{"id":10336,"date":"2017-04-26T11:23:51","date_gmt":"2017-04-26T09:23:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=10336"},"modified":"2017-04-27T12:03:39","modified_gmt":"2017-04-27T10:03:39","slug":"geben-und-nehmen-und-der-homo-oeconomicus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2017\/04\/26\/geben-und-nehmen-und-der-homo-oeconomicus_10336","title":{"rendered":"Pure Egoisten sind selten"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl die meisten normalen Menschen eigentlich nicht an ihn glauben, so gibt es ihn doch: den rational seinen Eigennutzen verfolgenden Wirtschaftsmenschen, den &#8222;Homo Oeconomicus&#8220;. Der bev\u00f6lkert nicht nur die Lehrb\u00fccher der \u00d6konomen und bietet die Grundlage f\u00fcr unz\u00e4hlige wirtschaftspolitische Vorschl\u00e4ge. Er lebt auch unter uns. Japanische Forscher haben ihn etwa 2014 in einem Vorort von Tokio gefunden: Individuen, die konsequent ihren Eigennutz verfolgen, nicht mit anderen kooperieren, wenn sie sich keinen Vorteil davon versprechen; \u00fcberdurchschnittlich intelligent und rational sind; ihre Impulse unter Kontrolle haben und \u2013 kein Wunder \u2013 \u00f6konomisch erfolgreich sind.<!--more--><\/p>\n<p>Wie haben die <a title=\"Toshio Yamagishi et al. (2014): In Search of Homo economicus\" href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Haruto_Takagishi\/publication\/267097443_Homo_economicus_In_Search_of\/links\/54454eec0cf2d62c304d7c83.pdf\" target=\"_blank\">Forscher den Homo Oeconomicus entdeckt<\/a>? Er hat ja zumeist keine besondere Farbe oder einen charakteristischen Geruch. Identifiziert haben sie ihn mit den mittlerweile in der Verhaltens\u00f6konomie g\u00e4ngigen Experimenten. 446 zuf\u00e4llig ausgesuchte Menschen haben die Forscher miteinander um reale Geldeins\u00e4tze spielen lassen. In zwei Spielen hatten die Probanden die Wahl, sich kooperativ oder egoistisch-rational zu verhalten. Der Einsatz wurde ihnen geschenkt, und was sie am Ende jedes Spiels noch in der Tasche hatten, durften sie behalten.<\/p>\n<p>Beide Spiele gingen jeweils nur \u00fcber eine Runde und die Spieler hatte keine M\u00f6glichkeit, zu erkennen, wer ihr Gegen\u00fcber ist. Die Idee bei diesen anonymen Einrundenspielen: Die Handlungen der Akteure haben keine sozialen Konsequenzen. Wer sich konsequent egoistisch verh\u00e4lt, muss nicht den Zorn der anderen ertragen; gleichzeitig gibt es aber auch von niemandem Anerkennung f\u00fcr Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und gute Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><strong>Egoismus ohne Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang des ersten Spiels, dem sogenannten Diktatorspiel, bekamen die Probanden ihren Geldeinsatz und dazu die Information, dass ihr anonymer Spielpartner kein Geld erhalten hat. Dann durften sie als Diktator dar\u00fcber entscheiden, ob, und wenn ja, wie viel sie dem Spielpartner vom ihrem Geld abgeben. Klar, wer hier rational seinen Eigennutz verfolgt, beh\u00e4lt seinen ganzen Einsatz f\u00fcr sich. Und weil die jeweiligen Spielpartner keine Sanktionsm\u00f6glichkeiten haben, hat der Egoismus des Diktators keine Konsequenzen.