{"id":6695,"date":"2016-05-06T15:57:42","date_gmt":"2016-05-06T13:57:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/?p=6695"},"modified":"2016-05-06T16:31:02","modified_gmt":"2016-05-06T14:31:02","slug":"nikki-lane-stage-club","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/nikki-lane-stage-club\/","title":{"rendered":"Alter Stoff, anbetungsw\u00fcrdig cool vorgetragen"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><em>Amerikas t\u00e4towiertes Country-Darling Nikki Lane stellte ihr zweites Album &#8222;All Or Nothin&#8220; in Hamburg vor \u2013 und offenbarte im Stage Club Nehmerqualit\u00e4ten. <\/em><b> <\/b><!--more--><\/p>\n<p class=\"western\">Nikki Lane jongliert zwei Tassen Kaffee auf Untertassen Richtung Stage Club-B\u00fchne. Eine f\u00fcr sich selbst, eine f\u00fcr Jonathan Tyler, ihren zweiten Gitarristen und S\u00e4nger, der gleichzeitig solo das Vorprogramm bestreitet. F\u00fcr die letzten beiden Songs, von Tylers h\u00f6renswertem Countryrock-Album <i>Holy Smokes<\/i>, kommt sie dazu, um mitzusingen. Nanu, Kaffee auf der B\u00fchne? Er tut \u00fcberrascht. Sie erkl\u00e4rt ihm und dem Publikum, das w\u00e4re jetzt genau das Richtige, nach der letzten Nacht.<\/p>\n<p>Es wird \u00fcberhaupt viel R\u00fcckschau gehalten an diesem Donnerstagabend im Stage Club. Man glaubt gern, dass es sich die drei Musiker gut gehen lassen auf ihrer abenteuerlichen, gro\u00dfen Europareise. Aus Br\u00fcssel haben sie eine sch\u00f6ne Einsch\u00e4tzung \u00fcber Hamburgs Nachtleben mitgenommen: &#8222;Very hot, very sex!&#8220; Whiskey und andere Erfrischungen kommen zur Sprache, speziell Nikki Lane ist da ganz aufgeschlossen: &#8222;Ich kann mir nicht helfen, ich sage stets Ja zu dem, was angeboten wird.&#8220; Sp\u00e4ter revanchiert sich Tyler mit Tequila. Lane st\u00fcrzt den Shot g\u00e4nzlich unbeeindruckt, Backgrounds\u00e4ngerin Erika Wolf war zuvor mit Salz und Zitrone behilflich.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6696\" aria-describedby=\"caption-attachment-6696\" style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6696 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2016\/05\/nikkilane-620x413.jpg\" alt=\"nikkilane\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2016\/05\/nikkilane-620x413.jpg 620w, https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/files\/2016\/05\/nikkilane-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6696\" class=\"wp-caption-text\">Nightlife-Sirene, die sich in den USA bereits etabliert hat: Nikki Lane. Foto: Glynis Carpenter<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p class=\"western\">Typische Nashville-Nehmerqualit\u00e4ten also. Seit Hank Williams l\u00f6scht man Durst wie selbstverst\u00e4ndlich mit Schnaps, und schon kommen die traurigsten Geschichten dabei heraus. Auch als Partner kann man dann ein Lied davon singen. Wenn Nikki Lane in <i>Good Man<\/i>, ihrem vielleicht besten Song auf dem Album <i>All Or Nothin\u2019<\/i>, mit einem nach Whiskey riechenden Nachtschw\u00e4rmer klarkommen muss, der gesteht, in der Bar eine fremde Frau gek\u00fcsst zu haben, weil es dummerweise Gegenstand einer Wette um drei Dollar war, ist abzusehen: Das wird b\u00f6se enden.