{"id":105,"date":"2007-01-09T09:31:53","date_gmt":"2007-01-09T08:31:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=105"},"modified":"2007-01-09T09:31:53","modified_gmt":"2007-01-09T08:31:53","slug":"so-wird-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2007\/01\/09\/so-wird-2007_105","title":{"rendered":"So wird 2007"},"content":{"rendered":"<p>Noch im alten Jahr haben Dieter Wermuth und ich uns getroffen, um gemeinsam tief in die Kristallkugel zu schauen. Wir entdeckten einen freundlich grinsenden Alan Greenspan (das ist der alte Chef der amerikanischen Notenbank, Sie wissen schon). Er winkte uns zu und signalisierte: Auch meine letzte Wette werde ich gewinnen. Ich bin nicht der K\u00f6nig der Blasen, sondern the Master of the Universe. Der Weltwirtschaft gelingt das Ausbalancieren der Ungleichgewichte, ohne Dollarcrash, ohne dass die Immobilienblase in Amerika platzt und ohne eine tiefe, weltweite Rezession. Das ist auch unsere Annahme f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNach Greenspan tauchten Buchstaben auf, grau-gr\u00fcn: MREESNOIANERV. Dreimal hin und her geschoben: MEAN REVERSION, sprach die Kugel, also zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t. Auch das beherzigen wir, zwar noch nicht f\u00fcr die Unternehmensgewinne, wohl aber f\u00fcr die langen Zinsen, f\u00fcr die Risikopr\u00e4mien von riskanten Anleihen sowie f\u00fcr die Volatilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Hier unsere Wetten im Einzelnen (das K\u00fcrzel am Ende der Wette verr\u00e4t, von wem sie urspr\u00fcnglich stammt):<br \/>\n<strong><\/p>\n<ol>\n<li>Die zehnj\u00e4hrige Rendite der Bundesanleihen zieht auf 4,50 Prozent an<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n&#8211; <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2007\/03\/Konzerne?page=all\">weil die Unternehmen die abnormale Phase zwischen 2002 und 2006 hinter sich lassen, in der sie zu Nettosparern geworden sind. 2007 werden sie keine Schulden mehr zur\u00fcckzahlen, sondern wieder neue Schulden machen<\/a><\/p>\n<li>&#8211; weil das Wachstum sich nicht signifikant abschw\u00e4chen wird.<\/li>\n<li>&#8211; weil die alte Faustformel &#8222;Inflation plus Wachstum plus 0,5 Prozentpunkte&#8220; lautet, mean reversion eben (heu).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Die Schwankungsanf\u00e4lligkeit der Finanzm\u00e4rkte nimmt wieder zu<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; weil die Zinsen steigen und dadurch alle riskanten Assets neu bewertet werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>&#8211; weil sich die Bonit\u00e4t der Unternehmensanleihen verschlechtern wird.<\/li>\n<li>&#8211; weil der Yen aufwerten wird und damit der Carry-Trade seine besten Tage gesehen hat (heu).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Es wird in Amerika zu keiner Rezession kommen &#8211; das reale Sozialprodukt wird 2007 mindestens 2 Prozent h\u00f6her sein als im vergangenen Jahr<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; die Anzahl der Jobs nimmt immer noch um 100.000 bis 150.000 im Monat zu und lag im November um 2,1 Prozent \u00fcber dem Vorjahresstand.<\/li>\n<li>&#8211; die Zuwachsrate f\u00fcr das verf\u00fcgbare Einkommen betrug nicht zuletzt deswegen 5,1 Prozent, so dass die Leute nach Abzug der Inflationsrate von (nur!) 2 Prozent real 3 Prozent mehr in der Tasche hatten als vor Jahresfrist: trotz gestiegener Zinsen und der Schw\u00e4che des Immobilienmarktes wird der Konsum, die wichtigste St\u00fctze der Konjunktur, nicht wegbrechen.<\/li>\n<li>&#8211; der abwertende Dollar hat den positiven Nebeneffekt, dass sich die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit amerikanischer Firmen verbessert und der Export die langsamere Expansion der Inlandsnachfrage zum Teil wettmacht.