<\/p>\n<p>Im zweiten Spiel \u2013 dem Gefangenendilemma \u2013 erh\u00e4lt nicht nur einer, sondern beide (wieder anonyme) Spielpartner Geld. Wenn sie dem Anderen etwas davon abgeben, wird der Betrag, den dieser erh\u00e4lt, von der Spielleitung verdoppelt. Bekommen beide am Anfang je 10 Euro, k\u00f6nnten sie also beispielsweise am Ende je 20 Euro in der Tasche haben. Das w\u00e4re dann der Fall, wenn jeder bereit ist, dem anderen sein gesamtes Geld zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Wie verh\u00e4lt sich hier der rationale Homo Oeconomicus? Da beide Spieler nicht wissen, wie viel Geld der jeweils andere abgibt, beh\u00e4lt der Egoist einfach sein Geld f\u00fcr sich und vermeidet das Risiko, am Ende mit weniger oder Nichts dazustehen. Ist der andere Spieler kein Egoist und gibt kooperativ etwas oder alles von seinem Geld ab, kann der Egoist bis zu 30 Euro einstreichen. Der kooperative Spieler erleidet dagegen den Verlust, den der Egoist zu vermeiden sucht.<\/p>\n<p>In beiden Spielen \u2013 dem &#8222;Diktatorspiel&#8220; und dem &#8222;Gefangenendilemma&#8220; \u2013 haben sich insgesamt 16 Prozent der 446 untersuchten Vorortbewohner astrein egoistisch verhalten: Es gibt ihn also wirklich, den Homo Oeconomicus. Aber er bildet eben nur die Ausnahme. Die gro\u00dfe Mehrheit der Probanden \u2013 84 Prozent \u2013 haben sich nicht so verhalten. Der Homo Oeconomicus scheint also kein typischer Vertreter der Gattung Mensch zu sein. \u00dcber ein Viertel der Mitspieler \u2013 28 Prozent \u2013 haben sich sogar durchg\u00e4ngig kooperativ verhalten: Sie haben im Diktatorspiel im Durchschnitt 50 Prozent ihres Geldes abgegeben, ohne den Beg\u00fcnstigten zu kennen; und im Gefangenendilemma ihr Geld dem anderen gegeben. Das hei\u00dft, zumindest in diesem Experiment haben sich mehr Menschen altruistisch als egoistisch verhalten. Der Rest \u2013 mit 56 Prozent \u00fcber die H\u00e4lfte der Probanden \u2013 hat sich in einem Spiel mal kooperativ, im anderen mal egoistisch verhalten, also mal genommen und mal gegeben.<\/p>\n<p><strong>Fairness und Normen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Ergebnisse sind keine japanische Eigenart. Egal, wo man solche Experimente durchf\u00fchrt: Die rationalen Egoisten sind immer in der Minderheit. In einem <a title=\"Armin Falk (2001): Homo Oeconomicus Versus Homo Reciprocans: Ans\u00e4tze f\u00fcr ein Neues Wirtschaftspolitisches Leitbild?\" href=\"http:\/\/e-collection.library.ethz.ch\/eserv\/eth:25582\/eth-25582-01.pdf\" target=\"_blank\">\u00dcberblick zu verschiedenen Experimenten<\/a> mit ganz unterschiedlichen Menschen hat der Verhaltens\u00f6konom Armin Falk festgestellt, dass die Egoisten nie in der Mehrheit sind. Die meisten Menschen waren zumeist kooperationswillig, ohne ihren blanken Eigennutzen zu maximieren.<\/p>\n<p>Weitaus h\u00e4ufiger als dem Homo Oeconomicus sind die Forscher dem sogenannten Homo Reciprocans begegnet, dem bedingten Kooperierer. Der handelt nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir. Wenn du mir etwas gibst, gebe ich dir etwas; wenn du mir nichts gibst, gebe ich dir nichts. Diese Menschensorte hat ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Fairness und soziale Normen \u2013 und zwar teilweise so stark, dass sie bereit ist, die reinen Eigennutzenmaximierer f\u00fcr deren Verhalten zu bestrafen, selbst wenn damit Kosten f\u00fcr sie verbunden sind.