{"id":536,"date":"2014-04-16T09:50:54","date_gmt":"2014-04-16T07:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/?p=536"},"modified":"2014-04-23T17:25:07","modified_gmt":"2014-04-23T15:25:07","slug":"part-hier-muessen-sich-die-kuenstler-selbst-vermarkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/part-hier-muessen-sich-die-kuenstler-selbst-vermarkten\/","title":{"rendered":"P\/ART \u2013 hier m\u00fcssen sich die K\u00fcnstler selbst vermarkten"},"content":{"rendered":"<p>Bis vor zwei Jahren musste man schon weit reisen, um sich als Hamburger eine Kunstmesse anzusehen. Nach K\u00f6ln, mindestens. Idealerweise nach Miami, da gibt&#8217;s wenigstens Sonnenscheingarantie im Dezember. Doch das hat sich ge\u00e4ndert, denn inzwischen wurden in Hamburg gleich zwei Messen f\u00fcr Kunst er\u00f6ffnet: Die Affordable Art Fair und die P\/ART Producers Art Fair.<!--more--><\/p>\n<p>Zugegeben, beides sind keine klassischen Kunstmessen-Formate. Die eine tut das, was der Name schon sagt, n\u00e4mlich Galerien vorrangig nach der Bezahlbarkeit ihres Angebots auszustellen, &#8222;affordable&#8220; (erschwinglich) eben. Die andere geht den Weg \u00fcber die Produzenten, also die K\u00fcnstler, die auf der P\/ART ihre Werke selbst vermarkten. Nachdem der <a href=\"http:\/\/affordableartfair.com\/hamburg\/\" target=\"_blank\">Affordable Art Fair<\/a> im vergangenen November das schwierige zweite Jahr erfolgreich gelungen ist, macht sich nun die <a href=\"http:\/\/producersartfair.com\/\" target=\"_blank\">P\/ART<\/a> daran, die Produzentenmesse im September 2014 in die n\u00e4chste Runde zu schicken. \u00a0Daf\u00fcr k\u00f6nnen sich K\u00fcnstler noch bis zum 30. April bewerben, denn ein ganz wichtiger Aspekt der P\/ART ist eben, dass sie kuratiert wird. Sprich: teilnehmen darf prinzipiell jeder, aber ausstellen nur, wer die Jury der Messe auch inhaltlich und k\u00fcnstlerisch \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_539\" aria-describedby=\"caption-attachment-539\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-539\" alt=\"Besucher auf der P\/ART 2013 in den Kolbenh\u00f6fen Hamburg. Foto: Chantal Weber\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/04\/ProducersArtfair2_foto_chantal_weber.jpg\" width=\"580\" height=\"387\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-539\" class=\"wp-caption-text\">Besucher auf der P\/ART 2013 in den Kolbenh\u00f6fen in Bahrenfeld. Foto: Chantal Weber<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Die Selbstvermarktung durch den K\u00fcnstler ist sicherlich keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr den Kunstmarkt. Hier ist man es ja eigentlich gewohnt, dass der Galerist die Auswahl dar\u00fcber vornimmt, was am Markt bestehen darf. Und was es kosten soll. Die P\/ART geht einen erfrischend anderen Weg (und das sage ich hier als Galerist mit rund 20 internationalen Gro\u00dfmessen in Miami, New York, Basel etc. auf dem Buckel): sie gibt dem K\u00fcnstler die Entscheidung nicht nur f\u00fcr die Inszenierung, sondern eben auch \u00fcber den Preis und das Marketing.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Macher der P\/ART ist es auch die Ambivalenz dieses Ansatzes, der das Konzept so spannend macht. &#8222;Den K\u00fcnstler bzw. die K\u00fcnstlerin in den Mittelpunkt zu stellen, l\u00e4sst sich in diesem Kontext sowohl positiv als auch kritisch beurteilen, &#8220; sagt Justus\u00a0Duhnkrack, einer der Mitgr\u00fcnder der Messe: &#8222;Positiv als Geste der Selbsterm\u00e4chtigung oder kritisch im Kontext eines sich vermehrt herausbildenden &#8218;postfordistischen&#8216; Konzepts der kreativen Selbstvermarktung, der ICH-AGs.&#8220;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_540\" aria-describedby=\"caption-attachment-540\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-540\" alt=\"Das Team der P\/ART (v.l.n.r.): Justus Duhnkrack, Nele Groeger, Michael Wagner, Anna Seckler, Tim Theo Geissler, Kristin Dierbach, Jana Federov, Johannes Boscher, Robin H\u00f6ke und Ava\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/04\/13-Kopie.jpg\" width=\"580\" height=\"336\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-540\" class=\"wp-caption-text\">Das Team der P\/ART (v.l.n.r.): Justus Duhnkrack, Nele Groeger, Michael Wagner, Anna Seckler, Tim Theo Geissler, Kristin Dierbach, Jana Federov, Johannes Boscher, Robin H\u00f6ke und Ava. Foto: Chantal Weber<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wichtig ist dem Kollektiv der Organisatoren der P\/ART, das aus derzeit neun Mitgliedern besteht, auch die \u00a0Ausstellungsarchitektur, die sich ebenfalls abhebt von der Kojenaufteilung traditioneller Messen und die den unmittelbaren Kontakt zwischen Produzent und Besucher f\u00f6rdern soll. P\/ART-Sprecherin Nele Groeger: &#8222;Wir wollen einen Rahmen schaffen, in dem Kunst nicht zum Konsumgut reduziert wird, um sie als dekoratives Element ins Wohnzimmer zu h\u00e4ngen. Wir haben den Anspruch auf der P\/ART die Voraussetzungen herzustellen die es bedarf, damit Kunst von jedem individuell wahrgenommen, verstanden und erlebt werden kann. Wichtig ist uns dabei der direkte Austausch zwischen Kunstinteressierten und K\u00fcnstlern.&#8220;<\/p>\n<p>2013 ist dies schon mal gelungen: \u00dcber 3.000 Besucher kamen zur Premiere in den Kolbenh\u00f6fen in Hamburg-Bahrenfeld, und verkauft wurde auch \u2013 zwischen 80 und 4.500 \u20ac lagen die von den Produzenten erfolgreich selbst gehandelten Werke. \u00a0Und weil eine Messe immer nur so gut sein kann wie ihre Aussteller, sollten sich alle K\u00fcnstler, die in diesem Jahr vom 11. &#8211; 14. September dabei sein wollen, m\u00f6glichst bald auf <a href=\"http:\/\/producersartfair.com\/\" target=\"_blank\">www.producersartfair.com<\/a> anmelden.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_541\" aria-describedby=\"caption-attachment-541\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-541\" alt=\"Ausstellungsarchitektur auf der P\/ART 2013. Foto: Chantal Wagner\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2014\/04\/ProducersArtfair3_foto_chantal_weber.jpg\" width=\"580\" height=\"387\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-541\" class=\"wp-caption-text\">Ausstellungsarchitektur auf der P\/ART 2013. Foto: Chantal Weber<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis vor zwei Jahren musste man schon weit reisen, um sich als Hamburger eine Kunstmesse anzusehen. Nach K\u00f6ln, mindestens. Idealerweise nach Miami, da gibt&#8217;s wenigstens Sonnenscheingarantie im Dezember. 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