<\/li>\n<li>&#8211; zudem scheint es bislang nicht zu einem echten R\u00fcckgang der Hauspreise gekommen zu sein &#8211; lediglich die Zuwachsrate ist von nahe 15 Prozent auf etwa 5 Prozent gesunken.<\/li>\n<li>&#8211; es k\u00f6nnte sein, dass es f\u00fcr die Immobilienbesitzer also erneut nicht zu einem Verm\u00f6gensverlust kommt &#8211; f\u00fcr die Aktienbesitzer sieht die Welt sogar ausgesprochen erfreulich aus, nachdem der S&#038;P 500 im letzten Jahr 14,4 Prozent zugelegt hatte und es weiter aufw\u00e4rts zu gehen scheint mit den Gewinnen, wenn auch nicht mehr ganz so flott wie in den Vorjahren; zu knausern brauchen sie jedenfalls nicht (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Der Euro wird am Jahresende mindestens 1,45 Dollar kosten<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; die EZB wird die Zinsen nicht nur hoch halten, sondern vermutlich &#8211; entgegen meiner erst k\u00fcrzlich ge\u00e4u\u00dferten Ansicht, dass bei 3,5 Prozent Schluss sei &#8211; auf 3,75 Prozent oder sogar 4 Prozent anheben, da das Wachstum kr\u00e4ftig genug ist und die Liquidit\u00e4t beunruhigend rasch zunimmt.<\/li>\n<li>&#8211; w\u00e4hrend die Fed eher erw\u00e4gt, die Zinsen demn\u00e4chst wieder zu senken; die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es in diesem Herbst dazu kommt; von der Zinsdifferenz her wird sich der Euro festigen.<\/li>\n<li>&#8211; einigerma\u00dfen sicher ist auch, dass die Zentralbanken weiter ihr Dollarrisiko zugunsten des Euro vermindern wollen; sie werden ihre Anlagen nicht unbedingt aggressiv umschichten, aber bei Neuzug\u00e4ngen dem Euro ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht geben werden.<\/li>\n<li>&#8211;  nach wie vor werden europ\u00e4ische Unternehmen aus nicht ganz verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden deutlich niedriger bewertet als amerikanische; da das Wachstumspendel jetzt zugunsten Europas ausschl\u00e4gt, d\u00fcrfte es auch vermehrt private Anlagen in Euro geben.<\/li>\n<li>&#8211; Eurolands Leistungsbilanz wird zudem 2007 nahezu ausgeglichen sein, w\u00e4hrend die USA ein Defizit von 800 Milliarden Dollar finanzieren m\u00fcssen; von daher gibt es st\u00e4ndig ein \u00dcberangebot an Dollars, das seinen Kurs unter Druck halten wird (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Die Inflationsrate Eurolands wird im Verlauf des Jahres unter 1,7 Prozent sinken<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; die Kerninflationsrate, um die sich die Headline-Rate im Konjunkturverlauf immer bewegt, ist schon seit langem nicht h\u00f6her als 1,5 Prozent.<\/li>\n<li>&#8211; die Lohnabschl\u00fcsse bleiben moderat, da es in fast allen Bereichen, die dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, ein \u00dcberangebot an Arbeit gibt; die Verhandlungsposition der Gewerkschaften bessert sich, bleibt aber schwach.<\/li>\n<li>&#8211; die Produktivit\u00e4t nimmt allein aus zyklischen Gr\u00fcnden demn\u00e4chst wieder st\u00e4rker zu, so dass die Lohnst\u00fcckkosten, der wichtigste Kostenfaktor \u00fcberhaupt, kaum steigen d\u00fcrften; die Unternehmen k\u00f6nnen daher ihre Gewinne weiter steigern, ohne dass sie gro\u00df ihre Preise erh\u00f6hen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>&#8211; die Aufwertung des Euro bedeutet, dass die W\u00e4hrungsunion Preisstabilit\u00e4t importiert; der Verlust an preislicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit bedeutet auch, dass sich das Angebot im Inland erh\u00f6ht, was wiederum tendenziell den Preisanstieg d\u00e4mpft.