<\/p>\n<p>Das zeigt sich in einem anderen typischem Experiment aus dem Spielkasten der Verhaltens\u00f6konomen, <a title=\"Ernst Fehr &amp; Urs Fischbacher (2003): The nature of human altruism \" href=\"http:\/\/www.econ.uzh.ch\/dam\/jcr:ffffffff-9758-127f-0000-000033c7964a\/NatureOfHumanAltruism.pdf\" target=\"_blank\">dem sogenannten Ultimatum-Spiel<\/a>. Wie im Diktatorspiel erh\u00e4lt nur einer der beiden Mitspieler, Spieler A, eine Geldsumme, von der er dem anderen, Spieler B, etwas abgeben kann. Anders als beim Diktatorspiel hat B hier aber die M\u00f6glichkeit, auf A zu reagieren und dessen Geldangebot abzulehnen. In diesem Fall w\u00fcrden beide Spieler leer ausgehen.<\/p>\n<p>W\u00e4re B jetzt ein Homo Oeconomicus, w\u00fcrde er jedes noch so kleine Angebot annehmen, weil wenig immer noch besser als nichts ist. Und A w\u00fcrde zwar etwas Geld anbieten, weil B ihn ja ganz ohne Kosten bestrafen kann, wenn A gar nichts abgibt. Aber A w\u00fcrde so wenig wie m\u00f6glich anbieten. Bei diesem Experiment \u2013 das mit Tausenden Menschen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen durchgef\u00fchrt wurde \u2013 stellt sich aber heraus, dass die meisten Menschen das Angebot von A ablehnen, wenn es in etwa unter einem Viertel der Gesamtsumme liegt (Je nach Kulturkreis unterscheidet sich die Schwelle). Sie verzichten also lieber auf das Geld, als sich gef\u00fchlt unfair behandeln zu lassen.<\/p>\n<p>Aus der Sicht des individualistischen Egoisten hat dieses Verhalten \u00fcberhaupt keinen Sinn, weil B nichts davon hat. Aus der Sicht der Gesellschaft ist es aber sehr sinnvoll: Indem Menschen bereit sind, Kosten f\u00fcr die Bestrafung von egoistischem Verhalten auf sich zu nehmen, erh\u00f6hen sie f\u00fcr die ganze Gruppe die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle Gruppenmitglieder kooperativ verhalten. Und das wirkt: Spielen die Probanden mehrere Runden des Ultimatumspiels miteinander, steigen die Summen, die die jeweiligen A\u2019s anbieten. Sie wissen, dass sie alles verlieren, wenn sie sich nicht an die sozialen Regeln halten und ihr Angebot zu niedrig ist.<\/p>\n<p>Soweit, so gut. Aber was folgt daraus? Richtig interessant wird es, wenn man schaut, was geschieht, wenn der <a title=\"Ernst Fehr &amp; Urs Fischbacher (2003): The nature of human altruism \" href=\"http:\/\/www.econ.uzh.ch\/dam\/jcr:ffffffff-9758-127f-0000-000033c7964a\/NatureOfHumanAltruism.pdf\" target=\"_blank\">\u00f6konomische und der reziproke Mensch innerhalb von Gruppen aufeinander treffen<\/a>. Dann stellen sich ganz merkw\u00fcrdige Dinge ein: Da gibt es Gruppen, in denen niemand mit niemandem zusammenarbeitet, obwohl der Gro\u00dfteil der Menschen eigentlich kooperativ gesinnt ist und nur eine Minderheit rein egoistisch. Umgekehrt kann es Gruppen geben, in denen alle zusammenarbeiten, obwohl die meisten rein egoistische Motive haben und nur eine Minderheit kooperativ ist.