{"id":1658,"date":"2014-09-04T13:47:20","date_gmt":"2014-09-04T11:47:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/?p=1658"},"modified":"2014-09-04T13:47:20","modified_gmt":"2014-09-04T11:47:20","slug":"eckensteher-poppenbuettel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/eckensteher-poppenbuettel\/","title":{"rendered":"Erst gehen Erdbeeren, dann Regenschirme"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie tickt Poppenb\u00fcttel? Anja Knauer von &#8222;Mit Vergn\u00fcgen Hamburg&#8220; hat sich einen Tag lang an die Ecke Heegbarg\/Kritenbarg gestellt. Ihre Eindr\u00fccke in Text, Bild und Ton.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8541.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1686\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8541.jpg\" alt=\"IMG_8541\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>8.00 Uhr: Mario und Sina betreten ihren Arbeitsplatz, eine acht Kubikmeter gro\u00dfe Erdbeere aus Stahl. Wie ein Fremdk\u00f6rper steht sie unter dem futuristischen Plastikdach des neuen Poppenb\u00fctteler Busbahnhofs. Hier liegt ein Zentrum, an dem jeder Bewohner des weiten Hamburger Nordens irgendwann vorbeikommt: Gleich gegen\u00fcber von dem Bahnhof f\u00fcr Bus und S-Bahn erhebt sich eine\u00a0 gro\u00dfe Mall, das Alstertal Einkaufszentrum.<\/p>\n<p>Die Chancen auf einen fr\u00fchen Feierabend f\u00fcr Mario und Sina stehen heute gut:\u00a0 sie bleiben, bis keine Ware mehr da ist. Und: Es ist Samstag und das Wetter ist sch\u00f6n. &#8222;Da verkaufen wir mit etwas Gl\u00fcck bis zu 200 Kilo Erdbeeren&#8220;, sagt Mario.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"166\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/159953721&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Eine Weile sitzen sie regungslos da. Dann nicken sie sich zu und beginnen zu spielen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8788.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1703\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8788.jpg\" alt=\"IMG_8788\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"166\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/159953828&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Das M\u00e4dchen greift Puppe und Wagen und l\u00e4uft davon.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8745.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1700\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8745.jpg\" alt=\"IMG_8745\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>10.30 Uhr: Eine Gruppe dunkelhaariger M\u00e4nner in Anzug und Krawatte verl\u00e4sst den B\u00e4cker an der Ecke mit Kaffee im Pappbecher. Der Verkehr an der Ampel Heegbarg\/Ecke Kritenbarg wird immer dichter, auf beiden Stra\u00dfenseiten sammeln sich Passanten.<\/p>\n<p>[youtube http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xrEDphVbvHE?rel=0&amp;w=640&amp;h=360]<\/p>\n<p>Auch Ley und Shei aus Taiwan stehen an der Ampel. Sie halten Deutschland f\u00fcr sehr gut organisiert:\u00a0&#8222;<em>Germany is so well organized, the city, the people, &#8211; everything<\/em>&#8222;, sagt Ley.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8587.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1690\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8587.jpg\" alt=\"IMG_8587\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gr\u00fcn! Zwei Jungs tragen gro\u00dfe Sporttaschen \u00fcber die Stra\u00dfe und verschwinden im Fitnesscenter Meridian. Aus seinen ge\u00f6ffneten Fenstern schallen Technobeats. Dahinter zeichnen sich die Silhouetten steppender Frauen in Leggins ab.<\/p>\n<p>Eine \u00e4ltere Dame \u00fcberquert schnellen Schrittes die Stra\u00dfe Richtung Alstertal-Einkaufzentrum: Ingrid, 72 Jahre alt, schlank wie ein Teenager, wache Augen. Ihr gehe es gerade sehr gut, da ihre Familie am Wochenende zu Besuch komme, sagt Ingrid. Sie m\u00fcsse nur noch schnell ein paar Sachen einkaufen. \u201eEs kommt darauf an, dass man die Menschen, die man um sich hat, von ganzem Herzen liebt&#8220;, sagt sie. Dann kommt Ingrid schnell noch auf andere Themen zu sprechen: auf ihre Zeit als erfolgreiche Gesch\u00e4ftsfrau und ihr Verh\u00e4ltnis zu Europa. Wichtig sei es, immer \u00fcber den eigenen Tellerrand zu schauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1688\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8568.jpg\" alt=\"IMG_8568\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann macht Ingrid sich auf, um ihre Eink\u00e4ufe zu erledigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8558.