<\/li>\n<li>&#8211; schlie\u00dflich werden auch die h\u00f6heren Zinsen irgendwann einmal greifen; sie werden ja in der Absicht angehoben, die Nachfrage und damit die Inflation abzuk\u00fchlen (es fragt sich allerdings, was es bei letzterer noch abzuk\u00fchlen gibt) (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>In Deutschland wird der private Verbrauch, der real seit f\u00fcnf Jahren stagniert, um mindestens 1,5 Prozent zunehmen<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; im Dezember d\u00fcrfte die Anzahl der Erwerbst\u00e4tigen bei 39,4 Millionen gelegen haben und damit um 1,3 Prozent \u00fcber ihrem Vorjahreswert; eine so hohe Steigerungsrate hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.<\/li>\n<li>&#8211; nach den j\u00fcngsten Umfragen planen immer mehr Unternehmen, neue Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.<\/li>\n<li>&#8211; die Reall\u00f6hne werden trotz der Belastungen durch \u00d6lpreise und Mehrwertsteuer erstmals seit 2001 wieder zunehmen, wenn auch kaum um mehr als 1 Prozent; im f\u00fcnften Jahr seit dem konjunkturellen Tief d\u00fcrfte der Widerstand gegen gro\u00dfz\u00fcgigere Lohnerh\u00f6hungen nicht mehr so stark sein.<\/li>\n<li>&#8211;  weil die Gewinne weiterhin,  das f\u00fcnfte Jahr  in Folge, zweistellig zunehmen werden; insgesamt beschleunigt sich also die Zunahme des real in der Volkswirtschaft verf\u00fcgbaren Einkommens.<\/li>\n<li>&#8211; es besteht vermutlich ein betr\u00e4chtlicher Nachholbedarf an Konsumausgaben; wegen der katastrophalen Lage am Arbeitsmarkt hatten sich die Verbraucher jahrelang zur\u00fcckgehalten.<\/li>\n<li>&#8211; dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfte der Anstieg der Aktienkurse um 22 Prozent im abgelaufenen Jahr positive Verm\u00f6genseffekte auf die Ausgaben der Haushalte haben; auch der Immobilienmarkt hat sich offenbar gefangen (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>Das reale BIP der Welt wird im vierten Jahr in Folge um mehr als 4 Prozent zunehmen<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; der Aufschwung geht weiterhin einher mit einer lebhaften Investitionst\u00e4tigkeit, so dass auf der Angebotsseite bislang keine Engp\u00e4sse entstanden sind.<\/li>\n<li>&#8211; das gilt genauso f\u00fcr die Arbeitsm\u00e4rkte, so dass die durchschnittliche Inflationsrate kaum mehr als 3 Prozent betr\u00e4gt.<\/li>\n<li>&#8211; das erm\u00f6glicht eine relativ lockere Geldpolitik; die Notenbanken werden den Aufschwung vorl\u00e4ufig nicht abzuw\u00fcrgen versuchen.<\/li>\n<li>&#8211; die wichtigsten Schwellenl\u00e4nder haben keine finanziellen Probleme; sie verf\u00fcgen \u00fcber gewaltige Devisenreserven und sind inzwischen zu Netto-Kapitalexporteuren geworden, so dass so etwas wie eine neue Asienkrise auf absehbare Zeit ganz unwahrscheinlich ist.<\/li>\n<li>&#8211; es gibt wenig, was den Aufholprozess dieser L\u00e4nder stoppen k\u00f6nnte; angesichts von Pro Kopf-Einkommen, die bei kaum einem Zehntel des unsrigen liegen, ist der Nachholbedarf bei Konsumg\u00fctern, Wohnungen, Fabrikausr\u00fcstungen und Infrastruktur immens.<\/li>\n<li>&#8211; marktwirtschaftliche Reformen und die rapide Integration in die Arbeitsteilung der Welt werden als Erfolgsmodelle gesehen; das setzt immer mehr unternehmerische Energien frei (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Der \u00d6lpreis f\u00e4llt auf 50$, erreicht am Jahresende aber wieder 65$<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; durch den milden Winter auf der Nordhalbkugel kommt es zu einem \u00dcberangebot an \u00d6l.<\/li>\n<li>&#8211; es gibt zur Zeit keine Lieferengp\u00e4sse aus politischen Gr\u00fcnden.<\/li>\n<li>&#8211; \u00d6l wird zunehmend durch andere Energietr\u00e4ger ersetzt.<\/li>\n<li>&#8211; die hohen Preise zwingen die Verbraucher, ihren \u00d6lverbrauch zu drosseln,<\/li>\n<li>&#8211; aber: die Weltkonjunktur brummt und<\/li>\n<li>&#8211; das Angebot an \u00d6l nimmt h\u00f6chstens um 2 Prozent zu, w\u00e4hrend das Sozialprodukt der Welt um etwa 4,5 Prozent expandiert &#8211; der Anpassungsparameter sind die Preise<\/li>\n<li>&#8211; wir werden wohl nicht noch einmal eine so ruhige Hurricane-Saison und einen so milden Winter erleben. (DW)<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>Eurolands Aktien werden im Jahresverlauf um mindestens 10 Prozent steigen<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; vor allem weil die Gewinne ebenfalls sehr kr\u00e4ftig zulegen.