<\/p>\n<p><strong>Strafe wirkt<\/strong><\/p>\n<p>Das haben die Forscher mittels spezieller Kooperationsexperimente mit mehr als zwei Probanden herausgefunden: Die Probanden erhalten wieder Geld und k\u00f6nnen sich entscheiden, ob sie es behalten oder etwas davon in einen gemeinsamen Topf geben wollen. Zur Summe, die insgesamt im Topf landet, geben die Wissenschaftler noch etwas dazu, so dass der Topf ein bisschen gr\u00f6\u00dfer ist als die Summe der individuellen Beitr\u00e4ge. Aus diesem gemeinsamen Topf erhalten dann alle etwas zu gleichen Teilen. Man kann sich das als Steuern oder eine Art Versicherung vorstellen. Dieses Spiel haben die Leute \u00fcber mehrere Runden gespielt und konnten sehen, wer etwas gibt und wer nicht.<\/p>\n<p>Wenig verwunderlich hat sich gezeigt, dass die Egoisten wieder gar nichts abgeben. W\u00e4ren also alle Egoisten, w\u00e4re der gemeinsame Topf immer leer. Die Reziproken haben aber in der ersten Runde erst mal einen Teil ihrer Ursprungssumme in den gemeinsamen Topf geworfen mit der optimistischen Erwartung, dass auch andere sich so verhalten. Weil die Egoisten aber konsequent gar nichts abgeben, wird der Topf zwar nicht leer sein, aber kleiner, als die Optimisten am Anfang dachten. Weil sie sich als Homines Reciprocansis nach dem Verhalten der anderen richten, haben sie in der n\u00e4chsten Runde dann weniger in den Topf geworfen als in der ersten Runde; der Topf war aber wiederum weniger gef\u00fcllt als erwartet usw. Nach einigen Runden gab dann niemand mehr etwas in den Topf. Keiner verlie\u00df sich mehr auf die anderen, ganz so, als ob alle reine Egoisten w\u00e4ren. Solche Ergebnisse sind in ganz verschiedenen Varianten von Kooperationsspielen herausgekommen: Trotz vieler Kooperationswilliger und nur weniger Egoisten bricht die gesamte Kooperation zusammen.<\/p>\n<p>Das alles \u00e4ndert sich aber, wenn die Gruppenmitglieder pl\u00f6tzlich die M\u00f6glichkeit erhalten, die Egoisten zu bestrafen. Das k\u00f6nnen sie tun, indem sie daf\u00fcr bezahlen, dass den Egoisten Geldbetr\u00e4ge abgezogen werden. Sie m\u00fcssen also einen Eigenbeitrag leisten, um ihre Fairnessnorm durchzusetzen \u2013 was sie auch meistens tun.<\/p>\n<p>Mit dieser Strafm\u00f6glichkeit \u00e4ndert sich das Verhalten der Gruppenmitglieder trotz gleicher Gruppenzusammensetzung pl\u00f6tzlich massiv: Da meist eine Mehrheit bereit ist, die Egoisten zu bestrafen, geben diese mehr Geld in den gemeinsamen Topf als sie ohne Strafe abgeben w\u00fcrden; weil alle wissen, dass die Nichtzusammenarbeit bestraft wird, geben auch alle mehr \u2013 die optimistische Kooperationserwartung hat eine Grundlage, so dass die Kooperation steigt und dann konstant hoch bleibt.<\/p>\n<p>Das Wunderbare daran: Die Kooperation kann auch dann \u00fcber lange Zeit hoch sein, wenn es relativ viele Egoisten gibt und nur wenige genuin Kooperationswillige. Es sind also oft die Regeln \u2013 hier die M\u00f6glichkeit der Bestrafung durch Geldentzug \u2013, die dar\u00fcber entscheiden, ob eine Gruppe zusammenarbeitet oder nicht und nicht unbedingt die individuelle Einstellung der beteiligten Menschen zum Wert der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><strong>Welche Regeln gelten?