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Mal die Kirche im Dorf lassen

 

Das Parlament in Zypern hat also den Deal abgelehnt, den die eigene Regierung ausverhandelt hat. Was jetzt passiert, weiß ich auch nicht. Mein Tipp wäre, dass man sich am Ende doch noch irgendwie einigt. Aber vielleicht wird die Euro-Zone schon bald ihr erstes Mitglied verlieren.

Ich habe die Rettungspolitik der Regierung oft kritisiert und halte die Sparauflagen für ökonomisch falsch und moralisch fragwürdig. Aber mein Mitleid mit Zypern, einem der reichsten Länder der Währungsunion, einem Land, das mit Oligarchengeldern einen überdimensionierten Bankensektor ernährt, hält sich in Grenzen. Die Abgabe wurde nun progressiver gestaffelt, und auf Einlagen bei den Banken gibt es wie man hört Zinsen in Höhe von vier bis sechs Prozent, so dass sich die Nettobelastung in Grenzen hält – einmal abgesehen davon, dass sich die Einlagen ziemlich in Luft auflösen würden, wenn die Banken – wie es einige fordern – restrukturiert würden, weil bei anderen Geldgebern nicht viel zu holen ist. Im Fall eines Bankrotts wäre das natürlich auch der Fall.


Das ist kein schlechter Deal – und wer ihn als Diktat empfindet, der muss sich wirklich fragen, ob er in der richtigen Währungsunion ist.