{"id":10831,"date":"2018-03-28T15:14:59","date_gmt":"2018-03-28T13:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=10831"},"modified":"2022-04-28T14:17:48","modified_gmt":"2022-04-28T12:17:48","slug":"warum-das-sparen-nicht-den-kredit-begrenzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2018\/03\/28\/warum-das-sparen-nicht-den-kredit-begrenzt_10831","title":{"rendered":"Warum das Sparen nicht den Kredit begrenzt"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder gibt es gr\u00f6\u00dfere Debatten darum, ob man den \u00d6konomen und ihrer Wissenschaft eigentlich trauen darf. Schlie\u00dflich muten ihre Theorien und Modelle zu weilen seltsam an, mit ihren Prognosen liegen sie oft daneben und die Finanzkrise haben sie auch nicht vorhersagen k\u00f6nnen. Nun ist die Wirtschaftswissenschaft keine exakte Wissenschaft, aber den Mindeststandard, keinen <em>theoretischen<\/em> Unsinn in die <em>reale<\/em> Welt zu setzen, sollten \u00d6konomen schon erf\u00fcllen. Bei dem fundamentalen Thema der Geld- und Kreditsch\u00f6pfung wird diese Messlatte aber regelm\u00e4\u00dfig gerissen.<!--more--><\/p>\n<p>Schl\u00e4gt man ein beliebiges Einf\u00fchrungsbuch in die \u00d6konomie auf \u2013 etwa die Einf\u00fchrungstexte von <a title=\"Grundz\u00fcge der Volkswirtschaftslehre\" href=\"https:\/\/shop.schaeffer-poeschel.de\/prod\/grundzuege-der-volkswirtschaftslehre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gregory Mankiw<\/a> oder von <a title=\"Volkswirtschaftslehre\" href=\"https:\/\/shop.schaeffer-poeschel.de\/prod\/volkswirtschaftslehre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paul Krugman<\/a> \u2013 wird einem dazu immer wieder die &#8222;Spartopftheorie&#8220; des Kredits angeboten (f\u00fcr Kenner: die &#8222;Loanable Funds&#8220;-Theorie). Nach dieser Theorie bildet die Ersparnis einer Periode die Grundlage f\u00fcr den Kredit: Als erstes sparen die Haushalte (konsumieren also weniger als sie verdienen), dann geben sie die Ersparnis an die Banken, und die Banken geben sie dann als Kredit an die Unternehmen, die davon Investitionen finanzieren.<\/p>\n<p><strong>Sparen als Voraussetzung f\u00fcr Kredit?<\/strong><\/p>\n<p>Die Folgerung aus der Theorie: Je mehr die Haushalte konsumieren, desto weniger Geld bekommen die Banken und desto weniger Kredite die Unternehmen. Und desto weniger k\u00f6nnen die Unternehmen dann investieren. Sind die Investitionsw\u00fcnsche dann h\u00f6her als die Spart\u00e4tigkeit, m\u00fcssten die Banken allen weiteren Kreditnachfragern mitteilen, dass der Kredittopf leider, leider schon g\u00e4nzlich ausgesch\u00f6pft sei und man erst auf neue Ersparnis warten m\u00fcsse. <\/p>\n<p>Die klare Forderung ist dann: Haushalte m\u00fcssen mehr sparen, um den Kredittopf wieder aufzuf\u00fcllen! Das ist \u00fcbrigens eines der Hauptargumente dahinter, mit dem \u00d6konomInnen Regierungen dazu gebracht haben, <a title=\"Feldstein: Social Security, Induced Retirement, and Aggregate Capital Accumulation\" href=\"http:\/\/public.econ.duke.edu\/~hf14\/teaching\/socialinsurance\/readings\/Feldstein74(6.8).pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Sparen f\u00fcr die Rente vom staatlichen Rentensystem auf die Finanzm\u00e4rkte umzuleiten<\/a> \u2013 was man in Deutschland mit der Riester-Rente umgesetzt hat.