<\/li>\n<li>&#8211; die Bewertungen sind nach wie vor moderat (KGV ca. 14,5) &#8211; vor allem im Vergleich zu den USA. Gegen\u00fcber Staatsanleihen, die real zwei Prozent abwerfen, sind Aktien billig.<\/li>\n<li>&#8211; eine Unternehmensteuerreform bleibt auf der politischen Agenda, so dass auf mittlere Sicht mit h\u00f6heren Nettogewinnen zu rechnen ist (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=103\">In Deutschland gibt es ein kleines Produktivit\u00e4tswunder<\/a> &#8211; das BIP je Arbeitsstunde wird Ende 2007 um mehr als 2 Prozent \u00fcber dem Wert von Ende 2006 liegen<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; geht man nach den Unternehmensumfragen und den Auftragseing\u00e4ngen, wird die Produktion nach dem relativ schwachen ersten Quartal mit einer Rate von etwa 3,5 Prozent expandieren.<\/li>\n<li>&#8211; die Besch\u00e4ftigung steigt nur noch um 1 Prozent.<\/li>\n<li>&#8211; nach wie vor sind die Kapazit\u00e4tsreserven sehr gro\u00df, so dass sich der Output relativ problemlos steigern l\u00e4sst, ohne in gleichem Ma\u00dfe neue Mitarbeiter einstellen zu m\u00fcssen.<\/li>\n<li>&#8211; da die Investitionst\u00e4tigkeit endlich in Schwung gekommen ist, erh\u00f6ht sich das sogenannte Produktionspotential wieder rascher als bisher, wodurch zus\u00e4tzliche Reserven und Effizienzgewinne entstehen (DW).<\/li>\n<\/ul>\n<p><br clear=\"all\" \/><br \/>\n<strong><\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li>Franz\u00f6sische und italienische Gewerkschaften demonstrieren in Berlin f\u00fcr h\u00f6her L\u00f6hne in Deutschland<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\nDas ist eine alte Wette, die ich schon im Herbst 2003 Helmut Schmidt (Altkanzler und Mitherausgeber der ZEIT) vorgeschlagen habe. Er h\u00e4tte eingeschlagen, wenn wir die Wette auf 2004 begrenzt h\u00e4tten. Doch das war mir zu riskant. 2007, wie von mir vorgeschlagen, akzeptierte Helmut Schmidt nicht. Augenzwinkernd sagte er, es sei unsinnig in seinem Alter eine Wette \u00fcber vier oder f\u00fcnf Jahre abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Deshalb wette ich nun f\u00fcr 2007, dass sich ausl\u00e4ndische Gewerkschaften aus Euroland hierzulande f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne stark machen. Warum? Weil in der W\u00e4hrungsunion den L\u00f6hnen die Rolle des abgeschafften Wechselkurses zuf\u00e4llt. Und die Lohnzur\u00fcckhaltung in Deutschland ist so stark ausgepr\u00e4gt gewesen, dass jede weitere Abwertung gegen\u00fcber Frankreich oder Italien unakzeptabel ist. Das w\u00e4re schlicht beggar-my-neighbour vom Feinsten. Die Franzosen und Italiener werden nach Berlin reisen, um ihren  schlaffen deutschen Gewerkschaftskollegen Mut zu spenden. Denn die Lohnerh\u00f6hungen m\u00fcssen 2007 zumindest verteilungsneutral ausfallen <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=99\">(siehe meine Rechnung).<\/a> Tun sie es nicht und bleiben weiter hinter Produktivit\u00e4t und Inflation zur\u00fcck,  m\u00fcssen die L\u00f6hne in den n\u00e4chsten Jahren in Frankreich und Italien sinken &#8211; oder den Euro rei\u00dft es auseinander. Deshalb lohnt sich der Trip nach Berlin. (heu)<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch im alten Jahr haben Dieter Wermuth und ich uns getroffen, um gemeinsam tief in die Kristallkugel zu schauen. Wir entdeckten einen freundlich grinsenden Alan Greenspan (das ist der alte Chef der amerikanischen Notenbank, Sie wissen schon). Er winkte uns zu und signalisierte: Auch meine letzte Wette werde ich gewinnen. 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