{"id":11070,"date":"2018-11-07T14:01:43","date_gmt":"2018-11-07T13:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=11070"},"modified":"2018-11-07T14:05:03","modified_gmt":"2018-11-07T13:05:03","slug":"der-us-dollar-als-leitwaehrung-alternativlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2018\/11\/07\/der-us-dollar-als-leitwaehrung-alternativlos_11070","title":{"rendered":"Der US-Dollar als Leitw\u00e4hrung \u2013 alternativlos?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8431\" src=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2015\/06\/Wirtschaftsdienst_Logo_290x60.gif\" alt=\"Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftspolitik\" width=\"280\" height=\"58\" \/><\/a><em><a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/\" target=\"_blank\">Exklusiv aus dem Wirtschaftsdienst:<\/a><\/em> Die Bedeutung der USA f\u00fcr die Weltwirtschaft nimmt schon seit l\u00e4ngerem ab; die Bedeutung Chinas nimmt dagegen weiter zu. Dennoch erf\u00fcllt der US-Dollar noch immer die Rolle der Weltleitw\u00e4hrung, auch wenn dies angesichts des amerikanischen Protektionismus zunehmend kritisch hinterfragt wird. Die Zentralbanken halten ihre W\u00e4hrungsreserven vor allem in US-Dollar und der internationale Zahlungsverkehr und globale Finanztransaktionen werden zu gro\u00dfen Teilen in US-Dollar vorgenommen. F\u00fcr die USA gibt es gro\u00dfe Anreize, die Stellung des Dollar als Leitw\u00e4hrung zu halten und sich die damit verbundenen Vorteile zu sichern. Nicht zuletzt erleichtert die Leitw\u00e4hrung den USA auch die \u00dcberwachung und Durchsetzung von Sanktionen. K\u00f6nnen andere W\u00e4hrungen, wie der Euro oder Chinas Renminbi, dem Dollar die Leitw\u00e4hrungsfunktion streitig machen? Die sechs Autoren des <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2018\/11\/07\/der-us-dollar-als-leitwaehrung-alternativlos_11070#pdf\">Zeitgespr\u00e4chs der Oktober-Ausgabe<\/a> des <em>Wirtschaftsdienst<\/em> gehen dieser Frage nach.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Bernd Kempa<\/strong> (Professor am Institut f\u00fcr Internationale \u00d6konomie in M\u00fcnster) f\u00fchrt in seinem Beitrag aus, dass auch wenn es eine Frage der Zeit zu sein scheint, &#8222;wann die USA ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung verlieren&#8220;, die USA nach wie vor am besten die Kriterien eines Leitw\u00e4hrungslandes erf\u00fcllen. Da sich eine Leitw\u00e4hrung dadurch auszeichnet, &#8222;dass sie als international wichtigste Transaktions-, Anlage- und Reservew\u00e4hrung fungiert&#8220;, &#8222;muss sie uneingeschr\u00e4nkt in andere W\u00e4hrungen konvertierbar und in ausreichendem Ma\u00dfe global verf\u00fcgbar sein&#8220;. Das Leitw\u00e4hrungsland sollte daher &#8222;\u00fcber offene, tiefe und gut entwickelte Finanzm\u00e4rkte verf\u00fcgen&#8220;, &#8222;die innere Wertstabilit\u00e4t der W\u00e4hrung [\u2026] sicherstellen, einen hohen Grad an makro\u00f6konomischer Stabilit\u00e4t besitzen und eine bedeutende wirtschaftliche und politische Rolle in der Weltwirtschaft spielen.&#8220; <\/p>\n<p>Die herausragende Stellung des Dollar zeigt sich daran, dass er &#8222;an 88% aller weltweiten Devisentransaktionen beteiligt [ist], w\u00e4hrend der Euro als zweitwichtigste W\u00e4hrung nur f\u00fcr 31% aller W\u00e4hrungstausche eingesetzt wird. Der chinesische Renminbi rangiert mit einem Anteil von derzeit 4% weit abgeschlagen auf dem achten Platz der am h\u00e4ufigsten gehandelten W\u00e4hrungen. Auch als internationales Reservemedium ist der US\u00adDollar mit 62% der weltweit gehaltenen Devisenreserven weiterhin dominant, w\u00e4hrend der Euro einen Anteil von lediglich 20% aufweist.