinrunde beendeten Samstag bereits die Hamburg Towers. Für die Basketballer gab es einen 70:63-Sieg gegen Trier. Die Kicker des FC St. Pauli sind bereits in der Rückrunde, die schon vor der Winterpause angefangen wurde. Beide Spiele fanden in dieser Woche statt. Am Montag gab es ein eher langweiliges 0:0 in Bielefeld. Am Freitag kamen die Karlsruher Fans, zuletzt für die gescheiterte Relegation gegen des HSV in der Stadt, wieder her. Erneut blieb der FC St. Pauli hinter den Hoffnungen: Die Karlsruher nahmen die Punkte mit in den Süden. Und der HSV? Auch seine Fans mussten machtlos zusehen, wie die Punkte in den Süden gingen. Der HSV verlor im Volkspark 0:1 gegen Augsburg.

Etwas untergegangen im ganzen Star Wars-Hype ist diese Woche übrigens, dass in der Woche auch der erste Trailer zur Fortsetzung von Independence Day veröffentlicht wurde. Interstellare Kriege scheinen wohl gerade wieder im Kommen zu sein. Wir wünschen dennoch eine friedliche Weihnachtswoche!