{"id":2247,"date":"2010-08-27T00:28:07","date_gmt":"2010-08-26T22:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=2247"},"modified":"2010-08-27T12:17:08","modified_gmt":"2010-08-27T10:17:08","slug":"mal-was-nettes-uber-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2010\/08\/27\/mal-was-nettes-uber-deutschland_2247","title":{"rendered":"Mal was Nettes \u00fcber Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wolfgang M\u00fcnchau bei Eurointelligence hat dieses sehr interessante <a href=\"http:\/\/www.scribd.com\/doc\/36411631\/Stabilizers%20\" target=\"_blank\">Paper<\/a> von Fuest et al entdeckt. Es besch\u00e4ftigt sich mit der Rolle der automatischen Stabilisatoren \u2013 also konjunkturbedingt h\u00f6here Ausgaben, die der Staat toleriert, wodurch er in der Krise die Nachfrage st\u00fctzt. Klar, dass die  Gr\u00f6\u00dfe des Sozialstaats ein wichtiger Einflussfaktor auf die automatischen Stabilisatoren ist, denn wenn das Arbeitslosengeld bei 70 Prozent des Nominallohns liegt, wird bei steigender Arbeitsosigkeit weniger Nachfrageausfall zu beobachten sein als bei einer Rate von 20 Prozent des Lohns.<\/p>\n<p>Fuest und seine Mitstreiter haben ausgerechnet, wie viel des Einkommensverlusts durch einen negativen Schock durch die Stabilisatoren kompensiert wird. Hier ist das Ergebnis:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2010\/08\/fuestpaper.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2248\" title=\"fuestpaper\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2010\/08\/fuestpaper.png\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2010\/08\/fuestpaper.png 363w, https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2010\/08\/fuestpaper-300x240.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Deutschland ist mit 48 Prozent gut dabei und vor Frankreich mit 37 Prozent. Die USA liegen bei 32 Prozent. In dem Paper wird das ganze dann auch noch f\u00fcr einen Arbeitslosigkeitschock durchgerechnet: In der EU werden 47 Prozent absorbiert, in den USA nur 34 Prozent.<\/p>\n<p>Am Ende analysieren die Autoren noch (meines Erachtens wird es da methodisch ein wenig heikel), inwieweit sich die h\u00f6heren Transferleistung auf die Nachfrage auswirken. Hier sind die Prozents\u00e4tze geringer, weil ja nicht jeder Euro vom Staat auch ausgegeben wird und von der finanziellen Lage der Haushalte abh\u00e4ngt. F\u00fcr die USA kommen sie bei der Arbeitslosigkeit auf Werte von bis zu 20 Prozent, in Deutschland von bis zu 25 Prozent.<\/p>\n<p>Warum schreibe ich das? Weil es zeigt, dass der Wohlfahrtsstaat nicht nur gut ist f\u00fcr die Menschen, sondern auch f\u00fcr die Konjunktur. Lasst ihn uns also ausbauen, dann brauchen wir in der Tat auch weniger diskretion\u00e4re Ma\u00dfnahmen, die viele hierzulande ja so schrecklich finden.<\/p>\n<p>PS: Fuest et al finden auch heraus, dass es keine Korrelation zwischen Gr\u00f6\u00dfe der automatischen Stabilisatoren und Gr\u00f6\u00dfe der Konjunkturpakete gibt. Ihr Ergebnis: Deutschland hat eines der gr\u00f6\u00dften Konjunkturpakete, obwohl es recht gro\u00dfe Stabilisatoren hat. Vielleicht geht es uns ja deshalb so gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang M\u00fcnchau bei Eurointelligence hat dieses sehr interessante Paper von Fuest et al entdeckt. Es besch\u00e4ftigt sich mit der Rolle der automatischen Stabilisatoren \u2013 also konjunkturbedingt h\u00f6here Ausgaben, die der Staat toleriert, wodurch er in der Krise die Nachfrage st\u00fctzt. 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