{"id":4132,"date":"2012-01-25T19:18:03","date_gmt":"2012-01-25T18:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=4132"},"modified":"2012-01-26T11:07:09","modified_gmt":"2012-01-26T10:07:09","slug":"deutsche-konjunktur-robust-trotz-oder-wegen-der-eurokrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2012\/01\/25\/deutsche-konjunktur-robust-trotz-oder-wegen-der-eurokrise_4132","title":{"rendered":"Deutsche Konjunktur: robust trotz &#8211; oder wegen? &#8211; der Eurokrise"},"content":{"rendered":"<p>Noch ist die Eurokrise nicht in unserer Realwirtschaft angekommen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nach wie vor, und die Stimmung der Unternehmer k\u00f6nnte besser nicht sein. Angesichts dessen, was so um uns herum passiert, ist das ziemlich verbl\u00fcffend.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2012\/update\/01\/index.htm\" target=\"_blank\">Internationale W\u00e4hrungsfonds hat gerade die Prognose<\/a> f\u00fcr das Wachstum des realen BIP Deutschlands im Jahr 2012 gegen\u00fcber seiner Septemberprognose um nicht weniger als einen vollen Prozentpunkt auf 0,3 Prozent gesenkt, f\u00fcr die Europ\u00e4ische W\u00e4hrungsunion sogar um 1,6 Punkte auf jetzt -0,5 Prozent. Es sieht also \u00fcberhaupt nicht gut aus. Der Kontinent steht vor der zweiten Rezession innerhalb von drei Jahren. Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird unter das Niveau von 2008 fallen. Besonders betroffen sind Italien und Spanien, die dritt- und viertgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften Eurolands, wo das Sozialprodukt voraussichtlich um 2,2 beziehungsweise um 1,7 Prozent zur\u00fcckgehen wird. Mittel- und Osteuropa ist derweil ebenfalls ins Schleudern gekommen und d\u00fcrfte nur noch mit einer Rate von 1,1 Prozent statt der bislang \u00fcblichen 4,5 Prozent expandieren; es handelt sich immerhin um den wichtigsten deutschen Absatzmarkt au\u00dferhalb Eurolands, vor Gro\u00dfbritannien, den USA oder China.<\/p>\n<p>Auch das <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/weo\/2012\/update\/01\/index.htm\" target=\"_blank\">globale Sozialprodukt wird nach den Sch\u00e4tzungen des IWF viel langsamer zunehmen als noch vor wenigen Monaten erwartet<\/a>, n\u00e4mlich um 3,3 Prozent statt 4,0 Prozent. Wie immer basieren diese Zahlen auf den sogenannten Kaufkraftparit\u00e4ten, also k\u00fcnstlichen Wechselkursen \u2013 nimmt man tats\u00e4chliche Wechselkurse und gibt damit den armen L\u00e4ndern beim Aggregieren ein geringeres Gewicht, ergibt sich eine Zuwachsrate von nur 2,5 Prozent. Sie liegt um Einiges unter dem mittelfristigen Trendwert. Die globale Outputl\u00fccke wird also wieder gr\u00f6\u00dfer und ein scharfer Anstieg der Arbeitslosenzahlen und damit der sozialen Spannungen ist so gut wie sicher. Angst vor steigenden Inflationsraten braucht man in einem solchen Szenarium nat\u00fcrlich nicht zu haben, oder dass die Notenbanken wieder die Z\u00fcgel anziehen k\u00f6nnten. Die Flutung der Weltwirtschaft mit Liquidit\u00e4t wird weitergehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4134\" title=\"Wachstum der Weltwirtschaft seit 1980\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/Wachstum_der_Weltwirtschaft.gif\" alt=\"Grafik: Wachstum der Weltwirtschaft seit 1980\" width=\"473\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/Wachstum_der_Weltwirtschaft.gif 473w, https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/Wachstum_der_Weltwirtschaft-300x191.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/p>\n<p>In diesem tr\u00fcben realwirtschaftlichen Umfeld ist es erstaunlich, dass der <a href=\"http:\/\/www.cesifo-group.de\/portal\/page\/portal\/ifoHome\/a-winfo\/d1index\/10indexgsk\" target=\"_blank\">ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex im Januar<\/a> zum dritten Mal in Folge gestiegen ist, auf einen Wert von 108,3 \u2013 der Durchschnitt der Jahre seit 1991 liegt bei 100,7, und der Tiefpunkt (von Ende 2008) bei 84,6. Nicht nur dass die Gesch\u00e4ftslage hervorragend ist, auch die Erwartungen haben wieder gedreht und \u00fcbertreffen ihren l\u00e4ngerfristigen Durchschnittswert, wenn auch nur leicht. M\u00fcssten die Unternehmen angesichts der eskalierenden Eurokrise und der st\u00e4ndigen Reduzierung der Wachstumsprognosen nicht viel pessimistischer sein?