{"id":258,"date":"2008-01-06T23:16:03","date_gmt":"2008-01-06T22:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2008\/01\/06\/so-wird-2008-bestimmt_258"},"modified":"2008-01-06T23:16:03","modified_gmt":"2008-01-06T22:16:03","slug":"so-wird-2008-bestimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2008\/01\/06\/so-wird-2008-bestimmt_258","title":{"rendered":"So wird 2008 &#8211; bestimmt"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte HERDENTRIEB heute <em>die<\/em> Prognosen f\u00fcr 2008 vorstellen. Aber daraus wird nichts. Lag es daran, dass Dieter Wermuth und ich uns nicht zum Essen verabredet haben, sondern jeder ganz allein in die Glaskugel geglotzt hat? Lag es an Dieters h\u00e4ufigen Reisen ins boomende Russland und nach Asien, wo es nicht weniger boomt, und meinen S-Bahn-Fahrten ins triste Frankfurt? Dieter ist halber Bulle, ich bin ganzer B\u00e4r. So kommen wir nicht \u00fcberall zusammen. Deshalb gibt&#8217;s dieses Mal keine ganz einheitliche HERDENTRIEB-Prognose, denn an drei von zehn Punkten gehen Dieters und meine Wetten in verschiedene Richtungen. Sorry. Auf jeden Fall k\u00f6nnen wir uns sp\u00e4ter r\u00fchmen, richtig gelegen zu haben.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie spannenden Fragen f\u00fcr 2008 lauten: 1. Greift die Kreditkrise von der monet\u00e4ren Sph\u00e4re in die reale \u00fcber? 2. Gelingt der Weltwirtschaft die Abkopplung von Amerika? 3. Hat die langandauernde Phase der Disinflation (beginnend Anfang der 80er Jahre) ausgedient und kommt es nun wieder zu ansehnlichen Inflationsraten?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Dieter die erste Frage mit Jein beantwortet, gibt es von mir ein klares Ja. Dieter glaubt, dass die Kreditkrise in Amerika Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat, nicht jedoch im Rest der Welt. Sowohl Euroland, Japan als auch die wichtigsten Schwellenl\u00e4nder sind seiner Meinung nach finanziell kerngesund und werden nur am Rand von der amerikanischen (und britischen) Finanzkrise betroffen sein. Ich kann mir dagegen nicht vorstellen, dass der Stress im Bankensystem hierzulande spurlos an der Kreditvergabe vor\u00fcber geht und damit nicht bremsend auf die Investitionst\u00e4tigkeit und die Konsumausgaben in Euroland wirken wird.<\/p>\n<p>Auch bei der zweiten Frage sind Dieter und ich auseinander. Er schaut auf die j\u00fcngsten Daten und h\u00e4lt eine Abkopplung des Rests der Welt von den rezessiven USA f\u00fcr wahrscheinlich. Ich glaube \u00fcberhaupt nicht dran. Wenn es in Amerika zu einer Rezession kommt, dann h\u00f6rt der Spa\u00df auch hier auf. Es wird nicht so sein wie fr\u00fcher, dass, wenn Amerika einen Schnupfen bekommt, der Rest der Welt postwendend von einer schweren Grippe befallen wird. Aber schnupft Amerika, werden wir nicht zu Hochleistungen f\u00e4hig sein.<\/p>\n<p>Bei der dritten Frage stimmen Dieter und ich \u00fcberein. Die gro\u00dfe Inflation steht uns nicht bevor. Schw\u00e4cht sich das Weltwirtschaftswachstum ab, geraten auch die Energiepreise unter Druck. Und von den L\u00f6hnen geht nach wie vor kein inflation\u00e4rer Druck aus.<\/p>\n<p><strong>Hier unsere zehn Wetten, drei davon, wie gesagt mit Dissens. Ich widerspreche beim Dax, Dollar und dem Wachstum in Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. In den USA kommt es zu einer Rezession<\/strong><\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Rezession in den USA sind gegeben, also f\u00fcr einen R\u00fcckgang des realen BIP, der mindestens zwei Quartale lang anh\u00e4lt (Quartal gegen Vorquartal, saisonbereinigt):<\/p>\n<p>> Die Hauspreise sinken, was einen negativen Verm\u00f6genseffekt ausl\u00f6st und die Beleihung von Immobilien f\u00fcr Konsumzwecke sehr erschwert.