\u201c<\/p>\n<p>Der Leitw\u00e4hrungsstatus des Dollar bringt den USA erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Neben betr\u00e4chtlichen Geldsch\u00f6pfungsgewinnen und relativ g\u00fcnstigen Refinanzierungsbedingungen des Staats haben US-amerikanische Unternehmen Transaktionskostenvorteile gegen\u00fcber der ausl\u00e4ndischen Konkurrenz. Bernd Kempa verweist darauf, dass die USA so j\u00e4hrlich volkswirtschaftliche Gewinne in H\u00f6he von etwa 3 % des BIP erzielen. (Zur Einordnung:  Das sind rund 580 Mrd. US-Dollar, was ziemlich genau dem BIP der Republik Taiwan mit seinen 23,5 Mio. Einwohnern entspricht).<\/p>\n<p>Herausgefordert werden die USA seit einigen Jahren von China, dass aktiv die Verwendung des Renminbi als internationale Transaktionsw\u00e4hrung f\u00f6rdert und erst vor kurzem einen Terminhandel mit Roh\u00f6l in eigener W\u00e4hrung an der Shanghaier B\u00f6rse eingef\u00fchrt hat. Auch Russland strebe eine Schw\u00e4chung des US-Dollar als Weltw\u00e4hrung an, so Kempa, das seine Gaslieferungen inzwischen \u00fcberwiegend in Euro fakturiere. &#8222;Die amerikanische Handelspolitik sowie die Sanktionsma\u00dfnahmen der Trump-Administration werden die Bem\u00fchungen dieser L\u00e4nder auf eine Abl\u00f6sung des US-Dollar als Leitw\u00e4hrung mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit weiter verst\u00e4rken.&#8220; Allerdings sei die F\u00fchrungsposition des Dollar auf absehbare Zeit nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>F\u00fcr <strong>Helmut Reisen<\/strong> (Shifting-Wealth Consulting) steht fest, dass die Weltwirtschaft mit der Verlagerung ihres Schwerpunktes nach Asien gerade neu vermessen wird und die BRICS-Staaten das Ziel verfolgen den US-Dollar als Leitw\u00e4hrung durch den Renminbi abzul\u00f6sen. Wobei die isolationistische Handelspolitik Donald Trumps den Aufstieg des Renminbi befeuern k\u00f6nnte. Aber, so Reisen: &#8222;Noch ist viel Klempnerarbeit zu erledigen, bevor die Dominanz des US-Dollars abgebaut werden kann. Diese Arbeit ist in vollem Gang; mit dem Aufbau neuer Institutionen abseits des durch den Westen dominierten Finanzsystems, dem Aufbau neuer Transport\u00ad, Energie\u00ad und Digitalverbindungen im Zuge der chinesischen Seidenstra\u00dfen\u00adInitiative und dem Zerfall des globalen Welthandels in regionale Handelsbl\u00f6cke.\u201c <\/p>\n<p>Warum versuchen die gr\u00f6\u00dften Schwellenl\u00e4nder die Dominanz des US-Dollar zu brechen? <\/p>\n<ol>\n<li><em>W\u00e4hrungskrisen, wie aktuell in Argentinien und der T\u00fcrkei<\/em>: &#8222;[Diese beiden L\u00e4nder] m\u00fcssen 2018 einen rapiden Verfall des Au\u00dfenwertes ihrer W\u00e4hrungen hinnehmen. [\u2026]. Da viele Schwellenl\u00e4nder recht illiquide sind und enge Finanzm\u00e4rkte aufweisen, verf\u00fchrt die Verletzung der ungedeckten Zinsparit\u00e4t zur Aufnahme von Schulden in Fremdw\u00e4hrung. Wenn die Kreditaufnahme in US-Dollar von Firmen oder Banken erfolgt, die nicht \u00fcber entsprechende Einnahmen verf\u00fcgen, entstehen W\u00e4hrungsinkongruenzen in den Unternehmensbilanzen. Diese Bilanzinkongruenzen sind eine Zeitbombe f\u00fcr private Akteure und \u00f6ffentliche Haushalte durch Eventualverbindlichkeiten f\u00fcr \u00f6ffentliche Rettungsaktionen.