<\/p>\n<p>Laut dieser Theorie machen die Banken eigentlich nicht viel. Sie sind sogenannte reine &#8222;Intermedi\u00e4re&#8220;, also reine Geldvermittler zwischen Sparern, die Geld verleihen, und Unternehmen, die welches leihen wollen. Spartopftheoretiker Mankiw schreibt dann auch ganz explizit: &#8222;Das Angebot an Mitteln [also Kredit, F.L.] stammt von denjenigen Menschen, die einen (derzeit \u00fcberz\u00e4hligen) Teil ihres Einkommens sparen und verleihen wollen. [\u2026] Ersparnis [ist] die Quelle des Angebots an Kreditmitteln.\u201c <\/p>\n<p>Aber irgendwas ist hier merkw\u00fcrdig. Gehen wir das mal der Reihe nach durch: Die Theorie sagt, dass die Unternehmen nur investieren k\u00f6nnen, wenn die Haushalte sparen. Aber woher haben die Haushalte das Geld zum Sparen? Es f\u00e4llt ja nicht vom Himmel. Die Haushalte m\u00fcssten es vorher irgendwie als L\u00f6hne und Gewinne von den Unternehmen bekommen haben \u2013 denn das ist ja das Einkommen, aus dem sie sparen k\u00f6nnen. Die Unternehmen hatten das Geld also, bevor sie es den Haushalten gaben. Aber das mussten die Unternehmen sich doch laut Spartopftheorie von den Haushalten vorher leihen, oder?<\/p>\n<p>Irgendwie bei\u00dft sich hier doch die Katze in den Schwanz. Woher soll denn urspr\u00fcnglich das Geld hergekommen sein, das sich die Unternehmen irgendwann von den Haushalten geliehen haben? Haben vielleicht die Ururururgro\u00dfv\u00e4ter der Haushalte als <em>Conquistadores<\/em> Gold in Lateinamerika geraubt, es dann nach Europa gebracht und dreht es hier immer seine Runde zwischen Haushalten und Unternehmen, vermittelt durch die Banken? Das klingt irgendwie komisch \u2013 schon allein, weil wir nicht mehr mit Gold zahlen. Und das ist auch kein Wunder, denn diese ganze Geschichte ist nat\u00fcrlich nicht richtig.<\/p>\n<p><strong>Die Banken schaffen Geld und Kredit<\/strong><\/p>\n<p>Richtig ist, dass das Geld nicht aus Lateinamerika von den Inka und Mayas (oder sonst woher) kommt, sondern dass die Banken es einfach so neu schaffen k\u00f6nnen. Wer einen Kredit will (und f\u00fcr kreditw\u00fcrdig erachtet wird), f\u00fcr den kreieren die Banken das Geld und den Kredit aus dem Nichts! <\/p>\n<p>Nimmt etwa eine Unternehmerin einen Kredit auf, schreibt ihr die Bank einfach den Kreditbetrag auf ihrem Konto gut (Tada!: neues Geld <em>und<\/em> neuer Kredit sind geschaffen) und die Bank selbst erh\u00f6ht ihr Guthaben um die Kreditsumme (das sind ihre Forderungen der Unternehmerin gegen\u00fcber, die diese sp\u00e4ter mit Zins und R\u00fcckzahlung bedienen muss). Das so geschaffene Geld ist sogenanntes &#8222;Giralgeld&#8220;, und der Vorgang nennt sich &#8222;Giralgeldsch\u00f6pfung&#8220;. <\/p>\n<p><a title=\"Wie der Kredit wirklich in die Welt kommt\" href=\"http:\/\/fgw-nrw.de\/fileadmin\/user_upload\/Blinde_Flecken_der_Lehrbuchoekonomie_klein.pdf#page=186\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Bank schafft also einfach aus der Luft simultan Kredit und Geld. Dazu muss kein einziger Haushalt auf Konsum verzichten<\/a>. Tats\u00e4chlich hat noch keine Bank der Welt einen Kreditnehmer mit der Erkl\u00e4rung abgewiesen, dass ihr Spartopf jetzt ausgesch\u00f6pft sei und sie noch darauf warten m\u00fcsse, dass sich irgendwer mit seinem Konsum zur\u00fcckh\u00e4lt. Wenn die Unternehmerin das neu geschaffene Geld dann an ihre Angestellten in Form von Lohneinkommen zahlt, k\u00f6nnen die entscheiden, ob sie es sparen wollen