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Wochenrückblick

Eingekesselt am Hauptbahnhof

 

Falsch ausgefüllte Olympia-Zettel, neue Aufträge für Airbus und Linke, die AfD-Demonstranten stoppen: ein Überblick über die Themen und Ereignisse der vergangenen Woche.

Mehr Licht beim Start in den Tag, dafür eine umso früher einsetzende Dunkelheit: Die vergangene Woche waren viele von uns noch damit beschäftigt, sich an die Winterzeit zu gewöhnen. Die Gefahr, dabei nicht genau mitzubekommen, was in Hamburg passierte, war also groß. Bringen wir daher etwas Licht ins Dunkle.

Wollen wir Olympia oder nicht? Am 29. November endet das Referendum zu dieser Frage. Bei den ersten Wahlberechtigten sind nun die Wahlunterlagen, mit denen eine direkte Briefwahl möglich ist, eingegangen. Bedeutet: Während der Wahlkampf noch läuft, haben die ersten bereits abgestimmt. Das konnte man auch den Sozialen Medien entnehmen. Das Landeswahlamt gab allerdings bekannt, dass rund zehn Prozent der bislang abgegebenen Stimmen ungültig seien. Oftmals, weil die Wähler offenbar irrtümlich die Briefwahlunterlagen nicht richtig ausfüllten, etwa weil sie die eidesstattliche Erklärung in den gleichen Umschlag wie den Stimmzettel legten.

Derweil gibt es auch an anderer Stelle zum Olympia-Thema neue Diskussionen: Die Grünen im Bezirk Nord kritisieren den geplanten Austragungsort für die Bogenschieß-Wettbewerbe. Der Stadtpark würde durch die Besucher zu stark geschädigt. Zudem würde er während der Spiele als wichtige Freizeitfläche verloren gehen. Argumente, die für einen weniger prestigeträchtigen Austragungsort sprechen, zumal die geplante Fläche abschüssig ist, was bislang kaum bedacht wurde. Als mögliche Alternative wird die Jahnkampfbahn ins Gespräch gebracht, die ebenfalls im Stadtpark liegt. Nachteil daran: Die würde während der Spiele aller Voraussicht nach als Trainingsstätte für die Leichtathleten einiger Nationen dienen.

In Finkenwerder entstehen derweil wohl zusätzliche Jobs: Airbus möchte mehr A320 produzieren als zunächst geplant. Die Aufstockung um eine weitere Produktionslinie war bereits im Sommer im Gespräch. Wo wir gerade beim Arbeitsmarkt sind: Die Handelskammer Hamburg vermeldete vergangene Woche, dass im laufenden Jahr bis September 9.063 neue Ausbildungsverträge eingegangen seien. Damit bewege man sich auf dem Niveau des Vorjahres. Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer, betonte, dass die Auszubildenden sich nicht hinter Studenten verstecken müssten und warb um Studien-Abbrecher: "Der Ausstieg aus dem Studium kann als Chance verstanden werden – für den ehemaligen Studenten wie auch für unsere Wirtschaft, die in Zeiten des Fachkräftemangels nach qualifizierten Auszubildenden sucht."

Kommen wir zum Sport: Der FC St. Pauli spielte am Freitag in Bochum und erreichte beim direkten Tabellennachbarn ein 1:1-Remis. Lasse Sobiech vergab dabei die Chance, mit einem Elfmeter das Spiel für die Kiezkicker entscheiden. Einen direkten Tabellennachbarn hatten am Samstag auch die Hamburg Towers zu Gast: Sah es erst nach einem deutlichen Sieg gegen Chemnitz aus, wurde es hinten raus noch einmal richtig eng – mit dem besseren Ausgang für Hamburgs Basketballer. Weniger Glück hatten die HSV-Handballer, die mit 28:29 etwa zeitgleich den Rhein-Neckar Löwen unterlagen. Die Hamburg Freezers spielten Sonntag gegen Augsburg 5:3 und sind derzeit auf gutem Wege zur direkten Play-Off-Qualifikation. Das Sportwochenende abgeschlossen haben die Fußballer des HSV. Gegen Hannover gab es im heimischen Volkspark eine 1:2-Niederlage.

Unweit des Hauptbahnhofs lud am Samstag die AfD zur Demo gegen die aktuelle Asylpolitik. Rund 500 Personen kamen. Ihnen stellten sich etwa doppelt so viele Gegendemonstranten in den Weg, die verhinderten, dass der Protestzug in Richtung Innenstadt ziehen konnte. Dabei blieb es weitestgehend friedlich.

Sonst noch was? Ach ja, abschließend sollten wir auf jeden Fall auf Hamburgs Twitter-Streit der Woche zu sprechen kommen. Die Junge Union Hamburg hat ein Plakat der Bürgerschaftsabgeordneten (MdHB) Heike Sudmann entdeckt, auf dem Sie als MdBÜ betitelt wird. Kommentar: "Wenn linke Abgeordnete nicht mal ihren Titel kennen."

Wir wünschen eine schöne erste Novemberwoche!

1 Kommentar

  1.   Stiftung Warentest

    Man muss kein Freund der AfD sein, um es für problematisch zu halten, wenn Leuten, die man nicht mag, mittels Selbstjustiz das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit genommen wird.

    Und den Chronisten der ZEIT fällt dazu nur ein: „Dabei blieb es weitestgehend friedlich.“

    Was der Chronist wohl macht, wenn eines morgens ein kräftiger Mann „friedlich“ vor seiner Wohnungstür steht und ihm am Rausgehen hindert?

 

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