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4136\" title=\"ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex - Januar 2012\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Index_Jan_12.gif\" alt=\"Grafik: ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex - Januar 2012\" width=\"485\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Index_Jan_12.gif 485w, https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Index_Jan_12-300x186.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2012\/01\/PD12__010__811,templateId=renderPrint.psml\" target=\"_blank\">Statistische Bundesamt hatte vor einigen Tagen eine vorl\u00e4ufige Sch\u00e4tzung f\u00fcr die BIP-Zuwachsrate des Jahres 2011 vorgelegt<\/a>. Danach war das deutsche Sozialprodukt im Durchschnitt real um 3,0 Prozent gestiegen, nach 3,6 Prozent im Jahr zuvor. Wenn man die Zahl genauer analysiert, erkennt man rasch, das es im vierten Quartal saisonbereinigt zu einem R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem dritten Quartal von etwas weniger als 0,5 Prozent gekommen sein muss, was einer Verlaufsrate von -1,9 Prozent entspricht. Das schmeckt schon sehr stark nach Rezession, finde ich. Tendenziell best\u00e4tigt wird das Ergebnis durch die Zahlen zur Industrieproduktion, die es bis einschlie\u00dflich November gibt. Danach ist diese im Vergleich zum dritten Quartal mit einer saisonbereinigten Verlaufsrate von 7,6 Prozent gefallen, wenn man unterstellt, dass der Dezemberwert dem Durchschnitt von Oktober und November entspricht. Die Auftragseing\u00e4nge sind schon etwas fr\u00fcher eingebrochen und lagen, wieder auf der Basis Okt\/Nov, real und annualisiert um 9,3 Prozent niedriger als im zweiten Quartal.<\/p>\n<p>H\u00e4lt die enge zeitversetzte Korrelation zwischen der Erwartungskomponente im ifo-Indikator auch weiterhin, k\u00f6nnte die Industrieproduktion im Vorjahresvergleich nach einem kurzen Ausflug ins Negative schon bald wieder expandieren. Warum eigentlich?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4137\" title=\"Industrieproduktion und ifo-Gesch\u00e4ftserwartungen\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Prod_Erwart_plus_3m_Vergleich_sigma_1201.gif\" alt=\"Grafik: Industrieproduktion und ifo-Gesch\u00e4ftserwartungen\" width=\"494\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Prod_Erwart_plus_3m_Vergleich_sigma_1201.gif 494w, https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/ifo_Prod_Erwart_plus_3m_Vergleich_sigma_1201-300x193.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><\/p>\n<p>Ja warum? Auch der deutsche Arbeitsmarkt ist f\u00fcr mich ein gro\u00dfes R\u00e4tsel. Die Unternehmen lassen sich immer noch nicht von der Eurokrise, oder den Lasten, die m\u00f6glicherweise auf alle von uns zukommen k\u00f6nnten, oder den Revisionen der Wachstumsprognosen beeindrucken. Bis zuletzt haben sie ihre Belegschaften vergr\u00f6\u00dfert \u2013 die Anzahl der Erwerbst\u00e4tigen \u00fcbertraf im November ihren Vorjahreswert um 1,3 Prozent. Selbst im Zeitraum August bis November, als sich die konjunkturellen Warnsignale bereits stark vermehrten, wurde im Verlauf noch eine Zuwachsrate von 0,9 Prozent erreicht. Wenn die Produktion sinkt, die Besch\u00e4ftigung aber zunimmt, gehen Produktivit\u00e4t und Gewinne zur\u00fcck. Das ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Arbeitgeber nur mit einer Konjunkturdelle rechnen, nicht mit einem Einbruch. Sie machen sich mehr Sorgen um einen Fachkr\u00e4ftemangel als um einen nachhaltigen Gewinnr\u00fcckgang. Hoffentlich haben sie recht.<\/p>\n<p>Ich sehe vier m\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr den erstaunlichen Optimismus der Unternehmer, ohne dass ich sagen kann, welcher der wichtigste ist, oder ob es eine ganz andere Erkl\u00e4rung gibt.