<\/p>\n<p>> Die Konditionen f\u00fcr die Kreditvergabe haben sich deutlich versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>> Die Inflationsrate steigt wegen der \u00d6lpreisexplosion, des schwachen Dollars und der Verteuerung der Nahrungsmittel fast so rasch wie die verf\u00fcgbaren Einkommen. Das real verf\u00fcgbare Einkommen nimmt also immer langsamer zu, was den Konsum bremst.<\/p>\n<p>> Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich seit einigen Wochen rapide verschlechtert.<\/p>\n<p>> Die Haushalte sind stark verschuldet und m\u00fcssen ihre Bilanzen durch Sparen wieder ins Lot bringen.<\/p>\n<p>> Insgesamt wird der private Konsum nur noch sehr langsam expandieren.<\/p>\n<p>> Die Gewinne der Unternehmen werden auch im vierten Quartal zur\u00fcckgehen, so dass es m\u00f6glicherweise auch bei den Unternehmensinvestitionen jetzt zu einem R\u00fcckgang kommen wird.<\/p>\n<p>> Die Nettoausfuhren werden zwar kr\u00e4ftig steigen, das wird aber nicht reichen, die Schw\u00e4che des Konsums auszugleichen &#8211; auf ihn entfallen 72 Prozent der Gesamtnachfrage.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Der \u00d6lpreis wird auf 70 Dollar\/Barrel fallen<\/strong><\/p>\n<p>Wegen der Abschw\u00e4chung des Wirtschaftswachstums lassen sich die hohen Rohstoffpreise nicht halten. Sie sind in den vergangenen Jahren mit einer um das Vier- bis F\u00fcnffache h\u00f6heren Zuwachsrate als das globale nominale BIP gestiegen. Sparprozesse und Substitutionen tragen ebenfalls zu einer Verlangsamung der Nachfrage nach \u00d6l bei. Eine wichtige Annahme ist allerdings, dass es zu keinen gro\u00dfen politischen Krisen im Nahen oder Mittleren Osten kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Die EZB wird den Refinanzierungssatz auf 3,5 Prozent senken<\/strong><\/p>\n<p>Die Inflationsrate Eurolands wird im Verlauf des Jahres durch den R\u00fcckgang der Rohstoffpreise, den starken Euro sowie g\u00fcnstige Basiseffekte erstaunlich rasch zur\u00fcckgehen. Von den L\u00f6hnen droht keine Gefahr f\u00fcr die Inflation, da die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer wegen der hohen Arbeitslosigkeit, der Globalisierung und der Euro-Aufwertung schwach bleiben wird. Vorl\u00e4ufig muss die EZB allerdings noch Vorschl\u00e4ge der deutschen Ratsmitglieder abwehren, angesichts einer aktuellen Inflationsrate von rund 3 Prozent die Zinsen zu erh\u00f6hen. Der EZB wird die Entscheidung, die Zinsen zu senken, dadurch erleichtert , dass die Fed die Funds Rate von heute 4,25 Prozent auf 3,5 Prozent oder weniger zur\u00fccknehmen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Schwaches US-Wachstum treibt den Euro auf $1,60<\/strong><\/p>\n<p>Da die amerikanische Inlandsnachfrage schw\u00e4chelt, ist eine weitere Abwertung des Dollars unumg\u00e4nglich, wenn eine Rezession vermieden werden soll. Da sich das Leistungsbilanzdefizit immer noch auf 5,5 Prozent des BIP bel\u00e4uft, ist auch von dieser Seite her ein schw\u00e4cherer Dollar angesagt. Die dringend gebotene Umschichtung von der Inlandsnachfrage zur Auslandsnachfrage l\u00e4sst sich am leichtesten durch eine Anpassung der relativen internationalen Preise, also der Wechselkurse, erreichen. Eine Abwertung ist leichter zu verkraften als eine Rezession.