oder nicht. <\/p>\n<p>So kommt dann die Spartopftheorie vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe: Die Ersparnis ist n\u00e4mlich zumeist die <em>Folge<\/em> einer Kreditgew\u00e4hrung und <em>nicht<\/em> deren Ursache. Und wer das alles nicht glaubt, kann sich das gerne von der Bundesbank (<a title=\"Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldsch\u00f6pfungsprozess\" href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/614448\/c0acb63e33120467bbb3615c63dc7e1a\/mL\/2017-04-geldschoepfungsprozess-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>) oder der Bank of England (<a title=\"Money creation in the modern economy\" href=\"https:\/\/www.bankofengland.co.uk\/-\/media\/boe\/files\/quarterly-bulletin\/2014\/money-creation-in-the-modern-economy.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>) erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die Haushalte ihr Erspartes auch in Form von Krediten an Unternehmen oder die Banken weitergeben. Besonders Banken wie etwa die Sparkassen w\u00fcrden sich dar\u00fcber nat\u00fcrlich sehr freuen. Aber auch das l\u00e4uft in der realen Welt wieder genau nicht, wie sich die Spartopftheoretiker das vorstellen. <\/p>\n<p>In der Regel bekommen Angestellte ihr Gehalt n\u00e4mlich nicht bar von den Unternehmen ausgezahlt und \u00fcberlegen sich dann, wie viel sie davon sparen und auf die Bank bringen. In der Regel bekommen sie es von den Unternehmen auf ihre Konten \u00fcberwiesen. Die Unternehmen haben dann weniger Geld, die Haushalte mehr. Bei den Banken insgesamt liegt aber noch genauso viel Geld wie vorher, jetzt ist es nur anders verteilt. <\/p>\n<p>Wenn die Haushalte dann einen Teil ihres Geldes wieder zur\u00fcck an die Unternehmen \u00fcberweisen, um f\u00fcr ihren Konsum zu bezahlen, und einen Teil auf dem Konto als Ersparnis lassen, \u00e4ndert sich f\u00fcr die Banken wieder nichts an der Geldmenge. Es sind dann weder mehr noch weniger &#8222;Kreditmittel&#8220; vorhanden. Ersparnis ist eben nicht \u2013 wie Mankiw das schreibt \u2013 &#8222;die Quelle des Angebots an Kreditmitteln&#8220;. <\/p>\n<p><strong>Gefahren der Spartopftheorie<\/strong><\/p>\n<p>Aber die Spartopftheorie ist nicht nur falsch, sie ist auch gef\u00e4hrlich. Denn eine h\u00f6here Ersparnis der Haushalte kann in der realen Welt ganz entgegen der Spartopftheorie dazu f\u00fchren, dass die Unternehmen weniger Investitionskredit aufnehmen, und nicht mehr! Denn die wichtigste Geldquelle f\u00fcr Unternehmen ist nicht der Kredit, sondern der Umsatz. Der sinkt, wenn die Leute weniger kaufen. Und wenn Unternehmen weniger verkaufen, werden sie in der Regel nicht daran denken, mehr zu investieren, um sich bei schrumpfendem Absatz mehr Maschinen hinzustellen. <\/p>\n<p>Dazu kommt, dass die Banken bei einem allgemeinen Umsatzr\u00fcckgang mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr, sondern weniger, auf jeden Fall aber teurere Kredite an Unternehmen vergeben: Bei geringerem Umsatz bleibt den Unternehmen weniger Geld \u00fcbrig, mit dem sie ihre Zinsen und Tilgung leisten k\u00f6nnen. Das steigert das Kreditausfallrisiko \u2013 und ein gesteigertes Risiko lassen sich die Banken in Form h\u00f6herer Zinsen bezahlen. Denn auch wenn die Banken das Geld aus dem Nichts schaffen, gilt: Wenn die Kredite nicht bedient werden, m\u00fcssen die Banken ihre Forderungen abschreiben und k\u00f6nnen pleitegehen. <\/p>\n<p>Das alles ist nicht nur graue Theorie: Genau das ist es, was in einer Wirtschaftskrise passiert. Viele Haushalte (oder Unternehmen oder der Staat) verringern ihre Ausgaben, was die Ums\u00e4tze einbrechen l\u00e4sst, zu Kreditausf\u00e4llen und dann zu Bankenkrisen f\u00fchrt. Zu beobachten in allen europ\u00e4ischen Krisenl\u00e4ndern der letzten Jahre.