<\/p>\n<p>Erstens, so scheint mir, haben wir seit einiger Zeit einen belastbaren Sozialkontrakt, bei dem f\u00fcr die Arbeitnehmerseite der Erhalt ihrer Jobs im Vordergrund steht, auf der Arbeitgeberseite dagegen die stetige, nicht notwendigerweise die maximale Steigerung der Gewinne. M\u00f6glicherweise hat das verf\u00fcgbare Einkommen inzwischen ein Niveau erreicht, bei dem es sich ausk\u00f6mmlich leben l\u00e4sst, wo finanzielle Sicherheit Vorrang hat vor hohen Zuwachsraten. Offenbar wird die Einkommensverteilung nicht als schreiend ungerecht empfunden, jedenfalls im Durchschnitt.<\/p>\n<p>Zweitens ist eine Expansionsrate der Weltwirtschaft von real 3,3 Prozent deutlich verschieden von Null \u2013 global wird es wohl keine Rezession geben, so dass von daher nur mit einer langsameren Zunahme der Exporte zu rechnen ist, keineswegs mit einem R\u00fcckgang. Ganz im Gegenteil: Da die deutschen Ausfuhren im Trend fast doppelt so rasch expandieren wie das reale Welt-Sozialprodukt, ist auch in diesem Jahr erneut mit einem kr\u00e4ftigen positiven Wachstumsbeitrag des Au\u00dfenhandels zu rechnen. Die deutschen Unternehmen haben die Produkte im Angebot, die international ben\u00f6tigt werden. Das gilt vor allem auch f\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder, die seit mehr als einem Jahrzehnt zweieinhalb- bis dreimal rascher wachsen als die Industriel\u00e4nder.<\/p>\n<table width=\"487\" border=\"1\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"5\" width=\"475\" height=\"32\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><strong>durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsraten des realen BIP<br \/>\n<\/strong><\/span><em><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">in Prozent<\/span><\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#D3DAE2\" width=\"68\" height=\"37\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/td>\n<td align=\"center\" bgcolor=\"#D3DAE2\" width=\"80\" height=\"37\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><strong>Welt<\/strong><\/span><\/td>\n<td align=\"center\" bgcolor=\"#D3DAE2\" width=\"115\" height=\"37\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><strong>Industrie-<br \/>\nl\u00e4nder<\/strong><\/span><\/td>\n<td align=\"center\" bgcolor=\"#D3DAE2\" width=\"113\" height=\"37\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><strong>Schwellen-<br \/>\nund Entwicklungs-<br \/>\nl\u00e4nder<\/strong><\/span><\/td>\n<td align=\"center\" bgcolor=\"#D3DAE2\" width=\"89\" height=\"37\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><strong>Deutschland<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">1980-89\u00a0<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"80\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">3,2<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"115\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">3,1<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"113\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">3,5<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"89\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">1,9<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">1990-99<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"80\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">3,0<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"115\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2,7<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"113\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">3,6<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"89\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2,2<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2000-08<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"80\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">4,1<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"115\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2,3<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"113\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">6,5<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"89\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">1,6<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2009-11<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"80\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">2,8<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"115\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">0,4<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"113\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">5,4<\/span><\/td>\n<td