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Wochenrückblick

Es wird hitziger

 

Erst Helmut Schmidt, dann der Terror in Paris – die vergangene Woche in Hamburg war geprägt von Trauer. Ein Thema, das zunehmend polarisiert: das Olympia-Referendum.

Es war eine traurige Woche.

Am Freitagabend werden sich viele von uns gefreut haben, dass die Arbeitswoche vorbei ist. Aufs Sofa setzen, gemütlich Fußball gucken und langsam ins Wochenende gleiten. Doch noch während des Spiels schlug der Terror zu, im Hintergrund war ein Knall zu vernehmen. Was dann an schrecklichen Nachrichten folgte, erschrak umso mehr.

Ebenfalls große Trauer, wenngleich ganz anders, erfasst uns am Dienstag mit dem Tod von Helmut Schmidt. Rund einen Monat vor seinem 97. Geburtstag verstarb der ehemalige Bundeskanzler und ehemalige Hamburger Innensenator hier in Hamburg. Bis zuletzt war er ein waschechter Hamburger und so berührt sein Tod hier die Menschen besonders stark. Viele legten Kerzen und Blumen vor seinem Haus oder am Rathaus ab. Am Rathaus bildete sich mehrere Tage lang eine zeitweise meterlange Menschenschlange. Die Leute warteten geduldig, um sich in die Kondolenzbücher einzutragen.

Mittlerweile ist Staatsakt angeordnet worden, der am 23. November in Hamburg stattfinden wird. Voraussichtlich im Michel. Diskutiert wird darüber hinaus, Hamburgs Flughafen nach Helmut Schmidt zu benennen. Der Vorschlag stößt bislang auf große Zustimmung. Beispiele dafür gibt es weltweit viele: den Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München etwa, oder den Aéroport de Paris-Charles-de-Gaulle und den John F. Kennedy International Airport in New York.

Apropos Flughafen: Berlin und Flughäfen, das ist bekanntlich so eine Sache. Mittlerweile hat sich das auch bis zu den Produzenten der US-Serie Homeland herumgesprochen. Die drehen aktuell in Berlin neue Folgen. Eine Szene soll dabei am Flughafen spielen. Gedreht wurde am Pannen-Airport BBI. Doch da standen nicht genug Gepäckwagen zur Verfügung. Auch keiner der im Betrieb befindlichen Berliner Flughäfen konnte welche entbehren. Also sprang der Hamburger Airport ein – und lieh einige der Wagen. Leihgebühr: 1.000 Euro für drei Tage.

Im Bahnhof Jungfernstieg, am Übergang zum Rathausmarkt, wurde in der vergangenen Woche eine Treppe im Look einer Stadion-Laufbahn gestaltet. Hintergrund natürlich: das anstehende Olympia-Referendum. Derweil geht der Kampf um Stimmen für oder gegen Olympia weiter – und wird zunehmend mit härteren Bandagen geführt. Die Diskussionen werden hitziger, beide Seiten hängen Plakate auf, die bemalt, beklebt oder zerstört werden. Gefühlt hat sich fast jeder mindestens einmal irgendwo zum Thema zu Wort gemeldet. Selbst Leute, die erst eingestehen, nicht viel über die Bewerbung zu wissen, geben Wahlempfehlungen ab. Demokratie kann echt ermüdend sein. Aber wir wollen sie nicht missen, die Ereignisse vom Freitag haben das einmal mehr klar gemacht!

Nicht mehr missen wollen viele auch den Versanddienst von Amazon, auch wenn der immer wieder wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik steht. Was der Konzern diese Woche ankündigte, wird Kunden in Hamburg sicher gefallen, für die Mitarbeiter und Paketzulieferer aber vermutlich noch mehr Stress bedeuten: In 14 deutschen Metropolregionen, darunter Hamburg, bietet der Onlinehändler künftig eine Lieferung am Bestelltag an. Der Artikel muss dafür am Morgen gekauft werden und soll zwischen 18 und 21 Uhr beim Kunden ankommen. Für Prime-Kunden soll dieser Service ab einem Bestellwert von 20 Euro sogar kostenlos sein.

Kostenlos wird für die Besucher im kommenden Jahr auch die Social Media Week wieder sein. Für das Event, das im Februar zum fünften Mal stattfindet, auch wieder in Hamburg, eröffnete diese Woche die Einreichungsphase für Events. Wer also einen Workshop anbieten will, einen Vortrag halten oder eine Diskussionsrunde veranstalten, sollte in den kommenden Wochen seinen Vorschlag unterbreiten.

Wir wünschen uns und euch allen eine friedliche, schöne Woche!