<\/p>\n<p>Das alles hei\u00dft nun aber, dass Banken eben nicht nur einfach Geldvermittler zwischen Sparern und Kreditnehmern sind. Sie sind selbst zentrale Akteure. Sie entscheiden nicht nur dar\u00fcber, wer einen Kredit bekommt, sondern auch dar\u00fcber, wie viel Kredit und (Giral-)Geld neu geschaffen werden. Sind die Banken also in einer Welt, in der sich alles ums Geld dreht, allm\u00e4chtig, weil sie einfach so unendlich viel Geld schaffen und damit shoppen gehen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Grenzen der Geld- und Kreditsch\u00f6pfung in der realen Welt<\/strong><\/p>\n<p>Das w\u00e4re dann allerdings doch zu sch\u00f6n. Denn die Banken k\u00f6nnen zwar im Prinzip unendlich viel <em>Giral<\/em>geld sch\u00f6pfen, aber wenn die Kreditnehmer das Geld irgendwo anders hin \u00fcberweisen oder gar bar abheben wollen, nutzt den Gesch\u00e4ftsbanken all die Giralgeldsch\u00f6pferei nichts mehr. Im Gegensatz zu uns Normalos akzeptieren die Banken untereinander n\u00e4mlich nicht ihr jeweils selbstgemachtes Giralgeld. Untereinander wollen sie Zentralbankgeld sehen. <\/p>\n<p>Zentralbankgeld ist das Geld, das allein die Zentralbank aus dem Nichts schaffen kann, und zwar dann, wenn sie den Gesch\u00e4ftsbanken einen Kredit gibt oder andere Aktiva erwirbt. Zum Zentralbankgeld geh\u00f6rt das Guthaben auf den Konten, die die Gesch\u00e4ftsbanken bei der Zentralbank haben und das Bargeld, das bei uns im Portemonnaie steckt oder bei den Gesch\u00e4ftsbanken im Tresor liegt. <\/p>\n<p>Wenn wir Nichtbanken einander Geld \u00fcberweisen, geschieht etwas zwischen den Banken, von dem wir in der Regel nichts mitbekommen: Die Banken, bei denen wir unsere Konten haben, schieben Zentralbankgeld zwischen ihren Zentralbankkonten hin und her.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das genau? Wenn ich zum Beispiel im Supermarkt einkaufen gehe und per EC- oder Kreditkarte zahle, dann wird mein Konto bei meiner Bank (nennen wir sie A-Bank) belastet und der Betrag meines Einkaufes dem Supermarkt auf dessen Konto bei seiner Bank, der B-Bank, gutgeschrieben. Damit dies geschieht, muss meine A-Bank Zentralbankgeld von ihrem Konto bei der Zentralbank auf das Zentralbankkonto der B-Bank \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Der ganze Zahlungsverkehr klappt nat\u00fcrlich nur, wenn meine A-Bank genug Zentralbankgeld hat oder sich auf die Schnelle leihen kann. Hat sie n\u00e4mlich nicht genug davon (obwohl mein Guthaben bei ihr gro\u00df genug ist), kann sie meine Zahlung nicht abwickeln und dann hat sie ein Problem (und ich auch!). Im schlimmsten Fall ist sie pleite. Dann habe ich zwar formal immer noch das sch\u00f6ne Giralgeld. Aber ich kann damit im wahrsten Sinne des Wortes <em>nichts<\/em> kaufen, weil ich es von der Bank weder bar abheben noch irgendwohin \u00fcberweisen kann.