&#8220;<\/li>\n<li><em>Sanktionsf\u00e4higkeit der USA<\/em>: &#8222;Jede Transaktion, die in US-Dollar oder \u00fcber eine US-Bank abgewickelt wird, f\u00fchrt automatisch dazu, dass die Handelspartner der amerikanischen Rechtsprechung unterliegen. Die USA f\u00fchren derzeit Wirtschaftskriege gegen ein Zehntel der L\u00e4nder der Welt mit einer kumulierten Bev\u00f6lkerung von fast 2 Mrd. Menschen du euibem BIP von mehr als 15 Billionen US-$.&#8220;<\/li>\n<li><em>Gefahr einer Abwertung des US-Dollar<\/em>: &#8222;China und die zw\u00f6lf gr\u00f6\u00dften Schwellenl\u00e4nder hielten zuletzt offizielle Devisenreserven in H\u00f6he von 6,7 Billionen US-$, immerhin fast 60\u2009% der globalen offiziellen Reserven. [\u2026] Wichtige Schwellenl\u00e4nder[\u2026] bef\u00fcrchten eine bewusste Abwertungsstrategie der USA, die ihre gewaltigen W\u00e4hrungsreserven um hunderte Milliarden US-Dollar entwerten w\u00fcrden.&#8220;<\/li>\n<li><em>politische Schwerpunktverschiebung<\/em>: &#8222;Die Weltneuvermessung ist unvollst\u00e4ndig und wom\u00f6glich auf Dauer gef\u00e4hrdet, wenn deren wirtschaftliche S\u00e4ule nicht durch milit\u00e4risches Abschreckungspotenzial und Abbau der Dominanz des US-Dollar abgesichert wird. Historisch stammte die Leitw\u00e4hrung aus der f\u00fchrenden Volkswirtschaft der jeweiligen Zeit. Kaufkraftbereinigt ist China laut IWF-Daten die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt; sein Anteil am Weltprodukt liegt heute (2018) bei 18,7\u2009%, w\u00e4hrend der US-Anteil auf 15,1\u2009% gesch\u00e4tzt wird.&#8220;<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Hansj\u00f6rg Herr<\/strong> (Professor f\u00fcr Supranationale Wirtschaftsintegration in Berlin) unterstreicht wie wichtig die Verm\u00f6genssicherungsqualit\u00e4t einer W\u00e4hrung f\u00fcr deren internationale Rolle ist. Entscheidende Kriterien, die eine Leitw\u00e4hrung erf\u00fcllen muss, sind demnach:<\/p>\n<ul>\n<li>eine geringe aktuelle und erwartete Inflationsrate,<\/li>\n<li>die Rolle als Wertstandard von grenz\u00fcberschreitenden Krediten,<\/li>\n<li>ein stabiler Wechselkurs,<\/li>\n<li>vollst\u00e4ndige Konvertibilit\u00e4t,<\/li>\n<li>die Gr\u00f6\u00dfe und Diversit\u00e4t des Verm\u00f6gensmarktes,<\/li>\n<li>die politische Rolle und nicht zuletzt die milit\u00e4rische St\u00e4rke eines Landes und<\/li>\n<li>schlie\u00dflich Netzwerkeffekte, &#8222;welche die Nutzung eines verbreitet genutzten Geldes verst\u00e4rken und stabilisieren&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Hansj\u00f6rg Herr ist klar, dass der US-Dollar diese Kriterien besser als alle anderen W\u00e4hrungen erf\u00fcllt. Auch der Euro kann dem Dollar derzeit nicht das Wasser abgraben, weil der EWU mit vielen Unsicherheiten behaftet ist. Ohne eine weitere Integration der Eurostaaten, kann der Euro unm\u00f6glich zum Dollar aufschlie\u00dfen. Was den Renminbi betrifft, sei nicht davon auszugehen, dass er mittelfristig eine umfassende internationale Rolle spielen wird. Ihm fehlt eine wichtige institutionelle Voraussetzung: er ist nicht konvertibel. Mit Blick auf die Zukunft des US-Dollar als Leitw\u00e4hrung h\u00e4lt Herr fest: &#8222;Das zuk\u00fcnftige W\u00e4hrungssystem d\u00fcrfte noch lange vom US\u00adDollar dominiert werden, allerdings mit abnehmender St\u00e4rke. Der Euro wird aufgrund der internen Probleme der EWU und dem Fehlen der politischen und milit\u00e4rischen