align=\"center\" width=\"89\" height=\"16\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">0,5<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"5\" width=\"475\" height=\"28\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\">Quelle: Internationaler W\u00e4hrungsfonds<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drittens: der schwache Euro! Die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit war schon lange nicht mehr so gut wie im Augenblick. H\u00e4tten wir noch die D-Mark, w\u00e4re es uns vermutlich so gegangen wie bis vor Kurzem der Schweiz. Wegen der hervorragenden Fundamentaldaten \u2013 gewaltiger \u00dcberschuss in der Leistungsbilanz, fast ausgeglichener Staatshaushalt \u2013 h\u00e4tte sich die Mark so stark aufgewertet, dass sowohl im Inland als auch im Ausland Marktanteile verloren gegangen w\u00e4ren. Investitionen und Besch\u00e4ftigung h\u00e4tten entsprechend gelitten. Die Probleme unserer Partnerl\u00e4nder haben uns \u00fcber den Umweg &#8222;schwacher Euro&#8220; ein Besch\u00e4ftigungswunder beschert. Wir sollten uns nicht ernsthaft beklagen und uns nicht allzu knauserig zeigen, wenn wir jetzt um Hilfe f\u00fcr die Anderen gebeten werden. Der Euro n\u00fctzt uns sehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4150\" title=\"Reale effektive Wechselkurse - Euro, Dollar; Yen\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/BIS_REER_EA_US_JP_9901-1112.gif\" alt=\"Grafik: Reale effektive Wechselkurse - Euro, Dollar; Yen\" width=\"464\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/BIS_REER_EA_US_JP_9901-1112.gif 464w, https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/01\/BIS_REER_EA_US_JP_9901-1112-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/p>\n<p>Und viertens: die niedrigen, real sogar negativen Zinsen! Die EZB kann nicht nur nicht bremsen, sie wird auf lange Sicht sehr expansiv bleiben. In Spanien, Italien, Irland, Portugal und selbst in Frankreich ist eine solche Politik dringend erforderlich, weil sie mit den Folgesch\u00e4den geplatzter Immobilienblasen zu k\u00e4mpfen haben. Wir wissen inzwischen (wieder), dass die realwirtschaftlichen Probleme, die durch den forcierten Schuldenabbau verursacht werden, viele Jahre anhalten k\u00f6nnen. Der Kampf gegen eine drohende Deflation wird weiterzugehen haben. In Deutschland gab es keine Blasen, daher konnten auch keine platzen, und wir haben uns daher auch nicht mit den Folgesch\u00e4den herumzuschlagen \u2013 aber wir kommen trotzdem in den Genuss niedriger Zinsen. Wunderbar!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch ist die Eurokrise nicht in unserer Realwirtschaft angekommen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nach wie vor, und die Stimmung der Unternehmer k\u00f6nnte besser nicht sein. Angesichts dessen, was so um uns herum passiert, ist das ziemlich verbl\u00fcffend.<\/p>\n","protected":false},"author":61,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-4132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konjunktur-und-wirtschaftspolitik"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Deutsche Konjunktur: robust trotz - oder wegen? - der Eurokrise - Herdentrieb<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2012\/01\/25\/deutsche-konjunktur-robust-trotz-oder-wegen-der-eurokrise_4132\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Deutsche Konjunktur: robust trotz - oder wegen? - der Eurokrise - Herdentrieb\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Noch ist die Eurokrise nicht in unserer Realwirtschaft angekommen. 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