<\/p>\n<p>Und woher bekommen die Banken ihr Zentralbankgeld? Sie k\u00f6nnen es sich direkt bei der Zentralbank leihen oder untereinander auf dem sogenannten &#8222;Interbankenmarkt&#8220;. Auf dem Interbankenmarkt k\u00f6nnen Banken mit besonders hohen Guthaben bei der Zentralbank ihr &#8222;\u00fcbersch\u00fcssiges&#8220; Zentralbankgeld an Banken verleihen, die es gerade brauchen.<\/p>\n<p>Wenn die Banken untereinander Zentralbankgeld auf dem Interbankenmarkt verleihen, so wird kein neues Zentralbankgeld geschaffen. Das Geld flie\u00dft nur zwischen den Zentralbankgeldkonten der Gesch\u00e4ftsbanken hin und her. Nur wenn sich die Banken Zentralbankgeld bei der Zentralbank leihen, entsteht auch neues Zentralbankgeld.<\/p>\n<p>Daher r\u00fchrt auch die Wichtigkeit des Zentralbankzinses: Mit dem Leitzins bestimmt die Zentralbank, wie viel neues Zentralbankgeld kostet. Je h\u00f6her der Zins ist, desto teurer werden Zentralbankgeldkredite f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsbanken.<\/p>\n<p>Wie eingeschr\u00e4nkt die Banken in ihrer Kreditvergabe trotz aller Geld- und Kreditsch\u00f6pfung aus dem Nichts sind, hat etwa die Finanzkrise aus dem Jahr 2008\/09 gezeigt: Als in den USA die Investmentbank Lehman Brothers pleitegegangen ist, brach sofort der Interbankenmarkt zusammen. Banken wussten nicht mehr, ob sie sich untereinander noch trauen konnten: W\u00fcrde demn\u00e4chst eine andere Bank zusammenbrechen? Dann w\u00fcrde man n\u00e4mlich seine Interbankenforderungen verlieren und vielleicht selbst in die Pleite schlittern. <\/p>\n<p>Also liehen sich die Banken von jetzt auf gleich nichts mehr untereinander. Damit stockte aber pl\u00f6tzlich die F\u00e4higkeit der Banken, Zahlungen untereinander zu leisten. W\u00e4re nichts geschehen, h\u00e4tten die Banken geschlossen werden m\u00fcssen und die Menschen w\u00e4ren nicht mehr an ihr Geld gekommen. Die Banken h\u00e4tten zwar im Prinzip weiterhin Giralgeld sch\u00f6pfen k\u00f6nnen \u2013 aber damit h\u00e4tten sie sich eben nichts kaufen k\u00f6nnen. Die Giralgeldsch\u00f6pfung ist ein m\u00e4chtiges Instrument in der Hand der Banken, aber dadurch werden sie noch lange nicht allm\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Genau f\u00fcr so eine Situation braucht man \u00fcbrigens Zentralbanken. Als die Interbankenm\u00e4rkte zusammenbrachen, ist die Zentralbank als &#8222;Ausleiher der letzten Instanz&#8220; (<em>Lender of Last Resort<\/em>) eingesprungen. Damit blieben die Banken zahlungsf\u00e4hig, und die Menschen konnten weiterhin problemlos Geld untereinander \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Summa summarum hei\u00dft das: Auch wenn die Banken Geld &#8222;aus dem Nichts&#8220; schaffen k\u00f6nnen, so bleibt die Verf\u00fcgbarkeit von Zentralbankgeld die wesentliche Beschr\u00e4nkung f\u00fcr ihre Kredit- und Geldsch\u00f6pfung. Die Ersparnis der Haushalte beschr\u00e4nkt die Kredit- und Geldsch\u00f6pfung aber nicht! Es w\u00e4re zu sch\u00f6n, wenn diese Erkenntnis aus der realen Wirtschaftswelt auch Einzug in die \u00f6konomischen Einf\u00fchrungsb\u00fccher finden w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder gibt es gr\u00f6\u00dfere Debatten darum, ob man den \u00d6konomen und ihrer Wissenschaft eigentlich trauen darf. Schlie\u00dflich muten ihre Theorien und Modelle zu weilen seltsam an, mit ihren Prognosen liegen sie oft daneben und die Finanzkrise haben sie auch nicht vorhersagen k\u00f6nnen. 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