Dimensionen einer Weltw\u00e4hrung den US\u00adDollar schwerlich verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Hansj\u00f6rg Herr sieht jedoch auch Risiken f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Stabilit\u00e4t des W\u00e4hrungssystems und stellt perspektivisch eine Idee John Maynard Keynes in den Raum, deren Umsetzung jedoch schwierig ist: \u201eKeynes hat die Idee einer supranationalen W\u00e4hrung, dem Bancor, zumindest f\u00fcr die Reservehaltung der Banken und Mechanismen der W\u00e4hrungsstabilisierung und Beschr\u00e4nkung von Leistungsbilanzungleichgewichten ins Spiel gebracht. F\u00fcr einen solchen Schritt bedarf es jedoch einer intensiven internationalen Kooperation und starker internationaler Institutionen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Lukas Menkhoff<\/strong> (Leiter die Abteilung Weltwirtschaft am DIW in Berlin) betrachtet die internationale Rolle des US-Dollar vor dem Hintergrund der Entwicklung des internationalen W\u00e4hrungssystems seit 1944 und stellt fest: &#8222;[Alle] Gr\u00fcnde, die f\u00fcr den US-Dollar als Leitw\u00e4hrung sprechen, treffen heute noch zu, aber deutlich schw\u00e4cher als zum Ende des Zweiten Weltkriegs.&#8220; Mit dem wachsenden Gewicht Japans, Europas und zuletzt Chinas in der Weltwirtschaft wurde deshalb immer wieder \u00fcber eine Abl\u00f6sung des US-Dollar durch andere W\u00e4hrungen spekuliert.<\/p>\n<p>Ende der achtziger Jahre galt der japanische Yen kurzeitig als Rivale des US-Dollar. Der Yen konnte diesen Erwartungen jedoch nicht gerecht werden, da die japanische Wirtschaft sich seither weit weniger dynamisch entwickelte als damals vermutet wurde. Seit der Gr\u00fcndung der EWU gilt der Euro galt als m\u00f6gliche Alternative zum US-Dollar; allerdings hat die Eurokrise auch diese Erwartungen bis auf weiteres zunichte gemacht. &#8222;Im Grunde bleibt dann \u2013 als einzelne W\u00e4hrung \u2013 nur noch der chinesische Yuan als Alternative \u00fcbrig, der allerdings die erwarteten klassischen Funktionen schon wegen fehlender freier Verf\u00fcgbarkeit nicht erf\u00fcllt.\u201c, konstatiert Menkhoff.<\/p>\n<p>Auch die Idee einer Globalw\u00e4hrung, die regelm\u00e4\u00dfig diskutiert wird, w\u00fcrdigt Lukas Menkhoff. Neben einer Vielzahl politischer Probleme seien aber auch die \u00f6konomischen Bedingungen f\u00fcr eine Globalw\u00e4hrung noch nicht gegeben: &#8222;[\u2026] in der gegenw\u00e4rtigen Verfassung der Weltwirtschaft [k\u00e4me] eine Globalw\u00e4hrung \u2013 bei allem Charme den solch ein Schritt h\u00e4tte \u2013 jedenfalls zu fr\u00fch.&#8220; <\/p>\n<p>Insgesamt sch\u00e4tzt Menkhoff die Chancen auf eine baldige Abl\u00f6sung des US-Dollar als Leitw\u00e4hrung als gering ein: &#8222;Der US\u00adDollar mag als Leitw\u00e4hrung wanken und heftig kritisiert werden, doch es scheint schwer vorstellbar, dass private Entscheider eine andere existierende W\u00e4hrung oder f\u00fcr ihre Finanztransaktionen eine politisch fragile Konstruktion freiwillig vorziehen. Der US\u00adDollar bietet derzeit immer noch das beste Paket an erw\u00fcnschten Eigenschaften f\u00fcr eine Leitw\u00e4hrung und in dieser Lage kommen dann die beharrend wirkenden Netzwerkeffekte als Verst\u00e4rker hinzu.