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1687\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8558.jpg\" alt=\"IMG_8558\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>11.25 Uhr: Ein junges Paar mit Kinderwagen bleibt vor der bronzenen Walross-Statue stehen: Jaqueline und Anta , 20 und 22 Jahre alt. Ihre kleine Tochter Johanna ist seit f\u00fcnf Monaten auf der Welt. Es sei alles nicht so einfach, sagt Jaqueline. &#8222;Aber wir sind sehr gl\u00fccklich&#8220;. Sie wohnt im Moment im Mutter-Kind-Heim. Ihr Freund Anta kommt aus Tunesien und hat noch keine Aufenthaltsgenehmigung. F\u00fcr das Baby sei es aber besser, mit beiden Elternteilen aufzuwachsen. Bald wollen sie heiraten. Auf die Frage, was sie sich f\u00fcr die gemeinsame Zukunft w\u00fcnschen, \u00fcberlegen beide lange, dann antworten sie: &#8222;Arbeit.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8573.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1689\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8573.jpg\" alt=\"IMG_8573\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>13.15 Uhr: Otto radelt \u00fcber die Stra\u00dfe. Er wolle in die Markthalle im Einkaufszentrum, sagt er. &#8222;F\u00fcr ein bisschen Mett, Kartoffeln und Gans.&#8220; Der Mittsiebziger tr\u00e4gt eine gro\u00dfe alte Porschebrille, die er in den Siebzigern auf den Kanaren gekauft hat. Die habe er erst vor Kurzem wieder aus der Schublade geholt, erz\u00e4hlt er \u2014 in der Zeit, in der er sich habe scheiden lassen.<\/p>\n<p>Morgen gibt es bei Otto G\u00e4nsekeule mit Kartoffeln. Nur f\u00fcr ihn. Otto kocht gern f\u00fcr sich allein: \u201eIch bin Rentner, da ist jeden Tag Sonntag, da ist jeden Tag Weihnachten.\u201c Manchmal gibt es bei Otto auch Fisch, er f\u00e4ngt ihn frisch aus der Alster. Er sagt: &#8222;Da sind alle Fische drin: Hecht, Barsch, Forelle, Aal, Rotaugen.&#8220; Er w\u00fcrde so viel fangen, dass er die H\u00e4lfte immer gleich zur\u00fcck ins Wasser schmei\u00dfe: &#8222;Das kann ich alleine alles gar nicht essen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8603.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1691\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8603.jpg\" alt=\"IMG_8603\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Arbeiter der Stadtreinigung tragen Besen und M\u00fclls\u00e4cke auf den Bahn\u00fcbergang. Sie beginnen zu fegen, dabei l\u00e4cheln sie. Ihr Arbeitstag ginge nur noch bis 14.03 Uhr, erz\u00e4hlen sie. Vierzehn Uhr drei, soll das ein Scherz sein? Nein, nein, das sei wirklich so, schlie\u00dflich beginne ihr Arbeitstag auch immer um 6.03 Uhr. \u201eDie drei Minuten sind halt von der Stadtreinigung eingeplant zum Umziehen und f\u00fcr einen kurzen Kaffee\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8730.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1699\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8730.jpg\" alt=\"IMG_8730\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>16.00 Uhr: Ein Mann mit Cap, Sonnenbrille und Kamera bleibt auf dem B\u00fcrgersteig stehen. Er blickt kritisch in den Himmel. Dicke Wolken schieben sich vor die Sonne. Der Name des Mannes: Horst. Er redet schnell und leise, als h\u00e4tte er gro\u00dfe Geheimnisse preiszugeben. Er sei in Riga geboren, lange Fotograf gewesen und habe 16 Jahre in S\u00fcdamerika gelebt, sagt er. \u201eIm Zweiten Weltkrieg war ich Fl\u00fcchtling, dann Auswanderer und seit 50 Jahren bin ich als R\u00fcckkehrer wieder hier in Hamburg.&#8220; Er h\u00e4lt inne, bis eine gro\u00dfe Gruppe l\u00e4rmender Jugendlicher vorbeigegangen ist. Am Sch\u00f6nsten sei es in Bahia gewesen, da lie\u00dfe es sich gut leben \u2014 \u201ewenn es einem denn ums Leben geht, um die Romantik, wenn man nicht nach dem Geld trachtet\u201c.<\/p>\n\n<div class=\"embed-wrapper embed-wrapper--blocked js-embed-consent\" data-method=\"iframe\">\n<script class=\"raw__source\" type=\"text\/template\"><iframe loading=\"lazy\" frameborder=\"no\" height=\"166\" scrolling=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/159953773&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false\" width=\"100%\"><\/iframe><\/script>\n<div class=\"embed-wrapper__inner\">\n<div class=\"embed-wrapper__text\">\n<h3>Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/h3>\n<p data-replace=\"no\">An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel erg\u00e4nzt. 