<\/strong><\/p>\n<p>Was hat das f\u00fcr Konsequenzen f\u00fcr die reale (Wirtschafts-)Welt? Offensichtlich sind diese Ergebnisse etwa f\u00fcr das Steuersystem interessant. Kommen immer mehr Menschen offen mit Steuerhinterziehung davon oder r\u00fchmen sich sogar \u00f6ffentlich keine Steuern zu zahlen wie vor den Wahlen etwa der jetzige US-Pr\u00e4sident Donald Trump, unterwandert das die Bereitschaft aller, \u00fcberhaupt Steuern zu zahlen. Das kann dann zu h\u00f6herer Steuerhinterziehung f\u00fchren. Dann ist aber weniger Geld f\u00fcr \u00f6ffentliche G\u00fcter wie Schulen oder Infrastruktur da.<\/p>\n<p>Selbst auf dem freien Markt kann der arge Egoismus Schwierigkeiten bereiten: Kunden sind bereit, h\u00f6here Preise zu zahlen, wenn sie daf\u00fcr h\u00f6here Qualit\u00e4t erhalten. Senkt ein Unternehmer aber die Qualit\u00e4t in der Absicht, bei gleichen Preisen seinen Gewinn zu erh\u00f6hen, verliert er das Vertrauen seiner Kunden. Wenn das zu viele Anbieter machen, leidet die Qualit\u00e4t aller Produkte, die K\u00e4ufer bleiben aus und die Gewinne sinken. Davon hat auf lange Sicht niemand etwas. \u00c4hnlich auf dem Arbeitsmarkt: Zahlen Arbeitgeber h\u00f6here L\u00f6hne, empfinden die Arbeitnehmer das als fair und sind auch bereit, mehr und besser zu arbeiten. Fallen die L\u00f6hne, dann f\u00e4llt auch die Bereitschaft, mehr zu leisten als formal im Arbeitsvertrag steht \u2013 die Effizienz der Wirtschaft sinkt.<\/p>\n<p>Insgesamt scheint der Homo Reciprocans also ein sympathischer Zeitgenosse zu sein. Unter den richtigen Bedingungen kooperiert er und erm\u00f6glicht menschliche Zusammenarbeit, die ein Haufen Egoisten \u00e0 la Homo Oeconomicus nicht zustande bringen w\u00fcrde. Er hat aber auch eine dunkle Seite, <a title=\"Armin Falk (2001): Homo Oeconomicus Versus Homo Reciprocans: Ans\u00e4tze f\u00fcr ein Neues Wirtschaftspolitisches Leitbild?\" href=\"http:\/\/e-collection.library.ethz.ch\/eserv\/eth:25582\/eth-25582-01.pdf\" target=\"_blank\">wie Armin Falk warnt<\/a>: Rache und Vergeltung sind dem Homo Oeconomicus egal, weil sie kostspielig und zeitraubend sind \u2013 nicht aber dem Homo Reciprocans.<\/p>\n<p>Das Motto des Homo Reciprocans \u2013 &#8222;So du mir, so ich dir&#8220; \u2013 kann n\u00e4mlich auch in das Motto &#8222;Auge um Auge, Zahn um Zahn&#8220; umkippen und in Krieg und Verderben enden. Dem Homo Reciprocans ist die Einhaltung sozialer Regeln zwar wichtig, es kommt aber eben auch darauf an, welche Regeln gelten. Der Homo Reciprocans ist also kein Altruist, auch wenn er sich unter den richtigen Rahmenbedingungen so verhalten kann. Er ist aber ein weitaus interessanterer und vielschichtiger Zeitgenosse als sein kalt kalkulierender, egoistischer Cousin aus den \u00d6konomielehrb\u00fcchern und den Vororten Tokios.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die meisten normalen Menschen eigentlich nicht an ihn glauben, so gibt es ihn doch: den rational seinen Eigennutzen verfolgenden Wirtschaftsmenschen, den &#8222;Homo Oeconomicus&#8220;. Der bev\u00f6lkert nicht nur die Lehrb\u00fccher der \u00d6konomen und bietet die Grundlage f\u00fcr unz\u00e4hlige wirtschaftspolitische Vorschl\u00e4ge. Er lebt auch unter uns. 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