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Friedrich Thie\u00dfen<\/strong> und <strong>Tommy Jehmlich<\/strong> (TU Chemnitz, Bereich: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre) setzten sich in ihrem Beitrag damit auseinander, wie sich der europ\u00e4ische Zahlungsverkehr vom US-Dollar l\u00f6sen kann. Hintergrund sind die neuerlichen Iran-Sanktionen, denn &#8222;[e]s zeigt sich, dass das Ziel der US-\u00adSanktionen zwar reale Wirtschaftsg\u00fcter sind, sie aber an finanzielle Zahlungen ansetzen. Dabei wird insbesondere das internationale Korrespondenzbankensystem genutzt, weil aufgrund der starken Stellung New Yorker Banken im internationalen Zahlungsverkehr viele Transaktionen \u00fcber Konten in den USA laufen, an denen Strafma\u00dfnahmen ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Thie\u00dfen und Jehmlich analysieren aus betriebswirtschaftlicher Sicht den Status quo des internationalen Zahlungsverkehrs und diskutieren anschlie\u00dfend &#8222;alternative Zahlungssysteme, die ohne Korrespondenzbankkonten in den USA auskommen und sich vom Knoten New York abkoppeln&#8220;. Als grunds\u00e4tzlich geeignete Alternativen k\u00e4men dabei Tauschsysteme, Clearinghaus-L\u00f6sungen, die Verwendung der Blockchain-Technologie und ein Zentralbank-gest\u00fctzter Zahlungsverkehr in Frage.<\/p>\n<p>Wolle man eine langfristige, sichere Abkoppelung Europas von US-amerikanischen Zahlungsverkehrsbanken, seien Umgehungssystem, wie der Tauschhandel, kein nachhaltiger Weg. Eine L\u00f6sung in diese Richtung best\u00fcnde allerdings in zentralen Clearingstellen mit oder ohne Blockchain. &#8222;An solchen Systemen wird an mehreren Stellen intensiv gearbeitet. Swift in Belgien, Clearstream in Luxemburg und das London Clearing House (LCH) stehen bereit, sich zu Clearingstellen in einem zentralisierten modernen Zahlungssystem zu pr\u00e4parieren. Dies ist die Chance der Europ\u00e4er, sich von der Dominanz des Finanzplatzes New York zu l\u00f6sen, ja mehr noch, es ist die Chance, die Bedeutung New Yorks generell zu verringern, indem zentrale Gesch\u00e4ftsfelder von dort abgezogen werden,&#8220; schlie\u00dfen die beiden Autoren.<br \/>\n<a name=\"pdf\"><\/a><br \/>\nLesen Sie hier exklusiv ausf\u00fchrlich die f\u00fcnf Beitr\u00e4ge des aktuellen Zeitgespr\u00e4chs zur internationalen Rolle des Dollar und m\u00f6glichen Alternativen aus der Oktober-Ausgabe des <em>Wirtschaftsdienst<\/em>:<\/p>\n<p><a title=\"Der US-Dollar als Leitw\u00e4hrung \u2013 alternativlos?, in: Wirtschaftsdienst 10\/2018, S. 691-710 (pdf)\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2018\/11\/wirtschaftsdienst_10_2018_Der_US-Dollar_als_Leitwaehrung-alternativlos.pdf\"><em><strong>Der US-Dollar als Leitw\u00e4hrung \u2013 alternativlos?<\/strong><\/em><\/a>, in: Wirtschaftsdienst 10\/2018 (mit folgenden Beitr\u00e4gen: &#8222;<em>Leitw\u00e4hrungsstatus des US-Dollar: Quo vadis?<\/em>&#8220; von Bernd Kempa; &#8222;<em>Leitw\u00e4hrung und Weltneuvermessung<\/em>&#8220; von Helmut Reisen; &#8222;<em>Die Zukunft des US-Dollar<\/em>&#8220; von Hansj\u00f6rg Herr; &#8222;<em>Internationales W\u00e4hrungssystem: US-Dollar, Globalw\u00e4hrung oder ein &#8218;chinesisches System&#8216;?<\/em>&#8220; von Lukas Menkhoff; &#8222;<em>Wie sich der europ\u00e4ische Zahlungsverkehr vom US-Dollar l\u00f6sen kann \u2013 die betriebswirtschaftliche Sicht<\/em>&#8220; von Friedrich Thie\u00dfen und Tommy Jehmlich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: Die Bedeutung der USA f\u00fcr die Weltwirtschaft nimmt schon seit l\u00e4ngerem ab; die Bedeutung Chinas nimmt dagegen weiter zu. 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