<\/p>\n<p>Die Inflationsgefahren, die von einem schwachen Dollar ausgehen, werden kompensiert durch die preisd\u00e4mpfenden Effekte der sinkenden Kapazit\u00e4tsauslastung und der steigenden Arbeitslosigkeit. Die Inflation ist nicht die gr\u00f6\u00dfte Sorge der amerikanischen Wirtschaftspolitik. Schlie\u00dflich liegt die sogenannte Kernrate immer noch nur knapp \u00fcber 2 Prozent.<\/p>\n<p>Die Alternativen zum Euro sind allesamt nicht sonderlich attraktiv: Der Yen wegen der nach wie vor sehr niedrigen japanischen Zinsen &#8211; \u00e4hnliches gilt f\u00fcr den Schweizer Franken -; der Renminbi wegen der Kapitalverkehrskontrollen und des unterentwickelten Geldmarkts, und das Pfund wegen der zunehmend schw\u00e4cheren britischen Wirtschaft. Der Euro ist nicht mehr unterbewertet. Vermutlich ist er sogar bereits \u00fcberbewertet. Dennoch steht uns die f\u00fcr Wechselkurse typische \u00dcbertreibungsphase erst noch bevor.<\/p>\n<p><strong><em>Hier gibt&#8217;s Einspruch von Heusinger: Der Dollar wird Ende 2008 bei 1,40 Dollar\/Euro notieren.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Warum? Weil das Leistungsbilanzdefizit sich schon im alten Jahr gebessert hat, sprich sich nicht mehr ausgeweitet hat, sondern kr\u00e4ftig sinkt! Die bislang erfolgte Abwertung hat also schon daf\u00fcr gesorgt, dass sich das Ungleichgewicht langsam abbaut. Wenn dann Amerika auch noch in die Rezession schlittert und der Rest der Welt halbwegs w\u00e4chst, schrumpft es weiter.<\/em><\/p>\n<p><em>Mein Hauptgrund ist jedoch fundamentaler Natur: Der Dollar ist gegen\u00fcber dem Euro massiv unterbewertet. Der gem\u00e4\u00df Kaufkraftparit\u00e4t ermittelte Kurs liegt irgendwo bei 1,10 Dollar je Euro und nicht bei 1,47! Deshalb d\u00fcrften erste kluge Spekulanten allm\u00e4hlich Positionen im Dollar aufbauen. Ich schlie\u00dfe ein \u00dcberschie\u00dfen nicht aus, aber das d\u00fcrfte vor 1,60 stoppen &#8211; ganz gleich, ob mit oder ohne Interventionen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Das Pfund wird unter 0,80 Euro fallen und Frankreich l\u00e4sst England links liegen<\/strong><\/p>\n<p>Die britische Wirtschaftspolitik hat nur noch einen Pfeil im K\u00f6cher: die Zinspolitik. Da die Hauspreise jetzt sinken, beginnt der wichtigste Konjunkturmotor, der Immobilienmarkt, zu stottern. Hoch verschuldet sind die Haushalte ohnehin. Da das staatliche Defizit trotz Hochkonjunktur bei \u00fcber 3 Prozent des BIP liegt, kann die Finanzpolitik nicht mehr stimulierend eingreifen. Niedrigere Zinsen, unter Inkaufnahme einer schw\u00e4cheren W\u00e4hrung, sind die wichtigste kurzfristig wirksame Alternative. Da die Inflationsrate nur 2,1 Prozent betr\u00e4gt, d\u00fcrfte das Risiko begrenzt sein, dass die Inflation au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t. Das schw\u00e4chere Pfund hat im \u00dcbrigen zur Folge, dass das franz\u00f6sische Sozialprodukt das britische \u00fcbertrifft und Frankreich damit wieder auf den zweiten Platz in Europa vorr\u00fcckt.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Der DAX wird am Jahresende 2008 bei 9.500 liegen<\/strong><\/p>\n<p>Das impliziert noch einmal eine Gewinnsteigerung von mindestens 15 Prozent. Vermutlich werden die deutschen L\u00f6hne schneller steigen als bisher, aber selbst wenn sich die durchschnittliche Zuwachsrate der tariflichen Stundenl\u00f6hne (zuletzt 1,3 Prozent im Oktober gg. Vj.) kr\u00e4ftig erh\u00f6hen sollte, wie es nicht nur von der SPD gefordert wird, steigen die Unternehmensgewinne voraussichtlich erneut viel rascher. Angenommen die L\u00f6hne nehmen um 3 Prozent zu und die Inflationsrate sinkt auf 2,3 Prozent, dann g\u00e4be es bei den Reall\u00f6hnen erstmals seit Jahren zwar eine positive Zuwachsrate, sie l\u00e4ge aber immer noch unter der voraussichtlichen Zuwachsrate des realen Sozialprodukts. Dadurch verschiebt sich die Einkommensverteilung erneut zugunsten der Kapitaleinkommen.