<\/p>\n<p>Alter, bekannter Stoff. Aber schon lange nicht mehr so anbetungsw\u00fcrdig cool und inbr\u00fcnstig vorgetragen wie von der aus South Carolina stammenden, angeblich 32 Jahre alten Nikki Lane. Die lie\u00df sich von Black Keys-Mastermind Dan Auerbach einen fulminanten, geschmackssicheren Gothic-Countrysound verpassen. Traditioneller als das Meiste, was sonst heute aus dem amerikanischen Bible Belt kommt \u2013 mindestens im Major-Bereich \u2013, gleichzeitig rau genug f\u00fcr jeden Ryan-Adams-Fan. Loratta Lynn und Wanda Jackson werden vergleichend genannt; mit beiden Ikonen stand Nikki Lane bereits auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Look der langbeinigen S\u00e4ngerin ist umwerfend. Und gewagt: durchschimmerndes, helles Blouson, wei\u00dfe, hochhackige Halbschuhe und eine irrwitzig enge High Waist-Blue Jeans, gesch\u00e4tzte Gr\u00f6\u00dfe 26\/34. Auf ihren schwarzen Locken thront ein eleganter cremefarbener Pr\u00e4sidenten-Cowboyhut, Lyndon B. Johnson-Style. Ein Fuchs auf dem Instrument ist die gelernte Modedesignerin nicht, schlichte Begleitakkorde m\u00fcssen reichen; ungew\u00f6hnlicherweise schl\u00e4gt sie die Saiten h\u00e4ufig von unten nach oben an.<\/p>\n<p class=\"western\">Feinstes Gezupfe und Emmylou-Harris-Wohlklang sind nicht das Thema \u2013 ihre Stimme steht im Mittelpunkt: &#8222;Ich bin Country-S\u00e4ngerin, wie Sie vermutlich bemerkt haben&#8220;, l\u00e4sst sie ironisierend wissen. Nicht zu \u00fcbersehen: Sie kennt gro\u00dfe St\u00e4dte und ihre Ausgehkultur, lebte in Los Angeles und New York, bevor sie nach Nashville zog. In Wirklichkeit aber ist sie eine dem Genre wahrhaft verhaftete Interpretin, die wichtige Liedzeilen derart laut und schneidend hervorhebt, wie es nur die gro\u00dfe Tammy Wynette konnte \u2013 ein Naturereignis, das so manche PA-Anlage an ihre Grenzen f\u00fchren d\u00fcrfte. Erika Wolf steuert fast durchgehend die zweite Stimme bei, mit Jonathan Tyler wird es in Refrains dreistimmig \u2013 auch in dieser kleinen Besetzung \u00fcberzeugen bekannte und auch neue St\u00fccke; das kommende Album haben Lane und Tyler gemeinsam eingespielt.<\/p>\n<p class=\"western\">Als drittletzter von 17 Songs erklingt der Klassiker <em>You Ain\u2019t Goin\u2019 Nowhere<\/em> in der Byrds-Version. Am 24. Mai wird dessen Urheber Bob Dylan 75 Jahre alt. Nashville, wo 1966 sein Meisterwerk <em>Blonde on Blonde<\/em> entstand, feiert ihn im altehrw\u00fcrdigen Ryman Auditorium (fr\u00fcher: Grand Ole Opry). Nikki Lane wird dann mit Emmylou Harris, Wynonna Judd, Boz Scaggs, Charlie McCoy und vielen anderen Stars auftreten. Die wertkonservative &#8222;Music City, USA&#8220; w\u00fcrde diese wild t\u00e4towierte Nightlife-Sirene nicht einladen, geh\u00f6rte sie nicht bereits zu den Etablierten.<\/p>\n<p class=\"western\"><em>Weitere Auftritte von Nikki Lane (ohne Jonathan Tyler): 13.5. Berlin, 14.5. K\u00f6ln, 17.5. Stuttgart, 18.5. M\u00fcnchen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerikas t\u00e4towiertes Country-Darling Nikki Lane stellte ihr zweites Album &#8222;All Or Nothin&#8220; in Hamburg vor \u2013 und offenbarte im Stage Club Nehmerqualit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"author":511,"featured_media":6696,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-6695","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Nikki Lane: Alter Stoff, anbetungsw\u00fcrdig cool vorgetragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Amerikas t\u00e4towiertes Country-Darling Nikki Lane stellte ihr zweites Album &quot;All Or Nothin&quot; in Hamburg vor \u2013 und offenbarte im Stage Club Nehmerqualit\u00e4ten.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/hamburg\/nikki-lane-stage-club\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Nikki Lane: Alter Stoff, anbetungsw\u00fcrdig cool vorgetragen\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Amerikas t\u00e4towiertes Country-Darling Nikki Lane stellte ihr zweites Album &quot;All Or Nothin&quot; 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