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Wochenrückblick

Zebrastreifen bald in Regenbogenfarbe?

 

Olympia und Flüchtlinge – das waren die zwei großen Themen der vergangenen Woche. Auch viel beachtet und von der CDU verspottet: die erste Vielfaltampel der Stadt.

Schwimmen, Radfahren, Laufen. Nicht nur gute Beschäftigungen an einem schönen Sommerwochenende, sondern auch die drei Bestandteile eines Triathlons. Am Wochenende hat die ITU World Series wie in den vergangenen Jahren wieder Halt in Hamburg gemacht. Am Sonntag gab es dabei die Mixed-Staffel-WM, bei der Deutschland aufgrund einer Zeitstrafe unglücklich Vierter wurde. Neben den Profis und den Staffeln gab es auch Jedermann-Wettkämpfe in Sprint und Olympischer Distanz.

In diesem Jahr stand der Triathlon, wie derzeit fast jede Sportgroßveranstaltung, im Zeichen der Olympia-Bewerbung Hamburgs. Von der gab es diese Woche an mehreren Stellen Neuigkeiten. So stellte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) erste Punkte des ökologischen Konzepts vor. Darin enthalten: Die Idee einer Klimataxe und vor allem die einer autofreien Innenstadt während der Spiele. Mit dem bisherigen Mobilitätskonzept ist diese Idee offenbar noch nicht abgestimmt.

Überraschend wenig Protest gab es gegen die Planung der Bundesregierung, statt der ursprünglich angekündigten 30 Millionen Euro nur 10 Millionen Euro für die Bewerbung Hamburgs beizusteuern. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass dieser Sachverhalt ob der Klimataxe etwas in den Hintergrund geriet oder bisweilen bewusst gedreht wurde in "Bund spart Geld" oder "Stadt ist sich sicher: Geld wird reichen". Fakt ist aber: Auf den übrigen Kosten bleibt nun vermutlich die Stadt Hamburg zu großen Teilen sitzen. Vielleicht ist das Ganze aber auch nur ein weiterer Schachzug aus der Schublade des Herrn Schäuble, in der auch der zeitweilige Grexit lag. Man weiß es nicht so genau. Denn: Wie man hört, sind sich der Bund und der DOSB nicht ganz einig, wie groß der Einfluss der Politik sein soll.

Uneinigkeit besteht in der Politik auch weiter beim Thema Flüchtlinge. Hamburgs Nachbarbundesländer lehnten einen Vorschlag von Sozialsenator Detlef Scheele ab, Asylbewerber, die in Hamburg ankommen, auch in Niedersachen oder Schleswig-Holstein unterzubringen. Auch wenn Hamburg, wie vorgeschlagen, die Kosten weiter übernommen hätte. Die Aufteilung von Asylsuchenden wird in Deutschland nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel berechnet. Ihm liegen Bevölkerungszahl und Steuereinnahmen zugrunde – nicht aber die Fläche.

Auch den HSV erreichte in dieser Woche das Flüchtlingsthema. Nachdem Gerüchte, wonach der Verein den Ausbau einer Unterkunft nahe des Stadions behindere, die Runde machten, sahen sich die Verantwortlichen nicht zuletzt als Reaktion auf Anfeindungen in den sozialen Medien zu einer Stellungnahme gezwungen. Darin betont der Verein, es gehe nicht "um die Frage, ob weitere Flächen zur Verfügung gestellt werden, sondern wo". Auch lässt sich der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer zitieren. Die Darstellungen in der Presse würden "die Haltung, die Werte und die soziale Verantwortung" des Clubs grob verletzten. Man sei sich der Flüchtlingsproblematik bewusst und kooperiere "jetzt, in der Vergangenheit und auch in Zukunft in vollem Umfang mit der Stadt Hamburg." Die Darstellungen seien Beiersdorfer zufolge daher nicht nur für den Verein schädlich, "sondern wirken vor allem einem guten konstruktiven Umgang in der gesamten Gesellschaft mit den Geflüchteten, die in unser Land kommen, entgegen."

Auch in einer anderen Sache meldete sich der HSV in dieser Woche zu Wort: Der 25-jährige Albin Ekdal wechselt von Cagliari Calcio in Italien an die Elbe. Der Schwede soll das Mittelfeld des HSV verstärken. Abwehrspieler Jonathan Tah wird nicht mit ihm zusammen spielen. Er verlässt Hamburg in Richtung Leverkusen.

Unweit des Hauptbahnhofs an einer doch eher entlegenen Ecke, an der nur selten eine Fußgängerampel benötigt wird, steht seit Kurzem Hamburgs erste "Vielfaltampel". Auf der einen Seite sind zwei Männer-Paare zu sehen, auf der anderen zwei Frauen-Paare (hier Bilder der Figuren). Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) weihte diese Anfang der Woche ein. Bei der Opposition sorgte dies später für Spott. André Trepoll, der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, meinte im Hinblick auf seiner Meinung nach vernachlässigte Themen der Regierung: "Aber Sie wissen ja, womit sich Frau Fegebank beschäftigt." Er "warte nur darauf, dass die Zebrastreifen bald in Regenbogenfarbe auf die Straße gebracht werden."

Ob mit oder ohne bunte Zebrastreifen: Wir wünschen eine gute neue Woche!