<\/p>\n<p>Dabei ist im \u00dcbrigen fraglich, ob die Gewerkschaften tats\u00e4chlich so viel an Verhandlungsmacht gewonnen haben, dass sie 3 Prozent durchsetzen k\u00f6nnen. Das Damoklesschwert der Jobverlagerung ins Ausland h\u00e4ngt immer noch \u00fcber ihnen. Angesichts der kr\u00e4ftigen Zunahme der Besch\u00e4ftigung (zur Zeit 1,7 Prozent gg. Vj.) sollten sie sich allerdings nicht so viele Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Wenn Arbeiter und Angestellte mehr ausgeben k\u00f6nnen, und das auch tun, sichert das in der gegenw\u00e4rtigen Situation nicht zuletzt die Gesamtnachfrage und damit ihren Arbeitsplatz. Da nicht auszuschlie\u00dfen ist, dass der feste Euro doch noch Spuren hinterlassen wird, sowohl beim Export als auch beim Import, passt eine expansivere Inlandsnachfrage ins Bild. Das ist genau das, was der Arzt &#8211; und die internationalen Organisationen &#8211; heute verschreiben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Der Leistungsbilanz\u00fcberschuss betr\u00e4gt fast 6 Prozent des BIP &#8211; so gef\u00e4hrdet kann die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Unternehmen also nicht sein. H\u00f6here Lohnsteigerungen sind sowohl verkraftbar als auch \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p><strong><em>Einspruch von Heusinger: Ich erwarte dieses Jahr keine steigenden Aktienkurse, weder in Amerika noch in Euroland.<\/em><\/strong> <em>Deutsche Aktien m\u00f6gen im fallenden Markt wieder Outperformer sein, also weniger abgeben als der Rest, aber fallen werden auch sie. Meine ultimative Dax-Wette kommt in den n\u00e4chsten Tagen! <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7. Der Standard &#038; Poor&#8217;s 500 wird in diesem Jahr 10 Prozent verlieren<\/strong><\/p>\n<p>Der entscheidende Punkt ist, dass die Gewinne der US-Unternehmen sowohl im dritten als auch, verst\u00e4rkt, im vierten Quartal r\u00fcckl\u00e4ufig waren und es ganz danach aussieht, als w\u00fcrde sich der R\u00fcckgang im Verlauf des neuen Jahres fortsetzen.<\/p>\n<p>Bisher waren vor allem Werte betroffen, die mit der Immobilienkrise oder dem Finanzsektor zu tun hatten. Die Realwirtschaft insgesamt ist als N\u00e4chstes dran, wobei sich die Multinationalen und die Exporteure gut halten d\u00fcrften, w\u00e4hrend alle Werte, die von der Inlandskonjunktur abh\u00e4ngen, weiter leiden werden. In normalen Nachkriegsrezessionen sind die Gewinne von der Spitze bis zum Tiefpunkt um 15 Prozent gesunken, und die Kurse real um 20 Prozent. Das muss nat\u00fcrlich nicht innerhalb eines Jahres geschehen.<\/p>\n<p>Kann es \u00fcberhaupt sein, dass der Dax steigt, w\u00e4hrend der S&#038;P f\u00e4llt, so wie es Dieter vorhersagt? Ihm ist klar, dass es h\u00f6chst ungew\u00f6hnlich ist. Bekanntlich ist die Korrelation zwischen den beiden nicht mehr so hoch wie einst, sie liegt aber immer noch bei \u00fcber 50 Prozent und ist positiv. Korrelationen k\u00f6nnen auf Kausalit\u00e4ten hinweisen, sie m\u00fcssen es aber nicht. Ich dagegen glaube nicht an diese krasse Abkopplung.