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Das sei auch ganz sch\u00f6n. Es h\u00e4tte sich nur sehr ver\u00e4ndert in letzter Zeit: \u201eImmer mehr Ausl\u00e4nder, immer mehr Zuwanderer\u201c, das gefalle ihm nicht so. \u201eAlso, nichts gegen Ausl\u00e4nder.&#8220; Horst greift in ein abgewetztes Portemonnaie aus Krokodilleder.\u00a0 Er h\u00e4lt zwei Dollar-M\u00fcnzen und eine D-Mark in der Hand \u2014 seine Gl\u00fccksbringer.\u00a0 Er fl\u00fcstert von Abenteuern im brasilianischen Dschungel. Dabei dreht er die M\u00fcnzen in der Hand wie ein Gl\u00fccksspieler.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8611.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1692\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8611.jpg\" alt=\"IMG_8611\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine Frau mit einem gelben Jutebeutel und einer roten Tasche kreuzt auf. Sie tr\u00e4gt ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift &#8222;Dream Big&#8220;. Ihre Taschen sind voll mit \u00c4pfeln und Pfirsichen. Sie hei\u00dft Ursula und gibt mindestens zehn Euro am Tag nur f\u00fcr Gem\u00fcse und Obst aus. Das sei zwar mitunter etwas strapazi\u00f6s f\u00fcr die Rente, sagt sie. Aber das m\u00fcsse sein, &#8222;schlie\u00dflich will ich 100 Jahre alt werden&#8220;. Ursula hat keine Kinder, sie ist Single \u2014 &#8222;und das ist gut so&#8220;. Sie sagt, sie h\u00e4tte keine Lust mehr, sich unterzuordnen und gro\u00dfe Zugest\u00e4ndnisse zu machen. &#8222;Ich lass mich nicht mehr verr\u00fcckt machen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8616.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1693\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8616.jpg\" alt=\"IMG_8616\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>16.51 Uhr: Wie aus dem Nichts beginnt es zu regnen.<\/p>\n<p>16.52 Uhr: Eine Drogeriefachverk\u00e4uferin bei Rossmann stellt den Korb mit den Schirmen f\u00fcr 2,95 Euro vor die T\u00fcr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8633.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1694\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8633.jpg\" alt=\"IMG_8633\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>17.30 Uhr: Frierende Leute sammeln sich auf dem Bahn\u00fcbergang, der Regen prasselt immer noch auf das Plastikdach, laut und dicht. Unter den Schutzsuchenden ist Joachim. Er tr\u00e4gt ein gelbes Regencape, er wollte gerade eine kleine Fahrradtour durchs Alstertal machen. Die Musiker packen Mandoline, Gitarre und Campinghocker ein und gehen runter zur S-Bahn. \u201eSonne ist mir lieber\u201c, sagt Joachim.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8719.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1698\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8719.jpg\" alt=\"IMG_8719\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>18.00 Uhr: Der B\u00e4cker am Heegbarg schlie\u00dft seine T\u00fcren. Die Gruppe wartender Passanten, die sich bei ihm untergestellt hatte, l\u00e4uft durch den Regen auf die \u00fcberdachte Br\u00fccke. Ein Frau und ihre Kinder steigen unter gro\u00dfen, schwarz-rot-goldenen Schirmen die Treppe hinauf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8707.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1696\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8707.jpg\" alt=\"IMG_8707\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein paar Jungs in Kapuzenpullis lehnen am Gel\u00e4nder und rauchen. Sie haben gerade ihren Realschulabschluss gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8695.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1695\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8695.jpg\" alt=\"IMG_8695\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Erst mal chillen&#8220;, sagt der \u00c4lteste. Drei von ihnen haben schon Ausbildungspl\u00e4tze. Einer muss ein Jahr wiederholen. Was alle gemein haben: Sie wollen auf eine Goa-Party nach Wilhelmsburg.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8711.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1697\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/07\/IMG_8711.jpg\" alt=\"IMG_8711\" width=\"580\" height=\"387\" \/><\/a><\/p>\n<p>18.50 Uhr: Es h\u00f6rt auf zu regnen. Die Kassiererin bei Rossmann ist zufrieden: &#8222;18 Schirme waren es heute wohl, 17 St\u00fcck davon in den letzten zwei Stunden.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie tickt Poppenb\u00fcttel? Anja Knauer von &#8222;Mit Vergn\u00fcgen Hamburg&#8220; hat sich einen Tag lang an die Ecke Heegbarg\/Kritenbarg gestellt. 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