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>8. Deutsches BIP nimmt real um 2,3 Prozent zu<\/strong><\/p>\n<p>Das klingt ebenfalls nicht sehr wahrscheinlich. Wir befinden uns gerade in einer Phase, in der die Prognosen zur\u00fcckgenommen werden. 1,8 Prozent scheint augenblicklich der Konsens zu sein. Aus den folgenden Gr\u00fcnden k\u00f6nnte mehr herauskommen:<\/p>\n<p>> Die Investitionen waren bislang nicht sonderlich dynamisch; angesichts guter Gewinne, weiter zunehmender Kapazit\u00e4tsauslastung und st\u00e4rkerer Lohninflation liegt es nahe, hier eine Schippe draufzulegen; die Auftragslage k\u00f6nnte zudem besser kaum sein; der starke Euro hat noch keine Spuren hinterlassen &#8211; vermehrte Ausgaben f\u00fcr Kapitalg\u00fcter waren in der Vergangenheit eigentlich immer das Mittel, mit dem die Unternehmen den Verlust an preislicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit ausgeglichen hatten.<\/p>\n<p>> Da das vierte Quartal 2007 offenbar sehr gut ausgefallen ist (<a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2008\/Presse-08-001.html\" target=\"_blank\">siehe die erneut sehr guten Arbeitsmarktzahlen im Dezember<\/a>), gehen wir mit einem sogenannten \u00dcberhang von gut einem Prozent ins neue Jahr; das hei\u00dft, selbst wenn das BIP von nun an stagniert, wird das BIP 2008 seinen Vorjahrestand um ein Prozent \u00fcbertreffen; da sehen 2,3 Prozent nicht sonderlich ehrgeizig aus.<\/p>\n<p>> Der Auftragseingang im Verarbeiteden Gewerbe hat in den drei Monaten bis Oktober seinen Vorjahresstand real um nicht weniger als 6,8 Prozent \u00fcbertroffen. Bei den Auftragseing\u00e4ngen aus dem Ausland, \u00fcber die man sich wegen des Wechselkurses eigentlich Sorgen machen sollte, waren es sogar 10,8 Prozent &#8211; was will man mehr? In den Zahlen ist jedenfalls noch nichts von einer echten Wachstumsabschw\u00e4chung zu sehen.<\/p>\n<p><strong><em>Einspruch von Heusinger<\/em>:<\/strong> <em>Der \u00dcberhang sieht in der Tat gut aus, doch angesichts schw\u00e4cherer Weltwirtschaft und nach wie vor sinkenden Reall\u00f6hnen plus teureren Krediten vermag ich an 2,3 Prozent nicht zu glauben. <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2007\/11\/22\/hier-spricht-der-bar_245\"><strong>Ich bleibe bei meiner Wachstumswette von 1,5 und darunter<\/strong><\/a>. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>9. Die Arbeitslosenquote f\u00e4llt im Jahresdurchschnitt auf 7,6 Prozent<\/strong><\/p>\n<p>Das ergibt sich unmittelbar aus der Prognose des Wirtschaftswachstums und ist daher nicht weiter \u00fcberraschend oder ehrgeizig. Im Jahr 2006 lag die Quote noch bei 10,8 Prozent, im vergangenen Jahr bei 9,0 Prozent. Mit einigem Gl\u00fcck k\u00f6nnten wir am Jahresende saisonbereinigt sogar bei 7,0 Prozent landen.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>10. Die Rendite der zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihen geht auf 3,7 Prozent zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Hierf\u00fcr gibt es eine Reihe von Gr\u00fcnden: den R\u00fcckgang der Inflation und der Inflationserwartungen durch den festen Euro und die voraussichtlich wieder r\u00fcckl\u00e4ufigen Rohstoffpreise, die Bedeutung des Euro &#8211; und besonders der deutschen Assets &#8211; als Safe Haven sowie die Aussicht, dass die EZB in der zweiten Jahresh\u00e4lfte die Zinsen senken wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte HERDENTRIEB heute die Prognosen f\u00fcr 2008 vorstellen. Aber daraus wird nichts. 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